reißverschlusssystem! wie und wo genau?

hallo,

wenn irgendwo eine zweispurige fahrbahn durch eine baustelle einspurig wird, muss man als autofahrer bis zum ende der zweiten fahrbahn fahren und sich dann einfädeln!?

das prinzip heißt reißverschlusssystem!?

gilt dieses system auch, wenn eine zweispurige fahrbahn nach 1 km einspurig wird, der fahrer also durch schilder darauf aufmerksam gemacht wird (noch 400 m, noch 200 m)? ich meine eine fahrbahn, die im wechsel einspurig und zweispurig ist (1 km)! oder muss ich hier, sobald irgendwo ne lücke ist, mich einfädeln?
auf der fahrbahn kommts öfter vor, dass, wenn die erste fahrbahn komplett dicht ist, autofahrer auf der zweiten fahrbahn überholen und sich am ende einfädeln! ist das rechtens oder ist das einfach dreistes vordrängeln? dann gibts lkw-fahrer (sehr oft!), die in solcher situtation die zweite fahrbahn blockieren, sodass sich keiner vordrängeln kann! ist das rechtens? muss ich mich als verkehrsteilnehmer hinten anstellen oder ist das vorbeifahren auf der zweiten spur rechtens?

was blüht fahrern, die andere nicht hereinlassen?

was ist mit fahrern, die nicht bis ans ende fahren, sondern sich vorher einfädeln?

bitte um eure antworten.

vielen dank im voraus.

gruß

Hallo Jerry006,

wenn irgendwo eine zweispurige fahrbahn durch eine baustelle
einspurig wird, muss man als autofahrer bis zum ende der
zweiten fahrbahn fahren und sich dann einfädeln!?

Ja.

das prinzip heißt reißverschlusssystem!?

Ja

gilt dieses system auch, wenn eine zweispurige fahrbahn nach 1
km einspurig wird, der fahrer also durch schilder darauf
aufmerksam gemacht wird (noch 400 m, noch 200 m)? ich meine
eine fahrbahn, die im wechsel einspurig und zweispurig ist (1
km)!

Ja.

oder muss ich hier, sobald irgendwo ne lücke ist, mich
einfädeln?

Nein, aber es gilt natürlich das rechtsfahrgebot (sofern agO)

auf der fahrbahn kommts öfter vor, dass, wenn die erste
fahrbahn komplett dicht ist, autofahrer auf der zweiten
fahrbahn überholen und sich am ende einfädeln! ist das
rechtens oder ist das einfach dreistes vordrängeln?

Rechtens, genauer: Genauso im gesetz vorgesehen.

dann gibts
lkw-fahrer (sehr oft!), die in solcher situtation die zweite
fahrbahn blockieren, sodass sich keiner vordrängeln kann! ist
das rechtens?

Nein, das ist Behinderung. Habe das allerdings gerade von Truckern sehr selten gesehen.

muss ich mich als verkehrsteilnehmer hinten
anstellen oder ist das vorbeifahren auf der zweiten spur
rechtens?

Nach der schon lange überfälligen Gesetzesänderung vor ein paar Jahren ist der gesamte verfügbare Raum der Fahrspuren zu nutzen. Das Prinzip des „vorausschauend fahren“ wurde jahrelang völlig falsch interpretiert. So wurde immer auf das frühe Einordnen gepocht und alle anderen als Drängler gebrandmarkt. Ergebnis: Rechts staut sich alles auf etliche hundert Meter und links ist alles frei. Oft wurde krampfhaft jede Lücke gesucht und sich reingequetscht aus Angst vorne von den Herren Oberlehrern nicht mehr reingelassen zu werden. Die rechts Fahrenden mußten oft und plötzlich bremsen, was zu Gummibandeffekten und nachfolgend Auffahrunfällen sowie Stauverlängerung führte.
Das heutige System wäre optimal, wenn alle in der Lage wären mehrere sich bewegende Objekte zu beobachten und zu koordinieren. Leider kommt es immer wieder zu Fehlern:

