Entlassungen bei gleichzeitiger Neueinstellung ?

Hallo,
ich hab da mal 'ne Frage. Darf ein Unternehmen, auch oder gerade deshalb, weil es relativ klein ist, festangestellte Mitarbeiter entlassen um sie dann durch preiswertere freie Mitarbeiter zu ersetzen ?

rewe

Hallo,
ich hab da mal 'ne Frage. Darf ein Unternehmen, auch
oder gerade deshalb, weil es relativ klein ist,
festangestellte Mitarbeiter entlassen um sie dann durch
preiswertere freie Mitarbeiter zu ersetzen ?

Hallo REWE,

leider darf man das. Noch besser ist, Arbeitnehmer entlassen und über Zuschüsse wieder eingestellen. Oder ganz günstig ist einen früheren Arbeitsplatz mit Zuschüssen von Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängenr zu besetzen. Wichtig ist die Umsetzung.

Ein Arbeitsnehmer wird arbeitslos, ein anderer hat einen Arbeitsplatz mit Beihilfen. Als Betroffener ist es zwar nicht schön. Aber in drei bis vier Jahren bist Du auch dran. Dann geht ein anderer wegen Dir und Du wirst eingestellt, weil es dafür Geld gibt. Wir hatten viel Unsinn in der Förderung bis 1998, aber seit rot/grün haben wird der Unsinn zum Staatsakt.

Gruss Günter

Danke, da kommt doch gleich wieder Freude auf.

rewe

Hallo rewe,

Darf ein Unternehmen, auch
oder gerade deshalb, weil es relativ klein ist,
festangestellte Mitarbeiter entlassen um sie dann durch
preiswertere freie Mitarbeiter zu ersetzen ?

ja, darf es. Nur wird hier anscheinend eine Diskussion hinsichtlich des Ausbeutertums der Unternehmerschaft begonnen.

Da wage ich einzuwerfen, dass gerade für kleine Unternehmen freie Mitarbeiter häufig überlebensnotwendig sind, um überhaupt auf dem Markt einigermaßen über die Runden zu kommen. Festangestellte Mitarbeiter haben nämlich leider den „Nachteil“, dass sie auch bei Auftragsmangel ihr Gehalt sehen wollen, was gerade für kleine Unternehmen sehr schnell zu einem akutem Überlebensproblem werden kann (Liquidität). Und dann kann es natürlich dazu kommen, dass der in einer guten wirtschaftlichen Situation festeingestellte Mitarbeiter zum Killer des Unternehmens zu werden droht und entlassen werden muss!
Aber wenn Du als Unternehmer nach ein/zwei Monaten wieder einen Auftrag im weiterhin schwierigem Umfeld bekommst, würdest Du dann sofort wieder jemanden einstellen? Wohl kaum!

Also bitte hier keine Klassenkampfdiskussion, auch ein Unternehmer hat meist lieber festangestellte Mitarbeiter, auf die er sich verlassen kann als Mietkräfte, aber manchmal hilft der frommste Wunsch nicht weiter, wenns ums überleben geht!

Grüße
Jürgen

Hallo Juergen,

Darf ein Unternehmen, auch
oder gerade deshalb, weil es relativ klein ist,
festangestellte Mitarbeiter entlassen um sie dann durch
preiswertere freie Mitarbeiter zu ersetzen ?

ja, darf es. Nur wird hier anscheinend eine Diskussion
hinsichtlich des Ausbeutertums der Unternehmerschaft begonnen.

Dass es Arbeitgeber gibt, die nach den von Dir dargelegten Gesichtspunkten handeln, sogar handeln müssen, ist klar. Nun hat aber nicht nur der kleine Unternehmer diese Möglichkeit sondern eher wird die - Praxis der Entlassung und Einstellung eines Arbeitnehmers der gefördert wird - in größeren Unternehmen durchgeführt. Und diese bezuschussten Arbeitnehmer werden dann meist dann entlassen, angeblich weil die Auftragslage sinkt, wenn der Zuschuss kürzer wird oder endet. Danach wird sofort wieder neues Personal über die Arbeitsverwaltung angefordert und das Spiel mit dem Schicksal Arbeitsloser beginnt durch diese skrupellosen Arbeitgeber neu, weil sich wieder jemand findet, der Zuschüsse verteilt.

