Anstellung Abgelehnt wg. Zivildienst?

Hallo Experten,

kann einem der potentielle Arbeitgeber lediglich aufgrund der Tatsache, dass man anstelle des Kriegsdienstes lieber den Zivildienst angetreten hat, die Anstellung ablehnen?

Als alleinige Begründung zu höhren „Wir nehmen hier nur Männer, die gedient haben“ finde ich doch ein wenig merkwürdig. Ich meine mich auch erinnern zu können, dass einem Mann weder aufgrund von Kriegs- noch von Zivildienst berufliche Nachteile entstehen dürfen.

Gruß

Fritze

Hallo Fritze!

Als alleinige Begründung zu höhren „Wir nehmen hier nur
Männer, die gedient haben“ finde ich doch ein wenig
merkwürdig. Ich meine mich auch erinnern zu können, dass einem
Mann weder aufgrund von Kriegs- noch von Zivildienst
berufliche Nachteile entstehen dürfen.

Es ist zwar zutreffend, daß niemandem Nachteile aus dem Wehr- oder Zivildienst erwachsen dürfen, andererseits kann man aber auch keinem privaten Arbeitgeber die Kriterien vorschreiben, nach denen er sich seine Mitarbeiter aussucht. Wenn das Einstellungskriterium „gekräuselte Fußnägel“ oder Oberweite XXL lautet, kannst Du nichts dagegen machen. Man kann auch nicht beanstanden, wenn ein Betrieb nur Leute einstellt, die ihren Wehr- oder Zivildienst bereits abgeleistet haben. Solches Vorgehen ist oft anzutreffen, weil kein Betrieb begeistert sein kann, den Arbeitsplatz eines Mitarbeiters längere Zeit frei halten zu müssen. Genau da greift nämlich die Regelung mit dem Verbot der Benachteiligung. Einem bereits eingestellten Mitarbeiter darf aufgrund der Dienstverpflichtung der Arbeitsplatz nicht verloren gehen.

Deutschland hat eine längere obrigkeitliche Tradition als viele andere Länder. Schau Dir einmal Korrespondenz bis in die 50er Jahre des vorigen Jahrhunderts an. Es triefte nur so vor Ergebenheitsadressen. Sieh Dir heute die Menschen heute an. Viele wollen einfach nur versorgt sein und warten überall auf den Staat. So dürfen wir uns nicht wundern, daß es der Staat für sein selbstverständliches Recht hält, junge Menschen aus ihrem privaten Umfeld und aus ihrer beruflichen Entwicklung zu reißen, um über sie zu verfügen. Mit dem Zustand werden wir leben müssen, bis das Wahlvolk keine Vertreter mehr wählt, die die Wehrpflicht befürworten. Wir haben überall nur die Regelungen, die die Mehrheit will und verdient.

Gruß
Wolfgang

Hallo Fritze!

Als alleinige Begründung zu höhren „Wir nehmen hier nur
Männer, die gedient haben“ finde ich doch ein wenig
merkwürdig. Ich meine mich auch erinnern zu können, dass einem
Mann weder aufgrund von Kriegs- noch von Zivildienst
berufliche Nachteile entstehen dürfen.

Es ist zwar zutreffend, daß niemandem Nachteile aus dem Wehr-
oder Zivildienst erwachsen dürfen, andererseits kann man aber
auch keinem privaten Arbeitgeber die Kriterien vorschreiben,
nach denen er sich seine Mitarbeiter aussucht. Wenn das
Einstellungskriterium „gekräuselte Fußnägel“ oder Oberweite
XXL lautet, kannst Du nichts dagegen machen.

Haha, gerade bei letzterem würde der Personalchef sicherlich ruck zuck die gesamte Macht der Frauenbeauftragtinnen und Emanzipationswächterinnen zu spüren bekommen.

Naja, vielleicht war der Personalheini ein Reserveleutnant oder so. Älteres Semester jedenfalls. Allerdings siebt er so die falschen raus. Zumindest nach meinem Eindruck ist die durchschnittliche Pfiffigkeit von Zivildienstleistenden gegenüber der von Kriegsdienstlern ein paar Skalenteile höher. Was solls …

Gruß

Fritze

Moin Fritze,

sei doch froh ! Also ich hätte, ehrlich gesagt, keinen Bock, bei so einem Arbeitgeber zu arbeiten.

