Was tun bei Minderjährigkeit?

Hi!

Mein Problem ist folgendes:

Ich (17) möchte von zu Hause ausziehen. Im Moment wohne ich noch in Hessen, neue Wahlheimat soll Hamburg werden. So weit ist nun eigentlich alles geregelt, aber auf einmal fängt mein Vater an Ärger zu machen, von wegen, dass ich noch nicht volljährig bin und keine Verträge unterschreiben darf.
Kann man da nicht irgend eine Änderung o.ä. beantragen? Er will mich unbedingt bis zu meinem 18 Lebensjahr (werde im August 18) hier behalten, Gott allein weiß warum. Von den Verhältnissen her geht das aber keinen Tag länger!

Was soll ich in diesem Fall nun tun? Zum Jugendamt gehn? Und wenn, was würden die tun? Kann ich in der neuen Stadt nicht irgendwie einen Vormund benennen oder sowas?

Für schnelle Antwort wäre ich wirklich dankbar!

Liebe Grüße

Deli

Hallo Deli,

also erstmal solltest du dir gut überlegen, ob du wirklich schon ausziehen willst (ich kann es dir aber nachempfinden, ich bin ganz kurz nach meinem 18. ausgezogen, hatte auch katastrophale Verhältnisse).

Ich weiß zwar nicht ganz genau, wie es zu machen ist, aber ich weiß von einer damaligen Klassenkameradin, dass sie sich mit 16 hat „erwachsen erklären“ lassen. Das geht unter gewissen Bedingungen (bei ihr war die Mutter schwer alkoholkrank und der Vater unbekannt). Sie hat sich damals vom Jugendamt beraten lassen, kam dann eine Zeit in „betreutes Wohnen“, wurde dann durch ein gericht als „erwachsen“ erklärt.

geh einfach mal zum Jugendamt und lass dich beraten.

Grüße,
Susanne

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Hi Susanne,

naja, ich würde sofort losziehn, Sack und Pack erst mal stehn lassen…Verhältnisse sind nicht so rosig.

Das mit dem Jugendamt werd ich mir auf jeden Fall überlegen…die Frage ist nur, wie lang so ein Rechtskampf dann dauert? Ich mein, wie soll ich belegen, dass meine Familie total kaputt ist? Erwachsenen glaubt man ja bekannter Weise mehr als Jugendlichen…

Grüße

Deli

Ich glaube, du kannst auf jeden fall ersteinmal in betreutes Wohnen kommen. Dazu müsste deine Aussage reichen (wie gesagt habe ich das so selbst nie gemacht und habe nur immer das mitbekommen, was mir die Klassenkameradin erzählt hat).

Wenn du kund gibst, dass du es bei deinen Eltern überhaupt nicht mehr aushälst dann werden die beim Jugendamt dir schon helfen. Dafür sind sie schließlich da.

Wäre es so schlimm, noch in deiner Stadt zu bleiben, bis du 18 bist (in betreutem wohnen)?

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Eine Sachbearbeiterin vom Jugendamt Hamburg meinte zu mir, dass betreutes Wohnen nur für Jugendliche gedacht ist, die alleine nicht klar kommen…des weiteren meinte sie, dass sie mich so einschätzt, dass ich das alles locker schaffe. Trotzdem würden sie mir mit der Finanzierung helfen.

Bis Sommer will und kann ich nicht mehr warten…mein Freund wohnt in Hamburg, das ist ja Hauptbeweggrund. Neben den familiären Spannungen ist das auch eine große Belastung…ich möcht endlich und vor allem so schnell wie möglich alles ins Reine kriegen.

Hallo,

du solltest bedenken, dass deine Eltern weiterhin erziehungsberechtigt sind. Wenn irgendetwas passiert, werden auch sie möglicherweise zur Rechenschaft gezogen. Insofern ist der Wunsch, dich weiter im Haus („unter Aufsicht“) zu behalten verständlich. Ich halte sechs Monate auch nicht für eine besonders lange Zeit. Besonders, wenn das Ziel vor Augen ist, muss sich das doch durchstehen lassen. Da du selber sagst, dass der Hauptgrund dein Freund ist, sollte das zu Hause doch noch die kurze Zeit erträglich sein.

Gruss, Niels

Also ganz ehrlich:

wenn ich gewusst hätte, dass es um den Freund geht hätt ich meine Klappe gehalten.

Sei mir jetzt bitte nicht böse aber auch wenn du vielleicht denkst, dein Freund wär die große Liebe (sorry für die Veralgemeinerung aber ist sie das in diesem Alter nicht immer?), das sieht vielleicht in nem Jahr anders aus.

Ich kenne dich zwar nicht, kann deshalb nichts über deine emotionale Reife sagen und wünsche dir diese Enttäuschung auch nicht aber ich spreche hier leider aus eigener Erfahrung (bei mir war es Hessen und NRW, hat 2 1/2 Jahre gehalten aber bereut habe ich es danach trotzdem).

