Zugang zu pornographischen Seiten

…mal wieder typisch Deutsch? In Deutschland wird der Zugang zu pornographischen Seiten, deren Betreiber in Deutschland ansässig sind, stark reglementiert. Sie müssen sogenannte Jugendschutztore einbauen (womit sie natürlich auch Geld verdienen, jeder Durchgang ein paar 10/Cent oder so) und hast du nicht gesehen. Gerichte und Rechtsanwälte streiten sich seit Jahren, was angebracht ist, das kostet natürlich auch Steuergelder. Jedoch: jeder einigermaßen versierte Surfer ab ca. 7 Jahren findet unbeschränkte Pornographie im WWW sowieso.
Meine Frage: Deutschland unternimmt mal wieder alles mögliche, um seine in Deutschland gehosteten Webseiten mit pornographischen Inhalt zu reglementieren, ein Riesenaufwand, der Gerichte noch und noch beschäftigt. Die Jugendlichen, die eigentlich „geschützt“ werden sollen, lachen sich tot und surfen anderweitig umher. Ist wohl so ähnlich wie mit der Legalisierung von „leichten“ Drogen. Lohnt der Aufwand, damit wir eine „reine Weste haben“, aber der eigentlich angestrebte „Schutzeffekt“ voll daneben liegt?

Hallo teaser und Freunde,

… ja, das ist typisch deutsch: Heerscharen von Beamten und und öffentlich-rechtlich Bediensteten, sowie quasi per Gesetz Bezahlte (Anwälte, Gutachter, Sachverständige usw.) leben von diesem Quatsch. Man muss in Deinem Beispielfall schon froh sein, wenn nicht auch noch die Archtektenkammer und Apothekerkammer zu (kostenpflichtigen) Statements herangezogen wurden.

Denk mal richtig nach
Hallo,

ich habe zwar Zweifel in wie weit dieser Thread hier im Rechtsforum eigentlich angebracht ist. Totzdem so etwas wie eine Antwort.

Jedoch: jeder einigermaßen versierte Surfer ab
ca. 7 Jahren findet unbeschränkte Pornographie im WWW sowieso.
Meine Frage: Deutschland unternimmt mal wieder alles mögliche,
um seine in Deutschland gehosteten Webseiten mit
pornographischen Inhalt zu reglementieren, ein Riesenaufwand,
der Gerichte noch und noch beschäftigt. Die Jugendlichen, die
eigentlich „geschützt“ werden sollen, lachen sich tot und
surfen anderweitig umher.

Und nur weil es leicht ist, sollen wir es ohne weiteres zu lassen. Es ist auch kein größeres Problem im Internet Kinderpornografie zu bekommen. Sollten wir das deshalb zulassen?
Es ist kein größeres Problem an harte Drogen zu kommen. Sollte es deshalb erlaubt sein?
Es ist für Minderjährige kein großes Problem an Alkohol und Zigaretten zu kommen. Also sollten wir es gleich zulassen?
Es ist kein größeres Problem sich Schußwaffen zu besorgen. Also sollten wir den Besitz legalisieren?

Die Liste ließe sich beliebig erweitern. In sofern halte ich persönlich Deine Argumentation für ziemlich schwach.

Lohnt der Aufwand, damit
wir eine „reine Weste haben“, aber der eigentlich angestrebte
„Schutzeffekt“ voll daneben liegt?

Ja, er lohnt. Nur weil eine Sache letztlich nicht zu verhindern ist, sollte es noch lange nicht bedeuten, dass man persönlich (oder eben der Staat) nichts dagegen unternimmt. Nenne Du es meinetwegen Reglementierungswut oder typisch deutsche Bürokratie bzw. Verschwendung von Steuergeldern. Für mich bedeutet dies mehr. Würdest Du also auch die intensive Pflege von Totkranken ablehnen, da dies nur unnötige Kosten bedeutet. Immerhin sterben die Leute ja sowieso.

Oh man, mich nervt manchmal die deutsche Bürokratie auch. Aber genau so nerven mich Lebenseinstellungen, wie sie in Deinem Thread erkennbar sind…

trotzdem mit besten Grüßen
ein etwas verwunderter
Steffen B.

PS: Kann es sein, dass der Grund Deines Threads eher in persönlichen Motiven zu suchen ist? Hast Du etwas mit pornografischen Seiten zu tun?

