Jugendamt

Hallo alle zusammen!

in „Der Spiegel“ vom September dieses Jahres steht ein Artikel über das Jugendamt, das mich erschreckt und sehr beunruhigt hat. Da steht, dass das Jugendamt in Deutschland praktisch wie „Gott auf Erden“ ist und handeln und tun kann wie sie lustig sind.

Der Spiegel berichtet über ca. 8000 Fällen, bei denen es um unberechtigte, ungerechtigte „wegnehmen“ von Kindern geht.

Die Eltern werden nicht mal benachrichtigt, nicht mal befragt oder die Chance gegeben, sich vor Gericht zu verteidigen, die Verwandten oder Erziehrer/Lehrer werden auch nicht befragt. Das Jugendamt handelt „zum Wohl des Kindes“ und da gibt es keine Chance, eine Unschuld zu beweisen. Nach dem das Kind wörtlich entführt wird, erfahren die Eltern nicht mal wo es sich aufhält und haben nicht mal Besuchsrechte. Vors Deutschen Gericht zu gehen schreiben sie auch, dass es sinnlos sei, da die Richter meistens nur dem Jugendamt recht geben, ohne richtig nachzuprüfen.

Ich möchte nur vom Fachleute wissen, ob das wirklich stimmt, bevor ich gleich meine Koffer packe und das Land verlasse (ich habe eine kleine Tochter).

Vielen Dank für die Unterstützung.
Beatriz Hübner

Hi Beatriz!

Vorab: Ich bin keine Fachfrau, aber ich hoffe,ich darf trotzdem was dazu sagen! ;o))

Was du da sagst habe ich auch mehrmals gelesen und gehört. Angeblich soll keine Instanz geben, die oberhalb des JAs liegt und somit die Richtigkeit des Handelns irgendwie überprüft. Ich als Mutter eines 3-jährigen finde das auch äußerst beunruhigend aber keineswegs einen Grund, das Land zu verlassen.

Ich erinnere mich ganz dunkel an einen „Schreckensbeispiel“. An die Einzelheiten kann ich mich nicht mehr erinnern. Jedenfalls ein 2?-facher Vater mußte wg. Kindesmißhandlung ins Gefägnis. Tatsächlich verbrachte er eine Zeitlang hinter Gitter. Die vom JA erhobene Anklage besagte, er hätte seine eigenen Kindern eben mißbraucht. Keiner der diesen Vater kannte konnte sich das vorstellen. Erst als alles in die Presse kam, wurde richtig Druck ausgeübt. Erst da mußte das JA mit den
„Beweismaterial“ rücken: Das Bild zeigte ein voll angezogener Mann (allerdings mit offenes Hemd), der sein Baby nackig auf seine Brust lag. Es hies allein dieses Bild hatte zu den Verhandlungen geführt und die Gefangenschaft zur Folge gehabt!!.

Vielleicht erinnert sich jemand genauer an diesen Fall und kann ihn Dir verlinken oder näheres erzählen?

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Zusatz
Hi Beatriz!

Gerade in die Nachrichten ein „SChreckensbeispiel“ von „Schlampereien“ in JÄ. gehört.

„Jugendamt muss wegen Pflichtverletzung 25 000 Euro zahlen
Karlsruhe (dpa) - Eine Pflichtverletzung kostet das Jugendamt des Rems-Murr-Kreises in Baden-Württemberg nun 25 000 Euro. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Karlsruhe gab der Klage eines 15- Jährigen statt, der als Kind bei seiner Pflegefamilie fast verhungert war. Das Jugendamt habe die Pflicht zur Überprüfung der Familie verletzt, heißt es in der Begründung. Der Jugendliche war 1997 nach dem Hungertod des Bruders extrem unterernährt bei der Pflegefamilie gefunden worden.“

Hier der Link dazu:
http://www.nordbayern.de/dpa_catch1.asp?kat=8053&man=3

Schöne Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hi Helena,

Vielleicht erinnert sich jemand genauer an diesen Fall und
kann ihn Dir verlinken oder näheres erzählen?

nicht genau dieser Fall, aber ein sehr ähnlicher:

http://www.zeit.de/2003/26/Nina

lemmy

in „Der Spiegel“ vom September dieses Jahres steht ein Artikel
über das Jugendamt, das mich erschreckt und sehr beunruhigt
hat. Da steht, dass das Jugendamt in Deutschland praktisch wie
„Gott auf Erden“ ist und handeln und tun kann wie sie lustig
sind.

