Hallo,
also - in dem angesprochenen Fall sind wahrscheinlich die unlauteren Massen-Abmahn-Wellen gemeint, die seit etwa anderthalb bis zwei Jahren für viel Aufregung sorgen.
Nunja - es ist festzustellen, dass es sich selbstverständlich nicht um automatisierte Abfragen handelt - wie sollte die Abfrage denn auch lauten?? Suchbegriffe verwenden, wie „ich brauch keine AGB“ - „von Fernabsatzgesetz habe ich noch nie was gehört“ - „Ach, ich muss doch nicht telefonisch erreichbar sein“ - „es handelt sich bei allen 480 aktuellen Angebote um Privatverkäufe, deshalb ja auch keine Garantie“ usw.???
Grundsätzlich muss man seltsamer Weise feststellen, dass es noch immer Leute gibt, die irgendwie auch gerne bei eBay mitmischen würden, allerdings weder kaufmännische Grundkenntnisse vorweisen können, noch über die Pflichten eines ordentlichen Kaufmanns informiert sind (sein wollen?). Da können schlimmsten Falles mal ein Paar Nachhilfstunden an einer Abendschule helfen. Es ist wirlich erstaunlich, dass es noch immer Leute gibt, die von Fernabsatzgesetz und Teledienstgesetz noch nie was gehört haben (wollen) und beim durchstöbern von eBay findet man in einer halben Stunde genügend wettbewerbswidrige Angebote um damit ganze DIN A4 Seiten zu füllen… UND eine Abmahnung erreicht in der Regel nur den, der es auch wirklich nicht besser verdient - sorry - aber mal ehrlich - schon mal einen Internet-Shop ohne Impressum etc. gesehen? Ich bis dato noch nicht!!! Wer sich dann die Paar hundert EURO für eine juristische Beratung vorab spart, der zahlt dann halt mal etwas an solch – teilweise - dubiose Anwälte (gibt da halt auch einige Juristen, denen es wirtschaftlich nicht allzu gut geht - u.a. in den neuen Bundesländern (vorurteilsfrei!) - und die versuchen auf den Karren aufzuspringen).
Die Frage: Wie kommen die an die Daten?? Tja - es gibt da z.B. sowas wie „Testkäufe“…oder schon mal dran gedacht, dass hinter Mitgliedsnamen kein „Phantome“ stecken, sondern Benutzer mit realen Daten. eBay arbeitet übrigens betont eng mit Strafverfolgungsbehörden zusammen, um die Transparenz und die Sicherheit des Marktplatzes zu gewährleisten, was auch völlig legitim ist…
Gut - ich weiß - die eigentliche Frage war nicht, warum manche Leute sich blind und taub(-stumm) stellen. Es ging wohl um die sittenwidrigen Abmahnwellen mancher Kanzleien. Das eBay-Powerseller-Forum (und nicht nur das) ist voll mit diesem Thema und es gibt dazu immer die selben Antworten: „Wir halten uns an die Gesetzte - du nicht - also verschaffst du dir einen unlauteren Vorteil - also was soll das Gejammer???“ Übrigens gibt´s da ganz ganz viele Amateur-Profi-AGB-Auseinandernehmer, die einem auch gerne seine Auktionsbeschreibungen auseinanderbauen und zumindest mal das ein oder andere absolute no-go rausfiltern - ist ja eigentlich auch nicht allzu schwer sich im Internet über Fernabsatzgesetz & Co kundig zu machen…
Wenn der Verdacht besteht, dass es sich um eine sittenwidrige Massen-Abmahnwelle handelt, dann muss halt allerspätestens dann einen Jusrist zu Rate gezogen werden (was man auch schon bei Beginn des professionellen Handels auf eBay machen kann…). Dann stellt sich die Frage, ob überhaupt ein reales Interesse für den Abmahnenden besteht, einen unlauteren Wettbewerb anzuzeigen, mit dem derjenige sich übervorteilt fühlt. Das bedeutet mal grob ausgedrückt das jemand, der Baby-Nahrung verkauft (i.R.) nicht durch einen Auto-Ersatzteil-Händler übervorteilt werden kann. Allerdings sind die meisten Abmahnenden Mitglied in einer „Wettbewerbszentrale“, wo man als Nicht-Mitglied auch keinerlei Einsicht in die Verfahrensweise erhält – außer man zahlt 300 bis 400 EUR im Jahr für die Mitgliedschaft. Und dann ist es schon etwas schwerer das reale Interesse des Abmahnenden festzustellen.
Gut - was kostet es so eine Unterlassungserklärung zu erhalten? Läppische 200,- EUR Bearbeitungsgebühr in etwa – an sich ein recht günstiges Lehrgeld – oder etwa nicht??
Wenn allerdings ein konkreter Verdacht besteht, dass es sich eben um eine Massen-Abmahnwelle handelt, dann kann man in der eBay-Gemeinschaft nach Mitbetroffenen suchen und bei genügend hoher Anzahl der abgemahnten wird sich der Verdacht entsrechend verhärten und man könnte dementsprechend Einspruch einlegen – das muss dann aber denifinitiv ein JURIST übernehmen… Aber warum sich aufregen? Aus Prinzip – naja, eigentlich schon, aber lohnt sich das denn wirklich wegen den Paar EURO?? Und es ist ja nicht so, dass man eine reine Weste hätte – oder wie??
Vielleicht einfach mal bei Google „Wettbewerbszentrale“ eingeben und staunen
Da gibt´s viel kostenloses Wissen und es besteht dann in solchen Fällen ja wohl ein gewisser Nachholbedarf?!
ABER: Nicht alle Abmahnungen sind von Massen-Abmahnern – viele stammen von Konkurrenten, die ein absolut berechtigtes Intersse daran haben! (Das will ich jetzt auch garnicht weiter ausführen…) Von daher – es kann nur etwas abgemahnt werden, das gegen geltendes Recht vertößt? Noch Fragen??
Was mir bei dem Thema allerdings einfällt ist, dass wenn man sich die extrem vielen Insolvenzen bei eBay-Händlern ansieht, dann weiß ich schon woher das größtenteils kommt – nichts für ungut – aber jemand der gewerblich bei eBay handelt und nicht den geringsten „Schimmer von Tuten und Bl*sen“ hat – na, das ist ja wirklich nicht verwunderlich. eBay ist ja auch keine Zaubertrick-Kiste, funktioniert nach den üblichen Gesetzen des Marktes und man sollte sich schon immer mit dem auseinandersetzen, mit dem man sich „professionell“ beschäftigt… usw.
Lange Rede – kurzer Sinn – ich will wirklich niemanden denunzieren und mich auch über niemanden lustig machen. Auch wenn es sich nicht außerordentlich freundlich angehört hat – bitte nicht übel nehmen… 
Dann noch als letztes: Das Thema mit der unberechtigten Verwendung von Marken, Markennamen etc. – einfach mal unter der eBay-Hilfe „VeRI-Programm“ eingeben und weiter staunen…
Also – NICHTS FÜR UNGUT
Grüße
Marlon