Gruß,
Tommy (der seinen Wehrdienst nur gemacht hat weil das 3 Monate kürzer war)

Hallo,

Es ist zwar zutreffend, daß niemandem Nachteile aus dem Wehr-
oder Zivildienst erwachsen dürfen, andererseits kann man aber
auch keinem privaten Arbeitgeber die Kriterien vorschreiben,
nach denen er sich seine Mitarbeiter aussucht.

ganz so einfach ist es nicht. Niemand darf wegen seiner politischen, moralischen oder religiösen Vorstellungen diskriminiert werden. Wenn also der Beruf nicht eine bestimmte pol./rel. Einstellung zwingend vorschreibt (zB Kassenwart eines pol. Vereins, Dienst in einer religiösen Institution), dann darf nicht allein auf Grund der moralischen Einstellung ein Bewerber abgelehnt werden. Es dürfte aber schwer sein, dem AG einen Strick daraus zu drehen solange die Aussage nicht unter Zeugen stattfindet.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich auch nicht bei einem solchen militaristischen Fuzzy arbeiten wollte.

Gruss, Niels

OffTopic!
Hallo Fritze!

Zumindest nach meinem Eindruck ist die
durchschnittliche Pfiffigkeit von Zivildienstleistenden
gegenüber der von Kriegsdienstlern ein paar Skalenteile höher.
Was solls …

Der Satz ist riesig!
Und du wunderst dich noch über irgendetwas!?!
Was soll…

Gruß

Fritze

Gruß
Robert

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Hi Fritze,

kann einem der potentielle Arbeitgeber lediglich aufgrund der
Tatsache, dass man anstelle des Kriegsdienstes lieber den
Zivildienst angetreten hat, die Anstellung ablehnen?

ja, das kann er. Du hast keinen Rechtsanspruch auf Anstellung, und die Gründe, nach denen er seine Bewerber aussucht, sind und bleiben seine. Das können wir schofel finden, es ist auch ziemlich bescheuert, dir so einen Grund zu nennen, hilft aber nix.

Als alleinige Begründung zu höhren „Wir nehmen hier nur
Männer, die gedient haben“ finde ich doch ein wenig
merkwürdig. Ich meine mich auch erinnern zu können, dass einem
Mann weder aufgrund von Kriegs- noch von Zivildienst
berufliche Nachteile entstehen dürfen.

Das träfe dann zu, wenn du mit ihm schon ein Vertragsverhältnis hättest - hast du aber nicht.

Wozu wäre dieses Gesetz (so es denn eins gibt) nütze? Ein Beschäftigter, der vom Bund zurückkommt, darf nicht schlechter gestellt werden als der, der den Ersatzdienst geleistet hat (eher umgekehrt). In der Praxis wird sich so ein Verhalten aber kaum jemals nachweisen lassen.

Mönsch, Fritze: Sei froh, dass der Typ die Maske gleich hat fallen lassen! So hast du die Chance, dir einen Menschen als Brötchengeber zu suchen.

Gruß Ralf

Noch mehr OffTopic.

Hallo Fritze!

Hallo auch :smile:

Und du wunderst dich noch über irgendetwas!?!

Ja, ich wundere mich über die Dreistigkeit von Arbeitgebern bzw. Personalentscheidern.

Was soll…

Was soll was? Oder willst Du darauf hinaus, dass Kriegsdienstleister im Durchschnitt genauso pfiffig oder unpfiffig sind, wie Zivis?

Ich bekam mal während einer Debatte über „Berufsarmee vs. Wehrpflicht“ das Argument zu höhren, dass im Falle einer Abschaffung der sog. „Wehrpflicht“ ja gar keine Abiturienten mehr in der Armee wären. Ein Problem, dass sich bei anderen Berufsarmeen bereits eingestellt hat. Es scheint kein besonders attraktiver Arbeitgeber zu sein. Tja, wer will’s den Menschen auch verübeln. Ich möchte auch nicht „andere totschiessen“ oder „totgeschossen werden“ als Beruf ergreifen.

Aber da das sehr vom Thema abweicht und im übrigen auch nicht Gegenstand des Einstellungsgesprächs war, sollten wir vielleicht die Diskussion hier abbrechen. Per email stehe ich für weitere Debatten gerne weiter zur Verfügung.

Gruß

Fritze