ich war vorgestern bei einem Kundengespräch, wo es auch um Kapitalanlage ging.
Beim Gespräch stellte sich heraus, dass der Kunde, den ich außerdem privat auch sehr gut kenne, im Jahre 2000 eine Kapitalanlage bei der C…bank in Höhe von 600.000 DM(aus Hausverkauf) getätigt hat.
Die C…bank hat es geschafft dieses Kapital auf den Preis eines erschwinglichen Einfamilienhauses zu reduzieren, nämlich ca. 300.000 DM.
Beim Beratungsgespräch waren mein Kunde und seine Frau, sowie der Bank"berater" anwesend. Sie haben dem Bankmenschen erklärt, dass sie absolut keine Ahnung von Aktiengeschäften usw. haben. Ich fragte nach, ob ein Beratungsprotokoll vorliegt, was der Kunde verneinte. Jedoch nach Durchsicht der Unterlagen wurde ein solches gefunden. Dieses Protokoll wurde vom Banker ausgefüllt und den Kunden gemeinsam mit mehreren anderen Formularen zur Unterschrift vorgelegt und nicht nochmals erläutert.
Wie gesagt kenne ich die Kunden ziemlich gut und würde sie eher als Bausparer einstufen. Sie wollten ihr Geld auch sicher für die Altersversorgung anlegen.
Im Beratungsprotokoll(Struckturiertes Beratungsgespräch)sind folgende Punkte vermerkt, die mir als wichtig erscheinen:
Kenntnisse: Hier wurde ein Kreuzchen bei der zweithöchsten Kenntnisstufe gemacht, was absolut nicht stimmte.
Anlageziele: Hier wurden Altersversorgung und Zinsen angegeben. Stimmt!
Anlagestrategie: Chancenorientiert(höchste Risikostufe). Absoluter Schwachsinn bei diesen Kunden.
Meine Fragen:
Wie sieht hier die Chance aus die Bank auf Schadenersatz zu verklagen? Meines Erachtens widersprechen sich die Punkte Anlageziel und Anlagestrategie doch erheblich.
Die Kunden haben dem Berater ganz klar gesagt, dass sie großen Wert auf Kapitalerhalt legen.
Kann mir jemand eine Kanzlei empfehlen, die für solche Klagen geeignet ist, bzw. wie könnte man hier vorgehen?
sorry, wenn ich jetzt mal etwas hart werden muss, aber bei so hohen Werten, den wenigen bislang mitgeteilten Fakten und der höchst umfangreichen Rechtsprechung zum Thema Falschberatung, sollte sich ein Laie mit Aussagen wie
Unabhängig davon ob es stimmt wird eine Klage doch wohl kaum
Erfolg haben!
besser zurückhalten. Die Erfolgsaussichten einer Klage kann nur ein erfahrener Anwalt nach einem umfangreichen Beratungsgespräch und Kenntnis aller Umstände abschätzen. Nach den bisher vorliegenden Hintergründen würde ich - als Anwalt - auf jeden Fall dazu raten dringend einen auf diesem Gebiet spezialisierten Anwalt aufzusuchen, weil die Sache so schlecht nicht klingt. Bei einem solchen Betrag einfach nur hinzuwerfen, es hätte keine Aussicht auf Erfolg, die Sache klageweise zu verfolgen ist mehr als ein fahrlässiger Unsinn.
den bisher vorliegenden Hintergründen würde ich - als Anwalt -
auf jeden Fall dazu raten dringend einen auf diesem Gebiet
spezialisierten Anwalt aufzusuchen, weil die Sache so schlecht
nicht klingt.
zumal ja erst -mit schriftlicher Zustimmung!!!- viel Geld verloren wurde.
Und wenn die Sache für einen Anwalt nicht schlecht klingt…dann ist wenigstens der Streitwert hoch genug…
Ich kann einfach nicht verstehen, dass man mit dem gesamten Geld aus einem Hausverkauf zu einer Bank geht, sich dort einen erzählen lässt, und ohne weitere Prüfung Papiere unterschreibt !
So gehe ich eigentlich nur bei Geschäften vor, die mich nicht weiter interessieren.
Vielleicht wäre der Anwalt bei der Unterschrift unter den Papieren sinnvoller eingesetzt gewesen…
Ayla, für die eine Unterschrift immer eine Bedeutung hat… und bei Geldgeschäften nur dann unterschrieben wird, wenn ich alles verstanden habe!
Ja das ist leider so, dass sich die Leute eben nicht vorher von Profis beraten lassen, weil es ist ja so teuer ist. Verträge über Beträge von mehreren Hunderttausend Euro werden ohne durchlesen abgeschlossen. Beim Kauf von Eigentumswohnungen ist das zB weithin üblich. Dass ein Rechtsstreit nachher dann noch viel teurer ist, denkt keiner.