Fahrlässigkeit beim Kinderschutz

Jetzt ist wieder ein Kind von einem Sexualverbrecher umgebracht worden, der (frühzeitig) aus der Haft entlassen wurde. Warum wurden die Nachbarn vor diesem Mann nicht gewarnt? Warum bekommen die Eltern kein Schmerzensgeld von Richtern und Gutachtern, die doch Verantwortung für den Tod von wehrlosen Kindern tragen?

Was soll das Stammtischgeheule? Sollen die Eltern doch den Richtern eine Kugel in den Kopf jagen. Da tun sie immer was Gutes.

Hallo,

Jetzt ist wieder ein Kind von einem Sexualverbrecher umgebracht worden, der (frühzeitig) aus der Haft entlassen wurde

Du beziehst Dich auf den Fall „Jessica“ ?

Warum wurden die Nachbarn vor diesem Mann nicht gewarnt?

weil wir in Deutschland glücklicherweise noch keinen öffentlichen Pranger haben. Wie soll Resozialisierung funktionieren, wenn die Vorgeschichte bekannt ist (bei den Vorurteilen, die gegenüber solchen Tätern existieren) ? Die Anzahl solcher Delikte ist seit Jahren _rückläufig_, dennoch erweckt die Presse durch ihre Berichterstattung den Eindruck, daß sich hier die Situation zunehmend verschärft. Hier können nur objektive Statistiken über z.B. die Rückfälligkeit solcher Straftäter die Grundlage für eine Beurteilung des heute gängigen Prozederes vorzeitiger Entlassung im Strafrecht bieten. Ganz sicher nicht die Berichterstattung der Presse.

Warum bekommen die Eltern kein Schmerzensgeld von
Richtern und Gutachtern, die doch Verantwortung für den Tod
von wehrlosen Kindern tragen?

Oberflächlich betrachtet sinnvoll - bei genaueren Nachdenken dürfte klar sein, daß dies gleichbedeutend mit lebenslanger Sicherheitsverwahrung wäre.

Gruss
Enno

Kein Richter kann für eine Entscheidung haftbar gemacht werden.

Dafür aber kann ein Verurteilter dem Gutachter und dann auch dem Richter zur Last legen, ihm durch eine Fehleinschätzung bzw. ein darauf aufbauendes Urteil „das Leben verbaut“ zu haben.

Die Lebensqualität von fehlgesteuerten Geisteskranken ist für unsere Gesellschaft wichtiger als Kleinkinder und deren Eltern. Der Dümmste muss das einsehen.

HM

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Hallo,
welche Konsequenzen leitest Du aus Deinem Pamphlet ab - Dauerkonservierung, Todestrafe für Triebtäter ?

Gruss
Enno

Was wäre so falsch daran?
Hi!

Dauerkonservierung,

Warum eigentlich nicht?
Wenn jemand ein Leben zerstört, warum sollte er das Recht haben, nach 7 Jahren (in diesem Fall) wieder auf dei Menschheit losgelassen zu werden?

Todestrafe für Triebtäter ?

Die steht hoffentlich nicht ernsthaft zur Diskussion

LG
Guido

Hallo,
gute Frage (bzgl. Sicherheitsverwahrung, Todesstrafe mal außen vor gelassen). Ich bin da selbst unschlüssig, weil es schwer ist solche Fälle objektiv zu betrachten. Ob die „zweite Chance“ bei entsprechender Kriminalprognose hier angebracht ist - keine Ahnung. Generell kritisch stufe ich es ein, daß offensichtlich lediglich _ein_ Gutachter den Ausschlag gibt (der Richter wird sich ja am Gutachten orientieren).

Gruss
Enno

Es gibt keine Sicherheit
Auch wenn diese Diskussion wirklich eher Stammtischcharakter hat:

Generell kritisch stufe ich es ein, daß
offensichtlich lediglich _ein_ Gutachter den Ausschlag gibt
(der Richter wird sich ja am Gutachten orientieren).

Genau diese Auffassung ist falsch. Denn nicht der Gutachter hat zu entscheiden. Allein der Richter tut dies und hat auch die Verantwortung. Auch wenn Richter in der Praxis ja jede Verantwortung ablehnen.
Mehrere Gutachter müssen nicht wirklich eine bessere Empfehlung aussprechen. Außerdem wäre dies sehr teuer und bei gegnläufigen Gutachten problematisch. Insbesondere da die Frage zu stellen ist, für wen mehr als ein Gutachter erforderlich ist - schwer zu definieren. Da die Richter meist nicht zu ihrer Verantwortung stehen, werden derzeit auch in Fällen Gutachten erstellt, wenn sie nicht erforderlich sind. Pure Verschwendung von Steuergeldern.
Außerdem gibt es auch gegen die Strafaussetzung zur Bewährung die Möglichkeit Rechtsmittel einzulegen. In diesem Zusammmenhang kann das Gutachten angegriffen werden.
Unter dem Strich sind Fehlprognosen sehr unerfreulich. Aber es ist zu bedenken, daß dies Einzelfälle sind, die man nicht ausschließen kann. Im Gegenzug gibt es wahrscheinlich mehr negative Gutachten, die unhaltbar sind.

