Paketzusteller

Hallo zusammen,

in wie weit ist der Mitarbeiter des Paketdienst (DHL, Hermes etc) verpflichtet, dem Kunden ein Paket (also Sendung, die nur gegen Unterschrift abzugeben ist) „hinterherzutragen“?

Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch zu laufen?

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn der Bote generell nur eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten wirft, beim Kunden nicht mal klingelt und der Kunde somit das Paket bei der Hauptstelle abholen muss?

Wie sieht es bei Päckchen aus (wo also niemand gegenzeichnen muss)? Ist es in Ordnung, wenn der Bote diese generell nur ins Treppenhaus legt oder müsste er bei diesen auch bis zum Kunden gehen?

Welche Rechte hat der Kunde beim Paket oder Päckchen und wie könnte er sie durchsetzen?

Ich freue mich auf die Diskussion.

Liebe Grüße
Timid

Hallo,

ich kann leider nicht mit Paragraphen dienen, nur mit meiner Erfahrung in derselben Situation vor ein paar Monaten:

  • er muss klingeln und darf nicht einfach eine Karte einwerfen. In Häusern ohne Aufzug wird das gerne vergessen (kann ich irgendwie verstehen, aber dann hat man sich bei der Berufswahl wohl vertan). Hier hilft eine Beschwerde über den Mitarbeiter (Initialen sind ja auf der Karte). In der Regel wirst Du nicht der erste sein, der sich beschwert.
  • Päckchen dürfen in den Briefkasten geprengelt werden (natürlich darf er sie nicht beschädigen) bzw. in den Hausflur gelegt, sofern dieser nicht für jeden Passanten zugängig ist
  • Pakete dürfen nicht in den Hausflur, sondern nur gegen Unterschrift bei Nachbarn abgegeben werden, oder eben wieder mitgenommen gegen Benachrichtigungskarte

Gruß,

Myriam

Hallo,

in wie weit ist der Mitarbeiter des Paketdienst (DHL, Hermes
etc) verpflichtet, dem Kunden ein Paket (also Sendung, die nur
gegen Unterschrift abzugeben ist) „hinterherzutragen“?

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch
zu laufen?

Natürlich kann man es ihm zumuten. Ist es einem Warenempfänger zuzumuten, sein Paket an der Haustür abzuholen?
Es kommt immer auf die Umstände an. Einer alten Dame trägt man schonmal gerne ein Paket nach oben.
Meistens geht es auch schneller, wenn der Bote das Paket hochträgt.

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn der Bote generell nur
eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten wirft, beim
Kunden nicht mal klingelt und der Kunde somit das Paket bei
der Hauptstelle abholen muss?

Keine Konsequenzen. Es steht da Aussage gegen Aussage. Der Bote wird behaupten, es hat niemand geöffnet. Angesicht der Tatsache, das die Empfänger nur mal eben beim Bäcker waren, mal eben geduscht haben, mal eben gestaubsaugt haben, gerade telefoniert haben usw usw., wird dem Fahrer erfahrungsgemäß auch geglaubt.
Dieses und ähnliches kommt nämlich sehr oft heraus, wenn man bei Beschwerden nachfragt. Der Höhepunkt bei uns war, das ein Warenempfänger ganz empört und verägert anrief und sich beschwerte, er habe auf ein dringendes Paket gewartet und habe dann die Benachrichtigung gefunden. Er war doch höchstens 15 Minuten aus dem Haus. Naja, Uhrzeit der Benachrichtigung und Abwesenheit stimmten überein. Allerdings sei es von dem Fahrer eine Frechheit, nicht ein paar Minuten zu warten. Er verlange jetzt eine sofortige Lieferung…
Hat er natürlich nicht erhalten.

Wie sieht es bei Päckchen aus (wo also niemand gegenzeichnen
muss)? Ist es in Ordnung, wenn der Bote diese generell nur ins
Treppenhaus legt oder müsste er bei diesen auch bis zum Kunden
gehen?

Im Speditionsbereich ist es so, das Waren generell nur gegen Unterschrift ausgehändigt werden dürfen.
Bei den Paketdiensten müsste es genauso sein, denn der Abliefernachweis ist sehr wichtig bei Reklamationen.

