Pferderecht

Hallo,

mein Pferd hat einen Sehnenabriss an zwei Stellen vom Knochen mit Knochenabsplitterung. Mein Tierarzt mein es kommt vom tiefen Boden in der Halle. Kann ich Schadenersatzanspruch an den Stallbesitzer stellen, weil er keinen „Pferdegerechten“ Boden in der Halle hat?

Vielen Dank.
Gruß
Simone

Hallo, Simone,
da bin ich doch eben tief ins Grübeln geraten.
Ist das Pferd auf eigenen Wunsch in der Reithalle herumgelaufen?
Hat es nicht irgendein Mensch dorthin geführt und müßte nicht dieser Mensch ausreichend Pferdeverstand gehabt haben, festzustellen, dass das Pferd mit diesem Hallenboden Probleme hat?
Und jetzt ist es der Besitzer der Halle schuld?
Immer noch beim Grübeln
Eckard

Hallo Eckard,

Und jetzt ist es der Besitzer der Halle schuld?

da komm ich auch ins Grübeln.
Sollte man sich nicht darauf verlassen können, das ein Besitzer einer Reithalle genau weiß, wie der Boden beschaffen sein muß?
Schliesslich prüfe ich auch nicht den Boden, bevor ich eine Squashhalle miete. Soviel Sachverstand sollte ein Betreiber eigentlich haben.

Zu prüfen wäre jetzt noch, ob bereits mehrere Pferdebesitzer bzw. deren Pferde Probleme mit dem Boden hatten.
Ich bin zwar nur Laie, gehe aber davon aus, das in diesem Fall der Besitzer Schadensersatzpflichtig wäre.

Gruß
roland

Hallo Eckard,

ich habe sie in der Halle selber geritten. Ist es vielleicht zuviel verlangt, wenn man monatlich 307 EUR an Stallmiete bezahlt, dass man einen Hallenboden bekommt worauf man reiten kann? Klar hab ich gemerkt, dass der Boden für kein Pferd was ist. Deshalb bin ich ja auch 3 Wochen kaum darin geritten. Aber irgendwann ist es draußen einfach zu nass zum Reiten. Nur weil der Stallbesitzer kein Geld für einen pferdegerechten Boden hat und stattdessen Kiesgrubensand benützt, sehe ich nicht ein, dass ich die Kosten tragen soll.

Gruß
Simone

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Roland,

der Besitzer der Anlage ist ein Pferdewirtschaftsmeister in Zucht und Haltung. Da gehe ich eigentlich schon davon aus, dass er weiß was er macht…
Ein weiteres Pferd hat bereits auch gelahmt, aber sie haben es ein paar Tage stehen lassen. Als der Tierarzt kam, war die Lahmheit weg.
Ich habe bereits den Stall gewechselt, deshalb weiß ich nicht, ob noch mehr Pferde lahmen. Sehnenverletzungen, die durch tiefen Boden entstehen kommen nicht sofort.

Gruß
Simone

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Nur
weil der Stallbesitzer kein Geld für einen pferdegerechten
Boden hat und stattdessen Kiesgrubensand benützt, sehe ich
nicht ein, dass ich die Kosten tragen soll.

Und deswegen lässt du es zum Schaden kommen und riskierst, dass die Tiere sich verletzen? Mal vom Menschlichen (bzw. „Tierischen“) abgesehen, würde ich da sofort zumindest an ein Mitverschulden deiner Seite denken. Du wusstest es und hast die Pferde trotzdem geritten.

Na super.

Levay

Klar hab ich gemerkt, dass der Boden für kein Pferd was
ist.

Hm, wenn das so ist, kann man ein Mitverschulden deinerseits nicht ausschliessen.
Mal von der moralischen Seite abgesehen, überlege mal wie ein Richter hier urteilen würde. Du hast von der schlechten Beschaffenheit des Bodens gewusst und dein Pferd trotzdem dort laufen lassen.
Der Betreiber kommt in diesem Fall wohl mindestens teilweise davon.
Wie gesagt ist es nur eine Laienmeinung.

Gruß
roland

hi

Und jetzt ist es der Besitzer der Halle schuld?

Sollte man sich nicht darauf verlassen können, das ein
Besitzer einer Reithalle genau weiß, wie der Boden beschaffen
sein muß?

nein darauf kann man sich deshalb nicht verlassen, weil das Anlegen eines bereitbaren Bodens erstens eine Wissenschaft für sich ist undes dazu 100.000 Meinungen gibt ausserdem muss der Boden für dressurreiter andere qualitäten haben als für springreiter, für diese wiederum anders als für Western Pleasure Reiter - für die wieder anders als für Western Reining Reiter …

Jeder Reitbodenhersteller hat andere Zusammensetzungen. Der Stallbesitzer stellt die Halle den Reitern zur Verfügung zwingt aber ja niemanden den bereitgestellten Boden auch zu nutzen. Unserreitplatz ist ganz jährig nicht nutzbar*schulterzuck* geh ich halt insgelände - unsere halle ist im winter auch immer mal 3 - 4 tage die Woche nicht nutzbar (holperig eingefroren) … also gehe ich im Winter ins Gelände (auch nachts und auch bei eis / schnee / regen)