Hallo,

Und nur weil es leicht ist, sollen wir es ohne weiteres zu
lassen. Es ist auch kein größeres Problem im Internet
Kinderpornografie zu bekommen. Sollten wir das deshalb
zulassen?
Es ist kein größeres Problem an harte Drogen zu kommen. Sollte
es deshalb erlaubt sein?
Es ist für Minderjährige kein großes Problem an Alkohol und
Zigaretten zu kommen. Also sollten wir es gleich zulassen?
Es ist kein größeres Problem sich Schußwaffen zu besorgen.
Also sollten wir den Besitz legalisieren?

Die Liste ließe sich beliebig erweitern. In sofern halte ich
persönlich Deine Argumentation für ziemlich schwach.

Ich halte Deine Argumentation für ziemlich schwach: Bei den genannten Beispielen ist es doch gerade so, dass die deutschen Gesetze tatsächlich etwas bewirken, auch wenn man sie mit einigem Aufwand umgehen kann. Im Fall Pornos und Internet ist der Effekt Null!

Oh man, mich nervt manchmal die deutsche Bürokratie auch. Aber
genau so nerven mich Lebenseinstellungen, wie sie in Deinem
Thread erkennbar sind…

Viel seltsamer finde ich die Einstellung immer alles gesetzlich verbieten zu wollen. Wozu haben die Eltern denn eine Aufsichtspflicht? Ist es nicht an erster Stelle Aufgabe der Eltern zu kontrollieren und zu bestimmen, was ihre Kinder (anschauen) dürfen? Warum muss in Deutschland immer alles gesetzlich geregelt sein? Da kommt nur so ein Stuss bei raus wie bei der FSK/USK: Rambo ab 18, Herr der Ringe ab 12. Zum Vergleich: Bei Rambo stirbt eine(!) Person durch einen Unfall, bei HdR wird gemetzelt bis der Arzt kommt!

Grüße,

Anwar

…mal wieder typisch Deutsch?

mal wieder richtig hysterisch.

In Deutschland wird der Zugang zu pornographischen Seiten, deren Betreiber
in Deutschland ansässig sind, stark reglementiert.

Und wo gibt’s den freien Zugang? Wie überall auf der Welt wollen diese Sites Geld verdienen, somit ist jeder Zugang kostenpflichtig. Was Du sonst im Web findest, ist ungefähr so pornographisch wie die Super-Illu oder die Blödzeitung.

Die paar Jugendschutzparagraphen haben so gut wie nichts gekostet, sie sind im Grunde auch schon einige Dutzend Jahre alt, sie hindern keinen Betreiber, Pornographie zu verkaufen, und sie taugen immer wieder, Deutschland als bürokratisch zu verteufeln. Damit ist doch allen Interessenten gedient - was will man mehr.

Merke: Nur Bares ist Wahres, deshalb kommt gleich hinter dem Jugendschutz die Frage nach der Kreditkarte - und vom Gesetzgeber der Versuch, darauf Steuern zu kassieren. Kann es sein, dass hier der Grund für Deinen Zorn verborgen ist?

Gruß Ralf

Einspruch !
Hallo,

Anwar:

Im Fall Pornos und Internet ist
der Effekt Null!

Nenn mich naiv, aber ich denke sehr wohl, dass diese Altersschutzprüfungen einen gewissen abschreckenden Effekt haben. Dass man sie umgehen kann, keine Frage, lückenloser Schutz ist Illusion.

Steffen:

Oh man, mich nervt manchmal die deutsche Bürokratie auch. Aber
genau so nerven mich Lebenseinstellungen, wie sie in Deinem
Thread erkennbar sind…

Zustimm !!!

Viel seltsamer finde ich die Einstellung immer alles
gesetzlich verbieten zu wollen. Wozu haben die Eltern denn
eine Aufsichtspflicht? Ist es nicht an erster Stelle Aufgabe
der Eltern zu kontrollieren und zu bestimmen, was ihre Kinder
(anschauen) dürfen? Warum muss in Deutschland immer alles
gesetzlich geregelt sein? Da kommt nur so ein Stuss bei raus
wie bei der FSK/USK: Rambo ab 18, Herr der Ringe ab 12. Zum
Vergleich: Bei Rambo stirbt eine(!) Person durch einen Unfall,
bei HdR wird gemetzelt bis der Arzt kommt!

Aufsichtspflicht ist das eine, aber auch der Staat hat seinen Anteil an Mitverantwortung. Meine eigenen Kinder sind noch nicht in der Porno-Zielgruppe, aber ich möchte auch nicht, dass es unter Jugendlichen irgendwann hip ist, sich Pornos reinzuziehen - denn das bekommen dann auch die Kinder und Jugendlichen mit, die daheim gewisse Regeln einhalten müssen. Ich wünsche nun wirklich nicht, dass Kinder (ich selbst habe zwei Töchter und einen Sohn) jemals davon ausgehen, dass Pornos die Realität auch nur annähernd widerspiegeln.