Nö, so einfach ist das doch nicht. Ich zitiere hier mal etwas zusammengeschüttelt ein paar Passagen aus dem Sozialgestzbuch (VIII) Kinder und Jugendhilfe http://bundesrecht.juris.de/bundesrecht/sgb_8/ (Hervorhebungen von mir):

Das Jugendamt ist verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert. […] Das Jugendamt hat den Personensorge- oder Erziehungsberechtigten unverzüglich von der Inobhutnahme zu unterrichten. Widerspricht der Personensorge- oder Erziehungsberechtigte der Inobhutnahme, so hat das Jugendamt unverzüglich […] eine Entscheidung des Familiengerichts über die erforderlichen Maßnahmen zum Wohl des Kindes oder des Jugendlichen herbeizuführen.

Ohne Anhörung der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten und ohne Gerichtsbeschluss geht also gar nichts. Allerdings mag es durchaus häufiger passieren, dass intellektuell und sozial schlechtergestellte Menschen nicht in der Lage sind, dem Vorgehen des JA angemessen zu begegnen, durchaus mag es auch Fälle geben, in denen Mitarbeiter des JA klar rechtswidrig handeln. In solchen Fällen kannst du aber selbstverständlich Rechtsmittel einlegen. ‚Götter auf Erden‘ sind die MA der JA jedenfalls nicht.

Gruss
Schorsch

Hallo!

Endgültige Entscheidungen über die Obsorge trifft ausschließlich das zuständige Gericht, nicht das Jugendamt.

Das Jugendamt kann aber sicher, in Fällen, in denen gerichtliche Hilfe zu spät kommen würde, vorläufig einmal selbst handeln. Liegt zB ein akuter Verdacht des Kindesmissbrauches vor, dann muss jemand schnell und sofort handeln können. Wenn man da zuerst ein Gerichtsverfahren durchführt und es stellt sich der Kindesmissbrauch dann als wahr heraus, so wäre dies ein enormer Schaden für das Kind. Nachträglich ist aber natürlich auch in solchen Fällen eine gerichtliche Entscheidung notwendig.

Es mag durchaus sein, dass es auch rechtswidrige Handlungen seitens des Jugendamtes gibt, das kommt bei allen Behörden und auch Gerichten vor. Dass man sich dagegen aber nicht wehren könnte ist aber nicht richtig.

Auch wenn ich die hier schon erwähnten Fälle nicht kenne, muss ich sagen, dass man bei der Medienberichterstattung halt sehr vorsichtig sein muss. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass selbst gute Medien in Gerichtssachen genug falsche Dinge schreiben. Außerdem ist Berichterstattung immer selektiv: funktioniert das System in 999 Fällen, dann steht das ja nirgendwo, funktioniert es dann einmal nicht, dann wird das unendlich aufgeblasen.

Außerdem muss man bei seiner Argumentation immer etwas aufpassen: im Nachhinein sind alle gescheiter. Die zuständigen Organe des Jugendamtes müssen rein auf Verdacht hin, ohne den Sachverhalt restlos aufgeklärt zu haben, schnell eine Entscheidung treffen. Da kann es natürlich einmal sein, dass es einmal vorläufig (!) einen Unschuldigen trifft (das ist dann in der Zeitung ein Skandal) und einmal vorläufig einen Schuldigen nicht trifft (das ist dann in der Zeitung auch ein Skandal). Was würdest du denn als Entscheidungsträger des Jugendamtes machen, wenn eine Person X kommt und sagt, sein Nachbar missbraucht sein Kind - das ist die einzige Information die du hast. Du kannst schnell was tun oder auch nichts tun, weil bewiesen ist ja nichts - beide Entscheidungen können sich aber im Nachhinein als falsch herausstellen, obwohl du gar nichts dafür kannst - die Zeitungen werden trotzdem einen Skandal daraus machen.

