Angenommen eine Frau wird von ihrem Ehemann verlassen. Später findet sie heraus, dass dieser schon seit Wochen in ihrer gemeinsamen Wohnung (die sie aus persönlichen Gründen vorübergehend verlassen hatte -z.B. wegen des Baulärmes und einer noch ganz kleinen Tochter), mit einem Mann zusammenlebt/-liebt. Dieser Ehemann bezeichnet sich nun als schwul und meint, dies auch schon immer gewesen zu sein. Kann sie sich vor Ablauf des üblichen Trennungsjahres wegen besonderer/außergewöhnlicher Härte scheiden lassen, wenn ja, auf welcher Grundlage (Urteile?). Also ist es für eine Frau unzumutbar weiter mit einem schwulen Ehemann verheiratet zu bleiben, da er diese Neigung verheimlicht hat…? Stichwort arglistige Täuschung UND kann ihm jetzt einfallen, die Ehe für nichtig erklären zu lassen (Hinweis kam von einem Notar)?
Hallo erstmal,
für mich ist da keine besondere Härte erkennbar. Aber wenn sich beide einig sind, dass die Ehe geschieden werden soll und übereinstimmend einen Zeitpunkt erklären, ab dem das Trennungsjahr begonnen hat, dann wird kein deutsches Gericht hierzu Nachforschungen anstellen. Wenn also beide angeben, seit einem halben Jahr getrennt zu leben und heute die Scheidung einreichen, dann dürfte es mit den Unterlagen zum Versorgungsausgleich, … ziemlich gut hinkommen, dass die Scheidung in einem halben Jahr ganz normal über die Bühne gehen kann. D.h. der Antrag kann problemlos vor Ablauf des Trennungsjahres gestellt werden, geschieden wird dann eben erst nach Jahresablauf. Da man aber ohnehin Monate braucht alle Unterlagen zu bekommen, kann man hierfür das Trennungsjahr dann schon mal sinnvoll nutzen.
Gruß vom Wiz
[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]