Da muss dann eben „der Staat“ leider die Verantwortung mit übernehmen für Eltern, die ihre Kinder weder beaufsichtigen noch Werte vermitteln. Nicht schön, aber Dich als Erwachsenen tangiert das doch kaum, DU findest sicher das pornographische Material, das Du suchst (was nun wieder ein anderes Thema wäre, aber lassen wir das ).

Viele Grüße,

Inselchen

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Hi,

hast Du eigentlich Kinder? Wahrscheinlich nicht. Und wenn, dann dürften die gaaaanz sicher ungehindert im Netz surfen und auch bei deutschen Seiten, nicht nur auf „ausländischen“, die ja sooooo schwer einzusehen sind, gleich beim ersten Anklicken die tollsten Bilderchen bewundern…

*ziemlich-zähneknirschend*
Jana

Hallo,

Nenn mich naiv, aber ich denke sehr wohl, dass diese
Altersschutzprüfungen einen gewissen abschreckenden Effekt
haben. Dass man sie umgehen kann, keine Frage, lückenloser
Schutz ist Illusion.

Wie soll denn der Effekt aussehen? Einmal in Google oder Kazaa die richtigen Schlüsselwörter eingetippt, fertig. Wo ist das Problem? Wo die Abschreckung?
Im übrigen finde ich das Wort Abschreckung interessant. IMHO sollten die Kinder/Jugendlichen eher verstehen und akzeptieren dass das (gegebenenfalls noch) nichts für sie ist.

Ich wünsche nun wirklich nicht, dass Kinder (ich selbst habe
zwei Töchter und einen Sohn) jemals davon ausgehen, dass
Pornos die Realität auch nur annähernd widerspiegeln.

Ich gehe mal davon aus, dass Deine Kinder nicht vollverblödet sind. Dann können sie gegebenenfalls auch zwischen Film und Realität unterscheiden. Bei Pornos tangiert mich das ganze nicht so (mangels Interesse), aber bei vielen anderen Filmen und PC-Spielen, nervt mich die Indizierung (und die damit verbundene Problematisierung der Beschaffung) schon, somit kann ich den Autor dieses Artikels gut verstehen.

Nicht schön, aber Dich als Erwachsenen
tangiert das doch kaum, DU findest sicher das pornographische
Material, das Du suchst (was nun wieder ein anderes Thema
wäre, aber lassen wir das ).

Zum Einen: Wie gesagt, tangieren tut dass niemanden so richtig. Ähnlich wie mit indizierten Filmen/Spielen, die kann man auch bekommen. Ich kann mir jedoch denken, dass Probleme für User auftreten, die irgendwas in Deutschland in diesem Bereich machen wollen (z.B. kostenlose Tauschbörse für Privatvideos oder so, k. A., meine Fantasie reicht da nicht so weit). Man stelle sich nur mal vor w-w-w müsste auch eine solchen Zertifizierungsservice haben, dann wär’s mit den kostenlosen Zeiten aber ruck-zuck vorbei.

Grüße,

Anwar

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Hi,

hast Du eigentlich Kinder? Wahrscheinlich nicht. Und wenn,
dann dürften die gaaaanz sicher ungehindert im Netz surfen und
auch bei deutschen Seiten, nicht nur auf „ausländischen“, die
ja sooooo schwer einzusehen sind, gleich beim ersten Anklicken
die tollsten Bilderchen bewundern…

Nur mal eine nette kleine Geschichte, die mir passiert ist und gut illustriert wie leicht man über solche Sachen ganz aus Versehen stolpert. Ich war auf der Suche nach Bildern eines Videospiels und habe daher den Namen eines Charakters eingegeben. Probiers selber mal aus: Google->auf Bildersuche klicken->Talim. Und auch wenn es jetzt so aussieht, nein, dass Spiel ist nicht pornographisch!!!

Grüße,

Anwar

‚Gefährdung‘ durch Porno?
Hi,

zu dem bereits angesprochenen noch eine ergänzende Frage:

Worin besteht die konkrete Gefährdung, wenn ein Kind oder Jugendlicher einen Porno sieht? Mal abgesehen, dass einige Religionen mit Sexualität ein Problem haben, sind wir ja laut Verfassung ein säkularer Staat (Im Gegensatz zu USA oder islamischen Staaten, die sich auf Gott beziehen)

Mögliche Antworten:

  • kleinere Kinder könnten Sexszenen mit Gewaltszenen gleichsetzen und durch ihr Betrachten Schäden davontragen.
    Aber: Dann müssten aber auch sämtliche Gewaltszenen im Film und Fernsehen verboten werden.