Wie sieht es eigentlich mir Schule / Ausbildung aus? Hast du das fertig? (Wohl kaum mit 17). Wäre eine weitere schulische Ausbildung oder die weitere Ausbildung gesichert, wenn du nach HH ziehst?

Eine Sachbearbeiterin vom Jugendamt Hamburg meinte zu mir,
dass betreutes Wohnen nur für Jugendliche gedacht ist, die
alleine nicht klar kommen…des weiteren meinte sie, dass sie
mich so einschätzt, dass ich das alles locker schaffe.
Trotzdem würden sie mir mit der Finanzierung helfen.

Ganz ehrlich: was soll die Sachbearbeiterin auch sagen? Dass sie dich für unreif hält und denkt, dass du noch an Mamas Rockzipfel hängst(soll jetzt nicht heißen, dass ich dich dafür halte, ich muss von der allgemeinheit sprechen, da ich dich wie gesagt nicht persönlich kenne.)? Diese Dame ist auch auf ihren Job angewiesen.

In wiefern würde sie dir finanziell helfen? Du weißt auch, dass sie nur das bezahlen darf, was dir vom Gesetz her zusteht, außerdem reden und tun sind 2 verschiedene Dinge, wenns ans Handeln geht sind viele „Beamte“ nicht mehr so kooperativ wie beim Pläne schmieden.

Bis Sommer will und kann ich nicht mehr warten…mein Freund
wohnt in Hamburg, das ist ja Hauptbeweggrund. Neben den
familiären Spannungen ist das auch eine große Belastung…ich
möcht endlich und vor allem so schnell wie möglich alles ins
Reine kriegen.

Ins Reine bekommst du alles nur mit einer vernünftigen Planung. Der Freund wartet auf dich, wenn er dich liebt und sollte diese Bez. diese Zeit nicht überstehen findest du das dann wenigstens früh genug heraus.

Außerdem von „kann“ kann hier keine Rede sein, es geht eher um „will“, oder nicht? denn wenn du es nicht aushalten „könntest“ würdest du nicht erst jetzt mit dem Gedanken spielen.

Ich kann dir nur den wirklich gut gemeinten Tip geben, dir alles in Ruhe zu überlegen. Lass dabei mal die häusliche Situation außer acht, sondern denke mal nur über die Vor- und Nachteile des Umzuges nach HH nach. Überleg dir, was du machst, wenn die Beziehung in die Brüche geht. Dann bist du ganz allein in einer fremden - und nicht gerade kleinen - Stadt. Deshalb solltest du dir wirklich gut überlegen, ob du dieses Risiko tragen willst und wie du es kompensieren kannst. Sichere VOR dem Umzug deine finanzielle Situation und verlass dich nicht allein aufs Amt, sonst landest du vielleicht schneller in der Sozialhilfe, als dir lieb ist.

Möchtest du in die Wohnung in deines Freundes ziehen oder in eine eigene Wohnung? Zusammen mit deinem Freund kommt zu der Überlegung die Tatsache, dass du auch noch auf der Straße stehst, wenn ihr euch trennt (auch wenn du jetzt denkst, dass dies nie passiert, erst nach einer Trennung lernt man die schlechtesten Seiten eines Menschen kennen).

Bei einer eigenen Wohnung überleg dir, wie du das finanzieren kannst. Mit der Miete allein ist es nicht getan. Bedenke den Umzug, die Nebenkosten, Strom, GEZ, Renovierung, Einrichtung, Telefon und Internetkosten, Versicherungen (Hausrat, Haftpflicht, Rechtschutz. Sollte man alles haben, wenn man allein wohnt), etc.

denk auch daran, was sowas für Pflichten mit sich bringt: selbst kochen, selbst waschen, kein Gang zum Amt o. ä. kann dir jemand abnehmen…und auch nicht alle Kosten trägt irgendein Amt.

Wenn du alles gut planst spricht nichts gegen einen Umzug. Und bei gewissenhafter Planung vergeht auch das halbe Jahr wie im Flug.

Ich kann dir wirklich nur raten, nichts zu überstürzen, damit du später nichts bereust.

Gruß,
Susanne

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Hallo Ardelia,

es ist zwar schon ein Weilchen her, aber ich bin auch mit 16 von zuhause ausgezogen. Probleme gab es damit überhaupt keine. Weder für mich, noch für meine Eltern…
Der einzige Vertrag, der damals jemals unterschrieben werden musste war der erste Wohnungsmietvertrag und den hat man Vater mit „abgesegnet“. Er möge dir doch bitte mal erklären, WELCHE zahlreichen Verträge er für dich erwartet, so dass dieses ein Hinderungsgrund sein könnte? Und selbst WENN, ist es im Zeitalter von PC, Fax und Co. kein Problem ein Schriftstück von Hamburg nach sonstwohin zu transferieren um eine schnell Unterschrift zu erhalten…
Dies nur mal als Diskussionstipp, für das lahme Argument deines Vaters…
Gruß, Ironlady

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