Hallo,
mein Vater möchte sein Haus und Grundstück auf meinen Bruder übertragen, wobei er(mein Vater) lebenslanges Wohnrecht behält. Mein Bruder soll mir im Gegenzug meinen Anteil auszahlen(einmalig+15Jahre Ratenzahlung).Nun soll demnächst Termin beim Notar sein zwecks Verträge. Ich möchte mich aber im voraus ein wenig darauf vorbereiten, damit mein Vater und ich in jedem Fall richtig abgesichert sind. Gibt es im www irgendwelche Info´s über solche Verträge oder Vordrucke. Ist es in diesem Fall überhaupt eine reine Schenkung(da Wohnrecht des Vaters)? Ist es auch eine Schenkung mir gegenüber(da mein Bruder an mich zahlt), und wenn ja, wie sieht es dann steuerlich aus(Steuerkl.I)?Sollte ich Zinsen verlangen für die Ratenzahlung?
ich kann Dir nur raten, sehr vorsichtig in allen Richtungen zu sein und mehrere Experten zu befragen. Eine Entscheidung für Leben. Laß Dir Zeit, es kommt nicht auf drei Monate an, außer es ist jemand schwer krank. Mach Dich schlau, aber nicht verrückt.
Red auch noch mal vernünftig mit deinem Bruder. Wird er es mit seinem Vater, der gewohnt ist zu bestimmen, unter einem Dach aushalten? Wie dominant sind beide und wieweit kann der Ältere loslassen? Wer macht den Garten und wer bestimmt, mit was die Treppe repariert wird? Nur ein Gedanke. Vielleicht wird alles gut.
Wer legt eigentlich den Notar fest?
Soweit ich weiss hat man freie Wahl, wenn die Jungs Zeit haben.
Die Notare beraten üblicherweise im Gegensatz zu Anwälten erstmal kostenlos. Wer den Notar zuerst anspricht und zahlt(!) ist nun mal wichtigster Ansprechpartner für den.
Hinweise von diesem Forum sind sicherlich als Meinung nützlich, aber verlassen kannst du Dich nur auf Dich selbst.
Warum ich dazu was zu sagen habe? Ich habe von meinem Vater ein überschuldetes Haus kurz vor der Versteigerung gekauft und meine Schwester hat auf ihr Erbteil verzichtet.
Schlau ausgetüftelt von der rechtlichen Seite, aber dann von der menschlichen Seite nicht so gut gelaufen.
Wenn ich Dir raten darf, habe bei solchen Werten und Geldbeträgen auch zu Verwandten kein Vertrauen in Zusagen und mach alles vertraglich fest. Feste Vereinbarungen erhalten - vielleicht - die Freundschaft.
15 Jahre sind ne lange Zeit - was ist, wenn dein Bruder nicht mehr zahlen kann oder will?
Das passiert Dir eh nicht, hab ich auch gedacht. Shit happens.
Zu deinen Fragen:
Erstmal ist es das, was der Notar daraus macht. Bei mir hat er lange überlegt ob Kauf oder Schenkung. Er hat dann gottseidank eine Schenkung daraus gemacht. Das Finanzamt hat es dann steuerlich aber als gemischte Schenkung gesehen, da der Wert höher war als die übernommenen Schulden. Der Rechtsanwalt, der den Vertrag anfechten wollte, hats auch so versucht. Frag die Notare nach Alternativen.
Schenkungssteuer fällt wahrscheinlich nicht an, da es bei Übertragung zwischen Verwandten Freibeträge gibt. Dein Bruder soll beim Finanzamt nachfragen.
Meiner Meinung nach ist es eine Ausgleichszahlung und keine Schenkung. Du musst dafür auf dein gesetzliches Pflichterbteile notariell verzichten. Das wird der Notar getrennt machen und auch abrechnen. Wer zahlt den Notar dafür?
mäßige Zinsen (4% sind üblich) würde ich schon verlangen, das Geld wird ja wegen Inflation immer weniger wert. Klingt hart, aber machs wie die Banken, bei Zahlungsverzug wird der gesamte Betrag auf einmal fällig und sie können das Grundstück frei verwerten. Lies mal einen Hypothekenvertrag, wie die sich absichern. Vielleicht kannst du eine (erstrangige?) Hypothek für dich auf die Immobilie eintragen lassen. Ist für deinen Bruder nicht so gut, wenn er es beleihen will, aber vielleicht willst Du das garnicht?
Wie ist die finanzielle und bauliche Situation. Wenn das Haus verkauft werden muss oder dein Bruder die Nase voll hat, ist ein Haus mit Wohnrecht nur weit unter Wert zu verkaufen.