Eine andere Variante war in der Vergangenheit der öffentliche Dienst in den Kommunen und Landkreisen. Dort wurde dann im Folgejahr von Kosteneinsparungen im Personalwesen gesprochen. Verschwiegen wurde, dass der Personalstand sogar sich erhöht hat, aber alle Einstellungen mit bis zu 90 % Lohnkostenübernahmen erfolgten. Und auch hier hat das System funktioniert. Nach einem Jahr fiel der Arbeitsplatz weg. Dann wurde ein anderer Arbeitsplatz geschaffen und wieder wurde ein Arbeitsloser für ein Jahr missbraucht.

Es geht hier also nicht um Klassenkampf, da bin ich weit, weit weg. Als Referent bei Arbeitslosenkursen habe ich durchaus erlebt, wie ab einer gewissen Betriebsgröße Arbeitgeber mit Arbeitslosen umgehen und wie mit Zuschussgeldern umgegangen wird, obwohl erkennbar viele Arbeitgeber sich nur mit Dauerzuschüssen versuchen durchzuschleichen, aber nie einen Arbeitsplatz schaffen.

Da wage ich einzuwerfen, dass gerade für kleine Unternehmen
freie Mitarbeiter häufig überlebensnotwendig sind, um
überhaupt auf dem Markt einigermaßen über die Runden zu
kommen. Festangestellte Mitarbeiter haben nämlich leider den
„Nachteil“, dass sie auch bei Auftragsmangel ihr Gehalt sehen
wollen, was gerade für kleine Unternehmen sehr schnell zu
einem akutem Überlebensproblem werden kann (Liquidität). Und
dann kann es natürlich dazu kommen, dass der in einer guten
wirtschaftlichen Situation festeingestellte Mitarbeiter zum
Killer des Unternehmens zu werden droht und entlassen werden
muss!

Ich habe Deine HP gesehen. Aus dieser Sicht kann ich Deiner obige Auffassung wirklich nicht nachvollziehen. In einem gebe ich Dir recht. Die Liquidität vieler kleiner Unternehmen ist zu gering. Erstaunlich ist in vielen Bereichen aber auch, dass sich die Eigentümer recht großzügig aus dem Unternehmen bedienen, und offenbar nur wenn es schiefgeht der Arbeitnehmer schuld ist.

Aber wenn Du als Unternehmer nach ein/zwei Monaten wieder
einen Auftrag im weiterhin schwierigem Umfeld bekommst,
würdest Du dann sofort wieder jemanden einstellen? Wohl kaum!

Also bitte hier keine Klassenkampfdiskussion, auch ein
Unternehmer hat meist lieber festangestellte Mitarbeiter, auf
die er sich verlassen kann als Mietkräfte, aber manchmal hilft
der frommste Wunsch nicht weiter, wenns ums überleben geht!

GRuss Günter

Hallo Jürgen,

Festangestellte Mitarbeiter haben nämlich leider den
„Nachteil“, dass sie auch bei Auftragsmangel ihr Gehalt sehen
wollen, was gerade für kleine Unternehmen sehr schnell zu
einem akutem Überlebensproblem werden kann (Liquidität).

dazu noch zwei Dinge. 1. Es ist seit kurzen möglich, Zeitarbeitskräfte 2 Jahre am Stück zu beschäftigen, ohne daß man sie fest übernehmen muß. 2. Die Gewerkschaften erweisen ihren Mitgliedern einen Bärdendienst, wenn sie Flexibilisierungen bei Arbeitszeiten und Gehältern verhindern und damit riskieren, daß ihre Mitglieder vor die Tür gesetzt werden.