Wie es die Post bzw. DHL handhabt weiss ich nicht.

Gruß
roland

Hallo Roland,

in wie weit ist der Mitarbeiter des Paketdienst (DHL, Hermes
etc) verpflichtet, dem Kunden ein Paket (also Sendung, die nur
gegen Unterschrift abzugeben ist) „hinterherzutragen“?

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Aber auch der 3. Stcok ist ja „hinter der Haustür“. Dass er das Paket jemandem auf den Küchentisch legt erwartet wohl kaum jemand.

Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch
zu laufen?

Natürlich kann man es ihm zumuten. Ist es einem Warenempfänger
zuzumuten, sein Paket an der Haustür abzuholen?

Danke! Das mein ich nämlich auch.

Es kommt immer auf die Umstände an. Einer alten Dame trägt man
schonmal gerne ein Paket nach oben.

Unser Zusteller nicht. Es kam sogar schon vor, dass Pakete für uns (3. Stock) im 1. Stock abgegeben wurden. Die Nachbarin kam dann hoch „Ja, ihr ward ja nicht da“, obwohl wir ganz sicher da waren. Der Zusteller ist schlicht und einfach zu faul, hoch zu laufen. Da fast jeder in unserem Haus immer nur die Abholscheine bekommt (in 3 Jahren, die ich hier wohne ist 1x (!) ein Paket hochgebracht worden) ist es doch recht seltsam. Vor allem, wenn man überlegt, dass die Haustür verschlossen ist, der Bote also irgendwo klingeln muss, um ins Haus zu kommen. Aber abgeben kann er es dann nirgends?
Bei Hermes weiß ich sogar, dass viele Zusteller schon im Auto die Karten schreiben („Nicht angetroffen“), noch bevor sie zu den Kunden gehen. Das wird meist bei Reklamationen so gemacht.

Meistens geht es auch schneller, wenn der Bote das Paket
hochträgt.

Ja, klar. Weil man zB bei uns erst mal in die Innenstadt muss, um zur Post zu kommen. Mit dem Auto kommt man da gar nicht hin, bzw. fallen Parkgebühren an. Aber auch für jeden Fußgänger ist es eine halbe Weltreise, weil die Post einfach unheimlich schlecht zu erreichen ist.

Welche Konsequenzen kann es haben, wenn der Bote generell nur
eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten wirft, beim
Kunden nicht mal klingelt und der Kunde somit das Paket bei
der Hauptstelle abholen muss?

Keine Konsequenzen. Es steht da Aussage gegen Aussage. Der Bote
wird behaupten, es hat niemand geöffnet.

Was eine unsinnige Aussage ist, wenn man nur dann ins Haus kommt (zum Karte einwerfen), wenn man die Tür geöffnet bekommt. Und wenn einen jemand ins Haus lässt könnte man auch dort das Paket abgeben, oder nicht?
:Angesicht der Tatsache,

das die Empfänger nur mal eben beim Bäcker waren, mal eben
geduscht haben, mal eben gestaubsaugt haben, gerade telefoniert
haben usw usw., wird dem Fahrer erfahrungsgemäß auch geglaubt.

So, wie sieht das denn aus, wenn mehrere Leute behaupten, zu Hause zu sein (in der Wohnung, für die das Paket bestimmt war und auch in anderen Wohnungen im Haus -> Wieder muss ja irgendwie die Tür geöffnet worden sein)?

Dieses und ähnliches kommt nämlich sehr oft heraus, wenn man bei
Beschwerden nachfragt. Der Höhepunkt bei uns war, das ein
Warenempfänger ganz empört und verägert anrief und sich
beschwerte, er habe auf ein dringendes Paket gewartet und habe
dann die Benachrichtigung gefunden. Er war doch höchstens 15
Minuten aus dem Haus. Naja, Uhrzeit der Benachrichtigung und
Abwesenheit stimmten überein. Allerdings sei es von dem Fahrer
eine Frechheit, nicht ein paar Minuten zu warten. Er verlange
jetzt eine sofortige Lieferung…

Naja, das ist ja wirklich eigene Dummheit. Aber es geht ja eben darum, wenn wirklich Leute zu Hause waren und dringend auf dieses Pakt gewartet haben. Wenn sie in der Zeit weder duschen noch telefonieren noch beim Bäcker o. ä. waren.

