Vorgehensweise Krankenkassen(lang/sorry)

Von: , Frage gestellt am Mo, 20. Jan 2003

Hallo Leute,


Folgendes ist mir passiert, wär toll, wenn jemand seinen Senf dazu geben könnte:
Anfang Dez. erkrankten mein Mann und mein Sohn derart heftig, dass sie zuhause das Bett hüten mussten.
Da ich den ganzen Tag berufstätig bin und für besagtes Jahr keinen Urlaub mehr hatte, wollte ich mir 7 Tage der „Freistellung bei Erkrankung der Kinder“
Nehmen, die einer berufstätigen Mutter normalerweise zustehen (10 Tage)
Was aber für uns nicht so einfach war, denn mein Mann ist noch Student. Dann gilt das angeblich für mich nicht so ohne weiteres.
Wer studiert hat Zeit zu haben, wenn der Nachwuchs krank ist. Tja, was aber, wenn der Studierende, selbst erkrankt ist??
Zu diesem Zweck rief ich bei der Krankenkasse an um mich beraten zu lassen.Wenn ich von Kind und Mann jeweils ein Attest beibringen würde, (beim Mann sollte ausdrücklich auf die krankheitsbedingte Aufsichtsunfähigkeit hingewiesen werden)wäre das ok. Ich frage mehrmals während dieses Telefonats, ob ich mich auch darauf verlassen könne, dass mit den beiden Attests dann alles glatt gehen würde, und habe mir den Namen der Dame und Datum des Telefonats aufgeschrieben.
Also habe ich alle eingepackt zum Arzt geschleppt und die Atteste ausstellen lassen.
Atteste anschließend direkt zur Post gebracht. Das war am 09.12.02
Wochenlang passierte gar nichts. Dann, am 06.01. kam ein Schrieb auf den 30.12. datiert, in dem es hieß, dass mein Antrag eingegangen sei aber noch Erhebungen im Gange wären. Man würde unaufgefordert auf mich zurückkommen...
Also rief ich am nächsten Tag an, um zu erfragen, was ich unter diesem merkwürdigen Satz zu verstehen hätte.
Die Vertretung meiner Sachbearbeiterin (Diese war selbst noch im Urlaub) meinte, da bräuchte ich mir keine Sorgen zu machen, das hieße nur, dass man beim Arbeitgeber meine Gehaltsliste anfordere, damit man wüsste, was man mir überweisen soll.
Bis zum 14.01 geschah wieder nichts. Keine Rückmeldung kein Geld.
Am 14.01 rief mein Mann dann noch mal bei der Sachbearbeiterin an und fragte, warum immer noch kein Geld auf dem Konto eingegangen wäre.
Er bekam als Antwort, dass das Attest vom Arzt nicht ausreichend detailliert geschrieben sei, die aufgeführten Informationen wären unzureichend. Man hätte deshalb am 30.12.02! ein Fax an den Hausarzt geschickt mit der Bitte um Bearbeitung. Man müsste schon genau wissen, ob die Erkrankung wirklich so schlimm war, dass ein Student der krank ist nicht auf ein Kind aufpassen kann.
Auf die Frage, warum man es dann nicht für nötig hielt uns zu informieren, nur Schulterzucken und ausweichende Antworten...man müsse eben ein Attest prüfen.
Man hätte aber das Fax des Arztes mit kurzer Aussage der Diagnose jetzt an das MDK zur Prüfung geschickt. Wenn dieser beurteilen würde, dass die Erkrankung den Aufenthalt zuhause rechtfertigt, würde die Kasse dann entscheiden, ob sie nun zahlt, oder nicht.
Doch auch diese Angabe (Fax) war der Sachbearbeiterin zu ungenau.
Ich fragte sie, ob das Attest das ich gebracht habe, nicht schon ein Dokument, sei und eben schon eine Bestätigung meines Arztes. Wenn der doch sagt „da geht nix“, dann sollte das doch ausreichend sein...ich fragte sie auch, ob sie damit die Kompetenz meines Arztes anzweifelte.
Ich berief mich auf das Telefonat am 09.12. mit einer Kollegin von ihr, die mir die Vorgehensweise mit dem Attest erörtert hatte. Doch die konnte sich plötzlich an rein gar nichts mehr erinnern. Erst als ich ihr unser Telefonat ziemlich detailliert schilderte und auch, dass ich mir den Namen notiert hatte, war sie bereit, den Vorfall herauszusuchen.
Aber eine solche Empfehlung für eine solche Verfahrensweise (Attest des mannes bringen) und die Bestätigung, dass das so in Ordnung wäre, hätte sie nie zu mir gesagt! Und das obwohl ich sie mehrfach, gefragt hatte, ob das dann auch wirklich alles klar geht. Nein, sie hätte zu mir so etwas nie gesagt.....*grrr*