  • „der vor mir zieht rüber, dann muß ich jetzt auch rüber“ Ergebnis: Die reale Verschmelzung beider Spuren kriecht vom eigentlichen Engpaß nach hinten zurück.
  • „der vor mir wird reingelassen, dann muß der hinter dem Reinlasser mir jetzt sofort auch Platz machen“ Ergebnis: siehe oben
    Ganz schlimm sind die typischen Bremser. Sie teilen sich in zwei Typen:
  1. Der Mittelspurbehinderer. Auch wenn die rechte Spur der BAB abbiegt und man auch abbiegen will, so wird bis zu letzt überholt und am 100 m Schild brutal gebremst, sogar angehalten, um sich rechts irgendwie reinzudrücken
  2. Der in der Auffahrtbremser. Selbst wenn auf der Autobahn wenig los ist reichen manchen Zeitgenossen schon ein paar läppische LKW um in Panik zu geraten. Anstatt voll auf den Pinn zu gehen um die pace der Trucks aufzunehmen und sich eine Lücke zu suchen (das passt IMMER!) wird aus der Auffahrtkurve heraus kurz beschleunigt und dann auf 20-30 km/h abgebremst. Mit angstverzerrtem Gesicht wird hypnotisch auf die andere Spur gestarrt um dann schweißgebadet am Ende des Beschleunigungsstreifens (HALLO ! Nomen est Omen !) stehen zu bleiben. Natürlich sind die bösen bösen LKWs schuld daran, daß man zu dämlich ist…
    Bei Stau auf der Autobahn wird stets im ersten Drittel des Beschleunigungsstreifens angehalten …

was blüht fahrern, die andere nicht hereinlassen?

IMHO Behinderung, mal Rechtsexperten fragen

was ist mit fahrern, die nicht bis ans ende fahren, sondern
sich vorher einfädeln?

Sollte man in den Ar*** treten, damit sie wach werden…

Bernd

Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung:

§7 Benutzung von Fahrstreifen durch Kraftfahrzeuge

(1) Auf Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung dürfen Kraftfahrzeuge von dem Gebot, möglichst weit rechts zu fahren (§ 2 Abs. 2), abweichen, wenn die Verkehrsdichte das rechtfertigt. Fahrstreifen ist der Teil einer Fahrbahn, den ein mehrspuriges Fahrzeug zum ungehinderten Fahren im Verlauf der Fahrbahn benötigt.

(2) Ist der Verkehr so dicht, daß sich auf den Fahrstreifen für eine Richtung Fahrzeugschlangen gebildet haben, so darf rechts schneller als links gefahren werden.

(2a) Wenn auf der Fahrbahn für eine Richtung eine Fahrzeugschlange auf dem jeweils linken Fahrstreifen steht oder langsam fährt, dürfen Fahrzeuge diese mit geringfügig höherer Geschwindigkeit und mit äußerster Vorsicht rechts überholen.

(3) Innerhalb geschlossener Ortschaften - ausgenommen auf Autobahnen (Zeichen 330) - dürfen Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 t auf Fahrbahnen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung (Zeichen 296 oder 340) den Fahrstreifen frei wählen, auch wenn die Voraussetzungen des Absatzes 1 Satz 1 nicht vorliegen. Dann darf rechts schneller als links gefahren werden.

(4) Ist auf Straßen mit mehreren Fahrstreifen für eine Richtung das durchgehende Befahren eines Fahrstreifens nicht möglich oder endet ein Fahrstreifen, so ist den am Weiterfahren gehinderten Fahrzeugen der Übergang auf den benachbarten Fahrstreifen in der Weise zu ermöglichen, daß sich diese Fahrzeuge unmittelbar vor der Verengung jeweils im Wechsel nach einem auf dem durchgehenden Fahrstreifen fahrenden Fahrzeug einordnen können (Reißverschlußverfahren).