Hat er natürlich nicht erhalten.

Bei dem Beispiel völlig gerechtfertigt.

Im Speditionsbereich ist es so, das Waren generell nur gegen
Unterschrift ausgehändigt werden dürfen.
Bei den Paketdiensten müsste es genauso sein, denn der
Abliefernachweis ist sehr wichtig bei Reklamationen.

Wie es die Post bzw. DHL handhabt weiss ich nicht.

Bei normalen Päckchen muss niemand gegenzeichnen, nur bei Paketen. Daher ja meine Frage.

Prinzipiell bin ich einfach der Ansicht, dass ein Kunde das Recht hat, seine Pakete (lassen wir die Päckchen mal außen vor) bis an die Tür gebracht zu bekommen. Was mich an der ganzen Sache so furchtbar aufregt ist, dass ja definitiv jemand die Tür geöffnet haben muss, sonst hätte die Karte nicht im Briefkasten landen können, da die Kästen nicht von außen zu erreichen sind.
Wenn ein Bote ‚mal’ keine Lust hat hoch zu laufen kann ich das sogar nachvollziehen, jeder hat mal nen miesen Tag, keinen Bock etc. Aber wenn es eben zur Regel wird, dass nur die Abholkarten eingeworfen werden und bei der entsprechenden Partei nicht mal geklingelt wird geht mir die Hutschnur hoch. Und dieses Verhalten können alle Parteien im Haus bestätigen.

Eine Beschwerde ist heute erfolgt, die Sache „wird geprüft werden und ggf. werden Konsequenzen folgen“ (Haha), die Konsequenzen werden auch folgen… schließlich gibt es genug andere Unternehmen, die sich über Aufträge freuen.

Liebe Grüße
Timid

Hallo Myriam,

ich kann leider nicht mit Paragraphen dienen, nur mit meiner
Erfahrung in derselben Situation vor ein paar Monaten:

Paragraphen sind auch nicht soooo wichtig, es geht eher um das normale Verhalten, was man „erwarten“ kann. Wie ich zB beim Friseur erwarte, dass er nach der halben Frisur nicht einfach den Laden dicht macht oder wie ich im Kino erwarten kann, dass nicht nur der halbe Film gezeigt wird, etc. Paragraphen gibt es für solche Dinge wohl auch nicht, aber als Kunde kann man eben ein bestimmtes Verhalten erwarten. Darum geht es mir.

  • er muss klingeln und darf nicht einfach eine Karte einwerfen.

Geklingelt hat er offensichtlich, sonst hätte er die Karte nicht einwerfen können (Briefkästen sind nur von innen erreichbar), aber definitiv nicht beim Empfänger. Der war nämlich zu Hause (hat das Paket dringend erwartet) und taub ist er nicht.

In Häusern ohne Aufzug wird das gerne vergessen (kann ich
irgendwie verstehen, aber dann hat man sich bei der Berufswahl
wohl vertan).

Ja, ich kann es auch verstehen. Und auch, wenn es ‚mal’ passiert. Denn jeder hat mal nen miesen Tag o.ä., und wenn ich mir denke, was sich sojemand jeden Tag anhören darf („Warum kommt das denn jetzt erst, ich warte schon 5 Wochen drauf“, „Das ist aber kaputt, das können Sie wieder mitnehmen“ etc.) verstehe ich es sehr gut, wenn man mal ne Ausnahme macht, und die Leute absichtlich nicht antrifft. Nur leider ist es bei diesem Zusteller die Regel, da regt sich das ganze Haus schon seit einigen Jahren so extrem drüber auf, dass viele Leute sich gar nichts mehr schicken lassen. Wenn man ohnehin jedes Mal ind die Stadt muss, um das Paket abzuholen kann man sein Zeug auch gleich anders kaufen.
:Hier hilft eine Beschwerde über den Mitarbeiter

(Initialen sind ja auf der Karte). In der Regel wirst Du nicht
der erste sein, der sich beschwert.

