Inkasso-Büro ?

Hallo zusammen,

ich könnte mal wieder etwas Hilfe und ein paar Tipps gebrauchen.

Jemand hat bei mir Mietschulden und ich hatte einen „Titel“ per Gericht erwirkt; Macht es dann für mich als Privatperson Sinn mich an ein Inkasso-Büro zu wenden ?
Oder werfe ich da dann nur noch mehr Geld zum Fenster hinaus ?

Hintergrund ist folgender:
Mein damaliger Anwalt sagte mir, daß ich auf Grund des „Titels“ zwar jederzeit einen Gerichtsvollzieher hinschicken könnte, aber wenn er nichts holen kann, würde mich das dann jedes mal 80€ kosten. Wie aber sollich vorher wissen, ob etwas „zu holen“ ist ??? Desshalb dachte ich jetzt daran, die Sache einem Inkasso-Büro zu übergeben.
Ist das eine gute Idee ??

Danke für die Mühe !
Matthias

versuche mal, denen den titel zu ‚verkaufen‘.
dann hast DU die kohle, und DIE ‚kuemmern sich‘ darum.
KANN gut funktionieren.
gruss - digi

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Hallo Matthias,

die Sache mit dem Inkasso-Büro halte ich für keine gute Idee, wenn Du an Dein Geld willst. Wenn der Schuldner nicht zahlt, bleibst Du auf den Kosten des Inkasso-Büros sitzen und die sind i. d. R. deutlich höher als beim Gerichtsvollzieher.

Der Weg über den Gerichtsvollzieher ist schon das geeignete und preiswerteste Mittel, sofern es sich nicht um Bagatellbeträge handelt. Das teurere Inkasso-Büro macht dem klammen Schuldner das Leben unnötig schwer. Dabei nützt es Dir als Gläubiger herzlich wenig, wenn der Schuldner alles zu bezahlen hat. Die Sache mit den Taschen und dem nackten Mann kennst Du ja bestimmt. Das Inkasso-Büro schickt auch niemanden zum Schuldner, während der Gerichtsvollzieher den Leuten auf die Bude rückt.

Mit etwas Geduld kommt man meistens an sein Geld. Zu hastige Leute, die ohne Gefühl mit der Brechstange vorgehen, gefährden ihre titulierte Forderung. Wenn man den Schuldner nämlich in die Insolvenz treibt, sind all die schönen Titel nicht mehr viel wert. In den meisten Fällen gibts dann überhaupt nichts mehr und Du bleibst auf sämtlichen Kosten sitzen. Also keine eV anstreben und schon überhaupt keine Insolvenz.

Laß den Schuldner leben und biete ihm eine Teilzahlung in Raten an, die seinen Möglichkeiten entsprechen. Deine Forderung verjährt erst, wenn Du Dich 30 Jahre lang nicht rührst. Ich würde deshalb schriftlich oder telefonisch Kontakt mit dem Schuldner aufnehmen und ihm die Möglichkeiten aufzeigen. Wenn der Schuldner aber einfach nicht bezahlen will und auch auf kleine Raten nicht eingeht, dann hast Du eh nichts zu verlieren und kannst beim Eintreiben auch seine Insolvenz in Kauf nehmen. Dann allerdings winkt dem Schuldner unter bestimmten Voraussetzungen die Restschuldbefreiung und Deinen Schuldtitel kannst Du nur noch zum Feuer anmachen gebrauchen.

Gruß
Wolfgang

Hallo Matthias,

ich würde mich zuerst mal beim zuständigen Gerichtsvollzieher informieren, ob der Schuldner in der letzten Zeit bereits einen Offenbarungseid geleistet hat. Wenn ja, dann dürfte so schnell nichts mehr zu holen sein. Wenn nein, dann solltest Du Dich beeilen, um schneller als ein anderer zu sein.

Grüsse

Sven

Hallo Matthias,

die Sache mit dem Inkasso-Büro halte ich für keine gute Idee,
wenn Du an Dein Geld willst. Wenn der Schuldner nicht zahlt,
bleibst Du auf den Kosten des Inkasso-Büros sitzen und die
sind i. d. R. deutlich höher als beim Gerichtsvollzieher.

das ist natuerlich richtig, wolfgang.
aber wenn er den betrag braucht, dann KANN das mit dem inkasso
auch gut funktionieren. nicht alle inkassos sind so daemlich,
dem schuldner das wasser abzugraben; auch die verhandeln.

Der Weg über den Gerichtsvollzieher ist schon das geeignete
und preiswerteste Mittel, sofern es sich nicht um
Bagatellbeträge handelt. Das teurere Inkasso-Büro macht dem
klammen Schuldner das Leben unnötig schwer.

…nicht unbedingt…

Dabei nützt es Dir
als Gläubiger herzlich wenig, wenn der Schuldner alles zu
bezahlen hat. Die Sache mit den Taschen und dem nackten Mann
kennst Du ja bestimmt. Das Inkasso-Büro schickt auch niemanden
zum Schuldner, während der Gerichtsvollzieher den Leuten auf
die Bude rückt.
Mit etwas Geduld kommt man meistens an sein Geld. Zu hastige
Leute, die ohne Gefühl mit der Brechstange vorgehen, gefährden
ihre titulierte Forderung.

