eine vielleicht komische Frage an alle, die mit Personalfragen befasst sind:
Ich bin im Moment am Bewerben im Bereich Journalismus/PR und umliegende Felder. Jetzt habe ich seit kurzem einen Vollbart, den ich sehr gerne mag. Viele Freunde haben mir jetzt gesagt, dass das allerdings bei Bewerbungen schlechter kommt, speziell bei Einstellungspsychologen. Da ich mir die Chancen nicht verringern will, ueberlege ich mir jetzt also, ob ich mich nicht vielleicht doch fuer das Photo und eventuelle Bewerbungsgespraeche rasieren soll.
Hallo Stefan,
ich bin zwar kein Einstellungspsychologe,aber habe doch schon einige Leute eingestellt (allerdings Handel/Dienstleistung).
Ich habe noch nie so etwas gehört.Bart oder nicht,war mir bisher völlig egal.Ich habe auch von Freunden/Bekannten,die Personal einstellen noch nie etwas über das Thema Bartwuchs gehört.Ich persönlich lege da mehr Wert auf Offenheit,Teamfähigkeit und natürlich Qualifikation.Das ein Bart da hinderlich wäre,ist mir neu.Meine Empfehlung:Wenn Du der Meinung bist,der Bart gehört zu Dir,lass ihn dran.
Gruss Sebastian
ich stimme sebastian zu.
auch ich habe schon mehrere leute eingestellt, aber bart oder nicht war nie ein kriterium. gepflegt sollte er aber sein - allerdings gilt dies genauso für haare, kleidung, eben die gesamte erscheinung.
aber mal ne frage: würdest du eigentlich gerne da arbeiten, wo du vermutest, man dich aufgrund deines bartes nicht nimmt???
Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Zumindest in gewissen Grenzen. Dazu gehört auch das Tragen eines Bartes, beispielsweise (und so einem überhaupt einer wächst). Jeder also kann soviel Haar im Gesicht tragen wie er mag.
Die Medaille hat jedoch eine Kehrseite: Die anderen Leute können ihrerseits davon halten, was immer sie wollen. Das geht solange gut, bis ein Intensiv-Träger mit seiner Bewerbung nebst Foto der Entscheidung eines Menschen ausgeliefert ist, der nicht nur glattrasiert ausschaut, sondern das auch noch als einzig denkbaren Standard ansieht. Solche Leute gibt es. Und einige davon - niemand kennt Quoten - erteilen Aufträge zur Besetzung von Führungspositionen mit dem Zusatz: „Keinen Bart, bitte.“
Wobei mir etwas aufgefallen ist: Der Anteil von Intensiv-Bartträgern im Top-Management ist eher gering. Da diese Leute ständig in Tages- und Fachzeitungen abgebildet werden, läßt sich das leicht nachprüfen. Der entsprechende Anteil im unteren Management jedoch ist sehr viel höher - warum auch immer.
Bei Bewerbungen trifft damit relativ oft ein Mitglied der Gruppe „Bart“ auf einen Entscheidungsträger aus der Gruppe „kein Bart“. Nun neigen Gruppen aber instinktiv dazu, vorwiegend solche Neuzugänge zu ihrer Gruppe zuzulassen, die „so sind wie wir“. Und unbestritten ist Sympathie ein wichtiges Einstellkriterium.
Nun soll niemand seine Persönlichkeit verbiegen, nur um einer bestimmten Gruppe zu gefallen. Aber wer beispielsweise dringend einen neuen Job braucht und mit zahlreichen Bewerbungen erfolglos blieb, könnte ja auch einmal an diese Zusammenhänge denken. Und die abrasierten Haare im Gesicht nach Fototermin und erfolgreicher Vorstellungsrunde gegebenenfalls wieder wachsen lassen (weil Entlassungen wegen späteren Bartwuchses praktisch nicht bekannt geworden sind). Wer hat gesagt, daß Menschen nur logisch handeln?
Ich bin im Moment am Bewerben im Bereich Journalismus/PR und
umliegende Felder. Jetzt habe ich seit kurzem einen Vollbart,
den ich sehr gerne mag. Viele Freunde haben mir jetzt gesagt,
dass das allerdings bei Bewerbungen schlechter kommt, speziell
bei Einstellungspsychologen. Da ich mir die Chancen nicht
verringern will, ueberlege ich mir jetzt also, ob ich mich
nicht vielleicht doch fuer das Photo und eventuelle
Bewerbungsgespraeche rasieren soll.
Was denkt Ihr und was sind Eure Erfahrungen?
Stefan
Hi,
früher war ein Bart gleichbedeutend mit Unglaubwürdigkeit. Wenn Du Deinen Bart jedoch liebst, solltest Du ihn auch behalten. Schliesslich ist er damit ein Teil von Dir. Aber nicht umsonst hat Rudolf Scharping nach der verpatzten Kanzlerkandidatur seinen Bart abgenommen.
In vielen Situationen „kommt ein Bart einfach nicht gut“.
Trotzdem viel Erfolg wünscht
Matthias (Der nur am langen Wochenende mal ganz gerne einen 3-Tage Bart trägt)