ich habe mich gefragt, warum es in den USA so unglaublich skurile Gesetze überhaupt noch gibt und wie sie entsanden sind?
hier mal ein paar Beispiele:
WASHINGTON:
In Bellingham dürfen Frauen beim Tanzen nicht mehr als drei Schritte rückwärts machen.
WYOMING:
Frauen müssen in Bars eine Mindestabstand von 1,50 Meter zum Tresen einhalten.
ALABAMA:
Männer dürfen ihre Ehefrauen nur mit einem Stock prügeln, dessen Durchmesser nicht größer ist als der des Daumens.
Also bitte was?!? Warum enstanden solche extrem spitzfindigen Gesetze überhaupt und warum wurden diese nicht schon abgeschafft bzw. verallgemeinert. Oder werden diese Gesetz etwa in den USA noch immer für voll genommen??
also wie diese Gesetze zustande gekommen sind, vermag ich nicht zu sagen. Allerdings gab es in Europa nicht weniger skurrile Gesetze.
Diese werden in den USA ohnehin nicht mehr angewendet, bzw. können dies auch gar nicht, da sie durch Bundesrecht ausgehebelt wurde. Sie wurden nur noch nicht entfernt (ähnlich wie die Todesstrafe in der hessischen Verfassung). Einige Autoren (hast Du das aus dem „Buch des nutzlosen Wissens“) kramen das dann aus und machen sich einen Spaß draus.
Ein Grund, warum solche Gesetz iGz. Europa niciht abgeschafft wurden, ist die Kontinuität der Staaten der USA. Während diese meist seit ihrer Gründung unverändert (auch rechtlich) fortbestehen, hat jedes zweite Land in Europa seine x-te Staatsneugründung oder zumindest gewaltige innenpolitische Umwälzungen hinter sich, was solche Gesetze ausmärzte.
Insofern dienen die Gesetz nur der Belustigung. Andererseits ist in Kalifornien Oralverkehr noch immer bei Strafe verboten (…und Prostitution, Hugh Grant hat beides zu Spüren bekommen).
Gruß,
Dea
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Insofern dienen die Gesetz nur der Belustigung. Andererseits
ist in Kalifornien Oralverkehr noch immer bei Strafe verboten
(…und Prostitution, Hugh Grant hat beides zu Spüren
bekommen).
Gruß,
Dea
Aber es werden doch nirgends so viele Pornofilme gedreht wie in
Hollywood. Oralsex ist in diesen Filmen ein wesentlicher Bestandteil.
Warum ist dann das Drehen solcher Filme nicht verboten?
Öhm, also ich bin jetzt ehrlich gesagt überfragt, ob Pornos in Hollywood gedreht werden. Der Hinweis ist natürlich zutreffend, deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass man die woanders dreht.
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Die US-Gesetze lauten wirklich so und werden nicht so ausgelegt. Das hat den Hintergrund, dass man damals in den USA einmal versucht hat, die Probleme der Gesetzesauslegung zu umgehen, indem man die Gesetze so genau wie möglich regelt (das Unterfangen ist kläglich gescheitert, nachdem man gemerkt hat, dass man ein Gesetzbuch mit Millionen von Seiten bräuchte und auch dann nicht jeder Fall gereglt ist, was iGz. nachvollziehbaren Gesetzesauslegung zur praktisch willkürlichen Gesetzesanalogie führt).
Der Bienenschwarm: Also diese Regelungen sind iGz. einigen anderen Vorschriften des BGB gerade nicht besonders auslegungs-(oder Umkehrschluss)-fähig, da sie die Eigentumslage an Bienenschwärmen (und sonst nichts) sehr konkret regeln.
Gruß,
Dea
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Öhm, also ich bin jetzt ehrlich gesagt überfragt, ob Pornos in
Hollywood gedreht werden. Der Hinweis ist natürlich
zutreffend, deshalb gehe ich jetzt einfach mal davon aus, dass
man die woanders dreht.
O.k. ist wohl nicht so dein Interessengebiet , aber ich habe mal
ein bisschen gegoogelt und dabei als Hinweis auf die Richtigkeit
meiner Aussage u.a. diesen Artikel gefunden: Im San Fernando Valley hat sich die amerikanische Pornoindustrie
als kleinbürgerliche Konkurrenz zum glamourösen Showbusiness
entwickelt http://www.andriankreye.com/Porno.html
Gruss, Tychi
steht das denn wirklich explizit in den Gesetzestexten so
drin, oder ist das nur eine Auslegung bzw. ein Umkehrschluß
der entsprechenden Texte?
es muß sich dabei nicht zwangsläufig um Gesetzestexte nach unserem Verständnis handeln. Das gesamte angelsächsische Recht funktioniert nach dem System des case-laws, d.h. eine Gerichtsentscheidung gilt als Präzendenzfall wird quasi zukünftig als Gesetz interpretiert.
Es kann also durchaus sein, daß die ganzen zitierten „Gesetze“ tatsächlich Einzefallentscheidungen sind, die auf ähnlich gelagerte Fälle angewendet werden können (sofern die zitierten Texte tatsächlich stimmen). Hat eine Dame (bezogen auf den ersten Fall) statt eines Rüschenkleides möglicherweise eine Jeans angehabt, gilt das Urteil u.U. gar nicht mehr, weil es sich darauf bezog (als Beispiel), daß bei drei Schritten im Kleid ein unschickliches Maß an Bein zu sehen war.
das hatte ich in der Tat zuerst auch gedacht, als ich über diese Gesetz gelesen habe, habe dann aber die Quellen nachgesehen. Das sind tatsächlich damals (17. 18. Jhd.) erlassene Gesetze. Das Case-Law System wird ohnehin überschätzt, da es ja nur durch oberste Bundesgerichte geschaffen wird und die USA sehr umfangreiche Gesetzessammlungen haben. Insofern besteht da gar nicht so ein großer Unterschied zu uns. Die Entscheidungen des BVerfG erwachsen zum Teil direkt in Gesetzeskraft und werden im Übrigen von den unteren Gerichten (ebenso wie BGH-Enscheidungen) überwiegend wie Gesetzesrecht behandelt.
Gruß,
Dea
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also da bin ich dann tatsächlich überfragt. Dass das besagte Verbot dort gilt, ist bekannt. Vielleicht gibt es „Ausnahmegenehmigungen“ oder „mündliche Absprachen“.
Dea
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