Nein, der erste sicherlich nicht (siehe oben: das ganze Haus), und auch nicht das erste Mal. In 3 Jahren, die ich hier wohne kam erst 1 Paket bis vor die Haustür, sonst gab es immer nur die Abholkarten. Und das wie gesagt wenn ohnehin jemand die Tür geöffnet haben muss, damit die Karte in den Kasten kommt. Da frage ich mich, warum es so schwer ist, das Paket dem Nachbarn zu geben. Wir haben manche Leute, die sind am Tag immer zu Hause (ein Ehepaar arbeitet nur nachts, eine 90 jährige Frau hat das Arbeiten aufgegeben :smile: und es wäre für die Kunden doch viel leichter zum Nachbarn zu gehen als bis zur Post zu fahren, Parkgebühren zu zahlen etc.

  • Pakete dürfen nicht in den Hausflur, sondern nur gegen
    Unterschrift bei Nachbarn abgegeben werden, oder eben wieder
    mitgenommen gegen Benachrichtigungskarte

Und ich frage mich eben immer noch, warum es so schwer ist, es beim Nachbarn abzugeben…

Liebe Grüße
Timid

Hallo nochmal,

da sind anscheinend ein paar Dinge falsch rübergekommen.
Ich bin im Speditionsbereich tätig und versuche mal ein paar Erfahrungswerte zu erläutern.

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Aber auch der 3. Stcok ist ja „hinter der Haustür“. Dass er
das Paket jemandem auf den Küchentisch legt erwartet wohl kaum
jemand.

Im Speditionswesen bedeutet die erste abschliessbare Tür die Haustür und nicht die Wohnungstür. Das aucuh nur, wenn es möglich ist die Ware dorthin zu verfrachten. Deswegen ist davon auszugehen, das der Empfänger der Ware sich dahin begeben und die Ware dort annehmen muß.
Man muß da allerdings zwischen Paketdienst (Päckchen und Pakete bis max.ca.40 kg) und Spedition (von 5 kg bis 1000kg und mehr) unterscheiden, obwohl auch Paketdienste als Speditionen gelten.
Speditionen haben da ihre Richtlinien, die sich immer mehr angegleicht haben.
Ausnahme ist die Post und deren Transporteure, wie DHL.
Ob sie die Päckchen einfach ablegen dürfen weiß ich nicht, wird aber oft so gehandhabt. Offensichtlich gibt es da andere Richtlinien als bei den Spediteuren.

Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch
zu laufen?

Natürlich kann man es ihm zumuten. Ist es einem Warenempfänger
zuzumuten, sein Paket an der Haustür abzuholen?

Danke! Das mein ich nämlich auch.

Falsch verstanden. Zumuten kann man es dem Boten, ob er es muß ist eine andere Frage. Da gibt es dann Fahrer, die wissen, das sie es laut ihren Speditionsrichtlinien und Fahrerweisungen nicht müssen, die sich auch daran halten. Die warten dann unten und wenn dann keiner erscheint, schreiben sie eine Benachrichtigung oder wie im Falle der Post, sie legen die Ware in dem Hausflur ab.
In manchen Fällen ist es nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, das ein Paketdienstfahrer 100 und mehr Anlieferstellen hat und nicht die Zeit hat, großartig auf jemanden zu warten oder die Treppen hoch zu steigen.
Gut, es mag vorkommen, das ein Fahrer einfach keine Lust hat, wenn man aber bedenkt wieviele Treppen er im Laufe des Tages steigen muß, ist es auch verständlich.

Wenn es denn aber Fahrer gibt, die das freiwillig machen, darf man nicht pauschalisieren und daraus schliessen, das es jeder machen muß.

Beispiel: Einer der Fahrer bringt zu einem Privatkunden eine Palette Wein mit 30 Kartons. Der Empfänger bestimmt nun, das die Kartons in die Wohnung getragen werden sollen. Der Fahrer kann nun mit dem Hubwagen die Palette nicht zur Tür bringen, weil sich dazwischen eine Stufe befindet. Das bedeutet also abpacken der Kartons. Der Fahrer sagt, nö, mach ich nicht, muss ich auch nicht. Und damit hat er Recht.
Es heisst zwar hinter die erste verschliessbare Tür, aber nur wenn es möglich ist und abpacken muß er nicht, auch wenn viele Privatleute es glauben.

Was ich eigentlich damit sagen will, der Kunde weiß im Prinzip nichts, denkt aber er wüsste alles und dürfte damit über die Arbeitskraft der Fahrer verfügen.