Die endgültigen Entscheidungen trifft aber immer definitiv das Gericht und dort wird jeder gehört.

Gruß
Tom

Danke Lemmy! owT L. Grüße
ohne
weiteren
Text

Halloo Helena,

Gerade in die Nachrichten ein „SChreckensbeispiel“ von
„Schlampereien“ in JÄ. gehört.

„Jugendamt muss wegen Pflichtverletzung 25 000 Euro zahlen
Karlsruhe (dpa) - Eine Pflichtverletzung kostet das Jugendamt
des Rems-Murr-Kreises in Baden-Württemberg nun 25 000 Euro.
Das hat der Bundesgerichtshof entschieden. Karlsruhe gab der
Klage eines 15- Jährigen statt, der als Kind bei seiner
Pflegefamilie fast verhungert war. Das Jugendamt habe die
Pflicht zur Überprüfung der Familie verletzt, heißt es in der
Begründung. Der Jugendliche war 1997 nach dem Hungertod des
Bruders extrem unterernährt bei der Pflegefamilie gefunden
worden.“

Das Urteil des BGH von heutigen Tage ist eine hoffnungsvolle Entscheidung zu Gunsten der Kinder. Ich habe schon lange Zweifel, dass die Mehrheit der Jugendämter die Interessen der Kinder beachten und auch entsprechend handeln. Es reichen Verleumdungen von Nachbarn aus um tätig zu werden. Werden konkrete Hiwneise auf tatsächliche Vorgänge gemeldet und es handelt sich - was leider nicht selten der Fall ist - um sogenannten angesehene Bürger - oder gar Geschäftspartner von Behörden - wird der Willkür Tür und Tor geöffnet.

Da reicht dann auch eine Spende an den Kinderschutzbund und plötzlich sind es Erziehungsmassnahmen. Da wird Geld an die Wand geklebt und pro gutem Ergebnis bei einer Schularbeit gibt es einen EURO. Gibt es eine schlechte Note, daasa wird jemand in sein Zimmer gesperrt und erhält an diesem Tag nur zu Trinken, nichts zu essen. Die Toilette ist ein Eimer in dem Raum für deisen Tag.

Da ist ein kleines Mädchen. Der Vater höhnt " dass er sich heute schon freut, wie die da unten mal aussehen wird" . Das Jugendamt hält dies für dummes Gerede eines Vaters. Der Kinderschutzbund sieht keine Gefahr für das Mädchen.

Ach so, nach den ersten Vorwürfen gegen den Vater hat dieser an den Kinderschutzbund 1000 € freiwillig bezahlt und erklärt, diese Spende würde zeigen, wie sehr im das Wohl von Kindern am Herzen liege. Und, der Vater beliefert den entsprechenden Landkreis und offenkundig auch Privatpersonen mit allerlei Briefköpfen und Werbematerialaktionen ( die der Steuerzahlen zahlt ) .

Was tut das Jugendamt. Es droht der Mutter, wenn sie sich weiterhin zu diesem Themen äussern würde, würde man dafür sorgen, dass sie die Kinder nie mehr sieht, die seit der Trennung beim Vater wohnen. Der Ehemann und Vater verweigert der Mutter bisher jeden Unterhalt. Mit einem Vermieter wurde abgesprochen, dass die Frau wegen der fehlenden Unterhaltszahlung kann sie dei Miete nicht aufbringen - in die Wohnungslosigkeit getrieben werden soll. Sas Sozialamt verweigert Leistungen mit dem Hinweis auf den Unterhalt, den die Betroffene einklagen soll. Das KSA ist auch nicht bereit als Vorschuss den Lebensunterhalt und eine Wohnung zu sichern.

Dies ist keine fiktive Geschichte, dies ist ein realer Fall, der im Moment beim OLG Stuttgart anhängig ist und möglicherweise auch zu einem BGH Verfahren führen kann.