(5) In allen Fällen darf ein Fahrstreifen nur gewechselt werden, wenn eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist. Jeder Fahrstreifenwechsel ist rechtzeitig und deutlich anzukündigen; dabei sind die Fahrtrichungsanzeiger zu benutzen.

Ciao, Wotan

StVO owT.
fehlte

sternchen!
Ein wunderbarer Beitrag.

Hinzufügen kann ich noch, dass sich nach meiner Erfahrung das Verhalten der Autofahrer in den vergangenen zehn Jahren wohl gewandelt hat. Ich fahre die Fahrstreifen seit Jahr und Tag aus, und mittlerweile kann ich sogar fast sicher sein, ohne Anfeindungen und Kindergarten-Auffahr-Taktik in die Lücke hinein gelassen zu werden.

Erst einmal ist mir passiert, dass ein Transporter-Fahrer beim 400m-Schild beide Spuren blockiert und mir via Rückspiegel derbe Flüche zuwarf. Der Typ hat großes Glück gehabt, dass ich damals noch ein kleiner dummer Student war, der sein Geld mit Kellnern verdiente und nicht mit der Durchführung von Rechtsstreitigkeiten…

Hi!

gilt dieses system auch, wenn eine zweispurige fahrbahn nach 1
km einspurig wird, der fahrer also durch schilder darauf
aufmerksam gemacht wird (noch 400 m, noch 200 m)? ich meine
eine fahrbahn, die im wechsel einspurig und zweispurig ist (1
km)!

Ja.

was machst du, wenn die rechte spur blockiert ist? alle mit
min. 110 sachen rechts fahren und du am ende der linken spur angelangt
bist? stehenbleiben? oder schnell einfädeln, sodaß der hinterman
genötigt ist, zu bremsen, um den mindestabstand wieder herzustellen?

ist der kilometer nicht eher dazu da daß du zeit hast, dich
nach rechts einzufädeln ohne deinen neuen hintermann zum bremsen zu
zwingen?

Gruß
Gerald

Hi,

ist der kilometer nicht eher dazu da daß du zeit hast, dich
nach rechts einzufädeln ohne deinen neuen hintermann zum
bremsen zu
zwingen?

Nein, der Kilometer ist dazu da, damit die Fahrzeugführer auf beiden Spuren die Abstände zum Vordermann soweit vergrößern können, damit an der Verengung das Reißverschlußsystem ohne großes Bremsen funktioniert.

Davon abgesehen, wenn auf der rechten Spur noch über 100 km/h gefahren werden kann, ist das Verkehrsaufkommen so gering, daß es eh kaum Probleme gibt (so lange nicht mal wieder ein Oberlehrer unterwegs ist).

Gruß Stefan

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Hallo Gerald,

was machst du, wenn die rechte spur blockiert ist? alle mit
min. 110 sachen rechts fahren und du am ende der linken spur
angelangt
bist? stehenbleiben? oder schnell einfädeln, sodaß der
hinterman
genötigt ist, zu bremsen, um den mindestabstand wieder
herzustellen?

Ohne Dir etwas unterstellen zu wollen, die Auslegung der
vermeintlichen „Blockade“ scheint mir doch das Problem zu sein.
Mittlerweile erwarten ja schon viele, dass man die rechte Spur räumt,
damit die möglichst unproblematisch auf die BAB kommen.
Ich mache das z.B. nur, wenn wirklich viel Platz ist bzw. der
Verkehrfluss auf den linken Spuren dadurch nicht ausgebremst wird.
Ich kenne kaum solche Blockaden - jedoch viele, die nicht in der Lage
scheinen, auf dem Beschleunigungsstreifen selbiges zu tun und sich
dann in eine Lücke einzufädeln.
ABER: man erleidet keinen Totalschaden, wenn man über eine weiße
Linie (Ende des Beschleunigungsstreifens) fährt und das ist auch
allemal besser als auf der Autobahnauffahrt zu bremsen(!) oder
sonstige Manöver abzuziehen.

