Wie kommen Abmahn-Haie an die Leute ran (EBAY)?

Hallo,

mich würde mal interessieren, wie die Abmahn-Haie eigentlich bei EBAY unter den Millionen Nutzern an die echten oder vermeintlich „schwarzen Schafe“ rankommen, um hier auch ein „Stück vom großen Kuchen EBAY“ abzubekommen, sprich ihre nächste Urlaubskasse mit Abmahngeldern aufbessern zu können :wink:

Setzen die eigentlich eine Software dafür ein, denn zig Auktionen durchzuklicken, wer nun ein Widerrufsrecht drauf hat oder nicht (wenn er denn Geschäftsmann ist) oder wer ein Impressum drauf hat oder wer Markennamen missbraucht usw. usw. usw.?

Per Suchfunktion dürfte es doch insofern schwierig sein, weil viele ja keinen echten HTML-Text in Ihren Auktionen einbinden, sondern die Texte z.B. als Grafiken einbauen - also ist da nix mit hersuchen.

Wie machen die das dann eigentlich?

Bin gespannt …
Silvia

Hallo,

also - in dem angesprochenen Fall sind wahrscheinlich die unlauteren Massen-Abmahn-Wellen gemeint, die seit etwa anderthalb bis zwei Jahren für viel Aufregung sorgen.

Nunja - es ist festzustellen, dass es sich selbstverständlich nicht um automatisierte Abfragen handelt - wie sollte die Abfrage denn auch lauten?? Suchbegriffe verwenden, wie „ich brauch keine AGB“ - „von Fernabsatzgesetz habe ich noch nie was gehört“ - „Ach, ich muss doch nicht telefonisch erreichbar sein“ - „es handelt sich bei allen 480 aktuellen Angebote um Privatverkäufe, deshalb ja auch keine Garantie“ usw.???

Grundsätzlich muss man seltsamer Weise feststellen, dass es noch immer Leute gibt, die irgendwie auch gerne bei eBay mitmischen würden, allerdings weder kaufmännische Grundkenntnisse vorweisen können, noch über die Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns informiert sind (sein wollen?). Da können schlimmsten Falles mal ein Paar Nachhilfstunden an einer Abendschule helfen. Es ist wirlich erstaunlich, dass es noch immer Leute gibt, die von Fernabsatzgesetz und Teledienstgesetz noch nie was gehört haben (wollen) und beim durchstöbern von eBay findet man in einer halben Stunde genügend wettbewerbswidrige Angebote um damit ganze DIN A4 Seiten zu füllen… UND eine Abmahnung erreicht in der Regel nur den, der es auch wirklich nicht besser verdient - sorry - aber mal ehrlich - schon mal einen Internet-Shop ohne Impressum etc. gesehen? Ich bis dato noch nicht!!! Wer sich dann die Paar hundert EURO für eine juristische Beratung vorab spart, der zahlt dann halt mal etwas an solch – teilweise - dubiose Anwälte (gibt da halt auch einige Juristen, denen es wirtschaftlich nicht allzu gut geht - u.a. in den neuen Bundesländern (vorurteilsfrei!) - und die versuchen auf den Karren aufzuspringen).

Die Frage: Wie kommen die an die Daten?? Tja - es gibt da z.B. sowas wie „Testkäufe“…oder schon mal dran gedacht, dass hinter Mitgliedsnamen kein „Phantome“ stecken, sondern Benutzer mit realen Daten. eBay arbeitet übrigens betont eng mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Transparenz und die Sicherheit des Marktplatzes zu gewährleisten, was auch völlig legitim ist…

Gut - ich weiß - die eigentliche Frage war nicht, warum manche Leute sich blind und taub(-stumm) stellen. Es ging wohl um die sittenwidrigen Abmahnwellen mancher Kanzleien. Das eBay-Powerseller-Forum (und nicht nur das) ist voll mit diesem Thema und es gibt dazu immer die selben Antworten: „Wir halten uns an die Gesetzte - du nicht - also verschaffst du dir einen unlauteren Vorteil - also was soll das Gejammer???“ Übrigens gibt´s da ganz ganz viele Amateur-Profi-AGB-Auseinandernehmer, die einem auch gerne seine Auktionsbeschreibungen auseinanderbauen und zumindest mal das ein oder andere absolute no-go rausfiltern - ist ja eigentlich auch nicht allzu schwer sich im Internet über Fernabsatzgesetz & Co kundig zu machen…

Wenn der Verdacht besteht, dass es sich um eine sittenwidrige Massen-Abmahnwelle handelt, dann muss halt allerspätestens dann einen Jusrist zu Rate gezogen werden (was man auch schon bei Beginn des professionellen Handels auf eBay machen kann…). Dann stellt sich die Frage, ob überhaupt ein reales Interesse für den Abmahnenden besteht, einen unlauteren Wettbewerb anzuzeigen, mit dem derjenige sich übervorteilt fühlt. Das bedeutet mal grob ausgedrückt das jemand, der Baby-Nahrung verkauft (i.R.) nicht durch einen Auto-Ersatzteil-Händler übervorteilt werden kann. Allerdings sind die meisten Abmahnenden Mitglied in einer „Wettbewerbszentrale“, wo man als Nicht-Mitglied auch keinerlei Einsicht in die Verfahrensweise erhält – außer man zahlt 300 bis 400 EUR im Jahr für die Mitgliedschaft. Und dann ist es schon etwas schwerer das reale Interesse des Abmahnenden festzustellen.
Gut - was kostet es so eine Unterlassungserklärung zu erhalten? Läppische 200,- EUR Bearbeitungsgebühr in etwa – an sich ein recht günstiges Lehrgeld – oder etwa nicht??