Spaß macht das Umstellen auf Zeitarbeiter den Unternehmen auch nicht, wie Du zu recht schriebst, leider gibt es für kleine und mittelständische Unternehmen oft keine andere Möglichkeit, auf Beschäftigungsschwankungen zu reagieren.

Gruß
Christian

24-Monatsfrist Job-aktiv-Gesetz
Hallo Christian

dazu noch zwei Dinge. 1. Es ist seit kurzen möglich,
Zeitarbeitskräfte 2 Jahre am Stück zu beschäftigen, ohne daß
man sie fest übernehmen muß.

Das ist zwar richtig, allerdings müssen sie nach Ablauf der ersten 12 Monate so bezahlt werden, wie ein festangestellter Mitarbeiter - wenn man dann noch draufrechnet, was der Verleiher verdienen möchte, wird das kein Arbeitgeber ernsthaft in Erwägung ziehen!

  1. Die Gewerkschaften erweisen
    ihren Mitgliedern einen Bärdendienst, wenn sie
    Flexibilisierungen bei Arbeitszeiten und Gehältern verhindern
    und damit riskieren, daß ihre Mitglieder vor die Tür gesetzt
    werden.

Schön, dass es noch andere Kritiker von Gewerkschaften gibt!

Grüße
Guido

Hallo Guido,

Das ist zwar richtig, allerdings müssen sie nach Ablauf der
ersten 12 Monate so bezahlt werden, wie ein festangestellter
Mitarbeiter - wenn man dann noch draufrechnet, was der
Verleiher verdienen möchte, wird das kein Arbeitgeber
ernsthaft in Erwägung ziehen!

anscheindend doch. In irgendeiner Hinsicht scheint das Konzept wohl zu funktionieren. Wenn nicht, wären mindestens 3 meiner Kunden völliger Idioten und das mag ich nicht glauben.

Schön, dass es noch andere Kritiker von Gewerkschaften gibt!

Tja, einige gibt es wohl noch. Aber man könnte die Menge als nicht hinreichend bezeichnen.

Gruß
Christian

Hallo Günter,

Ich habe Deine HP gesehen. Aus dieser Sicht kann ich Deiner
obige Auffassung wirklich nicht nachvollziehen. In einem gebe
ich Dir recht. Die Liquidität vieler kleiner Unternehmen ist
zu gering. Erstaunlich ist in vielen Bereichen aber auch, dass
sich die Eigentümer recht großzügig aus dem Unternehmen
bedienen, und offenbar nur wenn es schiefgeht der Arbeitnehmer
schuld ist.

das mußt Du mir jetzt erklären, warum Du aus Sicht meiner HP meine Auffassung nicht nachvollziehen kannst. Ich agiere in einem Umfeld, bei dem bei meiner Betriebsgröße ein Angebot Vollauslastung oder Nullauslastung bedeuten kann. Manche Aufträge könnte ich gar nicht annehmen, wenn ich nicht flexibel auf freie Kapazitäten des Marktes zurückgreifen könnte wie auch ich anderen Dienstleistern bei Unterkapazität meine Mitarbeiter zur Verfügung stelle. Und diese Flexibilität ist die einzige Überlebenschance meines Unternehmens.

Toll ist auch Deine Aussage, dass die Liquidität kleiner Unternehmen zu gering ist. Kleine Unternehmen haben halt häufig den Fall, dass sie wie gesagt „binär“ auf den Markt reagieren. Wieviel Liquidität soll ich Deiner Meinung nach vorhalten (und woher nehmen, wenn nicht stehlen)? Es kann durchaus passieren, dass tatsächlich 1-2 Monate der Markt schlicht dicht ist (Urlaubszeit:frowning: u.ä.) Wenn ich dann noch die übliche Zahlungsmoral meiner Kunden einrechne (kann schon mal 90 Tage sein), dann kannst Du Dir leicht ausrechnen, was mich als persönlich haftenden Unternehmer jeder meiner festen Angestellten kostet! Das kannst Du ab einem bestimmten Zeitpunkt schlicht und ergreifend nicht mehr abfangen!