Auch wenn diese Diskussion wirklich eher Stammtischcharakter
hat:

Finde ich eher nicht…
Hallo Joker,

Generell kritisch stufe ich es ein, daß
offensichtlich lediglich _ein_ Gutachter den Ausschlag gibt
(der Richter wird sich ja am Gutachten orientieren).

Genau diese Auffassung ist falsch. Denn nicht der Gutachter
hat zu entscheiden. Allein der Richter tut dies und hat auch
die Verantwortung.

stimmt! Enno meinte sicherlich auch die Entscheidungshilfe für den Richter. Mehr Gutachten = mehr Ent(d)scheidungshilfen für ein Urteil.
Dieses wird dadurch im vorhinein aber nicht richtiger oder objektiver.
Hinterher ist man immer schlauer…

Auch wenn Richter in der Praxis ja jede
Verantwortung ablehnen.

Würde ich so nicht unterschreiben…

Mehrere Gutachter müssen nicht wirklich eine bessere
Empfehlung aussprechen. Außerdem wäre dies sehr teuer und bei
gegnläufigen Gutachten problematisch. Insbesondere da die
Frage zu stellen ist, für wen mehr als ein Gutachter
erforderlich ist - schwer zu definieren.

Da hast Du vollkommen recht!

Da die Richter meist
nicht zu ihrer Verantwortung stehen,

Erst jede Verantwortung, jetzt nur noch meist…?

werden derzeit auch in
Fällen Gutachten erstellt, wenn sie nicht erforderlich sind.

Stimmt!

Pure Verschwendung von Steuergeldern.

Das wäre zu diskutieren, wenn es so wäre.

Außerdem gibt es auch gegen die Strafaussetzung zur Bewährung
die Möglichkeit Rechtsmittel einzulegen. In diesem
Zusammmenhang kann das Gutachten angegriffen werden.

Stimmt!

Unter dem Strich sind Fehlprognosen sehr unerfreulich. Aber es
ist zu bedenken, daß dies Einzelfälle sind, die man nicht
ausschließen kann. Im Gegenzug gibt es wahrscheinlich mehr
negative Gutachten, die unhaltbar sind.

Wer will das objektiv Beurteilen?

Gutachter, besonders psychatrische Gutachter, stehen unter einem enormen Druck, erst recht respektiv o.a. Thematik.
Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es so, dass die Problematik dieser Leute darin besteht, kaum Erfolgserlebnisse zu haben (haben zu können), und glauben, trotzdem erkennbare Erfolge bezüglich der Therapie, der Öffentlichkeit präsentieren zu müssen.
Hier möchte ich explizit bezüglich der Therapieerfolge, die sogenannten Triebtäter hervorheben, deren Erfolg diesbezüglich gen Null tendiert.
Nun kann man eine Grundsätzliche Diskussion beginnen, wessen Gut höher zu bewerten ist: Die Möglichkeit der Resozialisierung oder die Sicherheit der, in diesem Fall, Kinder.?
Das erste ist nur sehr schwer, und man wird, leider, immer wieder eines Besseren belehrt.

Gruß, Rollifern

Resozialisierung findet
in deutschen Gefängnissen und anderen Anstalten
bis zum heutigen Tage gar nicht statt. Die JVAs
sind alle darauf bedacht, einen ruhigen Betrieb
zu führen und wollen keinen Stress. Die „Behandlung“
von Tätern verursacht aber Arbeit, Mühe und Zeit.

Keinem Häftling wird in der Haft gesagt, warum er
sitzt.

Verhält sich ein Häftling „angepasst“, wird er / sie
nach gewisser Zeit entlasssen und alles ist wie
vorher.

Bei Jedem Straftäter/in können wir alle nur beten,
dass die Einsicht / Änderung von allein kommt.

Tragisch in unserem System ist
dabei aber auch die Hirachie.
Wirtschaftskriminelle werden sehr hoch angesehen.
Dann geht es weiter mit Kapitalverbrechern, Mörder pp.
Unten auf der Leiter stehen die DrogenKONSUMENTEN
und dann die Triebtäter.

