Hallo Wissende,
wie könnte man folgenden Fall beurteilen:
Erich* hat seit acht Jahren einen Mobilfunkvertrag bei Vodaplus*, kommt nun zum zweiten Mal innerhalb einiger Monate allerdings in Zahlungsverzug durch nicht ausreichende Kontodeckung. Diese resultiert nicht aus Zahlungsunwillen von Erich sondern daraus, dass er immer wieder auf seinen Lohn warten muss. Sein Arbeitgeber ist in finanziellen Schwierigkeiten und überweist den Lohn an die Arbeitnehmer immer später, manchmal bis zu einem Monat zu spät.
Beim ersten Mal, als Vodaplus nicht abbuchen konnte lief es in etwa folgendermaßen: Erich merkt, dass er nicht mehr telefonieren kann (Simkarte gesperrt), einen Tag danach bekommt er von Vodaplus und gleichzeitig von der Bank die Nachricht, dass die Lastschrift nicht eingelöst wurde.
Da der Lohn inzwischen eingetroffen war wurde Vodaplus sofort per Überweisung bezahlt, es gab noch zwei Wochen Diskussion bis Erich wieder telefonieren konnte. Nach langem hin und her musste er die Sperrkosten nicht bezahlen (seine Argumentation: Sperrung bevor er wusste, dass das Geld nicht angekommen ist sei ein Witz, Vodaplus gab nach).
Jetzt wurde zum zweiten Mal die Lastschrift nicht eingelöst, Vodaplus hat Erich darüber gestern per SMS informiert. Daraufhin hat sich Erich noch gestern per Email (Kontaktformular auf Homepage) an Vodaplus gewand, um die Sache zu erklären. Er hat auch geschrieben, dass ihm die Lohnzahlung zum 15. zugesagt wurde und er dann umgehend überweisen werde. Heute morgen war seine Simkarte wieder gesperrt, obwohl Erich extra darum gebeten hatte, die Sperrung zu vermeiden, um keine unnötigen weiteren Kosten zu verursachen. Schließlich ist Erich ja bereit zu bezahlen, er hat die Leistung ja auch in Anspruch genommen.
Er hat heute auch die Nachricht von der Bank bekommen, dass die Lastschrift nicht eingelöst wurde. Eine Zahlungserinnerung von Vodaplus kam nicht.
Jetzt die Fragen dazu:
Muss Vodaplus nicht zuerst die Sperrung „androhen“ bzw. eine vernünftige Mahnung schicken, bevor sie die Simkarte sperren können? Oder reicht die Mahnung per SMS aus?
Muss Erich für die Sperrkosten aufkommen? Denn man überlege sich: Selbst wenn er gestern direkt den Betrag überwiesen hätte wäre die SIMkarte heute gesperrt worden, da eine Überweisung nicht innerhalb von 12 Stunden ankommt.
Muss Erich für die Sperrkosten aufkommen, obwohl er sich ja extra gemeldet hat, um die Sperrung zu vermeiden? Hätte das nicht berücksichtigt werden müssen? (Bitte hierzu kein Kommentar, dass er es schriftlich – am besten Einschreiben mit Rückschein – hätte machen sollen, der Brief wär bis heute schließlich auch nicht angekommen).
Kann der Mobilfunkvertrag aufgrund dieses Vorfalls (in Verbindung mit dem ersten Vorfall) gekündigt werden, obwohl der Vertrag noch fast ein Jahr läuft? Wenn ja: Von wem und mit welcher Begründung und mit welchen Fristen?
Wer kann hier weiterhelfen?
Liebe Grüße
Timid
*Namen geändert
