Mobbing in der Firma

Hallo miteinander,

seit Monaten werde ich gemobbt in einer vier Mann- Firma.

Der Chef sagt nur, ich bilde mir das alles nur ein, und will nichts davon wissen.

EINER meinte nur, ich soll das alles nicht so ernst sehen, und lachen. Aber das alles bedrückt mich sehr, habe schon dauernd schlafstörungen, Magenprobleme…

Wer ist der Ansprechpartner für einen solchen Fall?
Einen Betriebsrat gibt es dort nicht.
Wie soll ich mich verhalten bei einen solchen Fall?

Gruss Gerd

Hallo Gerd,

Dir Verhaltensregeln per E-Mail zu geben, dafür ist das Thema Mobbing zu wichtig.
Du solltest Dir unbedingt vor Ort qualifizierte Hilfe suchen.

Über Selbsthilfegruppen kannst Du Dich unter der Adresse
Deutsche Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e.V.
Friedrichstraße 28
35392 Gießen
Tel.:0641/9945612 informieren.

Der kirchliche Dienst in der Arbeitswelt hat das Thema Mobbing ebenfalls aufgegriffen.
Schriftliche Anfragen an:
KDA Braunschweig, Erik Dancs
Dipl.-Religeonspädagoge
Fritz-Reuter-Weg 5
38704 Liebenburg
Tel./FAX 05346/92400

Beratungstelefon (Zusammenschluß von AOK/DAG/KDA/Gesellschaft gegen phsychologischen Streß und Mobbing e.V.)
Tel. 040/2023-0209
Montag von 10.00 bis 14.00 Uhr
Dienstag von 14.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag von 17.00 bis 20.00 Uhr

Weitere Ansprechpartner gibt es in allen DGB Kreisen.

Mit Grüßen
Michael

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Hallo Gerdy,

ich kenne das Gefühl. Es ist schon sehr bedrückend,
gerade in so einer kleinen Firma.
Zusätzlich zu den Adressen von Michael gebe ich Dir noch
eine Internet-Adresse:

http://www.sfs-dortmund.de/Institut/Aktuelles/aktuel…

Dann habe ich vor längerer Zeit ein tolles, schönes Buch über Mobbing gelesen.

" Die Neidfalle"

Leider finde ich es im Moment nicht sonst könnte ich Dir den Autor noch nennen. Aus diesem Buch habe ich auch den Spruch:

" Mitleid bekommst Du von jeden geschenkt,
Neid muß man sich schwer erarbeiten!"

Nachdem ich diesen Spruch kannte, ging es mir wesentlich besser und ich konnte auch mit dem Mobbing besser umgehen.

Dir alles Gute und
denke immer dran, es ist alles nur NEID!

Gruß Heiner

Hallo,

Mobbing ist lähmendes Gift für den Betroffenen, für das Arbeitsklima, aber auch für das Betriebsergebnis. Ein Chef sollte deshalb wegen seiner Fürsorgepflicht für die Beschäftigten - und sollte er sich dafür nicht zuständig oder überfordert fühlen - aufgrund seiner Verantwortung für das Betriebsergebnis einschreiten. Wobei das sehr schwer sein kann, denn es darf nicht nur die schützende Hand für den Betroffenen sein. Das könnte die Lage eher verschärfen. Wie auch immer er sich verhält, es kann ihm eigentlich nicht egal sein.

Mobbing kann aber auch durch eine Opfermentalität des Betroffenen gefördert und sogar verursacht sein. Deshalb solltest Du Dir selbst ein paar Fragen beantworten: Gibt es Umstände, die Dich zum Außenseiter, zum Eigenbrödler machen? Hast Du Ähnliches auch an einem früheren Arbeitsplatz oder in der Schule/Ausbildung erlebt? Hebst Du besondere Stärken und Fähigkeiten, über die die Kollegen nicht verfügen, besonders hervor, förderst also Neid? Hast Du besondere Schwächen, persönlicher oder fachlicher Natur?
Bist Du besonders zart besaitet oder nachtragend? Treffen Dich Bemerkungen des betriebsüblichen Umgangstons härt als die Kollegen? Hast Du private Freunde außerhalb der Firma? Lebst Du bei Deinen Eltern oder bei Deiner Mutter?

