wenn es um Geldstrafen geht, soll es den Groß- genau so schlimm treffen wie den Kleinverdiener. Der Tagessatz ist das, was der Delinquent an einem Tag verdient.
wenn es um Geldstrafen geht, soll es den Groß- genau so
schlimm treffen wie den Kleinverdiener. Der Tagessatz ist das,
was der Delinquent an einem Tag verdient.
Das stimmt zwar, beantwortet aber nicht die Frage, denn dreißig Tagessätze sind überraschenderweise das, was der Delinquent in einem Monat verdient.
Also versteh ich das jetzt richtig? Wenn jemand nicht so viel verdient, dann
zahlt er 30 Tagessätze a 50 €, und wenn jemand viel verdient zahlt er 15
Tagessätze a 100 €… jetzt so als Beispiel?
Aber warum kann man dann nicht gleich 1500 sagen? Der Betrag bleibt doch der
selbe?
Also versteh ich das jetzt richtig? Wenn jemand nicht so viel
verdient, dann
zahlt er 30 Tagessätze a 50 €, und wenn jemand viel verdient
zahlt er 15
Tagessätze a 100 €… jetzt so als Beispiel?
Nein, wenn jemand viel verdient, bezahlt er auch 30 Tagessätze, aber eben a 100 €.
Aber warum kann man dann nicht gleich 1500 sagen? Der Betrag
bleibt doch der
selbe?
eben nicht, der Vielverdiener bezahlt bei gleicher Strafe (30 Tagessätze) mehr.
Also versteh ich das jetzt richtig? Wenn jemand nicht so viel
verdient, dann
zahlt er 30 Tagessätze a 50 €, und wenn jemand viel verdient
zahlt er 15
Tagessätze a 100 €… jetzt so als Beispiel?
Nein, die Zahl der Tagessätze bleibt gleich. Der mit 100 EUR Tagessatz zahlt 3.000 EUR, der mit 50 EUR entsprechend 1.500 EUR. Die Strafe beträgt in beiden Fällen ein Monats-Nettoeinkommen.
wenn es dem Großen genau so weh tun soll wie dem Kleinen, dann muss er natürlich mehr bezahlen. Nicht die Summe bleibt gleich, sondern die Anzahl der Tagessätze.
Fallstudie: Heute haue ich Dich auf die Wange, dafür brummt mir der Richter 50 Tagessätze auf. 30 Tage hat der Monat (dann rechnet es sich leichter), und da ich im Monat 3.000 Euro verdiene, bin ich damit genau 3.000 / 30 * 50 = 5.000,- Euro ärmer.
Dir reicht das nicht, Du willst Dich rächen und haust mir drei Tage später eine rein. Gleicher Richter, gleiches Urteil: 50 Tagessätze. Du lebst von 600,- Euro im Monat, also beträgt Deine Strafe 600 / 30 * 50 = 1.000,- Euro.
Meine Ohrfeige ist also 5mal wertvoller teurer als Deine. Damit wird erreicht, dass mir als Großverdiener die Strafe im Verhältnis zu meinem Einkommen ebenso weh tut wie Dir.
Alles klar? Gerecht ist das immer noch nicht, aber immerhin wird damit der Idee „Ich darf das, weil ich Geld genug habe“ ein wenig der Riegel vorgeschoben.
Aber warum kann man dann nicht gleich 1500 sagen? Der Betrag
bleibt doch der
selbe?
eben nicht, der Vielverdiener bezahlt bei gleicher Strafe (30
Tagessätze) mehr
Ich denke eben das gerade nicht. Die Zahl der Tagessätze bleibt gleich, nur der Betrag ändert sich. Er zahlt also die gleiche Anzahl Tagessätze, aber betragsmäßig mehr.
Aber ein Selbstständiger haut einem nichtzahlenden Kunden eine rein (um beim Beispiel zu bleiben). Er bekommt seine 50 Tagessätze aufgebrummt. Nur wie hoch sind die? Nach dem letzten Einkommensteuerbescheid? Nach der letzten Gewinnermittlung? Kann sich ja jederzeit ändern, zum Teil sogar ins Negative laufen (kriegt der Selbstständige dann was raus *grins*). Wenn nun der Betrieb schlecht läuft, sagen wir mal wieder ein Hochwasser, dann guggt der Geschlagene eh ins Leere, weil der Unternehmer hat ja kein Geld. Wie berechnet sich also in so einem Fall der „Lohn“ eines Selbstständigen? Ich denke, den letzten Einkommensteuerbescheid kann man mit heranziehen, aber ist denn nicht die aktuelle (beweisbare) finanzielle Situation auch bedeutend?
Wie berechnet sich also in so einem Fall der „Lohn“ eines Selbstständigen?
so isset ehmt im richtigen Lehm: Da sind Sachverstand, Erfahrung und Menschenkenntnis gefragt. Der Richter fragt den Delinquenten nach seinen Einkommensverhältnissen und entscheidet dann, ob er ihm glauben möchte.