Ich fragte die andere Sachbearbeiterin nochmals nach dem bisher eingegangenen Attest, warum das nicht ausreichend sei und ich ja bzw. mein Mann den Arzt ja für detailliertere Ausführungen von der Schweigepflicht erst entbinden müsse. Ihre Antwort darauf war mehr als nicht zufriedenstellend. Mein Mann solle dann eben den Arzt von der Schweigepflicht entbinden...und sie meinte noch:“...ach, wenn wir das bei jedem Antrag machen würden...“?! und sie fragte mich außerdem, ob ich wüsste, wie viele Gefälligkeitsatteste sie den ganzen Tag bekommen würden....das reichte mir dann und ich rief meine Ärztin an und teilte ihr mit, dass der Krankenkasse weder das erste Attest noch die zweite Bestätigung, die als Fax geschickt wurden, ausreichend für eine erstattungsfähige Beurteilung wären....ich teilte der Ärztin auch mit, was die Sachbearbeiterin mir in Sachen Gefälligkeits-Attest andeutete.
Meine Ärztin rief also ziemlich angesäuert bei der Krankenkasse an...nachher rief mich eine angesäuerte Sacharbeiterin zurück und bedankte sich, dass ich unser letztes Telefonat so detailgetreu weitergegeben habe ;-)
Man hat sich letzten Endes darauf geeinigt, noch mal ein Fax mit der Auskunft über den Gesundheitszustandes meines Mannes zu faxen, und das dann so schnell wie möglich vom MDK beurteilen zu lassen.
Zwei Stunden später war die Beurteilung vom MDK wieder bei der Krankenkasse und eine offensichtlich zerknirschte Sachbearbeiterin rief mich zurück mit den Worten „Die Beurteilung vom MDK ist jetzt da und ich zahls dann halt“. Ich bedankte mich noch mal herzlich für ihre Mühe ;-) . Am 24.01. hatte ich dann eine Benachrichtigung in meinem Briefkasten, dass meinem Antrag stattgegeben wurde und mir das Geld überwiesen wird.
Was mache ich denn in so einem Fall, wenn jemand ein wichtiges Telefonat oder Teile daraus einfach leugnet? Jetzt weiß ich’s besser...nächstes Mal lass ich mir die Info schriftlich zusenden (wenn es sich zeitlich regeln lässt)...und wie hat es sich mit der Schweigepflicht bei solchen Attesten? War der Auftritt der KK so überhaupt rechtens, oder sehe ich das falsch?

Gruß und Dank Maja

PS Ich will echt nicht wissen, was dieser ganze Hickhack letztenendes gekostet hat.

4 Antworten zu dieser Frage

  1. Antwort von nach 38 Minuten 1 hilfreich
    Re: Vorgehensweise Krankenkassen(lang/sorry)

    Hallo, Maja,
    Zur Sache selbst kann ich Dir leider nicht raten, nur zu diesem Detail: Was mache ich denn in so einem Fall, wenn jemand ein wichtiges
    Telefonat oder Teile daraus einfach leugnet?
    Bei einem solchen Gespräch mache ich immer folgendes: Ich sage zu meinem Gesprächspartner: "Einen Moment, bitte, Sie haben sicher nichts dagegen, dass ich den Lautsprecher einschalte, damit mein Mann (oder meine Schwiegermutter oder meine Nachbarin) das mithören kann." und dann schalte ich den Lautsprecher ein (egal ob noch jemand im Raum ist). Jeder Sachbearbeiter wird sich zweimal überlegen, eine unüberlegte Auskunft zu geben, wenn er annehmen muß, dass Zeugen mithören. Problematisch wird es nur, wenn es dann zum Stich kommt und Du wirklich den Zeugen auffahren mußt, aber das ist eher unwahrscheinlich.

    Es ixt halt so, dass die Krankenkassen und ihre Sachbearbeiter jetzt versuchen zu sparen, egal, was es kostet.

    Grüße
    Eckard.

    • Antwort von nach 2 Tagen 0 hilfreich
      Re^2: Vorgehensweise Krankenkassen(lang/sorry)

      Hi Eckard,

      danke für den Tipp! Werd ich mir merken :-)

      Grüße Maja

  2. Antwort von nach 39 Minuten 0 hilfreich
    äh....

    ...der letzte Brief lag natürlich letzte Woche Freitag 17.im Briefkasten..sorry.

  3. Antwort von nach einem Tag 1 hilfreich
    Re: Vorgehensweise Krankenkassen(lang/sorry)

    Hallo,
    als Mitarbeiter einer Krankenkasse kann ich nur sagen,
    das ist ja Bürokratie in Reinkultur - bei uns
    gäbe es das nicht - ein Attest vom Hausarzt genügt.
    Der bescheinigt das der Ehegatte aufgrund der eigenen
    Erkrankung nicht in der Lage ist den Haushalt zu führen,
    geschweige denn das Kind (unter 12 Jahren!!!) zu
    betreuen - das genügt - basta.
    Natürlich kann es zu Verzögerungen komnmen, wenn z.B der
    Arbeitgeber sich mit der Gehaltbestätigung Zeit lässt,
    aber dass auf einmal noch der MDK gefragt wird usw. das ist
    ein Unding -
    Egal welche Kassse - das stinkt nach Ablehnung um jeden Preis.
    Mein Rat - dem Geschäftsstellenleiter mit Konsequenzen drohen -
    nein, nicht mit Austritt - mit der Presse !!

    Gruss

    Günter

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