  • der Jugendliche könnte früher mit sexuellen Aktivitäten beginnen.
    Aber: machen sie es nicht ohnehin, sobald die Entwicklung entsprechend fortgeschritten ist? bzw. was ist an früheren sexuellen Aktivitäten schädlich?

  • die Jugendlichen könnten sich aus Pornos falscheVorbilder für ihr eigenes Sexleben abschauen. Ist aber eher unwahrscheinlich, da sie maximal 2-3 Pornos ansehen werden, um dann aus Langeweile abzuschalten

  • die Eltern bekommen Fragen gestellt, die ihnen peinlich sind?

A.

1 „Gefällt mir“

Wieso müssen eigentlich immer alle Sachen „typisch Deutsch“ genannt werden, die in vielen, vielen, vielen Ländern der Welt nicht anders sind???

unverständnisvoll:
Levay

Und wo gibt’s den freien Zugang? Wie überall auf der Welt
wollen diese Sites Geld verdienen, somit ist jeder Zugang
kostenpflichtig. Was Du sonst im Web findest, ist ungefähr so
pornographisch wie die Super-Illu oder die Blödzeitung.

Oh, oh,

da kenne ich aber eine Mege frei zugänglicher Seiten, die deutlich über Super-Illu Niveau sind und frei zugänglich knallharte Pornografie bieten.
Guckst du schon oder suchst du noch ? (Frei nach Ikea)

Gruß

Matthias

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Das ist auch richtig so.
Ich habe selbst keine Kinder aber halte es für zwingend notwendig Kinder und Jugentlichen vor so manchen Inhalt im Web zu schützen.
Was erwachse im sagen wir *Anarchistischen* Web machen ist ihre Sache, aber der Schutz unserer Kinder hat generell höchste Preorität.
Ich würde nicht wollen das meine Kinder mit brutalen, abartigen und wiederlichen Dingen durch das Netz konfrontiert werden und befürworte und unterstütze eine Kontrollmassnahme (nur) diesbezüglich durch den Staat.

Grüse Zoomi

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Moin, Matthias,

da kenne ich aber eine Mege frei zugänglicher Seiten, die
deutlich über Super-Illu Niveau sind und frei zugänglich
knallharte Pornografie bieten.

Mag sein - für den, der Zeit zum Suchen hat. Das, worüber man stolpert, ist meist grottenschlecht.

Guckst du schon oder suchst du noch ? (Frei nach Ikea)

manchmal guck ich, manchmal such ich. Im Web allerdings nicht, erstens zu mühsam, zweitens zu viel Schrott.

Gruß Ralf

Das ist ein ziemliches Eigentor.

Du schreibst:

Viel seltsamer finde ich die Einstellung immer alles
gesetzlich verbieten zu wollen.

Schon mal ziemlich schwach, weil es ja von niemandem ein Bestreben gibt, „alles“ gesetzlich zu verbieten. Hinter jedem Verbot steckt ein Zweck, und es ist dann lediglich eine Frage des Einzelfalls und der persönlichen Auffassung, ob dieser Zweck dann das Verbot rechtfertigt. Von einer Tendenz, alles oder auch nur möglichst viel verbieten zu wollen, kann nun wirklich keine Rede sein.

Das Eigentor besteht aber in dem vor dir genannten Beispiel für gesetzliche Verbote:

FSK

FSK! Ausgerechnet!

Freiwillige (!!!) Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Soll heißen: Es handelt sich um eine freiwillige (bzw. durch Selbstverpflichgung nun obligatorische) Aufgabe, welche die Filmwirtschaft durchführt. Sie wurde nicht von Gesetzes wegegn dazu gezwungen.

Levay

Netter Versuch
Hallo,

FSK

FSK! Ausgerechnet!

Freiwillige (!!!) Selbstkontrolle der Filmwirtschaft

Das kann nur ein Jurist schreiben, der von der Unterhaltungsindustrie keine Ahnung hat (sorry, aber ist so). Freiwillig ist and der FSK/USK überhaupt nichts mehr, vielmehr muss ein Film/ein Spiel ein Rating haben, damit die Wae überhaupt verkauft werden darf (und hier kommt das Gesetz ins Spiel). Darüber hinaus arbeitet die FSK/USK mit der Obersten Landesjugendbehörde zusammen, also ist es schon eine hoheitliche Regelung. Von der Indizierung, die ja auch von hoheitlicher Stelle erfolgt müssen wir wohl nicht reden?

Grüße,

Anwar