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Re^4: 1 km/h zu schnell
ich sage nicht das du eine raserin bist, aber mal ganz nüchtern betrachtet, ist es doch total in ordnung das falsche dinge bestraft werden.
ok - aber Körperverletzung wird doch auch nicht lebenslänglich bestraft?!
Sorry, der Vergleich hinkt natürlich, aber es geht um das Verhältnis zwischen Vergehen und Strafe.
mit dem alkoholwerten hat es doch auch gezeter gegeben, obschon nachgewiesener maßen bei 0,8 promille die fahrtüchtigkeit eingeschränkt ist.
wo genau sage mir doch dann , willst du der wert als verhältnismässig ansetzen? jedes kmh mehr verlängert den bremsweg und geade in ortschaften sollte doch auch an die mensche die zu fuß unterwegs sind und an unsere kinder gedacht werden. 50 kmh sind sehr schnell und können wirklich tödlich sein, wenn jemand nicht rechtzeitig bremsen kann.
es geht nicht darum, ob 50 km/h oder 51 km/h innerorts verhältnismäßig sind, sondern ob 50 km/h noch ok ist, und 51 km/h mit 600,-DM + 3Monate Fahrverbot bestraft werden.
es sind ja nicht nur die autofahrer die fehler machen, spielende kinder alte menschen und ein paar unverbesserliche die es nie kapieren, verhalten sich doch oft genug nicht korrekt, aber soll die bestrafung da sein das sie selber schuld sind weil ein pkw fahrer nicht bremsen kann?
1. 50 oder 51km/h bedeuten in demselben Auto einen Unterschied im Anhalteweg von ca. 0,5-1m
- gleiche Reaktionsgeschwindigkeit vorausgesetzt, und die ist abhängig von der "Tagesform"
2. bei gleicher Geschwindigkeit differiert der Anhalteweg je nach Auto (maximalen Bremseneinsatz vorausgesetzt), da nunmal z.B ein Porsche ungleich bessere Bremsen hat als ein Polo
- also brauchen wir Tempolimits nach Autotyp, persönlicher Verfassung des Fahrers etc?
tja, wie das ist so im leben, wer ein auto fährt hat sich so zu verhalten, das er nicht in die situation kommt seine "pappe" zu verlieren. trinkende menschen wissen das auch und setzen sich oft trotzdem ans steuer, wenn der führerschein dann wg ist, ist doch nicht der staat schuld, sondern der der sich nicht richtig verhält.
Es ist aber ein schon ein Unterschied, ob jemand mit Alkohol am Steuer fährt (kaum jemand trinkt unabsichtlich Alkohol), oder 1 km/h zu schnell fährt, was sehr leicht passieren kann, weil
- die Straße abschüssiger wird
- der Straßenbelag sich ändert
- der Verkehr plötzlich wieder flüssiger wird und man "mitzieht"
- der Wind sich dreht (das ist kein Joke, auf offener Fläche bei böigen Winden kann sich tatsächlich die Geschwindigkeit binnen Sekunden ändern, ohne das man beschleunigt)
- man auf den Verkehr geachtet hat und dabei nicht auf den tachometer geschaut hat
- der Tachometer selber ungenau ist
usw.
Fakt ist, das der Mensch nun mal nicht die Geschwindigkeit so genau spürt, sondern sich auf Meßgeräte verlassen muß. Zugleich muß ich als Autofahrer auch noch den Verkehr beachten, Schilder erkennen etc. und natürlich darf ich nicht zu schnell fahren, d.h. ich muß ununterbrochen den Tacho beobachten ...
und wenn der job daran hängt, muss man
doch erst recht alles dafür tun, das
sowas nicht passiert.
s.o. dann muß der Autofahrer halt prinzipiell Schrittgeschwindigkeit fahren, weil ansonsten ja immer die Gefahr besteht, das man (evtl. wegen ungenauem Tacho) 1 km/h zu schnell fährt.
Ist das praktikabel???
angenommen dein kind (was wir niemals hoffen wollen) würde durch einen autounfall zu schade kommen, der autofahrer fährt nur 1-3 kmh zu schnell und es würde sich herausstellen, das der "schaden" nicht entstabden währe bei 50 kmh, was würdest du dann sagen?
<Provokation>
In dieser Konstellation würde das Kind höchstwahrscheinlich sagen, das es vom Auto "angestupst" worden ist, weil (s.o) das Auto schon fast steht.
</Provokation>
Egal ob Unfall oder nur Beinahe-Unfall, in dieser Situation hat sich zumindest einer nicht richtig verhalten, und bei Kindern muß sich in dieser Situation der Autofahrer vorwerfen lassen, das er eben "seine Geschwindigkeit nicht den Umständen angepaßt" hat.
Eigenes Erleben: Tempo 30 Zone, ich fuhr mit dem Moped mit ca. 25 km/h über einen Fußgängerüberweg. Direkt anschließend ist eine Bushaltestelle, in der ein Bus hält. Ich war fast auf Höhe des Busfahrers, als 3 Kinder vor dem Bus hervorkommen. Vollbremsung - ein Kind stand links neben meinem Vorderrad, eins rechts, und eins ca. 1m vor dem Vorderrad. Fazit: obwohl ich mich an das Tempolimit gehalten hatte, war ich eben doch zu schnell - weil es Kinder waren. Ein Erwachsener in dieser Situation sollte fähig sein, den Zebrastreifen zu benutzen.
nein nicht ein verantwortungsloser raser, aber ein gedankenloser autofahrer. manche dinge passieren weil sich die menschen nicht bewußt sind, was sie machen, sie denken oft nicht darüber nach, nur ist es deshalb doch nicht einfach in ordnung.
es ist auch nicht die Rede davon, das eine Geschwindigkeitsübertretung in Ordnung ist, (jedes km/h zuviel außerhalb der Meßtoleranzgrenze kann zumindest ein Verwarnungsgeld bedeuten, und das ist auch ok), aber ist leichte Fahrlässigkeit schon kriminell?
die lobby der autofahrer ist sehr gross, die unserer kinder jedoch klein, mich interessiert wirklich nicht, ob die da mit mehr gelder in ihre kasse bekommen, obschon ich dafür währe das diese einnahmen den opfern des strasenverkehrs zukommen sollte Menschen/Pflanzen/tiere.
Voll einverstanden.
Nochmal: ich will hier keinen zur Raserei ermutigen, ich will auch nicht, daß Fahrlässigkeit einen Freibrief bedeuten soll, aber so wie der Fall hier zur Diskussion steht, wäre die Verhältnismäßigkeit nicht gewahrt.
Allerdings (siehe anderes Posting von mir) gilt (oder soll gelten) diese Bußgeldandrohung von 600,-DM + 3 Monate Fahrverbot für 51km/h innerorts zu schnell.
mfG
Mark