Wie kommst du eigentlich darauf, das der Bote das Paket zu dir nach oben tragen muß?

Gruß
roland

Hallo Timi und Hallo Roland,

das meiste hat Dir Roland ja schon wunderbar erklärt…

Ich möchte jetzt nur ergänzend zu den Paketdiensten (DHL(POST)und die
anderen) sagen,daß diese Fahrer ja nicht nur zustellen,sondern auch
Sendungen abholen bei Firmen und Kunden.Von daher fehlt denen einfach
die Zeit,sich lange mit einem Empfänger zu beschäftigen…

mfg

Frank

Auch nochmal Hallo,

da sind anscheinend ein paar Dinge falsch rübergekommen.
Ich bin im Speditionsbereich tätig und versuche mal ein paar
Erfahrungswerte zu erläutern.

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Aber auch der 3. Stcok ist ja „hinter der Haustür“. Dass er
das Paket jemandem auf den Küchentisch legt erwartet wohl kaum
jemand.

Im Speditionswesen bedeutet die erste abschliessbare Tür die
Haustür und nicht die Wohnungstür.

Das hatte ich auch so verstanden.

Das aucuh nur, wenn es
möglich ist die Ware dorthin zu verfrachten. Deswegen ist
davon auszugehen, das der Empfänger der Ware sich dahin
begeben und die Ware dort annehmen muß.

Auch nicht das Problem, nur in diesem Fall wurde dem Empfänger ja nicht mal mitgeteilt, dass er Ware bekommt. Vom Empfänger ist wohl kaum zu erwaten, dass er von morgens 8 bis nachmittag 16 Uhr am Fenster (oder vor der Haustür) steht und auf den Paketwagen wartet, oder?

Man muß da allerdings zwischen Paketdienst (Päckchen und
Pakete bis max.ca.40 kg) und Spedition (von 5 kg bis 1000kg
und mehr) unterscheiden, obwohl auch Paketdienste als
Speditionen gelten.

Ich habe bisher nur Erfahrungen mit Hermes und DHL gemacht (wo ich selbst Auftraggeber war, bekommen habe ich auch schon Sachen von DPD - die kommen immer hoch!).

Speditionen haben da ihre Richtlinien, die sich immer mehr
angegleicht haben.
Ausnahme ist die Post und deren Transporteure, wie DHL.
Ob sie die Päckchen einfach ablegen dürfen weiß ich nicht,
wird aber oft so gehandhabt. Offensichtlich gibt es da andere
Richtlinien als bei den Spediteuren.

Ja, offensichtlich. Hängt wahrscheinlich schlicht mit der Versicherung zusammen. Päckchen (DHL) sind nicht versichert und ob die nun im Paketwagen oder im Treppenhaus verschwinden ist ja nicht nachvollziehbar… :smile:

Ist es einem Zusteller zuzumuten, zu Fuß in den 3. Stock hoch
zu laufen?

Natürlich kann man es ihm zumuten. Ist es einem Warenempfänger
zuzumuten, sein Paket an der Haustür abzuholen?

Danke! Das mein ich nämlich auch.

Falsch verstanden. Zumuten kann man es dem Boten, ob er es muß
ist eine andere Frage. Da gibt es dann Fahrer, die wissen, das
sie es laut ihren Speditionsrichtlinien und Fahrerweisungen
nicht müssen, die sich auch daran halten. Die warten dann
unten und wenn dann keiner erscheint, schreiben sie eine
Benachrichtigung oder wie im Falle der Post, sie legen die
Ware in dem Hausflur ab.

Wenn der Empfänger weiß, dass ein Bote unten wartet ist es auch kein problem nach unten zu gehen. Bei „meinem“ Boten geht es jedoch darum, dass er generell nicht bei der Partei klingelt für die die Ware bestimmt ist und somit der Empfänger auch nicht unten erscheinen kann.

In manchen Fällen ist es nicht verwunderlich, wenn man
bedenkt, das ein Paketdienstfahrer 100 und mehr
Anlieferstellen hat und nicht die Zeit hat, großartig auf
jemanden zu warten oder die Treppen hoch zu steigen.

