Samstag ein Werktag ?

Hallo WWW-Leser,
Ich habe heute ein Knöllchen über 5 € erhalten, weil ich keine Parkscheibe aufgestellt hatte. Auf dem Hinweisschild stand „Parkscheibe - Werktags von 7-19 Uhr“.

Ist der Samstag nun ein Werktag oder nicht ?
Meiner Meinung nach nicht. Was haltet ihr davon ?

Vielen Dank im Voraus.

Dominik

Hallo Dominik,

Samstag ist in der Tat ein Werktag.

Allerdings nicht bis 19.00 Uhr. Es müsste heissen:
„werktags während der gesetzlichen Ladenöffnungszeiten“.

Grüsse

Sven

Hallo auch,
da braucht man keine Meinung: Samstag ist ein Werktag, das ist schon soooooo oft durch Gerichte festgestellt worden.
Was Sven schreibt schreibt stimmt nicht ganz, die Verkehrsbehörde bestimmt nach Ermessen, welche Zeit sie für ein Halteverbot oder die Pflicht mit der Parkscheibe festlegt. (Es gibt bei uns Straßen, da gilt das bis 21 Uhr oder sogar nachts)

Gruß
HaweThie

Hallo Dominik,

Samstag ist ein Werktag und von wann bis wann regelt das Schild und nicht der Ladenschluss.

Gruß ivo

Hi Sven,

und das viele samstags keinen Werktag mehr haben, das liegt am Verdienst der Gewerkschaften :smile:

Gruß
Marco

Hi Marco,

und das viele samstags keinen Werktag mehr haben, das liegt am
Verdienst der Gewerkschaften :smile:

Ebenso die hohen Arbeitslosenzahlen :smile:
Beispiel, wie’s besser geht:
Dänemark: von 10,x % AL auf 4,6 % AL durch radikale Abschaffung des Kündigungsschutzes und Umbau des Arbeitslosenamts (90% vom Nettolohn, aber nur für kurze Zeit und bei williger Mitarbeit der AL).

Grüsse

Sven

Hallo!

Das ist viel zu vereinfacht und völlig unseriös, ohne hinzuzufügen, dass diese Tatsache in der Volkswirtschaftslehre höchst umstritten ist. Es ist keinesfalls so, dass sich hier die wirtschaftsfreundlichen Liberalen, gegen die wirtschaftsfeindlichen Gewerkschaften, die dann gleich nach Möglichkeit als Kommunisten hingestellt werden, gegenüberstehen!
Der Liberalismus geht zB immer von der These aus, dass es keiner Makroökonomischen Gesamtpolitik bedürfe, jede Gewerkschaft ist daher ein Kartell - das ist die eine Sicht. Ich persönlich halte das für Unsinn.

Gruß
Tom

Ergänzung off Topic
Hallo!

Man sollte immer Geschichte lernen: Der Kommunismus, auch wenn dieser gescheitert ist, entstand nicht grundlos, sondern gerade deshalb, weil der Liberlismus des 19.Jhdts. nicht funktioniert hat. Dem Kommunismus in jetzt den Neoliberalismus als die neue bessere Errungenschaft entgegenzusetzen zeugt von völliger Unkenntnis der Geschichte und: unter gleichen Parametern wiederholt sich diese und das ist die Gefahr.
Wirtschaftlich hat Westeuropa den Osten nicht deshalb übertrumpft, weil wir eine freie Marktwirtschaft hatten, sondern die Grundsätze der Marktwirtschaft mit den sozialen Forderungen der Arbeitnehmerschaft in Einklang zu bringen suchten. Das Ergebnis war die soziale Marktwirtschaft, die sich von den USA wesentlich unterscheidet. Diese soziale Marktwirtschaft hat uns stark gemacht, da sie die Vorteile dieses Systems mit dem sozialen Ausgleich der sozialistischen Idee verband.
Jetzt die soziale Marktwirtschaft zu Gunsten der freien zu demontieren, kann nur im Intesse einer bestimmten Gruppe und zu Lasten einer bestimmten anderen Gruppe gehen. Was das aus der Erfahrung der Geschichte bedeutet kann jeder vernünftige Mensch voraussehen - ein friedliches Zusammenleben in einer solidarischen Gesellschaft ergibt sich daraus keinesfalls.

