Naja, da hast Du wahrscheinlich das angewandt, was Studenten
angeblich beherrschen müssen (ich selbst habe nicht studiert),
nämlich das „selektive Lesen“. Es ist nämlich ansonsten fast
nicht zu übersehen, dass die Ermässigungsfahrausweise nur für
Kinder von 6 bis 14 Jahren (und für besondere
Zeitkarteninhaber) sind. Von Studenten steht da nichts.
Der arme Student ist sehr früh Morgens in Berlin angekommen und hatte ca. 1 Minute Zeit die Fahrkarte zu ziehen, bevor die Bahn losfuhr. Da der Student in anderen Städten die Erfahrung gemacht hat, dass er ermäßigt fahren kann, dachte er:„Vertrau ich doch meiner Erfahrung, man muß ja nicht immer alles wissenschaftlich angehen…
“
Er erhebt schriftlich Wiederspruch, weil die normale Fahrkarte
nur knapp 1 € teurer gewesen wäre
Diese Logik verstehe ich nicht. Dann könnte ja jeder mit einer
Kinderfahrkarte fahren und, wenn er kontrolliert wird, den
Rest nachzahlen - aber eben nur dann. Nee, so denn doch nicht
und die Berliner Verkehrsbetriebe dringend Geld brauchen.
Stimmt, aber kontrolliert wird woanders auch. Ich kenne keine
Stadt, wo man mit dem Kinderfahrausweis fahren kann und nur
die Differenz zahlt, wenn man erwischt wird. Und ob Du das nun
aus Versehen oder aus „Berechnung“ machst, kann man Dir nun
mal nicht ansehen.
Das ist wohl wahr, der Student weiss auch, dass er sich besser hätte informieren müßen. Aber 40 € sind für ihn nicht gerade wenig Geld und er ist der Meinung, dass es Touristen schon mal passieren kann die falsche Fahrkarte (ob jetzt ermäßigt, oder falsche Zone usw.)zu ziehen. Schon klar, dass er kein Recht darauf hat das Geld einfach nicht zu bezahlen, nur weil er einen Fehler gemacht hat. Aber er findet auch, dass 40 € in keiner Relation zu seinem Fehlverhalten stehen und das findet er dann doch ein bischen fies und möchte alle Möglichkeiten abwägen, um die Strafe doch noch abzuwenden oder erträglicher zu machen.
Nichts für ungut, ich hoffe, es hat Dir trotzdem bei uns in
Berlin gefallen - trotz dieses negativen Erlebnisses.
Soweit ich weiss, hat es dem Studenten sehr gut gefallen. Wirklich viele freundliche und interessante Menschen leben in dieser Stadt. Aber die Straßenbahnbetreiber findet der Student dann doch etwas gierig, wobei das ja in den meisten Städten so ist.
Wenn er die Strafe schon nicht abwenden kann, hat er denn noch andere Möglichkeiten seinen Unmut kundzutun?
Gruss Hans-Jürgen
Gruss und vielen Dank für die Antworten - Jule*