Habe ich durchaus Verständnis für, aber ist es Kunden zuzumuten zu Hause auf den Boten zu warten (extra nichts zu tun, damit man ihn ja nicht verpasst) und dann trotzdem zur Abholstelle zu fahren, weil der Bote einfach nicht beim Empfänger klingelt? Wie gesagt wäre es kein Problem eben runter zu laufen um das Paket entgegenzunehmen aber dazu bekommt der Kunde in diesem Fall ja nicht einmal die Chance.

Beispiel: Einer der Fahrer bringt zu einem Privatkunden eine
Palette Wein mit 30 Kartons. Der Empfänger bestimmt nun, das
die Kartons in die Wohnung getragen werden sollen. Der Fahrer
kann nun mit dem Hubwagen die Palette nicht zur Tür bringen,
weil sich dazwischen eine Stufe befindet. Das bedeutet also
abpacken der Kartons. Der Fahrer sagt, nö, mach ich nicht,
muss ich auch nicht. Und damit hat er Recht.

Das ist ja auch vollkommen ok. Aber diesem Boten (und auch einigen Leuten von Hermes) ist es schon zu anstrengend, das Paket aus dem Auto zu holen und bis zur Tür zu bringen. Die nehmen dann nur die Karte mit - die ist ja leichter.

Es heisst zwar hinter die erste verschliessbare Tür,
aber nur wenn es möglich ist und abpacken muß er nicht,
auch wenn viele Privatleute es glauben.

Nein, das habe ich auch nicht geglaubt. Habe ich ehrlich gesagt aber auch noch nie so drüber nachgedacht, ich bestelle so selten „große“ Sachen.

Was ich eigentlich damit sagen will, der Kunde weiß im Prinzip
nichts, denkt aber er wüsste alles und dürfte damit über die
Arbeitskraft der Fahrer verfügen.

Das tun oft genug auch die Verkäufer. ZB Otto (Hermes Versand) wirbt damit, dass sie alles bis in die Wohnung bringen. Dann geht der Kunde automatisch davon aus, dass er es bis in die Wohnung bekommt und nach den versprechen des Händlers stimmt es auch. Dass ein armer Hermes - Fahrer dabei ganz schön strapaziert wird steht denke ich außer Frage.

Wie kommst du eigentlich darauf, das der Bote das Paket zu dir
nach oben tragen muß?

Es geht ja nicht mal ums hochtragen. Es geht darum, dass der Bote prinzipiell nie bei der Partei klingelt für die das Paket bestimmt ist, denn der Kunde könnte ja zu Hause sein und eventuell eben nicht herunterkommen. Der Bote gibt dem Kunden keine Chance sein Paket in Empfang zu nehmen, er wirft nur die Karte ein. Somit kann der Kunde warten bis er schwarz wird und muss sich sein Paket am nächsten Tag doch wieder abholen. Das finde ich eben nicht ok. Ich erwarte einfach, dass bei mir geklingelt wird, wenn für mich etwas abzugeben ist (oder das Paket beim Nachbarn abgegeben wird, falls ich nicht da bin. Das muss nicht der Nachbar neben mir sein, das kann auch der sein, der ganz unten wohnt), es wäre dann auch kein Problem für den Fahrer zu rufen, dass man bitte runterkommen soll, wenn er keine Treppen steigen will. Aber eben das passiert ja alles nicht, es kommt nur die Karte in den Kasten und der Kunde ist der Gear***te.

Liebe Grüße
Timi

Hallo,

Unser „Zusteller“, der offensichtlich an chronischer Überlastung oder meinetwegen auch Faulheit litt, wurde von uns quasi auf frischer Tat ertappt (nicht geklingelt, einfach Karte eingeworfen). Wir haben eine sehr große Wohnung, sahen den Boten kommen, rasten zur Tür, da hatte er schon den Rückzug angetreten …ohne zu klingeln. Seine lapidare Antwort: Um die Uhrzeit ist eh nie jemand zuhause (Notiz am Rande: drei von fünf Mietern arbeiten in Wechselschicht, es ist also fast immer „jemand“ da). Seit unserer Beschwerde werden Päckchen in 99 Prozent aller Fälle bei unseren befreundeten Nachbarn abgegeben (sofern wir nicht da sind) oder im Hausflur abgelegt.

