angenommen ein Student verwendet für eine studentische Seminararbeit, die nicht veröffentlicht werden soll (höchstens in Form von „gesammelten Werken“ am Lehrstuhl ausliegen soll), fotokopierte Fotos aus Büchern (Angabe der Bücher im Abbildungsverzeichnis) und fotokopierte Zeitungsartikel, können daraus Konsequenzen wg. Urheberrechtsverletzung oder sonstige rechtliche Folgen entstehen? Wie sieht es mit Zitaten aus anderen Büchern aus?
Wo kann ich darüber etwas nachlesen (habe im Internet bisher nur Texte zu Urheberrechten bei Veröffentlichungen im Internet gefunden)?
ich glaube bei Seminararbeiten dürfte es keinerlei konsequenzen geben, da diese ja nicht veröffentlicht werden. Wichtig ist der Bildnachweis, in dem die Quelle genau bezeichnet wird.
Ich vermute Du studierst Kunstgeschichte oder Geschichte, korrekt? Wir sind einfach auf Bildmaterial angewiesen um Vergleiche anstellen zu können. Und letztlich ist es nicht möglich jedes Bild, jedes Bauwerk im Original zu sehen und zu fotografieren. Insbesondere wenn man den Urzustand von Bauwerken rekonstruieren möchte, muss man auch auf historisches Bildmaterial zu Forschungszwecken zurückgreifen können.
Ich selbst hatte etwas Probleme bei meiner Magisterarbeit, bei der ich genauso vorgegangen bin (genauer Bildnachweis). Es gibt immer jemanden der ein Problem hat und mit juristischen Schritten droht. Dazu kam es jedoch nicht, offensichtlich hatte er die Aussichtslosigkeit bemerkt. Ein gepfefferter Brief meines Profs könnte auch zum Sinneswandel beigetragen haben. Wenn Du auf Nummer sicher gehen willst, dann frage doch bei Verlag und Autor an ob Du die Bilder verwenden darfst - für deine Zwecke dürfte es keinerlei Probleme dabei geben.
Du hast richtig vermutet, es geht um eine (bau-)geschichtliche Arbeit. Das Problem dabei ist, dass die Arbeit schon vor 6 Jahren verfasst wurde und jetzt auf einmal jemand Fragen dazu hat (offensichtlich wurde die Arbeit vom Lehrstuhl aus weitergegeben, ich habe sonst keine Ahnung, wie derjenige von dieser Arbeit und von mir wissen könnte).
Bevor ich den Typen jetzt anrufe, um Genaueres zu erfahren, wollte ich erst mal abklären, ob ich rechtliche Konsequenzen zu befürchten habe (wir haben erst letztes Jahr im Büro wegen einer ähnlichen Geschichte -allerdings im Internet- 5.000,- Gebühr und Strafe zahlen müssen!).
bist Du Mitglied in der Gewerkschaft (IG-Wort, verdi)? Wenn ja dann frage doch mal dort an die Info ist kostenlos. Oder rufe die Gewerkschaft an, werde Mitglied und frage dann.
Von denen bekommst ganz sicher fachkundige Hilfe.
Ich würde mir aber nicht solche Gedanken machen, es wird nicht so heiß gegessen, wie´s gekocht wird.
Bist Du Kunsthistorikerin? Wenn ja, unser Lehrstuhl hat die abgegeben Magisterarbeiten an das Zentralinstitut für Kunstgeschichte gemeldet und die haben dann Titel und Verfasser im Internet veröffentlicht. Lass doch google einfach mal nach deinem Namen und einem Stichwort des Titels suchen - zumindest weißt Du dann woher er von der Arbeit weiss.
Gruß Claudius
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das ist ja klasse. Danke. Heißt faktisch, ich kann in einer wissenschaftlichen Arbeit alles zitieren, sobald dies einmal veröffentlöicht wurde - korrekt?
Aber wo hört Wissenschaft auf?
Sind öffentliche Vorträge dabei gedeckt?
Ist eine Homepage, auf der ich auf meine wissenschaftliche Tätigkeit hinweise darin ebenfalls enthalten?
Vielen Dank für die Informationen
Gruß m.c.n.
P.S.: Deine Antwort ist wenigstens 10 Sternchen wert, deshalb gibt es von mir erstmal einen und von anderen hoffentlich noch neun weitere.