Triebtäter sind genau so krank wie der Wirtschaftskriminelle

  • oder sind die doch nicht krank; also doch nicht
    behandlungsbedürftig.

Warum also haben wir uns „Gesetzbücher“ geschaffen, in
denen steht, was wir dürfen oder nicht ?
Das heisst, wir haben durch die Schaffung von
Gesetzbüchern viele Dinge untersagt, die Menschen
sonst machen würden.

Einfachstes Beispiel : falsches Parken…

Würden wir die „Uhr zurück drehen“, was wäre
dann ?
Wäre es wieder Diebstahl, wenn wir einfach Essen
in den Mund stecken, welches wir gerade finden,
was würde abgehen ?

Theoretische Diskussion. Stimmt.

Ich bin der Meinung :

  • dass gegen Wirtschaftskriminelle anders vorgegangen
    werden muss. Wer wie Konzerne wie Mercedes, Siemens
    keine Steuern bezahlt, der „betrügt“ mit legalen
    Mitteln auf unser aller Kosten.
    Das mal als Beispiel.

  • Der „wirtschaftliche Schaden“, den eine Triebtäter
    dagegen verursacht, kann man vernachlässigen. Der
    Schaden allerdings, den diese Leute anderen Menschen
    gegenüber verursachen ist nie wieder zu beheben.
    Nein, keine Warnung an Nachbarn usw.
    Aber klare Linie der Beobachtung, längere Inhaftierung
    usw.
    Ich halte diese Menschen für geistig krank. Die Gesellschaft
    muss vor ihnen geschützt werden. Möglicher Weise hilft
    dabei schon ein Sender, um nachvollziehen zu können,
    wo sich der „Vorbestrafte“ aufgehalten hat. Eine Art
    Prävention, um ihm klar zu zeigen : „wir wissen, wo Du
    warst, wenn was passiert. Lass es also!“

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Jetzt ist wieder ein Kind von einem Sexualverbrecher
umgebracht worden, der (frühzeitig) aus der Haft entlassen
wurde. Warum wurden die Nachbarn vor diesem Mann nicht
gewarnt?

Weil wir zum Glück in diesem Land noch keine Prangermethoden wie in UK oder den USA haben. Datenschutz nennt man das auch.

Warum bekommen die Eltern kein Schmerzensgeld von
Richtern und Gutachtern, die doch Verantwortung für den Tod
von wehrlosen Kindern tragen?

Tragen sie die? Ich würde sagen die trägt der, der das Kind umgebracht hat. Eine Amtspflichtverletzung lässt sich wohl kaum nachweisen. Wenn du mit so etwas anfangen würdest, dann müsste auch jeder der von einem vorzeiti entlassen Betrüger wieder betrogen wird seinen Schaden gleich vom Staat ersetzt bekommen usw. Die Entlassung wurde nach rechtsstaatlichen Prinzipien angeordnet, auf der Basis von Gutachten.

Aufforderung zur Straftat?

Was soll das Stammtischgeheule? Sollen die Eltern doch den
Richtern eine Kugel in den Kopf jagen. Da tun sie immer was
Gutes.

@Joker: Ich wäre vorsichtig mit derartigen Äusserungen. Denn hierbei handelt es sich um die Aufforderung zu einer Straftat. Auch in einem Forum liegt hierbei ein strafbewährtes Handeln vor. Deine IP wird vermutlich geloggt. Den Moderator würde ich bitten, derartige Äusserungen hier zu löschen.

Ruhig bleiben.

Denn hierbei handelt es sich um die Aufforderung zu einer Straftat.

Na, könnte da nicht etwas fehlen? Andersherum ist Deine Aussage 100%ig bedenklich.

Aber egal. Fakt ist, daß solche Fragen einfach nerven. Die Leute sollen sich entweder vernünftig und ausführlich mit der Materie beschäftigen oder ruhig sein. Das ist doch alles Bild-Gelaber. Die wollen doch keine vernünftige Antwort, weil sie sie eh nicht verstehen.

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Auch wenn diese Diskussion wirklich eher Stammtischcharakter
hat:

Finde ich eher nicht…

Doch, weil hier radikal ein System zunichte gemacht wird, das unter dem Strich zu lange hat auf sich warten lassen und im Grundprinzip absolut richtig ist. Natürlich hat es Schwachstellen. Aber so läuft der Ansatz nicht konstruktiv, indem man Einzelfälle herausgreift und pauschal alles schlecht macht. So entstehen sinnlose Gesetze.

