Hallo Cypher,
es kommt erst einmal auf den Grad der Öffentlichkeit an, sowie darauf, was Dein Bruder unter "authentisch" bei der Darstellung von Deutschland zu Hitlerzeit versteht. Gehen wir mal von ausgeprägter Öffentlichkeit des Vorhabens aus.
Es ist bereits gesagt worden, daß die Verwendung des Hakenkreuzes zu Zwecken der Dokumentation und der Karrikierung in öffentlichen Medien erlaubt ist. Verboten aber ist die Verwendung des Hakenkreuzes aber in reißerischer oder verherrlichender Weise, und da nützt auch die graphische Abwandlung des Symbols wenig.
Schwierig ist die Abgrenzung zwischen "authentisch" und "verherrlichend". Da gibt es keine offiziellen Regeln, wohl aber Einzelentscheidungen der Staatsanwälte, die aber keine Vorab-Auskünfte geben, weil deren Tätigkeit mit der Klageerhebung erst beginnt. Wer ab und an fernsieht, kann jedoch folgende Regeln ableiten, mit denen man bestimmt auf der sicheren Seite ist:
1. Hakenkreuze nur jeweils kurz zeigen, andere zeitgenössische Symbole möglichst vermeiden.
2. Alles mit dunkler, dämonisierender Musik unterlegen außer jüdisches - dafür muß man Kletschmer nehmen.
3. Nazis und Deutsche unter der Naziherrschaft niemals als glücklich, anständig, gütig, mutig usw. darstellen - all das nur im Widerstand. Auch bei der Darstellung von Normalität das Hakenkreuz möglichst meiden.
4. Keine zu enge Themenwahl, von den bekannten Themen (Schreckensherrschaft, Holocaust, verbrecherischer Krieg gegen friedliche Nachbarn, Befreiung des Volks durch die Alliierten) eines in den Vordergrund stellen und die anderen zumindest kurz erwähnen.
Gruß,
Wolfgang Berger