Und zum Thema Entnahme aus der Fa. Ich persönlich stehe zu meiner Fa. und werde alles dransetzen, dass die Fa. überlebt. Nur sage ich auch eins: Ich habe mit diesem Unternehmen ein horrendes, für die meisten Angestellten nicht nachvollziehbares persönliches Risiko übernommen, indem ich 4 Arbeitsplätze geschaffen habe. Und selbstverständlich werde ich alles daransetzen, dass ich irgendwann mal richtig gut damit verdiene. Und wenn dann irgendjemand wir Du kommt und mir daraus einen Strick dreht (auch wenn ich bei der nächsten Rezession vielleicht Mitarbeiter entlassen muss), dann werde ich stinksauer! Denn das ist genau die Neideinstellung, die Deutschland absolut nicht braucht.

Grüße
Jürgen

hmm
Hi Christian

anscheindend doch. In irgendeiner Hinsicht scheint das Konzept
wohl zu funktionieren. Wenn nicht, wären mindestens 3 meiner
Kunden völliger Idioten und das mag ich nicht glauben.

Ich mag nicht über Deine Kunden urteilen, jedoch würde ich (und so ziemlich jeder andere Personalmensch, den ich kenne) den Zeitarbeitskräften dann lieber einen befristeten Vertrag anbieten oder die Personen austauschen (ja, ich bin ein rücksichtsloses Wesen, dass Arbeitskräfte einfach so ausnutzt)!

Tja, einige gibt es wohl noch. Aber man könnte die Menge als
nicht hinreichend bezeichnen.

ICh halte einen großen Teil der Verdienste unserer Gewerkschaften für richtig klasse! Solange die Wirtschaft boomt (und das tat sie ja mehr oder minder bis zur Mitte der 80er), kann man auch eine Menge des Erreichten vertreten!
Aber wenn sich ein Gewerkschaftler hinstellt und sagt, dass durch mehr Teilzeit automatisch mehr Jobs entstehen, stehen mir die Haare zu Berge! Wenn ich aus einem Vollzeitjob zwei Halbe mache, habe ich rein mathematisch zwei mal 50% - also auch EINEN Job…
Aber solange die Regierungen den Forderungen von Gewerkschaften mit sinnlosen Gesetzen entgegenkommt, reicht es eigentlich nicht, auf die Gewerkschaften zu schimpfen! Aber das nur allgemein - da spreche ich wohl den Falschen an.

Grüße
Guido

Hallo Guido,

Ich mag nicht über Deine Kunden urteilen, jedoch würde ich
(und so ziemlich jeder andere Personalmensch, den ich kenne)
den Zeitarbeitskräften dann lieber einen befristeten Vertrag
anbieten oder die Personen austauschen (ja, ich bin ein
rücksichtsloses Wesen, dass Arbeitskräfte einfach so
ausnutzt)!

warum? Solange ich einen Auftrag habe, auf den ich den Mitarbeiter gewinnbringend abrechnen kann, werde ich ihn schön behalten, da ich ihn kenne, er meine Aufgabe kennt und ich ihn dehalb nicht neu anlernen muss (was meist deutlich mehr kostet, als das bisserl Geld mehr an ihn)

Nichts desto trotz kann ich ihn im Zweifelsfall innerhalb weniger Tage vor die Tür setzen (was ich im Befristungsfall nicht könnte).

Es geht nicht immer darum die direkt billigste Lösung zu finden, sondern die gesamtheitlich preiswerteste!

Grüße
Jürgen

Befristung
Hallo Jürgen

warum? Solange ich einen Auftrag habe, auf den ich den
Mitarbeiter gewinnbringend abrechnen kann, werde ich ihn schön
behalten, da ich ihn kenne, er meine Aufgabe kennt und ich ihn
dehalb nicht neu anlernen muss (was meist deutlich mehr
kostet, als das bisserl Geld mehr an ihn)

OK - die Einarbeitungskostenfrage akzeptiere ich.