Gruß - Jaschiii

Liebe Kollegen,

was machst du, wenn die rechte spur blockiert ist? alle mit
min. 110 sachen rechts fahren und du am ende der linken spur
angelangt
bist? stehenbleiben? oder schnell einfädeln, sodaß der
hinterman
genötigt ist, zu bremsen, um den mindestabstand wieder
herzustellen?
ist der kilometer nicht eher dazu da daß du zeit hast, dich
nach rechts einzufädeln ohne deinen neuen hintermann zum
bremsen zu zwingen?

es ist mal wieder das (vielleicht typisch deutsche) Leiden, daß man mitz aller Gewalt versucht komplexe und in jedem Einzelfall anders gelagerte Vorgänge in starre Regeln zu pressen. Das muß scheitern, es läßt sich zu jedem Gesetz eine Situation konstruieren auf die es nicht paßt. Im schnell fließenden Verkehr ist die Vorausschau viel wichtiger als im Stau - schließlich ist man bei 110 km/h binnen 30 sec. an der 1000m entfernten Engstelle, wer erst dann anfängt sich umzuschauen sollte besser nicht Auto fahren.
DENKEN ist die Devise. Und zwar nicht nur an sich selbst sondern auch an alle anderen. Das bedeutet aber auch, daß man dazu erst einmal fähig ist, daß man Optionen und ihre Wirkungen abschätzen kann.
Und man muß es auch wollen.

Bernd

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Hallo,

gilt dieses system auch, wenn eine zweispurige fahrbahn nach 1
km einspurig wird, der fahrer also durch schilder darauf
aufmerksam gemacht wird (noch 400 m, noch 200 m)?

was machst du, wenn die rechte spur blockiert ist? alle mit
min. 110 sachen rechts fahren und du am ende der linken spur
angelangt

really ? entweder durch Geschwindigkeitsschilder oder durch den Stau wird die Geschwindigkeit herabgesetzt.
Ein optimaler Reisverschluss reduziert den Stau auf das absolut nötigste und ist daher für alle Verkehrsteilnehmer optimal.

Mal zum Nachdenken:
Bei einer konst. Durchflussrate ist bei einer 2 km oder 3 km langen Engstelle der längere Rückstau ?

bist? stehenbleiben?

oder schnell einfädeln, sodaß der hinterman genötigt ist, zu
bremsen, um den mindestabstand wieder herzustellen?

Geheimtipp: ca. 400 m vorher Lücke suchen und mit vom linken Fahrbahnrand in homöopathischen Dosen nach links rücken. Die Geschwindigkeit sei li = re.
Die Lücke vergrössert sich ebenfalls in homöopathischen Dosen so, dass es passt, ausser der Hintermann spielt gerade Real Tournament live.

Ciao maxet.

Hallo Bernd,

dann gibts
lkw-fahrer (sehr oft!), die in solcher situtation die zweite
fahrbahn blockieren, sodass sich keiner vordrängeln kann! ist
das rechtens?

Nein, das ist Behinderung. Habe das allerdings gerade von
Truckern sehr selten gesehen.

Ist das
a) wirklich behinderung? Vielleicht will er einfach in anbetracht der momentanen Situation nicht schneller fahren als der nebenmann
b) in der Praxis nicht positiv?

Das Einfädeln an der Engstelle ist mit mit v(li) ~ v(re) meist problemlos und effektiv.

Für problematischer halte ich es , dass die leute schon 3km vorher einscheren, ich aber bis zum Ende mit hoher Relativgeschwindigkeit durchfahre, während die „Looser“-Fahrbahn steht. (wie Du schon sagtest… der vor mir scheert ein, also mache ich mir hier auch schonmal eine Lücke)