Wenn ich mich für einen Stellplatz in einem Stall interessiere prüfe ICH zuerst den Boden der Reithalle und der Aussenplätze - sagen die mir nicht zu stelle ich mein Pferd dort nicht ein

Schliesslich prüfe ich auch nicht den Boden, bevor ich eine
Squashhalle miete. Soviel Sachverstand sollte ein Betreiber
eigentlich haben.

du wirst aber auch nicht den Betreiber auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verklagen wenn du umknickst, oder ??

ausserdem gehört es zum Allgemeinwissen eines REITERS dass tiefe böden für Sehnen gefährlich sein KÖNNEN (die meisten Pferde stecken es gut weg, wenn sie nicht gerade hypersensibel sind und langsam daran gewöhnt werden )

Ich bin zwar nur Laie, gehe aber davon aus, das in diesem Fall
der Besitzer Schadensersatzpflichtig wäre.

ziemlich sicher nicht - sie wusste von dem schlechten Boden und hat ihn trotzdem genutzt - der richtige Weg wäre gewesen den stallbesitzer schriftlich auf den unbenutzbaren Boden hinzuweisen und wenn das Nutzen der Halle im Einstellvertrag mit aufgeführt ist, die Boxenmiete antsprechend zu mindern bis der Mangel behoben ist (wahrscheinlich bekommt sie dann sofort die Kündigung - aber das ist das Risiko) - ansonsten steht es jedem Einsteller frei sich nach einen anderen stall umzusehen der bessere Trainingsbedinungen bietet

gemietet wie gesehen …

Gruß Hexerl

hi

mein Pferd hat einen Sehnenabriss an zwei Stellen vom Knochen
mit Knochenabsplitterung. Mein Tierarzt mein es kommt vom
tiefen Boden in der Halle.

ist dein TA Gutachter ? Würde er dir das auch schriftlich geben ???(würde mich sehr wundern) wenn der Boden so tief ist, warum hast du dein Pferd dort eingestellt ?

warum bist du in die Halle gegangen obwohl du weisst dass der Boden zu tief ist ? Wobei Knochenabsplitterungen eher untypisch sind für Sehnenverletzungen durch zu tiefen Boden

war das Pferd allein in der Halle ? ist es beim Reiten passiert ? beim Freilaufen? beim Springen ? beim Dressurreiten ? hast du gamaschen dran gehabt ?

Kann ich Schadenersatzanspruch an den Stallbesitzer stellen, weil er
keinen „Pferdegerechten“ Boden in der Halle hat?

ich denke eher nicht.

Das ist als würdest du einen Tankstellenbesitzer auf Schadensersatz verklagen weil du deinen Normalbenziner an der Dieselzapfsäule vollgetankt hast und jetzt einen Motorschaden hast

Du wurdest nicht gezwungen den Boden zu nutzen - du hast die Halle freiwillig mit deinem pferd zusammen betreten und dein Pferd auf dem zu tiefen Boden gearbeitet wohl wissend dass tiefer Boden Sehnenschäden provozieren KANN.

Gruß Hexerl

Rehi,

nun, ich muß zugeben, das meine Antwort nur meine persönliche Meinung darstellt(e), da ich auf diesem Gebiet wenig bis keine Ahnung habe.
Wie ich aber bereits in der 2. Antwort an Simone schrieb, sehe ich ein, das es ihr eigenes Verschulden ist, das Pferd dort zu reiten, obwohl sie von dem schlechten bzw. unpassenden Boden wusste. Das ist dann eben ihr Pech, bzw. ganz besonderes Pech für das Pferd.
Danke aber für den Einblick in den Pferdesport.

Grurß
roland

oh es ist nass drausen…

Aber irgendwann ist es draußen einfach zu nass zum Reiten.

hi,

ist es nicht natürlich in der freien natur zu reiten?

ich habe nicht gewusst, daß pferde früher in hallen gelebt haben. aber trotzdem ganz liebe viele grüße

cu
alex

Moien!

Mal abgesehen davon, daß DU völlig verantwortungslos gehandelt hast stellt sich hier erstmal nicht die Frage nach der Haftung, sondern danach, ob die Verletzung tatsächlich durch den Boden ZWEIFELSFREI gekommen ist!

Da dies kaum bewiesen werden kann wäre jede Klage sinnlos und du zahlst halt jetzt für deine eigene Dummheit/Verantwortungslosigkeit!

Gruß
Bernd

Hi Alex,

nicht immer liegt es nur am wetterscheuen Reiter (ok, bei mir schon *g*), wenn bei anhaltendem Regen nicht draußen geritten wird. Manchmal sind es tatsächlich einfach die berittenen Wege, die bei Regen dermaßen aufweichen, das ein drüberreiten ziemliche Schäden und entsprechenden Ärger seitens des Besitzers zur Folge hätte.

Grüßle
Frank K. :o)