Auch wenn Richter in der Praxis ja jede
Verantwortung ablehnen.

Würde ich so nicht unterschreiben…

Okay, kein dikussionswürdiger Punkt.

Da die Richter meist
nicht zu ihrer Verantwortung stehen,

Erst jede Verantwortung, jetzt nur noch meist…?

Feinheiten der Sprache, aber gern auch immer und auch nicht wichtig.

Pure Verschwendung von Steuergeldern.

Das wäre zu diskutieren, wenn es so wäre.

Erst stimmt es, dann ist es nicht so? Finde ich diese Feinheit nicht? Weißt Du, was ein Gutachten kostet? Den Job möchte ich haben.

Unter dem Strich sind Fehlprognosen sehr unerfreulich. Aber es
ist zu bedenken, daß dies Einzelfälle sind, die man nicht
ausschließen kann. Im Gegenzug gibt es wahrscheinlich mehr
negative Gutachten, die unhaltbar sind.

Wer will das objektiv Beurteilen?

Ich habe eine Menge Gutachten gelesen. Teilweise wird nur der Name geändert, andere Sachverständige stellen fest, daß es gar kein Gutachten ist und es wird in höherer Instanz zerfetzt. Aber leider viel zu selten.

Gutachter, besonders psychatrische Gutachter, stehen unter
einem enormen Druck, erst recht respektiv o.a. Thematik.
Nach meiner persönlichen Erfahrung ist es so, dass die
Problematik dieser Leute darin besteht, kaum Erfolgserlebnisse
zu haben (haben zu können), und glauben, trotzdem erkennbare
Erfolge bezüglich der Therapie, der Öffentlichkeit
präsentieren zu müssen.

Nein, gute Gutachter tun das genau nicht. Und oft sind die Gutachter gar nicht entsprechend als Therapeut tätig. Der Druck spricht gerade dafür, daß sie sich eher zu sehr davor hüten, eine positive Prognose abzugeben.

Hier möchte ich explizit bezüglich der Therapieerfolge, die
sogenannten Triebtäter hervorheben, deren Erfolg diesbezüglich
gen Null tendiert.

Das stimmt in vielen Fällen.

Nun kann man eine Grundsätzliche Diskussion beginnen, wessen
Gut höher zu bewerten ist: Die Möglichkeit der
Resozialisierung oder die Sicherheit der, in diesem Fall,
Kinder.?
Das erste ist nur sehr schwer, und man wird, leider, immer
wieder eines Besseren belehrt.

Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Natürlich ist jedes Menschenleben uneingeschränkt zu schützen. Nur realistisch müssen wir leider damit leben, daß es nicht möglich ist.
Und man vergißt zu schnell die vielen richtigerweise positiven Gutachten.

P.S.: Entgegen meiner ersten Äußerung zu diesem Thema, die hier einige wohl zu ernst genommen haben - das Thema ließ mich nur Schwachsinn erwarten, entwickelt sich in diesem Board tatsächlich mal eine nicht so unvernünftige Diskussion. Kaum zu glauben.

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Warum bekommen die Eltern kein Schmerzensgeld von
Richtern und Gutachtern, die doch Verantwortung für den Tod von wehrlosen Kindern tragen?

Wieso glaubt eigentlich jeder, dass Schmerzensgeld gezahlt werden muss!!!
Ich finde den Gedanken ekelig, dass man, wenn man gerade sein Kind verloren hat, man hingeht und einen Prozess um Schmerzensgeld führt… Als hätte man nicht viel mehr verloren als ein paar leppische Euro. Es ist grausig und piätetslos angesichts eines solchen Verlustes an Geld zu denken.

Meine Tante hat ihr Kind bei einem Autounfall verloren. Der Fahrer war schwer alkoholisiert. Das gab eine deftige Summe „Schmerzensgeld“, aber meine Tante hat es nicht angenommen. Sie meinte, dass jeder Cent davon Hohn ist und dass der Mensch, der denn Unfall verursacht hat nach Bezahlung des Geldes denken kann, dass er nun alles wieder gut gemacht hat. Das er Aufstehen kann mit dem Gewissen den Schaden bezahlt zu haben.

Hallo Joker,

Nun kann man eine Grundsätzliche Diskussion beginnen, wessen
Gut höher zu bewerten ist: Die Möglichkeit der
Resozialisierung oder die Sicherheit der, in diesem Fall,
Kinder.?
Das erste ist nur sehr schwer, und man wird, leider, immer
wieder eines Besseren belehrt.

Darüber brauchen wir nicht zu diskutieren. Natürlich ist jedes
Menschenleben uneingeschränkt zu schützen.