Wenn allerdings ein konkreter Verdacht besteht, dass es sich eben um eine Massen-Abmahnwelle handelt, dann kann man in der eBay-Gemeinschaft nach Mitbetroffenen suchen und bei genügend hoher Anzahl der abgemahnten wird sich der Verdacht entsrechend verhärten und man könnte dementsprechend Einspruch einlegen – das muss dann aber denifinitiv ein JURIST übernehmen… Aber warum sich aufregen? Aus Prinzip – naja, eigentlich schon, aber lohnt sich das denn wirklich wegen den Paar EURO?? Und es ist ja nicht so, dass man eine reine Weste hätte – oder wie??

Vielleicht einfach mal bei Google „Wettbewerbszentrale“ eingeben und staunen :wink: Da gibt´s viel kostenloses Wissen und es besteht dann in solchen Fällen ja wohl ein gewisser Nachholbedarf?!

ABER: Nicht alle Abmahnungen sind von Massen-Abmahnern – viele stammen von Konkurrenten, die ein absolut berechtigtes Intersse daran haben! (Das will ich jetzt auch garnicht weiter ausführen…) Von daher – es kann nur etwas abgemahnt werden, das gegen geltendes Recht vertößt? Noch Fragen??

Was mir bei dem Thema allerdings einfällt ist, dass wenn man sich die extrem vielen Insolvenzen bei eBay-Händlern ansieht, dann weiß ich schon woher das größtenteils kommt – nichts für ungut – aber jemand der gewerblich bei eBay handelt und nicht den geringsten „Schimmer von Tuten und Bl*sen“ hat – na, das ist ja wirklich nicht verwunderlich. eBay ist ja auch keine Zaubertrick-Kiste, funktioniert nach den üblichen Gesetzen des Marktes und man sollte sich schon immer mit dem auseinandersetzen, mit dem man sich „professionell“ beschäftigt… usw.

Lange Rede – kurzer Sinn – ich will wirklich niemanden denunzieren und mich auch über niemanden lustig machen. Auch wenn es sich nicht außerordentlich freundlich angehört hat – bitte nicht übel nehmen… :wink:

Dann noch als letztes: Das Thema mit der unberechtigten Verwendung von Marken, Markennamen etc. – einfach mal unter der eBay-Hilfe „VeRI-Programm“ eingeben und weiter staunen…

Also – NICHTS FÜR UNGUT

Grüße

Marlon

Ist ja nix neues … Noch jemand Ideen?
Hallo,

naja, was du alles angeführt hast, war ja recht wenig zu dem, was ich gefragt habe und sehr viel, was ich - und wohl auch die meisten mittlerweile - selbst wissen.

Nach wie vor:

wie kommen die an die Leute ran? Möglichkeiten?

Sich einfach hinsetzen und Auktionen abklappern?
Ist doch auf die Dauer eine mühsame Arbeit für die?
Wie kommt es dann zu solchen Abmahn wellen in dem Ausmaß?

Oder wie ist es beim Markenmissbrauch?
Einen rausfinden, der was „c*rt**r“-like anbietet, dieses Adjektiv aber in eine Grafik verpackt, d.h. über die Suchfunktion nicht erfassbar?

Mit an die Einzelnen rankommen meine ich nicht Testkäufe, das ist mir schon klar.
Aber erstmal unter Millionen von Auktionen die ganzen Leute rausfiltern?

Das Rausfiltern würde mich interessieren, wie die das machen - außer jeden Tag sich Stunden hinzusetzen und irgendwo in einer Kategorie mal anfangen bei der ersten Auktion zu stöbern, dann bei der zweiten usw. usw. usw.

Silvia

Hallo Silvia,

sorry zunächst für den rauhen Ton - mir ist auch aufgefallen, dass der Beitrag recht provokant ist - war echt nicht bös´ gemeint, also bitte nicht persönlich nehmen; sollte eher allgemeingültigen Charakter haben. Ich ärgere mich halt ehrlich gesagt über Begriffe, wie „Abmahn-Haie“. Ich dachte, dass ich den Grund dafür auch sehr einleuchtend dargelegt habe, woraus die entsprechende Länge meines Beitrags resultierte. Wie gesagt verstößt ja zunächst nicht der Anwalt gegen geltendes Recht – also welchen Grund gibt es den Spieß umzudrehen und den Advokat eines unlauteren Verhaltens zu bezichtigen, wenn man doch selbst den Dreck am Stecken hat?

