Hallo Christian.
also ich war ja auch jahrelang in dieser Branche tätig. Als
Programmierer steht man schon hinten an, normalerweise
berechnet man aber nach der Drittel-Regelung, d. h. 1/3 bei
Auftragsvergabe, 1/3 bei Installation und 1/3 bei Abnahme.
Dann hättest Du schon 2/3 im Sack und man müsste sich nicht zu
solchen Spielereien hinreissen lassen.
In diesem Beispiel stellt sich die Situation so dar, dass der
Programmierer bereits die Hälte des Endbetrages erhalten hat
nach Fertigstellung aller grundlegenden Arbeiten.
Stelle Dich mal auf die Kundenseite. Er wollte etwas von Dir,
Du hast ihm die Sachen soweit geliefert, er benötigt aber mehr
und will es komplett haben, aber Du kannst es aus persönlichen
Gründen nicht. Was soll er tun? Business ist Business, da ist
ein Warten von einem Vierteljahr nicht unbedingt drinnen (7-8
Wochen bist Du erst einmal mit Deinem Urlaub beschäftigt und
ob es dann nur 4 Wochen dauert bis Du Ergebnisse bringst, ist
fraglich).
Wenn ich jetzt an der Stelle des Kunden wäre und hätte da eine
Rechnung liegen und könnte nicht einmal abschätzen, was für
weitere Kosten durch die Nachbetreuung durch eine andere
Person auf mich zukommen würden, dann könnte es mir passieren,
dass ich die Rechnung garnicht bezahle und mir gleich jemand
neuen suche, der sicherlich auch 3 oder 4 Monate braucht um
ein ähnliches Ergebnis zu erzielen, aber verfügbar ist.
Nun, wie geht man mit solch einer Situation um? Genau diese Frage
stellt sich ja. Wobei ich denke, davon auszugehen, dass der Kunde so
handelt und deshalb Druck auszuüben und den Kunden im grunde in eine
Zwangslage zu bringen – da habe ich schon so meine Zweifel an der
Lösung einer solchen Situation.
Ich frage mich auch, ob da nicht mutwillig eine Situation herbei geführt
wird, die eine rechtliche Reaktion herauf beschwört?
Denn für den Kunden stellt sich die Situation doch wohl beinah schon als
Nötigung dar, kann er doch nicht an seine Sachen ran und bei Bedarf auch
keinen anderen für die weitere Arbeit an dem Projekt anfragen, da die
Seite ja nicht zur Anicht zur Verfügung steht. Ganz abgesehen von der
sich daraus ergebenden zeitlichen Verzögerung, die auch wirtschaftliche
Konsequenzen für den Kunden nach sich ziehen kann.
Ist es also sinnvoll, auf eine solche Vorgehensweise seitens des
Programmierers einzugehen? Natürlich möchte ein Kunde schnellstmöglich
eine Lösung. Aber geht er auf die so gemachten Forderungen ein, ist er
dann denn nicht umgekehrt auch auf den Gutglauben angewiesen und muss
hoffen, danach eine für ihn nutzbare Seite im Netz zu haben? Wo ist dann
der Unterschied zu der Situation des Programmierers?
PS: Ich würde die Seite online stellen, den Kunden bitten die
Rechnung zu bezahlen (persönlich) und falls nichts passiert,
dann die rechtlichen Schritte des Urheberrechts ausschöpfen.
Alles andere bringt kurzfristig nur böses Blut und sicherlich
keine Folgeaufträge.
Sehe ich auch so, beruflich ist ein solches Handeln ganz sicher
ein k.o.-Kriterium.