Beantworte diese Fragen nur für Dich und sei ehrlich zu Dir selbst. Wenn die Ursachen in Deiner Person liegen, mußt Du an Dir arbeiten. Die Probleme tauchen sonst früher oder später immer wieder auf. Liegen die Ursachen nicht bei Dir und weder der Chef oder ein anderer Kollege kümmern sich, solltest Du den Arbeitsplatz wechseln, denn wirksame Hilfe von außen, die in so einem kleinen Betrieb etwas bewegen könnte, gibt es nicht.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

Hallo,

Mobbing ist lähmendes Gift für den Betroffenen, für das
Arbeitsklima, aber auch für das Betriebsergebnis. Ein Chef
sollte deshalb wegen seiner Fürsorgepflicht für die
Beschäftigten - und sollte er sich dafür nicht zuständig oder
überfordert fühlen - aufgrund seiner Verantwortung für das
Betriebsergebnis einschreiten. Wobei das sehr schwer sein
kann, denn es darf nicht nur die schützende Hand für den
Betroffenen sein. Das könnte die Lage eher verschärfen. Wie
auch immer er sich verhält, es kann ihm eigentlich nicht egal
sein.

Hier gebe ich Dir recht.

Mobbing kann aber auch durch eine Opfermentalität des
Betroffenen gefördert und sogar verursacht sein. Deshalb
solltest Du Dir selbst ein paar Fragen beantworten: Gibt es
Umstände, die Dich zum Außenseiter, zum Eigenbrödler machen?
Hast Du Ähnliches auch an einem früheren Arbeitsplatz oder in
der Schule/Ausbildung erlebt? Hebst Du besondere Stärken und
Fähigkeiten, über die die Kollegen nicht verfügen, besonders
hervor, förderst also Neid? Hast Du besondere Schwächen,
persönlicher oder fachlicher Natur?
Bist Du besonders zart besaitet oder nachtragend? Treffen Dich
Bemerkungen des betriebsüblichen Umgangstons härt als die
Kollegen? Hast Du private Freunde außerhalb der Firma? Lebst
Du bei Deinen Eltern oder bei Deiner Mutter?

Das halte ich für den falschen Ansatz. Wir haben es uns angewöhnt, das Opfer zum Täter zu machen. Mobbing ist soziale Ausgrenzung, dazu reicht es schon den Kugelschreiber anders auf seinen Schreibtisch zu legen. Selbst wenn einer Deiner aufgeführten Gründe der Anlaß zum mobben wäre, würde es dem Opfer nichts nützen diesen Anlaß abzustellen, denn die Ausgrenzung findet statt, dann halt mit einem anderen Grund.
Was ich damit sagen will ist, es wird immer erst das Opfer ausgesucht und dann der Grund gefunden.

Beantworte diese Fragen nur für Dich und sei ehrlich zu Dir
selbst. Wenn die Ursachen in Deiner Person liegen, mußt Du an
Dir arbeiten. Die Probleme tauchen sonst früher oder später
immer wieder auf. Liegen die Ursachen nicht bei Dir und weder
der Chef oder ein anderer Kollege kümmern sich, solltest Du
den Arbeitsplatz wechseln, denn wirksame Hilfe von außen, die
in so einem kleinen Betrieb etwas bewegen könnte, gibt es
nicht.

Gespräche können durchaus helfen. Beim Mobbing gibt es Täter und Zuschauer, in manchmal wechselnden Rollen. Schafft man es die Zuschauer zu sensibilisieren kann man den Teufelskreis durchbrechen, manchmal.

Gruß
Wolfgang

Grüße
Michael

Hallo Michael,

Mobbing ist das Ergebnis von Wechselwirkungen. Es ist schwer, den Ursprungspunkt auszumachen. Entscheidend ist einzig, dem Mobbing den Boden zu entziehen, den Zustand zu beenden.

Ich will nicht das Opfer zum Täter machen. Dennoch muß man erkennen, daß es Menschen gibt, die zum Mobbingopfer prädestiniert sind und andere, die übrigens von den Erstgenannten i.d.R. nicht weit entfernt sind, die zum Mobben neigen.

Man muß auf der anderen Seite erkennen, daß es Menschen gibt, die mit Mobbingversuchen souverän umzugehen verstehen, wo es denn auch niemand je wieder versucht.

Wenn einer Frau ein Selbstverteidigungskurs empfohlen wird, käme auch niemand auf die Idee, daß die Täter/Opferrolle vertauscht werden soll. Es kann nur darum gehen, nicht zum Opfer zu werden. Wo kein Täter ist, ist auch kein Opfer. Aber auch umgekehrt ist richtig: Wo kein Opfer ist, wird niemand zum Täter. Es sind wie gesagt Wechselwirkungen.