Und dies ist in letzter Zeit in unserer Region nicht der einzige Fall. So wurden einer Mutter - der Fall stand überregional bundesweit in Zeitungen - die Kinder weggenommen, weil aus der Gemeinde unwahre Darstellungen ergangen sind. Jene Mutter, eine Ausländerin, kaum ein Wort deutsch sprechend, wurde eines Morgens einfach aus dem bett geholt und man wollte die Kinder abholen. Die Frau verteidigte die Kinder und es wurde gar das SEK aus STuttgart eingesetzt. 32 Mann des SEK waren wegen angeblicher Geiselnahme der eigenen Kinder am Ort. Die Mutter der Kinder wurde überwältigt ud landete in einer Haftanstalt. Musste dann aber umgehend entlassen werden, da sich nicht nur öffentlicher Widerstand gebildet hat sondern letztlich nun auch klar ist, dass die Vorwürfe nie zutreffend waren. Anlass war dasselbe Jugendamt, von dem ich den obigen Fall darstelle.

Und selbst in einem Fall betroffen, habe ich eine Mutter gegen das Jugendamt vertreten, die mit Hilfe des Jugendamtes in der Psyxchiatrie landete, deren Tochter zu einer Pflegefamilie mit Kinderwunsch kam, wo sich im Gespräch mit der Ärztin in der Psychiatrie klar ergeben hat, dass die Frau keinerlei psychische Probleme hat, sie aber gezielt nachts mit Klopfen am Rolladen erschreckt wurde. Ich habe diese Frau innerhalb 30 Stunden aus der Psychiatrie geholt und erst drei Tage später, nachdem es zur Androhung einer Strafanzeige wegen Kindesentführung gegen die Mitarbeiterin des Jugendamtes unsererseits kam, wurde die Adresse der Pflegeeltern vom Jugendamt gerausgegeben.

Im Übrigen. Der einweisende Arzt verlor seine Zulassung, der an den Vorgang beteiligte Polizeibeamte musste den Dienst quittieren und die Mitarbeiterin des Jugendamtes ist heute noch tätig.

Dieses Urteil wird derartigen Missbrauch der Ämter gegen die Interessen der Kinder zwar nicht verhindern, aber durchaus einschränken.

Gruss Günter

3 „Gefällt mir“

Hallo Günter!

Mit Ensetzen habe ich Deine Antwort gelesen.

Jedenfalls danke für Dein Posting, indem man sieht wieviel Mühe du Dich gibts, sowohl hier in WWW (was ja in anderen Brettern mehr als offensichtlich ist und für das ich Dich schon mehrmals herzlichst bedankt habe) als auch, tatsächlich um des „Wohl des Kindes“ (Im sinne, daß Du, so weit dir möglich ist, diese Fälle bekannt gibts und nicht wegschaust). Dafür kriegst du, erneut, einen vom Herzen ausgesprochenen Dankeschön und einen riesen Stern von mir!

Ich finde trotzdem, daß Korruption leider viel zu sehr verbreitet ist, und wir uns angewöhnt haben oft zu behaupten „Wenn das XY-Amt es so meint, wird es wohl richtig sein“. Und das mit den geschilderten Konsequenzen.

Ich bin nicht nur sprachlos sondern auch zutiefst ensetzt. Ich kann dazu nichts mehr sagen.

Nochmals vielen herzlichen Dank für Deinen mutigen Posting und einen sehr herzlichen Gruß aus Nürnberg!
Helena

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Hallo günter,
es ist schön, dass es Menschen wie dich gibt. Ich habe noch Hoffnung für die Menschheit. Bist selber ein Star, brauchst keine mehr.

Gruß
Barbara

Gruß
Barbara

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In solchen Fällen …
Hallo,
… wäre es angebracht zu überprüfen, ob der oder die zuständige Sachbearbeiter(in) selbst Opfer von Kindesmißbrauch war. M.M. haben Opfer in solchen Positionen nichts verloren.

Gruss
Enno

Hallo Enno!
Vielen herzlichen Dank für Deine Antwort.

… wäre es angebracht zu überprüfen, ob der oder die
zuständige Sachbearbeiter(in) selbst Opfer von Kindesmißbrauch
war. M.M. haben Opfer in solchen Positionen nichts verloren.

Das was du sagst stimme ich uneingeschränkt zu. Ich bin ganz Deiner Meinung.

Aber da sehe ich ein großes Problem: Wie soll man denn in Erfahrung bringen, wer selbst Opfer war? Die Betroffenen werden das nicht sagen und die Therapeuten, allein wg Schweigepflicht, auch nicht.

