Kopieren

Hallöle,

bei allem, was mit Kopieren zu tun hat (Software, Musik…) wird ja zur Zeit kräftig auf den Putz gehauen. Und zwar von beiden Seiten: Es wird kopiert, was das Zeug hält… andererseits spucken die Hersteller Gift und Galle und publizieren ständig den ungesetzlichen Hintergrund des Kopierens.

Dies stellt Tefan vor folgende noch unbeantwortete Fragen, die Tefan in einem Posting in der Sparte ´Musik´ stellte, deren Beantwortung allerdings dort nicht wirklich erwartet wurde (das war dort eher rhetorisch).
Allerdings würde Tefan es wirklich einmal interessieren, hier einige Antworten (oder Gedankengänge) zu hören:

  • Darf ich (privat, dh nicht mit geschäftlichen Hintergrund und -Interessen)
    einem Familienmitglied, einem Freund oder einem Bekannten ein Buch leihen?
  • Oder ihm daraus ein Bild
    als attachment schicken?
  • Wo liegt der Unterschied zur Musik? Hier wird ja sogar großzügig an die Gema für
    jeden (Leer-)tonträger ein Obolus entrichtet!
  • Darf ich, wenn ich eine private Feier veranstalte, Musik zur Unterhaltung abspielen?
  • Muß ich dabei
    verhindern, dass ein Freund ein Diktiergerät in der Tasche hat und diese Musik aufnimmt? Oder darf ich ihm
    dabei sogar helfen?
    (Wohlgemerkt: PRIVAT! *nix geschäftlicher Hintergund zu sehen sei*)

Radiosender zahlen wahrscheinlich dafür, dass sie Musik unters Volk streuen. Und dass man diese dann aufnimmt, ist ja offensichtlich nicht verboten *davon überzeugt sei*

  • Darf ich denn meinem
    Bruder den Gefallen tun, wenn er mich bittet, eine Sendung mitzuschneiden, weil er selbst verhindert ist?

  • Wenn ich zur selben Zeit einen 2. Recorder benutze, um diese Sendung auch für mich aufzunehmen… wo
    ist denn da der Unterschied, wenn ich nur 1x mitaufzeichne… und eine Kopie für meinen Bruder erstelle?

  • Gibt es rechtlich in der Beziehung einen Unterschied zwischen Bruder, Freund, Bekannten, Arbeitskollegen…?

  • Und wo liegt denn nu der Unterschied zur Software?

Es ist vollkommen verunsichert:

Tefan

*derMitDerJuristereiImmerWiederSoSeineProbsHabenTut*

Da antworte ich mal in dem Rahmen, in dem ich mir sicher bin:

  • Darf ich (privat, dh nicht mit
    geschäftlichen Hintergrund und
    -Interessen)
    einem Familienmitglied, einem Freund
    oder einem Bekannten ein Buch leihen?

Natuerlich - leihen ist nicht kopieren - du darfst alles verleihen, was du besitzt ohne Fin. Int

  • Oder ihm daraus ein Bild
    als attachment schicken?

kritisch

  • Wo liegt der Unterschied zur Musik?
    Hier wird ja sogar großzügig an die Gema
    für
    jeden (Leer-)tonträger ein Obolus
    entrichtet!

Ueber die Gema lasse ich mich hier nicht aus - das es eine solche Organisation in dieser Form und mit diesen Rechten geben darf ist mir unverstaendlich - aber da die ihre Spitzel ueberall haben, lassen wirs damit bewenden

  • Darf ich, wenn ich eine private Feier
    veranstalte, Musik zur Unterhaltung
    abspielen?

Ja, wenn es in privatem Rahmen (heisst zu Hause o.ä.) bleibt

  • Muß ich dabei
    verhindern, dass ein Freund ein
    Diktiergerät in der Tasche hat und diese
    Musik aufnimmt?

Nein - was er kopiert ist nicht dein Problem

Oder darf ich ihm
dabei sogar helfen?

Kritisch - bei einem Diktiergeraet wuerde wahrscheinlich sogar die Gema lachen, aber sicher waere ich mir nicht…

Radiosender zahlen wahrscheinlich dafür,
dass sie Musik unters Volk streuen.