Nichts desto trotz kann ich ihn im Zweifelsfall innerhalb
weniger Tage vor die Tür setzen (was ich im Befristungsfall
nicht könnte).

Naja - hier kommt es doch darauf an, was im Vertrag steht! Wenn ich eine Zweckbefristung als Grund einbaue, dann endet das Arbeitsverhältnis mit erreichen des Zwecks (Erfüllung der Aufträge). Was die ordentliche Kündigung betrifft, hast Du allerdings auch hier Recht!

Es geht nicht immer darum die direkt billigste Lösung zu
finden, sondern die gesamtheitlich preiswerteste!

OK - vielleicht denke ich hier noch ein wenig eindimensional! Bislang hatte ich „nur“ mit gewerblichen Leihkräften zu tun (ohne den Begriff „gewerblich“ jetzt als primitiv hinstellen zu wollen), die meist Hilfsarbeiten oder leichte Handwerkstätigkeiten ausüben sollten. Die waren sehr schnell austauschbar und innerhalb von zwei Tagen weitestgehend eingearbeitet.

Grüße
Guido

Selbständigkeit…
Hi Jürgen!

Ich bewundere in der momentanen Situation jeden, der sich selbständig macht und dabei auch noch Arbeitsplätze schafft!

Als ich im letzte Jahr arbeitslos wurde, habe ich auch über die Möglichkeit der Selbständigkeit nachgedacht und den Gedanken schnell wieder begraben! Ich zog es vor, noch eine gewisse Zeit der vergeblichen Arbeitssuche in Kauf zu nehmen, um einen Job als Angestellter zu bekommen (was dann zum Glück auch nur sieben Wochen dauerte).

Ich kann mich an die Frage eines VWL-Dozenten wöhrend meiner Ausbildung zum Personalfachkaufmann erinnern. Er fragte in die Klasse: Wer von Ihnen plant denn, sich selbständig zu machen? Von 20 Anwesenden meldete sich KEINER! Da jeder von uns wusste, welche Hürden unser Gesetzgeber einem Arbeitgeber mit dem geltenden Arbeitsrecht vorsetzt, war das Risiko irgendwie allen zu groß.

Das wollte ich nur mal so in den Raum werfen.

Grüße
Guido

Hallo Juergen,

Ich habe Deine HP gesehen. Aus dieser Sicht kann ich Deiner
obige Auffassung wirklich nicht nachvollziehen. In einem gebe
ich Dir recht. Die Liquidität vieler kleiner Unternehmen ist
zu gering. Erstaunlich ist in vielen Bereichen aber auch, dass
sich die Eigentümer recht großzügig aus dem Unternehmen
bedienen, und offenbar nur wenn es schiefgeht der Arbeitnehmer
schuld ist.

Du setzt für Dich und Deinen Bereich Voraussetzungen an, die in kleineren mittelständischen Unternehmen ab 20 - 300 Mitarbeiter in vielen Fällen nicht anzutreffen sind. Ich hatte nun das Glück oder Pech, mich mit Konkursen in mitelständischen Unternehmen befassen zu müssen.

das mußt Du mir jetzt erklären, warum Du aus Sicht meiner HP
meine Auffassung nicht nachvollziehen kannst. Ich agiere in
einem Umfeld, bei dem bei meiner Betriebsgröße ein Angebot
Vollauslastung oder Nullauslastung bedeuten kann. Manche
Aufträge könnte ich gar nicht annehmen, wenn ich nicht
flexibel auf freie Kapazitäten des Marktes zurückgreifen
könnte wie auch ich anderen Dienstleistern bei Unterkapazität
meine Mitarbeiter zur Verfügung stelle. Und diese Flexibilität
ist die einzige Überlebenschance meines Unternehmens.