Ganz liebe Grüße aus Nürnberg!
Helena

Hallo,
ich möchte nicht im Jugendamt arbeiten! Das sind wirklich diffizile Situationen manchmal - und wie man es macht, kann es falsch sein!
Entweder wird geschimpft, dass es übertrieben wird, den Eltern die Kinder wegzunehmen- und auf der anderen Seite wird geschimpft, wenn mal nichts oder nicht genug getan wird.
JA-Mitarbeiter sind auch nur Menschen und nicht unfehlbar!

Ansonsten wurde ja zum Status schon richtig gesagt, dass die Endentscheidungen immer dem Gericht obliegen.

Beatrix

An alle, die mir eine Antwort gegeben haben!
Hallo Ihr alle!

Vielen Tausend Dank für Eure Antworten! Ich freue mich, dass sich so viele Leute für das Thema interessieren bzw. sich die Mühe geben, etwas dazu beizutragen.

Mittlerweile habe ich mich gründlich informiert. Erstens, ich habe mich geirrt, es war nicht „Der Spiegel“, sondern „Stern“ Nr. 39 /2004 (16.09.2003). Aber egal, der Artikel und nicht die Zeitschrift ist hier von Bedeutung.
Zweitens, ich habe in Internet mehrere Seiten gefunden, in denen noch erschreckenderes über das JA steht! Ich habe mich sogar bei einem Rechtsanwalt beraten lassen und der hat mein Verdacht nur bestätigt: natürlich entscheidet am Endeffekt das Gericht, leider handeln viele Richter aber im Sinne des JA, weil diese ja die „erfahrenere“ in
der Sache sind.

Ich finde sehr traurig, beunruhigend und bedauerlich, dass so etwas im 21. Jahrhundert in einem europäischen Land überhaupt möglich sein kann! Kindesentführung mit Staatsunterstützung; zerissene und zerstörte Familien wegen Schlampereien, Korruption, Arroganz und Ignoranz!

Man sagte mir immer, Brasilien (vorher ich komme) sei ein verrücktes Land… Ich werde ab heute antworten, dass so verrückt wie Deutschland ist mein Land nicht. Dort werden sehr selten Kindern von Eltern entrissen! Dort ist die Familie etwas so gut wie heiliges. Man kann entspannt Leben, ohne die Macht der Ämter zu fürchten (und Kriminalität und Gewalt ist nicht so schlimm wie manche hier zu wissen glauben!)
Mein Mann (Deutscher) und ich überlegen ernsthaft zurzeit, deswegen nach Brasilien zu gehen. Schade nur für reine deutsche Familien, die eh keinen Ausweg haben… Sie tun mir wirklich leid!

Danke für Eure Beiträge und Unterstützung!
Bea

Hallo,

Aber da sehe ich ein großes Problem: Wie soll man denn in
Erfahrung bringen, wer selbst Opfer war? Die Betroffenen
werden das nicht sagen und die Therapeuten, allein wg
Schweigepflicht, auch nicht.

ja das ist in der Tat ein Problem. Keine Ahnung, ob man im Rahmen eines Einstellungstests sowas „nebenbei“ überprüfen könnte (evtl. passiert das auch schon). Vermutlich würde sich diese „Tücke“ herumsprechen - wie bei all diesen Tests - und das hinreichend trainierte Opfer den Test problemlos meistern. Aus meiner Sicht wäre schon ein klares Zeichen gesetzt, wenn das Fehlen einer Vorbelastung als notwendig bei einer Einstellung im Arbeitsvertrag festgehalten würde. D.h. wenn es nachträglich rauskommt, ist es ein Kündigungsgrund. Und der Arbeitgeber signalisiert deutlich sein Desinteresse an ehemaligen(*) Opfern.

Gruss
Enno

(*) off-topic: ich frage mich, ob „ehemalig“ oder die Passivform bei Opfern dieser Art (z.B. auch Vergewaltigung einer erwachsenen Frau) überhaupt passend ist. Wenn mir jmd. die Nase einschlägt, wäre das dagegen - zumindest bei mir - nichts was mir in 5 oder 10 Jahren noch Kopfzerbrechen bereitet.