Ja

Und dass man diese dann aufnimmt, ist ja
offensichtlich nicht verboten *davon
überzeugt sei*

zu Recht ueberzeugt

  • Darf ich denn meinem
    Bruder den Gefallen tun, wenn er mich
    bittet, eine Sendung mitzuschneiden, weil
    er selbst verhindert ist?

Da sag ich noch knapp ja ! Er haette ja auch selbst mitschneiden koennen.

  • Wenn ich zur selben Zeit einen 2.
    Recorder benutze, um diese Sendung auch
    für mich aufzunehmen… wo
    ist denn da der Unterschied, wenn ich
    nur 1x mitaufzeichne… und eine Kopie
    für meinen Bruder erstelle?

Frage ich mich jetzt aber auch…

  • Gibt es rechtlich in der Beziehung
    einen Unterschied zwischen Bruder,
    Freund, Bekannten, Arbeitskollegen…?

Nein - nur deine direkte Familie (Frau, Kinder zu Hause) sind sozusagen „Miteigentuemer“ deines Originals und koennen sich Kopien machen.

  • Und wo liegt denn nu der Unterschied
    zur Software?

Eigentlich nirgends - die Beweislage ist schwieriger. Du kannst ja einen QuellCode kopieren, eine Variable umbenennen (oder nur die wichtigsten Upros benutzen) und sagen du haettest es selbst geschrieben bzw. es ist nicht mehr das Original

Es ist vollkommen verunsichert:

Die Richter und Gerichte sinds auch !

Tefan

Gruss
Dirk

*derMitDerJuristereiImmerWiederSoSeineProbsHabenTut*

Ich hoffe, es wird nicht zu unübersichtlich!
Also dann ergänze ich mal.

Da antworte ich mal in dem Rahmen, in dem
ich mir sicher bin:

Ich auch

  • Darf ich (privat, dh nicht mit
    geschäftlichen Hintergrund und
    -Interessen)
    einem Familienmitglied, einem Freund
    oder einem Bekannten ein Buch leihen?

Natuerlich - leihen ist nicht kopieren -
du darfst alles verleihen, was du besitzt
ohne Fin. Int

Selbst mit finanziellen Interesse (dann Miete) erlaubt, außer verboten (z. B. Untermiete einer Wohnung, oder Software von EA, da steht es drauf, daß nicht zur Vermietung. Inwieweit das verbindlich ist, ist auch fraglich. Geh in die Videothek und die verleihen (eigentlich vermieten) es Dir).

  • Oder ihm daraus ein Bild
    als attachment schicken?

kritisch

Für den privaten Gebrauch ja.

  • Wo liegt der Unterschied zur Musik?
    Hier wird ja sogar großzügig an die Gema
    für
    jeden (Leer-)tonträger ein Obolus
    entrichtet!

Ueber die Gema lasse ich mich hier nicht
aus - das es eine solche Organisation in
dieser Form und mit diesen Rechten geben
darf ist mir unverstaendlich - aber da
die ihre Spitzel ueberall haben, lassen
wirs damit bewenden

Musik darfst Du verleihen, klar. Was der andere damit macht, kann Dir egal sein. (Außer Du weißt, daß er davon 1000 Kopien macht, die er auf der Straße verkaufen wird).
Ansonsten hast Du recht. Die GEMA kassiert schon bei leeren Tonträger jeder Art. Solange Du im übrigen zuhause Kopien machst, geht das in Ordnung (man sagt bis zu fünf Kopien).

  • Darf ich, wenn ich eine private Feier
    veranstalte, Musik zur Unterhaltung
    abspielen?

Ja, wenn es in privatem Rahmen (heisst zu
Hause o.ä.) bleibt

Richtig, d. h. es darf die Öffentlichkeit keinen Zugang haben.

  • Muß ich dabei
    verhindern, dass ein Freund ein
    Diktiergerät in der Tasche hat und diese
    Musik aufnimmt?

Nein - was er kopiert ist nicht dein
Problem

Richtig

Oder darf ich ihm
dabei sogar helfen?

Kritisch - bei einem Diktiergeraet wuerde
wahrscheinlich sogar die Gema lachen,
aber sicher waere ich mir nicht…

Wie helfen?

