Mein Bruder möchte für ein Schulprojekt einen Film über Deutschland zur Zeit des Nationasozialismus drehen. Hierbei möchte er auch Hakenkreuze im Bild zeigen. Ich denke dies ist keine allzugute Idee, die Verwendung des Hakenkreuzes ist doch generell verboten, oder nicht?
Seine und meine Frage: Kann er abgewandelte Symbole verwenden, die zumindest erahnen lassen worum es geht? Z.B. rote Arminden mit schwarzem (normalen) Kreuz auf weissem Grund, oder geht das auch schon zu weit?
Er möchte es halt relativ „authentisch“ wirken lassen…
es kommt erst einmal auf den Grad der Öffentlichkeit an, sowie darauf, was Dein Bruder unter „authentisch“ bei der Darstellung von Deutschland zu Hitlerzeit versteht. Gehen wir mal von ausgeprägter Öffentlichkeit des Vorhabens aus.
Es ist bereits gesagt worden, daß die Verwendung des Hakenkreuzes zu Zwecken der Dokumentation und der Karrikierung in öffentlichen Medien erlaubt ist. Verboten aber ist die Verwendung des Hakenkreuzes aber in reißerischer oder verherrlichender Weise, und da nützt auch die graphische Abwandlung des Symbols wenig.
Schwierig ist die Abgrenzung zwischen „authentisch“ und „verherrlichend“. Da gibt es keine offiziellen Regeln, wohl aber Einzelentscheidungen der Staatsanwälte, die aber keine Vorab-Auskünfte geben, weil deren Tätigkeit mit der Klageerhebung erst beginnt. Wer ab und an fernsieht, kann jedoch folgende Regeln ableiten, mit denen man bestimmt auf der sicheren Seite ist:
Hakenkreuze nur jeweils kurz zeigen, andere zeitgenössische Symbole möglichst vermeiden.
Alles mit dunkler, dämonisierender Musik unterlegen außer jüdisches - dafür muß man Kletschmer nehmen.
Nazis und Deutsche unter der Naziherrschaft niemals als glücklich, anständig, gütig, mutig usw. darstellen - all das nur im Widerstand. Auch bei der Darstellung von Normalität das Hakenkreuz möglichst meiden.
Keine zu enge Themenwahl, von den bekannten Themen (Schreckensherrschaft, Holocaust, verbrecherischer Krieg gegen friedliche Nachbarn, Befreiung des Volks durch die Alliierten) eines in den Vordergrund stellen und die anderen zumindest kurz erwähnen.
ohne mich weiter mit der Materie auszukennen, fällt mir dazu ein:
Da es ein Schulprojekt ist, wird es einen Lehrer geben unter dessen Federführung das Ganze läuft. Damit trägt er auch die Verantwortung für so ein Projekt. Der Lehrer sollte also mit eingebunden sein, bzw. dann einen Lehrer fragen, der mit solchen Fragen schon Kontakt hatte. Prädestiniert sind (denke ich) Geschichte, Soziologie usw., dort im Unterricht wird es ja auch einmal die Darstellung von solchen Symbolen gibt.
Vorsichtshalber würde ich noch einen Schritt weiter gehen und unter jedes zeitgenössische Symbol eine Schrift einblenden, die darauf verweit, dass die Darstellung des Symboles aus Gründen der Authentizität leider unumgänglich ist.
Sagt mal, gehts noch ?
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Vorsichtshalber würde ich noch einen Schritt weiter gehen und
unter jedes zeitgenössische Symbol eine Schrift einblenden,
die darauf verweit, dass die Darstellung des Symboles aus
Gründen der Authentizität leider unumgänglich ist.
So etwas habe ich noch nie gesehen. Glaubst Du, daß eine Verschärfung der Rechtspraxis kommt, auf die man vorauseilend so reagieren soll?