Hallo,
ich lasse mich ungern einer Lüge bezichtigen und ich wünsche mir, daß Menschen erstmal meine Version sich anhören bevor! sie urteilen. Wer im einzelnen nun richtig oder falsch handelt, mag ich nicht zu beurteilen, nur ich würde nicht, bloß weil jemand Bänker ist, ihm einen Heiligenschein und eine Unfehlbarkeitserklärung aussprechen.
Im Sommer letzten Jahres inserierte ich einen Hausverkauf. Daraufhin meldete sich ein Bänker bei dem meine Oma ihr Konto hatte, und bei dem auch ich als Kind bis als junge Frau auch mein Konto führte. Er meinte, er hätte als Profi viel mehr Ahnung vom Hausverkauf und würde mehr herausholen. Zwar hatte ich bereits auch Angebote, doch seine Angebote klangen - da höher - verlockender. Also, er sollte den Hausverkauf abwickeln. Die Zeit zog ins Land und bei jedem Telefonat wurde der Preis um 5 - 10.000,-- DM gesenkt. Mittlerweile lagen die Angebote weit unter dem Preis den ich hätte selbst erzielen können. Ich wurde immer mißmutiger. Tja, die Zeit drängte, denn mir ging das Geld aus, da ich große Investitionen getätigt hatte. Parallel hieß es, gegen Jahresende lief es nicht so gut. Und ich wurde immer ärgerlicher, zumal ich erfuhr, daß zwar in den überregionalen Zeitungen das Haus inseriert worden ist, doch in den regionalen Zeitungen vorort nicht. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, das würde es nicht bringen. Tja, meine Erfahrung ist genau die Gegenteilige. Auch bei Nachfragen bei anderen Banken vorort, konnten diese das nicht bestätigen. Tja, als ich mal wieder „zu Hause“ war, erfuhr ich so ganz nebenbei, daß nicht nur der Käufer 3 % plus Mehrwertsteuer zu zahlen habe, nein, ich auch. Das war der Hammer. Ich erfuhr hier im Forum, daß das regional unterschiedlich sei und eine Frage der Vereinbarung ist. Doch ich hatte nie was vereinbart. Auf dem Land ist halt maches noch anders. Überdies hatte meine Oma, die Ende Dezember verstarb, angeblich einen Maklervertrag unterschrieben, den ich hätte ja einsehen können müssen. Mir wurde seitens der Bank mitgeteilt, ich hätte diesen geerbt, und müsse mich nun dran halten. Ich konterte, erstens könne man derartige Verträge nicht vererben und zweitens handle es sich bei dem Haus um eine Schenkung. Zwischenzeitlich bekam ich - da einerseits phlegmatisch und darauf vertrauend, jeden neuen Morgen würde sich das Ganze endlich klären - von diversen Seiten neben fetten Mahngebühren, Zinsen und Zinseszinsen, Gerichtsverfahren angedroht. Als dann zwischenzeitlich der Kredit sich auch schon ein bis zwei Monate hinzog, wurde ich doch leicht nervös. Ich hatte noch keinen Vertrag von der Bank, doch einen Termin beim Notar für eine Grundschuldbestellung. Auch wenn ein Prozentsatz telefonisch vereinbart worden war, so blindlings wollte ich keine Blanko-Grundschuld bestellen. Tja, mir wurde dann zwar gesagt, zur Not hätte ich dann einfach den Bankkredit nicht unterschreiben müssen und es wären halt nur die Kosten für die Grundschuldeintragung angefallen. Vielleicht wäre es das nur gewesen. Es zogen weitere Tage ins Land bis ich dann endlich nach ca. zwei Monaten den Vertrag bekam. Tja, und einerseits die fristlose Kündigung der Vermieterin im Nacken und andererseits die Bank am Hals, die mir den Kredit nicht geben wollte. Nachweislich war zwischenzeitlich die Grundschuld dann bereits 8 Tage eingetragen und ich hatte auch schon einen Kontoauszug mit der ersten Abbuchung durch Einzugsermächtigung erhalten, doch die Bank wollte nicht weitere Überweisungsträger abbuchen. Und meine Rücklastschriften wuchsen auch noch mit…