Gruß
Tom

Hallo Tom,

Es ist keinesfalls so, dass sich hier
die wirtschaftsfreundlichen Liberalen, gegen die
wirtschaftsfeindlichen Gewerkschaften, die dann gleich nach
Möglichkeit als Kommunisten hingestellt werden,
gegenüberstehen!

Ich habe auch gar nicht behauptet, dass Gewerkschaften per se eine schlechte Erfindung sind, vielmehr ist das Vorhandensein einer starken Arbeitnehmervertretung notwendig, um eine starke Mittelschicht in der Bevölkerung zu schaffen (das ist wohl auch der Unterschied zu vielen Ex-Ostblock und Lateinamerikanischen Staaten, wo es wenige sehr reiche und viele sehr arme Menschen gibt).

Das Problem liegt vielmehr darin, dass es den Funktionären (arbeitgeber- und arbeitnehmerseitig) gar nicht mehr um das allgemeine Wohl, sondern vielmehr um sinnlose Stellungskriege, die oftmals die Flexibilität sehr einschränken, geht.

Auch ich sehe es als wichtig an, dass die AN genügend Lohn bekommen, bin aber der festen Überzeugung, dass Aussprüche wie „30 Wochenstunden bei vollem Lohnausgleich“ eine Lachnummer sind.

Ebenso halte ich so manche AG-Einstellung auch wiederum für bedenklich.

Irgendwie habe ich halt das Gefühl, dass jeder in seinem Schützengraben sitzt und es nur noch um %-Werte, statt einer vernünftigen Strategie geht.

Da übrigens die meisten Arbeitsplätze immer noch im Mittelstand sind und man sich gerade hier sehr genau überlegt, ob man jemanden einstellt, der hinterher (fast) unkündbar ist, braucht man sich nicht zu wundern, dass diese AG lieber auf Überstunden statt zusätzliche Mitarbeiter bauen.

Der Liberalismus geht zB immer von der These aus, dass es
keiner Makroökonomischen Gesamtpolitik bedürfe, jede
Gewerkschaft ist daher ein Kartell - das ist die eine Sicht.

Das ist jetzt aber sehr einseitig dargestellt !

Grüsse

Sven

Und nochmal Hallo Tom,

Man sollte immer Geschichte lernen: Der Kommunismus, auch wenn
dieser gescheitert ist, entstand nicht grundlos, sondern
gerade deshalb, weil der Liberlismus des 19.Jhdts. nicht
funktioniert hat.

Man darf nicht vergessen, dass der Liberalismus dieser Zeit noch stark vom Herrschaftsdenken und der rechtelosen Proletariermasse geprägt war.

Wirtschaftlich hat Westeuropa den Osten nicht deshalb
übertrumpft, weil wir eine freie Marktwirtschaft hatten,
sondern die Grundsätze der Marktwirtschaft mit den sozialen
Forderungen der Arbeitnehmerschaft in Einklang zu bringen
suchten.

Was ja auch gut war, solange das Gleichgewicht zwischen den erbrachten Leistungen und den Kosten noch da war.

Das Ergebnis war die soziale Marktwirtschaft, die
sich von den USA wesentlich unterscheidet. Diese soziale
Marktwirtschaft hat uns stark gemacht, da sie die Vorteile
dieses Systems mit dem sozialen Ausgleich der sozialistischen
Idee verband.

Hat uns mal stark gemacht. z.Zt. habe ich eher das Gefühl einer Blockade (ohne damit sagen zu wollen, dass mir die Zustände in USA sehr gefallen, denn die stellen wieder mal das andere Extrem dar).

Jetzt die soziale Marktwirtschaft zu Gunsten der freien zu
demontieren, kann nur im Intesse einer bestimmten Gruppe und
zu Lasten einer bestimmten anderen Gruppe gehen.

