Hallo zusammen,
IMHO zeigt sich hier wieder mal die Unzulänglichkeit des Ebay-Systems.
Der Verkäufer hätte ohne die - unterstellte - Preistreiberei Ware weit unter Wert abgeben müssen - das will er verständlicherweise nicht.
Er könnte den Artikel zu einem höheren Preis einzustellen, aber das ist unattraktiv weil das die Angebotsgebühr in die Höhe treibt.
Was tut er also? Er läßt einen 2. Account oder Bekannte mitbieten.
Quintessenz: Das Ebay-System „zwingt“ Verkäufer zu solchen Maßnahmen. Ich möchte gerne mal wissen wieviel Prozent der Verkäufer ihre Auktionen NICHT auf diese Art und Weise manipulieren. Daß es rechtlich und moralisch verwerflich ist steht auf einem anderen Blatt.
Nun bist Du also der Dumme, weil Du sehr viel mehr Geld für die Ware bezahlt hast als das ohne den Faker der Fall gewesen wäre. Hätte er nicht selber mitgeboten wäre der Verkäufer der Dumme gewesen.
Meiner Meinung nach liegt das Problem im Ebay-System, denn es ist nur darauf ausgerichtet möglichst viel zu versteigern und dabei maximale Gebühren zu kassieren. Man betrachte nur mal die Preise, die Ebay inzwischen verlangt…
Die prozentual am Verkaufserlös ausgerichtete Provision habe ich z. B. noch nie verstanden, denn die Leistung von Ebay ist immer gleich, egal ob da ein millionenschwerer Brilliant oder eine Tüte Gummibärchen verkauft werden. Außerdem sind die Gebühren IMHO viel zu hoch, denn was bietet mir Ebay für das teure Geld, außer einem minimalen Speicherplatz für die Auktionsdaten?
Geht etwas schief fühlt Ebay sich natürlich unschuldig und hält sich raus - sie haben ihr Geld ja verdient. Was dann passiert interessiert Ebay nicht, das sei Sache der beiden Vertragsparteien, sie seien ja nur die Plattform auf der man sich treffe.
Die Ebay-Versicherung ist auch ein Witz: bei geringen Summen eine so hohe Selbstbeteiligung daß viele Kunden auf ihrem Schaden sitzen bleiben, bei hohen Summen zieht die Versicherung auch nicht mehr…
So ärgerlich es ist, aber ich denke hier war wieder mal das klassische Ebay-Problem: Ebay kassiert schnell viel Geld, wie die Kunden beide ein gutes Geschäft machen interessiert nicht. In diesem Fall bist Du der Dumme, ohne Faker wäre es der Verkäufer gewesen. Und gerade weil Ebay an der hohen Verkaufssumme verdient sind sie nicht wirklich daran interessiert daß Du die Ware zu einem geringeren Preis bekommst. Außer vorgefertigten Blabla-Emails, Nutzwert gleich Null, wirst Du von denen keine Unterstützung bekommen.
Selbst wenn sie den Anbieter nun abgemahnt oder gar gesperrt haben: was ist das für eine Konsequenz wenn andererseits überall bekannt ist daß rechtsgültige Verträge geschlossen werden und somit ein Fehlverhalten eines Ebay-Mitglieds zugleich ein Rechtsverstoß ist? Da erwarte ich von einer seriösen Firma normalerweise mehr Engagement als eine dubiose „Abmahnung“, über die sich im Grunde jeder kaputt lacht - man kann sich ja als seine Oma neu anmelden…
Die wenig befriedigende, letztlich aber wohl zutreffende Quintessenz der Geschichte: wer sich auf Geschäfte bei Ebay einläßt sollte um die Tücken des Systems wissen und alle Daten der Auktion, des Verkäufers und der Mitbieter im Auge haben. Biete nicht mehr als Du nachher wirklich ohne Ärger zu zahlen bereit bist.
Du kannst es Scheiße finden über’s Ohr gehauen worden zu sein, aber es fällt am Ende unter das Motto „Lehrgeld“.
Traurig, aber wahr.
MecFleih