DAS IST WAHR ! ab und zu sich mal melden -oder melden lassen-
das funktioniert am besten.

Wenn man den Schuldner nämlich in
die Insolvenz treibt, sind all die schönen Titel nicht mehr
viel wert. In den meisten Fällen gibts dann überhaupt nichts
mehr und Du bleibst auf sämtlichen Kosten sitzen. Also keine
eV anstreben und schon überhaupt keine Insolvenz.

sowas machen doch nur banken… :smile:

Laß den Schuldner leben und biete ihm eine Teilzahlung in
Raten an, die seinen Möglichkeiten entsprechen. Deine
Forderung verjährt erst, wenn Du Dich 30 Jahre lang nicht
rührst. Ich würde deshalb schriftlich oder telefonisch Kontakt
mit dem Schuldner aufnehmen und ihm die Möglichkeiten
aufzeigen. Wenn der Schuldner aber einfach nicht bezahlen will
und auch auf kleine Raten nicht eingeht, dann hast Du eh
nichts zu verlieren und kannst beim Eintreiben auch seine
Insolvenz in Kauf nehmen. Dann allerdings winkt dem Schuldner
unter bestimmten Voraussetzungen die Restschuldbefreiung und
Deinen Schuldtitel kannst Du nur noch zum Feuer anmachen
gebrauchen.

Gruß
Wolfgang

du hast von mir (wieder) einen stern angesteckt erhalten…:smile:

gruss - digi aus babenhausen zzt.

Hallo,

dem stimme ich zu. Habe mit Inkassobüros schlechte Erfahrungen gemacht- die haben auch keine anderen Werkzeuge als ein Gerichtsvollzieher, sofern sie mit legalen Mitteln arbeiten.

Kostenlose Auskünfte über vorliegende Eidesstattliche Versicherung des Schuldners erteilt die zuständige Abteilung des für den Wohnsitz des Schuldners zuständige Amtsgericht auf formlosen Antrag hin, u.U. sogar schon am Telefon.

Wichtig: Genaue Daten des Schuldners erfassen ( Geburtsdatum, -Ort, eventuelle frühere Wohnorte, Namenswechsel durch Heirat etc. )

HM

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Mein damaliger Anwalt sagte mir, daß ich auf Grund des
„Titels“ zwar jederzeit einen Gerichtsvollzieher hinschicken
könnte, aber wenn er nichts holen kann, würde mich das dann
jedes mal 80€ kosten. Wie aber sollich vorher wissen, ob etwas
„zu holen“ ist ??? Desshalb dachte ich jetzt daran, die Sache
einem Inkasso-Büro zu übergeben.

Das Inkasso-Büro wird die 80€ von Dir auch kassieren. Dazu kommen dann noch die Kosten, für das Inkasso-Büro. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass diese Anbieter wohl nur den Fall erstmal verwalten (Zitat: „Wir haben zu Ihrem Fall eine Akte angelegt“). Schlimmstenfalls bleibt das ganze erst mal liegen (wie ich selbst erlebt habe) und die Leute versuchen erst Geld einzutreiben, wenn der Schuldner schon längst Konkurs angemeldet hat.

Daher würde ich an Deiner Stelle möglichst schnell und direkt handeln. Je eher der Gerichtsvollzieher loszieht, desto größer sind die Chancen, dass noch was zu holen ist.

Den Titel solltest Du auch im Fall des Mißerfolgs einfach aufheben und dann in 10-20 Jahren einfach nochmal Vollstrecken (natürlich incl. der aufgelaufenen Zinsen). Der Titel ist 30 Jahre lang vollstreckbar.

Die einzige Alternative wäre noch, einen Detektiv zu beauftragen, der die noch vorhanden Geldmittel des Schuldners aufspürt. Das wird aber sicher teurer.

Gruß
Marian

Hallo Digi,

erst mal 1000 Dank für die ganzen Antworten ! SUPER ! W-W-W ist echt klasse. :smile:

Du hast von den Titel verkaufen gesprochen, das finde ich eine gute Sache ! Da Du geschriben hast, daß Du aus der Nähe Bababenhausen kommst (bei mir Rödermark) wollte ich Dich fragen, ob Du evtl. mit einem Büro gute Erfahrungen gemacht hast…ob Du eines weiterempfehlen kannst…

Beste Grüße
Matthias

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wende dich mal an ‚creditreform‘,
muesste es auch in frankfurt/offenbach geben,
allerdings kaum in roedermark.
sofern der titel einwandfrei ist,
hast due eine CHANCE (es ist kein MUSS),
dass die ‚was fuer dich tun‘.
jedenfalls helfen sie weiter.

und jemand ganz bekanntes aus dem w-w-w:
http://www.condetect.de

und im uebrigen ist roedermark nun wirklich ‚um die ecke‘.
wie waer’s, uns mal zu treffen?
ich beisse nicht, ich saufe nicht, und kuddel wird’s bestaetigen.

gruss aus babenhausen (zzt) . digi