Ich glaube, dass das Heer der Arbeitslosen es anders sehen würde, insbesondere die über 50-jährigen, die mit Hinweis auf die beinahe-Unkündbarkeit kaum noch eingestellt werden.

Was das aus
der Erfahrung der Geschichte bedeutet kann jeder vernünftige
Mensch voraussehen - ein friedliches Zusammenleben in einer
solidarischen Gesellschaft ergibt sich daraus keinesfalls.

Ich habe das Gefühl, für Dich gibt es nur schwarz und weiss. Wie wäre es mit einem schönen Grauton ?

Zum Abschluss noch ein Blick auf die Kosten je Arbeitsstunde in der Industrie (klassischer Bandarbeiter):

Deutschland: 30 Euro / Stunde
Österreich, Frankreich, England, Belgien, Spanien, Italien:
15 - 20 Euro

Ich glaube kaum, dass in diesen Staaten die Armut sehr hoch ist, bekomme jedoch von unseren Kunden immer die extrem hohen Fertigungskosten in Deutschland um die Ohren gehauen. Du darst gerne raten, in welchem Land mein AG zur Zeit Mitarbeiter einstellt (übrigens auch noch bei verbesserter Qualität…)

Grüsse

Sven

Hallo!

Ich sage ja nicht, dass das alles falsch ist, was du schreibst. Ich hab es nur etwas für vereinfacht und einseitig gehalten. Ich sehe sicherlich nicht nur schwarz und weiss, aber mit dem Neoliberalismus kann ich nicht viel anfangen.

Gruß
Tom

Hallo!

Ich verstehe was du meinst und gebe dir weitgehend recht, die Umsetzung in der Praxis dürfte halt etwas schwer sein.

Der Liberalismus geht zB immer von der These aus, dass es
keiner Makroökonomischen Gesamtpolitik bedürfe, jede
Gewerkschaft ist daher ein Kartell - das ist die eine Sicht.

Das ist jetzt aber sehr einseitig dargestellt !

Vielleicht war das nicht klar genug. Ich meine: nimmt man den Liberalismus in seiner reinsten Form, dann wäre eine Vereinbarung der AN untereinander, nur ab einem bestimmten Lohn zu arbeiten praktisch ein Kartell. In der freien Marktwirtschaft wird der Faktor menschliche Arbeit ja wie eine Ware behandelt - das Arbeitsentgelt regelt sich demnach frei nach Angebot und Nachfrage. Führe ich durch die Gewerkschaft, also durch kollektive Verhandlungen in gemeinsamer Absprache, nun einen „künstlich“ hohen Preis für die Arbeit ein, muss das logisch zu Arbeitslosigkeit führen. Mathematisch gesehen ist das innerhalb des Systems bestechend logisch. Die logische Folge ist dann wieder, dass Kollektivverträge (oder Tarifverträge wie ihr sagt) als Ursache für die Arbeitslosigkeit gesehen werden. Das ganze stimmt nur deshalb nicht, weil es falsch ist, den Faktor „menschliche Arbeit“ wie eine Ware zu behandeln.

Der Wirtschaftsliberalismus lehrt, dass sich das Eigenwohl mit dem Gesamtwohl deckt (das ist das eigtl. Geniale an der Marktwirtschaft im Unterschied zur Planwirtschaft) - daher braucht es auch keinen staatl. Eingriff und eine makroökonomische Steuerung.
Erst in der sozialen Marktwirtschaft hat man erkannt, dass dieses Prinzip meistens, aber nicht immer funktioniert und es daher staatl. Eingriffe bedarf.

Gruß
Tom

Hi,

eure Verknüpfung von falsch Parken bis hin zur philosophischen Zerlegung des Neoliberalismus sucht ihres Gleichen. Hatte aber enormen Unterhaltungswert! Schön, wenn man noch Zeit für solche Mentalreminiszenzen hat.

Gruß
Wolfgang

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