Etwas längere Antwort
Hallo,
bei einem Prepaid-Handy (bspw. von T-Mobile) ist die sog.
Sprech- oder Telefonzeit (oder wie auch immer die das nennen)
abgelaufen (das Handy ist halt eine Art Notfallhandy und wird
nur selten benutzt) und das Handy funktioniert nur noch im
Message-Modus (sprich, man kann nicht mehr selber telefonieren
sondern nur noch angerufen werden). Auf der Karte ist aber
noch ein nicht gerade kleines Guthaben. Der freundliche Mensch
des Telekomunternehmens (bspw. die Firma T-Mobile) erklärt nun
dem verdutzten Handybesitzer, daß er das Handy bzw. die Karte
nur dann wieder in „normalen“ Modus bekommt, wenn er das
Guthaben weiter auflädt (wie gesagt, auf der Karte ist noch
einiges an Guthaben drauf).
Das ist bei Prepaid-Handys so üblich und wird meines Wissens bei allen Providern so gehandhabt. Sinn der Sache ist, daß sich die Kosten der Anbieter nicht wie bei einem Postpaid-Vertrag über die Grundgebühr mit Mindestlaufzeit finanzieren, sondern über die Gesprächstarife.
Wäre das anders, bekäme man letztendlich für einen Klicker und einen Knopf ein schickes Handy, könnte damit ewig angerufen werden und am besten noch für abgehende Gespräche eine Calling Card nutzen, ohne daß der Provider außer dem anfänglichen Verkaufspreis jemals noch einen Pfennig resp. Cent sehen würde. Es wäre das Ende der Prepaid-Handys.
Aus ähnlichen Gründen gibt es auch den SIM-Lock.
Ich fürchte, diese Antwort wird Dir mißfallen - aber da ist noch einer draufzusetzen: Nach Ablauf der Message-Zeit (wo Du noch angerufen werden kannst), wird die SIM-Karte deaktiviert und ein evtl. verbliebenes Guthaben verfällt. Gleiche Gründe wie oben. Im Prinzip handelt es sich also bei der Geschichte um einen Mindestumsatz. Eine Unbotmäßigkeit wird aber wohl nicht angenommen, weil der kleinste Aufladebetrag bei 10 oder 15 € liegt und damit für meist 12 Monate telefoniert werden kann. Das entspricht also einem Mindestumsatz von ca. einem Euro pro Monat, langfristig gesehen.
Ein Prepaid-Handy ist also eine gute Alternative für Kostenkontrolle oder Wenigtelefonierer, aber etwas für Gar-nicht-Telefonierer gibt es wohl noch nicht. Mehr zu der ganzen Thematik unter:
http://www.teltarif.de/i/prepaid.html
Eine andere Art der Reaktivierung
gebe es anscheinend nicht. Würde so in den AGB stehen. Fein.
Kulanz kennt man bei dem Unternehmen (bspw. T-Mobile)
natürlich nicht.
Hmm… Warum sollte ein Provider (wie gesagt, das gilt für alle, nicht nur für T-Mobile) hier kulant sein? Man müßte es dann bei allen anwenden, und dann könnte man sich gleich die AGBs schenken. Massenkulanz wird sich kein Unternehmen leisten können.
Ist da tatsächlich nichts zu machen? Ich erinnere mich dumpf
daran, mal was davon gelesen zu haben, daß eine zeitliche
Begrenzung von Telefonkarten nicht rechtmäßig wäre. Habe ich
das richtig in Erinnerung? Wenn dem so ist, gibt es da was
Schriftliches, das ich den Jungs mal unter die Nase halten
kann?
Nee, da ist nichts zu machen. Das Telefonkartenurteil ist eine ganz andere Baustelle. Demnach hat der BGH entschieden, daß eine zeitliche Begrenzung sehr wohl rechtmäßig ist, das Guthaben aber dann nicht verfallen darf, sondern auf eine neue Karte übertragen muß, weil die Telekom als Grund für die Befristung technische und sicherheitsrelevante Gründe angab.
Ich hab das Urteil vor etlicher Zeit mal gelesen. In der Begründung steht ungefähr drin, daß der Kunde für Telefonkartenkrams an die Telekom gebunden ist, weil sie als einzige Telefonkarten und Kartentelefone anbietet/vertreibt (es ist wohl ein Zuschußgeschäft, wo alle Anbieter ansonsten die Finger davon lassen). Gerade wegen der Handys ergibt sich aber für Telefonkarten kein regelmäßiger Nutzungsanlaß mehr, und da der Kunde keine anderen Anbieter wählen kann mangels Angebot, dürfen die Restguthaben nicht verfallen.
Nach Sache und Grund kannst Du dieses Urteil nicht übertragen auf die Prepaid-Handys, da es mehr als einen Provider gibt und Du nicht an einen geknebelt bist. Theoretisch könnte ja einer mal ein Bundle mit unbegrenzter Phone-Zeit anbieten.
Gruß
mowei