Wie gegen 'schlechten' Rechtsanwalt vorgehen?
Von: , Frage gestellt am Mo, 31. Jan 2000
Kurz:
Bin in einer etwas komplizierten Rechtssituation vom eigenen Anwalt "falsch beraten" worden.
Zunächst sagte er mir zu er kümmere sich um die Rechtsschutzversicherung ("Ich mache das schon!"), dann protzte er wie toll er doch ist, faselte irgendwas von "Rechtslage ganz eindeutig" und "Ende-Aus-Nikolaus",also war sich seiner sehr sicher und dann passierte folgendes:
Er fing an mich trotz der offensichtlichen Rechtslage einzuschüchtern, drohte mit hohen Schadensersatzansprüchen der Gegenseite (die juristisch nicht tragbar sind), drohte damit, daß die Gegenseite auch offensichtlich falsche Aussagen vor Gericht "plausibel" machen könnte, da die Amtsrichter "amtsmüde" seien und alles "schnell vom Tisch" haben wollen und tat alles was in seiner "Macht" war, um mich von meinen berechtigten Forderungen abzubringen.
Er hatte gute 2Wochen nach seiner Konsultation immer noch keine Fakten geschaffen und war noch nicht einmal in der Lage, die Deckungszusage der Versicherung zu bewirken. Das Fax, das er angeblich am 11.01. an die Versicherung geschickt hat, ist dort "nicht eingetroffen" und als Krönung antwortete er im Gespräch vor 3 Zeugen: "HAHAHA, ich bekomme mein Geld immer! Entweder von der Rechtsschutz oder von Ihnen!"
(Eine UNART!!!)
Einen Tag nach diesem unerfreulichen Gespräch, indem er mich als "noch grün hinter den Ohren" und "blauäugig" bezeichnet hat, weil er sich nicht im geringsten in meine Argumentation hineindenken wollte oder konnte, entzogen wir ihm (endlich!) das Mandat.
Schon einen Tag später bekamen wir eine absolut unverschämte Rechnung von mehreren Tsd.DM!
Resultat: Er hat keine Fakten geschaffen, hat die Aussagen der Gegenpartei ohne Prüfung als gegeben angenommen und selber damit GEGEN uns argumentiert, hat wichtige notwendige Schritte nicht veranlaßt, so daß wir in eine schlechtere Position gekommen sind,etc...
Er hat nahezu alles falsch gemacht.
Ich habe dafür nur 3 plausible Erklärungen, von denen mir die letzte "als wahrscheinlichste" scheint:
1.Er ist total unfähig. (Dann hätte er das Mandat nicht annehmen dürfen oder uns zumindest nach der Erkenntnis, daß er der Sache nicht gewachsen ist, einen anderen RA empfehlen müssen)
2.Er wurde von der Gegenpartei unter Druck gesetzt. (Dann dürfte er sich aber auch nicht so verhalten)
3.Er hat Parteibetrug begangen und hat für die Interessen der Gegenseite "gekämpft". (schwer zu beweisen)
Frage:
Was kann ich tun?
(Bin bereit wirklich ALLE (rechtmäßigen) Möglichkeiten in vollem Umfang auszuschöpfen, da ein solcher Rechtsanwalt in meinen Augen den gesamten Berufsstand in den Dreck zieht und ich ferner der absoluten Meinung bin, daß andere Mitmenschen davor geschützt werden sollten!)
Vielen Dank für Eure Zeit!
Jan