Tja, Grund: die Immobilienabteilung machte der Kreditabteilung Druck, sie dürfe mir das Geld nicht auszahlen, erst müsse ich den Maklervertrag unterschreiben. Ich machte der Kreditabteilung freundlich Druck (er tat mir so zwischen zwei Stühlen sitzend leid), er möge nun endlich das Geld auszahlen, wofür ich bereits Zinsen zahle. Tja, so vergingen wieder ein paar Tage. Als ich dann nicht mehr konnte, schaltete ich meinen Rechtsanwalt ein und siehe da, binnen eines Faxes und nicht mal eines Tages war die Sache geklärt: er schrieb sinngemäß, daß wenn eine Bank, wenn auch nur indirekte ein Gegengeschäft an den Maklervertrag binden würde, nicht meine Interessen in Gänze vertretn werden würden und daß das irgendwie rechtswidrig sei. Tja, und schon war alles überwiesen. Und die Immobilienabteilung: achja, zuvor war dann noch auf einmal niemand Schuld und zuständig. Jeder schob die Verantwortung auf den anderen und klar war nur, wer es entscheiden würde, der hätte die „Arschlochkarte“. Tja, danach erhielt ich einen Anruf von der Immobilienabteilung, ob wir da nicht einen Kompromiß finden könnten…Tja, ich war erstaunt, wo da hätte der Kompromiß sein sollen. Das hieß, zwischenzeitlich hätte ich nur noch 2 % + MWST zahlen müssen, doch ich hätte auch 5000 DM + MWST zahlen sollen, wenn der Hausverkauf durch mich selbst zustande gekommen wäre. Tja, mein Anwalt regte sich auf, und meinte, das seien ja Maffia-Methoden, das meinte er schon im Vorfeld. Und zu diesem Deal meinte er, ich solle nichts unterschreiben. Denn die Provisionen der Banken seien deshalb so hoch, weil es eben nicht immer mit einem Verkauf klappen würde. Und wenn sie das Haus (mittlerweile um 50.000 - 100,000 DM weniger als vereinbart nicht verkaufen können, so ist das nicht mein Problem. Tja, ich habe nun einen neuen Maklervertrag erhalten. Teils denke ich, rechtlich habe ich keine Verpflichtung. Teils fühle ich mich moralisch verpflichtet. Doch wenn ich mir ansehe, was da so ablief, denke ich mir eher das Götz-Zitat. Tja, so ich den neuen Makler-Vertrag gelesen und verstanden habe, hätte ich danach, egal ob der Verkauf durch wenn auch immer zustande kommt, 2% + MWSt zu zahlen. Und für jeden Monat, in dem das Haus nicht verkauft wird, fallen noch Gebühren für Inserate und Porto an. Ich schrieb das dem Bänker zurück und daß´das so uninteressant für mich sei. Er verneinte, ich habe den Vertrag mißvrstanden. Nun, vielleicht. Ich habe ihn nochmal gelesen und fand immer noch, daß es so gemeint war. Tja, mein Anwalt ist derzeit im Urlaub. Das heißt, in zwei Wochen werde ich bei ihm mal auftauchen und ihm den Maklervertrag vorlegen. Allerdings frage ich mich, wieso ich mit dieser Bank noch Geschäfte machen soll, bedenke ich, was ich allein an Schulden mir jetzt aufgehalst habe, hätte ich gleich selbst verkauft. Überdies überlege ich mir, hätte ich letztes Jahr, den Rest des Geldes, abzüglich Steuern, Schulden usw. gut angelegt, hätte ich ´noch ganz guten Profit gemacht. Aber man kann es ja im Vorfeld nie wissen. Jedenfalls traue ich irgendwelchen Institutionen nicht mehr so schnell. Ich werde mich künftig immer an verschiedenen Stellen vorab erstmal erkundigen.
Noch offene Fragen?
Mit sonnigem Gruß,
Romana Schaile
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