Ach ja, der Zusteller ward nicht mehr gesehen.

Daisy

Hallo,

in wie weit ist der Mitarbeiter des Paketdienst (DHL, Hermes
etc) verpflichtet, dem Kunden ein Paket (also Sendung, die nur
gegen Unterschrift abzugeben ist) „hinterherzutragen“?

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Falsch - das gilt für Speditionen - aber nicht für Zustelldienste die quasi Postaufgaben übernehmen! Die müssen frei Verwendungsort zustellen (wie ich nach leidvoller Erfahrung mit einem zusteller, der ebenfalls alles nur hinter die Haustür schmiß durch dessen Spedition erfuhr!)

Die Fahrer behaupten gerne, nur hinter die 1. absperrbare Tür, weil sie aus Speditionen kommen und auch unter Zeitdruck stehen. Ein Fahrer diskutierte sogar mit seinem Chef am Telefon rum, als ich in der zentrale anrief und Zustellung in mein Büro verlangte.

Es werden auch gern mal Pakete einfach hingelegt und die Unterschrift gefälscht (anders kann man es ja nicht nennen, wenn eine Unterschrift auf der Quittung ist, die ich definitiv nicht geleistet habe!).

Es hilft nur: Reklamieren, reklamieren reklamieren!

Mir wurde gesagt: die Fahrer müssen notfalls das Kopierpapier aus der Lieferung sogar bis in die Materialkammer tragen!

Inzwischen klappts bei uns - wahrscheinlich steht im Auftragsbuch als Vermerk für uns „Zicke aus dem 2. Stock“ drin…

Grüße

Wendy

Hallo,

Üblicherweise hinter die erste verschliessbare Tür.
In einem Mietshaus wäre das der Haustürbereich.

Falsch - das gilt für Speditionen - aber nicht für
Zustelldienste die quasi Postaufgaben übernehmen! Die müssen
frei Verwendungsort zustellen (wie ich nach leidvoller
Erfahrung mit einem zusteller, der ebenfalls alles nur hinter
die Haustür schmiß durch dessen Spedition erfuhr!)

Es gibt m.W. nur eine Spedition, die Postaufgaben übernimmt und das ist DHL. Wieweit ihre Aufgaben geben, weiß ich nicht.
Alle anderen Paketdienst sind so gesehen auch Speditionen.
Hermes z.B. arbeitet für Quelle oder Otto, weiss ich nicht genau, sie müssen daher die Waschmaschinen ect. in die Wohnung tragen, was ja auch logisch ist. Das ist dann aber ein Servcice von dem Versandhaus und in den Vertragsbedingungen mit dem Paketdienst eingebunden.

Die Fahrer behaupten gerne, nur hinter die 1. absperrbare Tür,
weil sie aus Speditionen kommen und auch unter Zeitdruck
stehen. Ein Fahrer diskutierte sogar mit seinem Chef am
Telefon rum, als ich in der zentrale anrief und Zustellung in
mein Büro verlangte.

War es eine Spedition oder ein DHL Fahrer?
Mit dieser Behauptung hat der Fahrer sogar Recht, wenn es der Fahrer dann doch machen muß, liegt es an der Kundenfreundlichkeit des Sped. Disponenten. Die versprechen dem Kunden meist alles, wenn es darum geht ihn nicht zu verlieren.
Dennoch, Pflicht ist es nicht, höchstens ein Entgegenkommen.

Es werden auch gern mal Pakete einfach hingelegt und die
Unterschrift gefälscht (anders kann man es ja nicht nennen,
wenn eine Unterschrift auf der Quittung ist, die ich definitiv
nicht geleistet habe!).

Nunja, schwarze Schafe gibt es überall.

Es hilft nur: Reklamieren, reklamieren reklamieren!

Mir wurde gesagt: die Fahrer müssen notfalls das Kopierpapier
aus der Lieferung sogar bis in die Materialkammer tragen!

Wer hat das gesagt? Und wie war die Vereinbarung mit dem Absender?
Es gibt auch bei Speditionen die Möglichkeit des Regalservices, das wird aber selten in Anspruch genommen, weil diesen Service der Absender bezahlen muß.