Radiosender zahlen wahrscheinlich dafür,
dass sie Musik unters Volk streuen.

Ja

Viel!

Und dass man diese dann aufnimmt, ist ja
offensichtlich nicht verboten *davon
überzeugt sei*

zu Recht ueberzeugt

Klar, ist für privaten Gebrauch, außerdem sind die Radiosender mehr oder weniger verpflichtet, die Titel nicht auszuspielen (Moderator redet hinein). Früher waren die Top 20 auf Bayern 3 ausgespielt, doch dafür hat glaube ich Bayern 3 extra bezahlen müssen. Außerdem entrichtest Du Deinen Obulus schon beim Kauf der Leer-Kassette.

  • Darf ich denn meinem
    Bruder den Gefallen tun, wenn er mich
    bittet, eine Sendung mitzuschneiden, weil
    er selbst verhindert ist?

Da sag ich noch knapp ja ! Er haette ja
auch selbst mitschneiden koennen.

Genau

  • Wenn ich zur selben Zeit einen 2.
    Recorder benutze, um diese Sendung auch
    für mich aufzunehmen… wo
    ist denn da der Unterschied, wenn ich
    nur 1x mitaufzeichne… und eine Kopie
    für meinen Bruder erstelle?

Frage ich mich jetzt aber auch…

Keiner (vgl. oben: bis zu ca. fünf Kopien)

  • Gibt es rechtlich in der Beziehung
    einen Unterschied zwischen Bruder,
    Freund, Bekannten, Arbeitskollegen…?

Nein - nur deine direkte Familie (Frau,
Kinder zu Hause) sind sozusagen
„Miteigentuemer“ deines Originals und
koennen sich Kopien machen.

  • Und wo liegt denn nu der Unterschied
    zur Software?

Eigentlich nirgends - die Beweislage ist
schwieriger. Du kannst ja einen QuellCode
kopieren, eine Variable umbenennen (oder
nur die wichtigsten Upros benutzen) und
sagen du haettest es selbst geschrieben
bzw. es ist nicht mehr das Original

Es ist vollkommen verunsichert:

Die Richter und Gerichte sinds auch !

Tefan

Gruss
Dirk

*derMitDerJuristereiImmerWiederSoSeineProbsHabenTut*

Hallöle,

zunächst Danke für die prompte Antwort. Bei der von Dirk hatte ich sogar auch was zum Schmunzeln.

Zu der Frage:

:: Oder darf ich ihm
:: dabei sogar helfen?
:
: Kritisch - bei einem Diktiergeraet wuerde
: wahrscheinlich sogar die Gema lachen,
: aber sicher waere ich mir nicht…
:
Wie helfen?

Na zB indem ich ihm sag: benutz doch meinen Cassettenrekorder, der in der Musikanlage integriert ist. Hier haste auch eine Kassette! UNd ich drück auch die Aufnahmetaste für Dich, beschrifte das Inlet und wenn die das Ding zu schwer ist, könnte ich es auch zu Dir nach Hause schicken.

´Hilfe´ ist also stufenlos möglich.

Ich glaube, es wird klar, womit ich die Probs habe: Irgendwie soll das Kopieren verboten sein… aber wenn ich auf Cassetten, auf die ich schon GEMA-Gebühren bezahlt habe, Kopien erstelle und die einem Bekannten zum Geburtstag schenke… dann ists doch nicht so ganz verboten?!? %o)

Gruß und Dank von

Tefan

*derSichNuInSeinerVerunsicherungNichMehrGanzAlleinUNdHilflosFühlt*

Hi Tefan,

hier noch ein kleiner Nachtrag:

  • Wo liegt der Unterschied zur Musik?
    Hier wird ja sogar großzügig an die Gema
    für
    jeden (Leer-)tonträger ein Obolus
    entrichtet!

Es gibt keinen großen Unterschied zwischen Buch und Musik, nur daß bei Druckerzeugnissen der Verein nicht GEMA, sondern VG Wort heißt. Jede Bücherei und jeder Copyshop zahlt dort ein, dann ziehen die ihre irrsinnigen Verwaltungskosten ab, der traurige Rest geht an die Autoren. Also dasselbe in grün, nur nicht so bekannt wie die GEMA.

Gruß
Ted