Wir sind wohl beide in der Lage die Situation im Dienstleistungsbereich wie in Deinem Unternehmen und in einem mittelständischen Unternehmen z.B. Metallverabeitung zu unterscheiden. Du wirst mir wohl recht geben, dass hier Welten liegen.

Toll ist auch Deine Aussage, dass die Liquidität kleiner
Unternehmen zu gering ist. Kleine Unternehmen haben halt
häufig den Fall, dass sie wie gesagt „binär“ auf den Markt
reagieren. Wieviel Liquidität soll ich Deiner Meinung nach
vorhalten (und woher nehmen, wenn nicht stehlen)? Es kann
durchaus passieren, dass tatsächlich 1-2 Monate der Markt
schlicht dicht ist (Urlaubszeit:frowning: u.ä.) Wenn ich dann noch
die übliche Zahlungsmoral meiner Kunden einrechne (kann schon
mal 90 Tage sein), dann kannst Du Dir leicht ausrechnen, was
mich als persönlich haftenden Unternehmer jeder meiner festen
Angestellten kostet! Das kannst Du ab einem bestimmten
Zeitpunkt schlicht und ergreifend nicht mehr abfangen!

Widerspreche ich doch nicht.

Und zum Thema Entnahme aus der Fa. Ich persönlich stehe zu
meiner Fa. und werde alles dransetzen, dass die Fa. überlebt.
Nur sage ich auch eins: Ich habe mit diesem Unternehmen ein
horrendes, für die meisten Angestellten nicht
nachvollziehbares persönliches Risiko übernommen, indem ich 4
Arbeitsplätze geschaffen habe.

Kein Widerspruch bis hierher.

Und selbstverständlich werde

ich alles daransetzen, dass ich irgendwann mal richtig gut
damit verdiene. Und wenn dann irgendjemand wir Du kommt und
mir daraus einen Strick dreht (auch wenn ich bei der nächsten
Rezession vielleicht Mitarbeiter entlassen muss), dann werde
ich stinksauer!

Weshalb ? Ich habe die hohen Entnahmen angesprochen, dei in vielen mittelständischen Unternehmen dazu führen, dass es auch Liquiditätsprobleme durch dieses Verhalten gibt. Ich weiss also nicht, weshalb dieser Aufschrei kommt. Du weisst sehr genau, dass es diesen Missbrauch gibt. Es gibt genügend Unternehmen, die die gesamte Verwandtschaft in der Verwaltung beschäftigen, völlig überzogene Gehälter zahlen und wenn dann die Auftragslage sich verschlechtert, werden die Arbeiter entlassen. Diese Probleme gibt es und diese Probleme muss man ansprechen dürfen, weil genau solche Unternehmen das System der Entlassungen sehr gut verstehen und das System der Neueinstellungen über den Zuschuss ebenso bis der Zuschuss abgelaufen ist.

Wir haben bei dem Arbeitsamt bei den Schulungen der Arbeitslosen uns erkundigt, ob aus diesem Betrieb Arbeitslose und warum kommen und wenn dann der Wunsch nach Zuschuss-Arbeitslosen bestanden hat, gab es keinen Arbeitslosen, sondern dieser wurde nach Möglichkeit an einen Arbeitgeber vermittelt, wo Aussicht auf Weiterbeschäftigung ohne vorherige Entlassung bestanden hat.

Denn das ist genau die Neideinstellung, die

Deutschland absolut nicht braucht.

Wenn man auf Missstände in der Wirtschaft ist dies immer Neid - Diskussion. Diese Hundt-sche WC-Parolen verfangen bei mir nicht. Die Missstände bestehen, sind darzustellen und jene, die nicht in der Lage sind, richtig zu wirtschaften, haben aus meiner Sucht keinen Anspruch von anderen zu fordern, dass diese einsparen, nur weil sie sich bis zum Risiko des Zusammenbruchs in einem Unternehmen bedienen. Dieser Kreis war mein Punkt, den ich angesprochen habe.