Man darf hier einiges nicht durcheinander werfen.
Muss es der Fahrer oder macht er es freiwillig?
Muss es der Fahrer nicht und er macht es nur, weil seine Sped. es verlangt?
Macht es der Fahrer generell nicht, weil er weiss was er muß und was nicht? Dann dürfte er seinen Job auch bald los sein.
Gibt es vertragliche Vereinbarungen zwischen Absender und Empfänger, wie etwa Regalservice? Das zahlt wie gesagt dann der Absender und der Fahrer ist dann dazu verpflichtet. Nochmal, das wird aber selten in Anspruch genommen. Es sieht so aus, das Leistungen vom Fahrer gerne kostenlos in Anspruch genommen werden, sobald es aber ans bezahlen geht, verzichtet man dann darauf.

Bei uns wurde diese Problematik ganz gut geregelt.
Der Fahrer muß nichts machen, wofür er nicht bezahlt wird.
Dabei kommt es auf den Einzelfall an, in manchen Fällen hilft der Fahrer freiwillig und gerne, jenachdem wie er angesprochen wird.
Merke, der Ton macht die Musik.
Ist Regalservice vereinbart, erhält die Spedition den vereinbarten Preis, wovon der Fahrer einen Teil selber bekommt.
Ist dieser Service nicht vereinbart und der Empfänger hat Extrawünsche, wird er vom Fahrer darauf hingewiesen, das dieser Service kostenpflichtig ist. Meist verzichtet der Kunde dann darauf.
Damit sind wir bisher ganz gut klargekommen.

Ich räume aber ein, das andere Speditionen und Paketdienste wie DPD, GPS und andere das anders handhaben. Es liegt dort auch an der Bezahlung der Fahrer. Erfahrungsgemäß sind diese Fahrer dermaßen unterbezahlt, das für Kundenfreundlichkeit beim Fahrer einfach die Motivation fehlt. Ich gehe davon aus, das hier genannte Beschwerden oft und meistens diese Paketdienste betreffen.

Gruß
roland

Hallo ROland,

ich rede hier von Paketdiensten wie

UPS, DPD (das ist der, mit dem ich immer Ärger habe/hatte - inzwischen läuft es).

Die müssen wirklich hochtragen und ins Kämmerchen tragen - damit werben sie nämlich ihre Versandkunden an. Die leisten hier Paketdienste und nicht Speditionsdienste.

Die Artikel werden ja hier auch gegen Unterschrift ausgehändigt - was da hochtragen voraussetzt.

Grüße

Wendy

Hallo Timi,
bei mir spart sich der Zusteller sogar den Karteneinwurf. Ich bekomme die Benachrichtigung per Briefpost zugeschickt. Meine Beschwerdeanrufe haben immer zur Folge, dass ich das was ich telefonisch mitgeteilt habe, dann nochmal schriftlich bekomme. Für´s nächste Mal habe ich mir aber überlegt, zumindest die Telefonkosten erstattet haben zu wollen. Ich werde berichten…
Gruss, Ulliwilli

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo nochmal,

hier die Stellungnahme zur Beschwerde über den Boten von dessen Arbeitgeber:
________________________________
Sehr geehrter Herr XYZ,
vielen Dank für Ihre Anfrage vom xx.xx.2004. Es tut uns leid, dass wir Sie mit unserem Service nicht zufrieden stellen konnten und es im Zusammenhang mit Ihrer Sendung zu Qualitätsmängeln gekommen ist.

Da es unser oberstes Ziel ist, unsere Kunden mit der größtmöglichen Zuverlässigkeit zufrieden zu stellen ist Ihre Beschwerde ein bedauerliches Vorkommnis. Insbesondere für Sie als Kunden, aber auch für uns als Dienstleistungsunternehmen.

Wir versichern Ihnen, dass wir alles dafür tun werden, Sie auch in Zukunft wieder gewohnt zuverlässig zu bedienen. Für die entstandenen Unannehmlichkeiten entschuldigen wir uns und bitten um Ihr Verständnis.
_______________________________

Nicht mal eine eigenhändige Unterschrift drunter. Daher kann man sich wohl denken, wie ernst das Schreiben gemeint ist. Aber na ja, wenigstens ist die Beschwerde angekommen… mehr kann man wohl auch nicht erwarten.

Ich danke für die Diskussion.

Liebe Grüße
Timid