Auch bei noch so geschärftem Bewußtsein muß man akzeptieren, daß diese Kenntnisse nicht in jedem unbefangenen Moment zur Anwendung kommen. Das kann sich für den Außenstehenden in kaum beschreib- und faßbaren alltäglichen Kleinigkeiten äußern.

Wer Mobbing im Betrieb wirklich wirksam verhindern will, muß eben beide Seiten sehen. Toleranz, Rücksichtnahme und Akzeptanz von Eigenheiten des Kollegen sind eine Seite. Dabei ist es nur menschlich, daß das Grenzen hat.

Ich möchte das an 2 Beispielen verdeutlichen: Eine Kollegin in der Fertigung bekam grundsätzlich Migräne, wenn sie Arbeiten machen sollte, die sie nicht besonders mochte, mit der Folge, daß andere Kollegen einspringen mußten. Dann fiel wohl einmal die Bemerkung, ob sie Migräne bekommt, wenn sie jetzt diese Arbeit machen soll. Daraufhin rannte die Kollegin laut heulend aus dem Raum und beschwerte sich später über Mobbing. Fatal daran war, daß der Vorgesetzte, in dem Fall ich, die ersten Vorfälle dieser Art nicht mitbekam. Da wäre ein Gespräch, ein gemeinsames Durchgehen der Arbeitsgänge usw. angezeigt gewesen.

Ein anderes Beispiel: Einem Kollegen, 40 Jahre alt, wurde beinahe täglich von seiner Mutter das Frühstücksbrot in den Betrieb getragen. Dabei erkundigte sie sich, ob der heiße Lötkolben auch nicht zu gefährlich ist und vergewisserte sich, ob auch alle Türen geschlossen sind, damit es nicht zieht. Ich habe der resoluten alten Dame irgendwann den Zutritt verboten, sie war dennoch allgegenwärtig. Vor einer Unterschrift unter den Inhalt einer Sicherheitsbelehrung meinte der Kollege, das erst seiner Mutter zeigen zu müssen. Den Kollegen schütze mal einer vor Mobbing! Was willst Du da machen? Es gibt diese typische Opferrolle! Und in diesen Fällen muß das Opfer seinen Beitrag leisten. Das gehört eben auch zur Schärfung des Bewußtseins.

Gruß
Wolfgang

Hallo Wolfgang,

mit den angeführten Beispielen hast Du sicherlich recht. Obwohl ich das erste Beispiel nicht als Mobbing bezeichnen würde. Vielmehr ist dies ein „normales Verhalten“ unter Kollegen/innen, die sich beide ungerecht behandelt fühlen.

Das zweite Beispiel kann zu Mobbing führen, muss es aber nicht zwingend.

Mobbing ist die soziale Ausgrenzung einzelner von einer Gruppe. Dabei ist immer eine fehlende Fluchtmöglichkeit des gemobbten mit im Spiel.

Mobbing ist nicht Konkurensverhalten, nicht vorhandene Sympathien und dergleichen.

Mobbing hat auch nichts mit Anfeindungen zu tun, schon ein ignorieren einer ganzen Gruppe gegenüber einzelnen, ist soziale Ausgrenzung

Ich habe unter anderem deshalb in meinem ersten Posting auch keine Ratschläge erteilt, weil es nicht zu erkennen ist, ob tatächlich ein Mobbingfall vorliegt, oder es sich um Konkurenzverhalten unter Kollegen handelt.

Mobbing ist ein „normales“ Gruppenverhalten von Menschen. Es ist nicht so, das es nur in Firmen vorkommt. Auch im Kloster, Vereinen, Verbänden und bei sonstigen Ansammlungen von Menschen kommt dies vor.

Es ist tatsächlich so, das eine Gruppe sich ein Opfer aussucht. Oft sogar ohne Absprache und ohne dass es Ihnen selbst bewusst wird. Der Grund dafür ist nichtig. Es hilft im übrigen dem Betrieb in den seltensten Fällen, dass Opfer zu entfernen. Es wird einfach ein neues Opfer gesucht. Dem Vorgesetzte hilft es tatsächlich nur, den Tätern, Mittätern und Zuschauern klar zu machen, dass ein derartiges Verhalten falsch ist und nicht geduldet wird.