Ich habe zu der Frage nicht „wenig“ geschrieben, dies kann man höchstens über die Relation zum Gesamttext behaupten. Mehr gibt´s da eben auch nicht dazu zu sagen…

Also, ich wiederhole mich: Es gibt keine Möglichkeit eine derartige automatische Abfrage zu starten. Ich dachte meine angeführten Beispiele wären recht plausibel: was soll man denn bitte abfragen, das nur relevant ist, wenn es nicht existiert??? *grübel* So etwas lässt die Logik und erst recht logische Datenbank-Management-Systeme leider nicht zu… :wink:

Wie gesagt: Wenn ich eine halbe Stunde bis Stunde Zeit habe nach unlauteren Angeboten zu suchen, bekomme ich unter Garantie eine komplette DIN A4 Seite zusammen (definitiv ohne Übertreibung) - und dies traue ich auch anderen zu - zumal es bei dem betreffenden Personenkreis um finanzielle Interessen geht. Ob das mühsam ist oder nicht steht dabei ja nicht zur Debatte. (Aber mühsame Fummelarbeit kennt jede Sekräterin oder Bürohilfe, die Akkordarbeit an einer Tastatur leistet. So schwer ist das auch gar nicht vorzustellen. Wenn´s halt die einzige Möglichkeit ist. Außerdem sind doch auch Juristen Mitglied bei eBay, surfen jeden Tag mal durch, wie alle anderen halt auch und haben außerdem auch noch Angestellte… :wink: )
Dies würde allerdings voraussetzen, dass es sich wirklich um ein gezieltes sittenwidriges Vorhaben einer Massen-Abmahnung handelt, was zwar vorkommen mag, allerdings nicht die Regel darstellt.
Die Konkurrenz schläft halt nicht und besteht auf ihr gutes Recht des lauteren Wettbewerbs mit Chancengleichheit für alle!

Was die Verwendung von Grafiken angeht ist es auch nichts anderes – wenn das Angebot niemand sieht, den das stört wird eBay niemals eine Meldung erhalten und folglich passiert dann garnichts. Warum sonst sind denn so viele Angebote eingestellt, die gegen zehn verschiedene Grundsätze und Gesetze gleichzeitig verstoßen: Weil es nicht möglich ist! (Deshalb sind z.B. Registrierungs-Codes auf Web-Pages auch als Grafik visualisiert, da eine automatische Abfrage nicht möglich ist und damit sichergestellt wird, dass sich nur reale Personen anmelden können)

Wie erwähnt gibt es das eBay-VeRI-System (Verifizierter Rechte-Inhaber). Ohne näher darauf einzugehen gibt es Hersteller (Software), die gezielt nach unrechtmäßigen Auktionen suchen, aber das ist ein anders Thema…

Und die Abmahn-Welle in diesem Ausmaß rührt daher, dass sich die Konkurrenten permanet gegeseitig anschwärzen – ob bei eBay oder der Wettbewerbszentrale – und viele fühlen sich auch oft ungerecht behandelt, wenn zwei Verkäufer den selben Artikel führen und nur bei dem einen wird er andauernd gelöscht… that´s life

Und zur Aussage „das weiß hier ja schon jeder“: Ich kann den allgemeinen Kenntnisstand nicht beurteilen. Die Art der Fragestellung hat mich dazu verleitet, davon auszugehen, dass dein Kenntnissstand auf diesem Gebiet nicht allzu tiefgehend ist und habe entsprechend weit ausgeholt und grundsätzlich ging es ja um die Beantwortung DEINER Frage.

Also – Friede - ich entschuldige mich nochmals für die zuvor angschlagene Tonart!

Liebe Grüße

Marlon

mich würde mal interessieren, wie die Abmahn-Haie eigentlich
bei EBAY unter den Millionen Nutzern an die echten oder
vermeintlich „schwarzen Schafe“ rankommen, um hier auch ein
„Stück vom großen Kuchen EBAY“ abzubekommen, sprich ihre
nächste Urlaubskasse mit Abmahngeldern aufbessern zu können

In die passende Kategorie reingehen und durchklicken. Mit 'nem halben Tag Arbeit wird man wohl ein paar Hundert Leute finden. Insbesondere, wenn man was finden will. Danach entsprechend viele Testkäufe, um an die Adressen ranzukommen (so nicht schon in der Auktion / mich genannt).

Automatisierte Abläufe sind da nicht unbedingt notwendig. Wenn, würde ich einen Spider zusammenschustern, der bestimmte Kategorien abklapptert, und alle Verkäufer mit > n Bewertungen rauszieht. Diese Liste kann man dann ja abarbeiten. Wobei auch hier gilt: Wenn man unbedingt was finden will, dann wird man auch was finden.

Also, allzuviel Arbeit ist das nicht. Der Haken ist nur, daß eine große Welle auch eine große Gegenwelle erzeugt. Professionelles Abmahnen würde ich anders betreiben.