Jemand hat eine Abmahnung erhalten

Guten Tag.

Mich würde mal folgendes interessieren.

Nehmen wir an ein kaufmänisch Angestellter der seit über 5 Jahren in einem Call Center der Kundenbetreuung arbeitet vergisst in den Sommermonaten (Urlaubszeit, Abteilung nur schwach besetzt, Hotlines laufen über, bspw. 7 Std./tgl. nonstop telefonieren) einen schriftlichen Kundenvorgang zu beantworten. Nicht, dass er vergessen wurde. Viel mehr wird ein Kundenfax aus Versehen, zusammen mit bereits abgeschlossenen Kundenvorgängen, ins Archiv abgelegt.

2 Monate später frägt sein Vorgesetzter nach einem Namen eines Kunden und ob der betroffene Mitarbeiter davon wüsste. Der Mitarbeiter will sich informieren worum es denn ging in diesem Schreiben. Daraufhin erwiedert der Vorgesetzte, er wüsste es nicht, weil von der GEschäftsleitung aus ermittelt wird wer diesen Vorgang nicht bearbeitet.

Wir nehmen nun an der Mitarbeiter hat täglich (Call Center) mit ca. 80 Kunden telefonischen Kontakt, und in etwa 40 schriftliche Vorgänge (E-Mail, Fax, Brief).

Der Mitarbeiter kann also nicht nachvollziehen von wem die Rede ist, da er wissen muss um was es ging bei dieser Anfrage.

2 Wochen später ist der Mitarbeiter 2 Tage krank. In der Zwischenzeit fischt der Vorgesetzte den Vorgang aus dessen Ablage.

Als der Mitarbeiter wieder in die Firma kommt, knallt man Ihm eine Abmahnung auf den Tisch.

Vor der Vergabe wird der Mitarbeiter direkt gefragt „weshalb“ dieser Vorgang nicht bearbeitet wurde.
Der Mitarbeiter kann nur vermuten, dass dieser Vorgang durch die hohe Anzahl täglich zu bearbeitender Vorgänge (Tel., Mail, Fax, Brief) aus Versehen in das Archiv gelangen musste.

Die Abmahnung wird vergeben. Der Mitarbeiter ist nicht darüber informiert, dass er die Abmahnung „nicht“ unterschreiben „muss“.

Was kann jemand in einer solchen Situation 3 Wochen danach unternehmen?

Hi!

Was kann jemand in einer solchen Situation 3 Wochen danach
unternehmen?

Den Betriebsrat einschalten!

Oder eine Gegendarstellung schreiben, die zu den Akten zu nehemen ist!

Oder gar nichts!

Rechtlich wird gegen eine Abmahnung (solange es bei der Abmahnung bleibt) nichts unternommen (ungeschriebenes Gesetz!)!

LG
Guido

Hi,

auch der Betriebsrat kann gegen eine Abmahnung juristisch nichts unternehmen. Er kann aber dem Bestreben Nachdruck verleihen, dass eine schriftliche Gegendarstellung zusammen mit der Abmahnung in die Akte wandert. (Es versteht sich von selbst, dass man die Gegendarstellung sich auch nochmal separat aufbewahrt.

Von der Beschreibung her ist die Abmahnung „ein Witz“, absolut lächerlich. Shit happens. Der Vorgesetzte war wahrscheinlich so streng, weil es eine Beschwerde an die Geschäftsleitung gab und diese wohl verärgert war. In solchen Fällen antwortet man dann immer gern zur Beruhigung, dass der verursachende Mitarbeiter abgemahnt wurde. Das ist der Typ Vorgesetzte, der nicht den Mumm in der Hose hat, seinem Mitarbeiter den Rücken zu stärken und zu sagen, dass „Bürofehler“ nun mal passieren. Stattdessen macht man auf knallhart und berichtet lieber nach oben, es hat personelle Konsequenzen gegeben und „sowas wird bestimmt nicht wieder passieren“.

Gruss Hans-Jürgen
***

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Hi!

auch der Betriebsrat kann gegen eine Abmahnung juristisch
nichts unternehmen.

Das soll er auch nicht! Ich sagte doch, dass man rechtlich nichts gegen eine Abmahnung unternimmt!
Jedoch ist es in nicht wenigen Unternehmen so, dass der Betriebsrat genug Einfluss hat, dass eine Abmahnung schon mal ohne großes Brimborium wieder entfernt wird.

Von der Beschreibung her ist die Abmahnung „ein Witz“, absolut
lächerlich. Shit happens. Der Vorgesetzte war wahrscheinlich
so streng, weil es eine Beschwerde an die Geschäftsleitung gab
und diese wohl verärgert war. In solchen Fällen antwortet man
dann immer gern zur Beruhigung, dass der verursachende
Mitarbeiter abgemahnt wurde. Das ist der Typ Vorgesetzte, der
nicht den Mumm in der Hose hat, seinem Mitarbeiter den Rücken
zu stärken und zu sagen, dass „Bürofehler“ nun mal passieren.
Stattdessen macht man auf knallhart und berichtet lieber nach
oben, es hat personelle Konsequenzen gegeben und „sowas wird
bestimmt nicht wieder passieren“.

Da ich nicht anwesend war, werde ich mich hüten, solche Behauptungen in die Welt zu setzen :wink:

LG
Guido