Wie willst Du die späteren Opfer denn schützen?

Nur realistisch müssen wir leider damit leben, daß es nicht möglich ist.

Stimmt genau. Aber, es gibt nicht gutes, es sei denn man tut es, oder, es ist müßig darüber zu diskutieren…
Jeden ohne Ausnahme, den ich während meiner Tätigkeit in der Forensik habe gehen sehen, wurde berechtigter Weise mit einem „auf Wiedersehen“ verabschiedet. Wer will denn diesen „circulus vitiosus“ unterbrechen?

Und man vergißt zu schnell die vielen richtigerweise positiven
Gutachten.

Nein, die vergesse ich nicht, aber ich bin oft genug desillusioniert worden. Genau hier liegt das Problem. Wieviel „richtigerweise positive“ Gutachten gibt es denn, und wer widerlegt denn die Richtigkeit immer wieder?
Sisyphosgleich wird der Stein immer wieder den Berg hinaufgeschleppt, um dann feststellen zu müssen, dass er doch wieder den Berg hinunterrollt. Die Einsicht etwas nicht ändern zu können, ist oft schwerer, als der Versuch etwas zu ändern.
Betrachten wir es doch ganz nüchtern: Triebtäter sind irreversibel, therapieresistente, chronisch erkrankte Menschen deren Symtomatik leider auch darin besteht, ihren krankhaft gesteuerten Trieb nicht beherrschen zu können…
Also, ich möchte festhalten dass es zweierlei Standpunkte zu diesem Thema geben kann: Man kann immer wieder versuchen ein Erfolgserlebnis zu bekommen, und diese gibt es sicherlich auch in (leider)Ausnahmefällen.
Das aber versuche einmal der Mutter zu vermitteln, die ihr Kind bei dieser, leider fehlgeschlagenen Unternehmung der Resozialisierung, verloren hat. Setze sie an einen Tisch mit dem Gutachter, und lausche dem Argument, dass der Patienten doch eine gute Prognose hatte…
Das ist russisches Roulette!

P.S.: Entgegen meiner ersten Äußerung zu diesem Thema, die
hier einige wohl zu ernst genommen haben - das Thema ließ mich
nur Schwachsinn erwarten, entwickelt sich in diesem Board
tatsächlich mal eine nicht so unvernünftige Diskussion. Kaum
zu glauben.

Na, Du hast ja auch eingangs etwas provokativ gepostet, oder :wink: ?
Eine sachliche Diskussion ohne allzuviel Polemik macht Spass und schließt den gegenseitigen Respekt nicht aus!

Grüße von Rollifern

Moien!

Ganz einfach! Weil den Tätern in D mehr Hilfe entgegengebracht wird als den Opfern - das ist ein Fakt mit dem man in unserem Sozialstaat leben muß.
Abgesehen davon gibt es ja die unendlichen Moralapostel die von Resozialisierung reden und für dieses sind unabhängig davon wieviele Tote und geschändete Frauen/Kinder dies fordert!

Schade, daß die Todesstrafe eines der wenigen Sachen ist die wir nicht von den Amis übernehmen!

Bernd
P.S.: Jaja, ich weiß das jetzt wieder die ganzen Moralapostel kommen, aber wie oben bereits geschrieben nehmen die ja geschändete Kinder, usw… billigend in Kauf
P.P.S.: Un natürlich würde ich allen Nachbarn erzählen wenn ich von nem Kinderschänder wüßte, den ich bin nicht so menschenverachtend, daß ich Täterschutz über Kinderschutz stelle und Kinderschänder haben für einen vernünftig denkenden Menschen keinerlei Rechte mehr!

Mal zu Objektivität:

Die Rückfallquote bei Sexualstraftätern liegt nach einer Studie die man beim BKA findet wie folgt.

5 Jahre:
Sexueller Missbrauch / Vergewaltigung in der eigen Familie unter 20 %
Sexueller Missbrauch / Vergewaltigung im Sozialen Nahbereich unter 35 %
Sexueller Missbrauch / Vergewaltigung „Fremd“ über 45 %

2 Jahre später, konnte man ca. 1/3 nochmals hinzuaddieren.

Anhand dieser Zahlen, frage ich mich ernsthaft - warum man immer noch so versessen darauf ist, die Täter zu therapieren.

Chris

1 „Gefällt mir“

Hallo,
danke - das hört sich in der Tat äußerst bescheiden an.

Gruss
Enno

… wohlgemerkt, es wurden NUR Straftäter einbezogen, die als „therapiert“ galten.

Chris