Nimm daher es nicht persönlich. Dass ein Dienstleistungsunternehmen - ich arbeite selbst in dem Bereich - sich noch stärker am Markt orientieren muss, auch größere Möglichkeiten haben muss, zumindest wenn es Ein-Hand-Unternehmen ist (bis 5 Mitarbeiter), in der Anzhal der MItarbeiter flexibel reagieren zu können ist doch unbestritten. Der Missbrauch findet auch eher in Unternehmen zwischen 20 - und 100 Arbeitnehmern statt.

Gruss Günter

Hallo Günter,

Du setzt für Dich und Deinen Bereich Voraussetzungen an, die
in kleineren mittelständischen Unternehmen ab 20 - 300
Mitarbeiter in vielen Fällen nicht anzutreffen sind.

Mag sein, meiner Erfahrung nach in den Unternehmen, in denen ich beratend tätig bin im grunde aber schon.

Wir sind wohl beide in der Lage die Situation im
Dienstleistungsbereich wie in Deinem Unternehmen und in einem
mittelständischen Unternehmen z.B. Metallverabeitung zu
unterscheiden. Du wirst mir wohl recht geben, dass hier Welten
liegen.

Warum? Es gibt Kunden, es gibt Kapazitäten, es gibt (hoffentlich) Aufträge, wo ist der Unterschied?

Weshalb ? Ich habe die hohen Entnahmen angesprochen, dei in
vielen mittelständischen Unternehmen dazu führen, dass es auch
Liquiditätsprobleme durch dieses Verhalten gibt. Ich weiss
also nicht, weshalb dieser Aufschrei kommt. Du weisst sehr
genau, dass es diesen Missbrauch gibt. Es gibt genügend
Unternehmen, die die gesamte Verwandtschaft in der Verwaltung
beschäftigen, völlig überzogene Gehälter zahlen und wenn dann
die Auftragslage sich verschlechtert, werden die Arbeiter
entlassen. Diese Probleme gibt es und diese Probleme muss man
ansprechen dürfen, weil genau solche Unternehmen das System
der Entlassungen sehr gut verstehen und das System der
Neueinstellungen über den Zuschuss ebenso bis der Zuschuss
abgelaufen ist.

Schlechte Unternehmer gibts immer, Betrüger gibts auch immer, nur die Mehrheit der Unternehmen wirtschaftet IMHO vernünftig, muss aber trotzdem dann und wann entlassen. Das ist nicht schön, aber so ist das Leben. Nichts desto trotz darf ich mir als Unternehmer einen Unternehmerlohn auszahlen, der über dem eines höheren Angestellten ist, ohne mich rechtfertigen zu müssen, warum ich dieses Geld „verdiene“ und trotzdem Leute entlasse (was ich hoffentlich niemals tue)!

Denn das ist genau die Neideinstellung, die

Deutschland absolut nicht braucht.

Wenn man auf Missstände in der Wirtschaft ist dies immer Neid

  • Diskussion. Diese Hundt-sche WC-Parolen verfangen bei mir
    nicht. Die Missstände bestehen, sind darzustellen und jene,
    die nicht in der Lage sind, richtig zu wirtschaften, haben aus
    meiner Sucht keinen Anspruch von anderen zu fordern, dass
    diese einsparen, nur weil sie sich bis zum Risiko des
    Zusammenbruchs in einem Unternehmen bedienen. Dieser Kreis war
    mein Punkt, den ich angesprochen habe.

ACK, nur war die Frage, ob man Mitarbeiter entlassen kann und direkt darauf freie Mitarbeiter „einstellen“ darf. Dies ist ein sehr probates Mittel der Flexibilitätserhöhung und der Steigerung der Überlebensfähigkeit (unter Inkaufnahme von z.T. höheren Kosten!) und a priori nicht falsch oder ungerecht o.ä. Und das wollte ich klarmachen.

Ich nehms nicht persönlich, da ich bisher weder entlassen habe noch unvernünftige Gewinne mache:smile:

Grüße
Jürgen