Mobber haben im übrigen auch nicht das Ziel, ihr Opfer aus der Umgebung zu entfernen. Denn dann haben sie ja kein Opfer mehr. Bei Mobbern ist der Weg das Ziel.

Selbstbewustsein hilft im übrigen nicht. Jeder kann zum Opfer werden

Mit Grüßen
Michael

hallo gerdy,

deinen hilferuf habe ich gelesen, und mir ist es dabei kalt den rücken runtergelaufen. auch die meinungen der anderen fand ich interessant und von der sache her zutreffend.

ich mach es mal kurz : ich habe die firma gewechselt. ich wurde aber nicht von meinen kollegen gemobbt - sowieso nicht, sondern von meinem chef.mit meinen kollegen - wir alle haben aussendienst gemacht - technische beratung - konstruktion und vertrieb von industrieflachdächern, hatte ich ein super verhältnis. immer. ihnen ist nie verborgen geblieben, welchen seelischen qualen ich zeitweise ausgesetzt war.

ich habe zu einem kollegen ein sehr teamorientiertes verhältnis gehabt, was uns auch heute noch verbindet. dem hab ich dann mal mein herz ausgeschüttet. weil - ich hab ihm vertraut und tue es heute noch. mir ging es hinterher wohl etwas besser, bin aber der typ, der andere damit nicht nerven wollte. — rücksicht ?—

ich hab überlegt, ob ich zum pastor in die kirche gehe, um da mein seelenunheil loszuwerden. ich habe ein problem - bin atheist, also kam das für mich dann auch nicht in frage.

ich habe meinen chef - wie viele andere in unserem markt - gehasst. der hass ging dann soweit, daß mir alles egal wurde. alles. ich habe die auseinandersetzung gesucht - mit ihm darüber zu reden. ich stellte fest - wie andere vor mir - daß es m.E. und die user mögen mir verzeihen - ein menschliches dreckschwein ist.

und hier gebe ich den anderen autoren recht : wo kein opfer - da kein täter. ja das ist so. ich war dran. ich stand bei ihm auf der liste. er konnte seine machtgeilheit ausprobieren, und ich habe es mir zu lange gefallen lassen. nur : wenn ich geblieben wär, es hätte sich nichts geändert. gar nichts.

man riet mir, mich an den betriebsrat zu wenden, an den eigentümer der firma. gut. und dann…

mein chef hatte - schließlich und endlich angst. vor mir. ich galt wohl als ein sehr kritischer aber sehr engagierter kollege, und das ist heutzutage eine gratwanderung. aber für engagement und die erfüllung der unternehmensziele werde ich nun mal bezahlt. damit hatte dieser typ riesen probleme. ich hatte ideen, die er als seine verkaufte. gut. und ich merkte nicht mal,
daß ich ihn mir unbewußt zu meinem feind machte - von dem ich abhängig bin. immer. überall. ich war naiv.

ich erhielt nun aufgabenstellungen am freitag, die mußten erledigt sein bis montag. hatte alles nichts mit dem job zu tun. irgendwelche statistiken - alberne stellungnahmen…zahlenkolonnen aufaddieren. und und und.

ich wurde persönlich beleidigt, er legte mir nahe doch mal zum psychater zu gehen ( er hatte selbst vor jahren einen autounfall unter alkohol und mußte zum psychater )und und und.

ich wußte, hier ist auch mit leistung gar nichts mehr zu machen. der brauchte das. und ich wars eben. resignation.

ich habe mich angefangen zu bewegen, neuer job etc.pp. es hat geklappt - habe mein mir auch immer nachgesagtes selbstbewußtsein weider gefunden und fühl mich wohl. kann wieder schlafen - essen und bin motiviert.

du siehst, ich habe mir das hier auch mal von der seele geschrieben, mein wunsch ist es, daß du deinen weg findest…

geh in dich, red mit jemanden drüber, und such auch nach alternativen, ok.

bis denn mal tom

Moien!

Mich würde schon interessieren, wie das „Mobbing“ aussieht!

Naja, gerade bei einer 4-Mann-Firma „müßte“ jeder Chef darauf Wert legen, daß kein Mobbing existiert und wenn du schon mit ihm drüber gesprochen hast, liegt es ja vielleicht auch etwas an Dir???

Von daher würde ich halt gerne wissen, was bei euch vorfällt…

Gruß

Bernd