Hallo Beatriz,

Wer Vorurteile sucht, der findet!

Es gibt bestimmt Faelle, in denen das JA falsch und
zu schnell gehandelt hat. Sowie es Faelle gibt, wo
die Polizei falsch handelt. Oder das Einwohnermeldeamt.
Oder einem Arzt ein Fehler unterlaeuft. Oder ein
Installateur einen anstehenden Rohrbruch uebersieht.
Oder…

Dort werden sehr
selten Kindern von Eltern entrissen!

Die einzigen Faelle dieser Art kenne ich aus hochgeputschten
Zeitungsartikeln. Wieviel Prozent sind das?

Dort ist die Familie
etwas so gut wie heiliges. Man kann entspannt Leben, ohne die
Macht der Ämter zu fürchten (und Kriminalität und Gewalt ist
nicht so schlimm wie manche hier zu wissen glauben!)

Mein bester Jugendfreund wurde in Brasilien ermordet.
Ja und? Das wird mich nie von einem Besuch dort abhalten.
Ich hab noch nie ein JA gefuerchtet. Was du schreibst,
klingt schon nach Paranoia. Und wie ist das,
nur mal so nachgefragt, wenn in Brasilien ein
Kind misshandelt wird? Ist die Familie dann auch
heilig und man denkt, lassen wir mal, die Eltern, die
hier ihr Kind einmal woechentlich durchwalken, meinen
es bestimmt nicht so?

Mein Mann (Deutscher) und ich überlegen ernsthaft zurzeit,
deswegen nach Brasilien zu gehen.

Steht euch frei.

Schade nur für reine
deutsche Familien, die eh keinen Ausweg haben… Sie tun mir
wirklich leid!

Mein Mann und ich sind ‚rein deutsch‘. Muss dir nicht
leid tun. Wir leben im Ausland. Darf man naemlich,
auch als ‚rein deutsche Familie‘.
JA war auch nicht im Enferntesten ein Argument, dass
in unsere Ueberlegungen eingeflossen ist, ob wir in
D oder im Ausland leben wollen. Nebenbei, naechstes Jahr
ziehen wir wieder nach Deutschland, Angst vorm JA ist
das letzte, was mich bei meinen Planungen in der Richtung
beschleicht.

Gruesse
Elke

2 „Gefällt mir“

Die Jugendämter sind oft zahnlose Tiger
wenn es um Sorgerecht und Umgang geht.

Ich möcht den Job nicht machen.

Die schlimmsten Fälle dort sind :

  • die biologisch Alternativen,
  • Pädgogen, Lehrer pp.
  • Anwälte,
  • Behördenmitarbeiter.

Hallo alle zusammen!

in „Der Spiegel“ vom September dieses Jahres steht ein Artikel
über das Jugendamt, das mich erschreckt und sehr beunruhigt
hat. Da steht, dass das Jugendamt in Deutschland praktisch wie
„Gott auf Erden“ ist und handeln und tun kann wie sie lustig
sind.

Der Spiegel berichtet über ca. 8000 Fällen, bei denen es um
unberechtigte, ungerechtigte „wegnehmen“ von Kindern geht.

Die Eltern werden nicht mal benachrichtigt, nicht mal befragt
oder die Chance gegeben, sich vor Gericht zu verteidigen, die
Verwandten oder Erziehrer/Lehrer werden auch nicht befragt.
Das Jugendamt handelt „zum Wohl des Kindes“ und da gibt es
keine Chance, eine Unschuld zu beweisen. Nach dem das Kind
wörtlich entführt wird, erfahren die Eltern nicht mal wo es
sich aufhält und haben nicht mal Besuchsrechte. Vors Deutschen
Gericht zu gehen schreiben sie auch, dass es sinnlos sei, da
die Richter meistens nur dem Jugendamt recht geben, ohne
richtig nachzuprüfen.

Ich möchte nur vom Fachleute wissen, ob das wirklich stimmt,
bevor ich gleich meine Koffer packe und das Land verlasse (ich
habe eine kleine Tochter).

Vielen Dank für die Unterstützung.
Beatriz Hübner