Unaufgeforderte E-Mail-Mailings strafbar?

Hallo an alle Wissenden,

es geht um folgenden Fall (kein realer Fall):

Person A, der im Zuge seines Gewerbes Werbung für eine Kundenveranstaltung macht, will ein E-Mail-Mailing losschicken (weil billiger als per Post).

Zu diesem Zwecke werden von den bestehenden Kunden die Mailadressen gesammelt UND auch (ich nenns mal so) „sonstige Kontakte“ in diese Mailingliste eingefügt. „Sonstige Kontakte“ sind Anfragen die per Mail hereinkamen, oder einfach Mailadressen die man irgendwann einmal im Netz fand. Wie und wo auch immer man die fand, Gründe sind harmlos - in Foren, in Gästebüchern.

Allerdings sind diese „sonstigen Adressen“ nicht das Ergebniss einer akribischen Recherche nach möglichen SPAM-Opfern und nicht nur das Ergebniss von Funden in Foren oder Gästebüchern. Hier ist der Kontakt, oder die eindeutige Willenserklärung wegen Mails und Infos der Person nicht mehr nachweisbar (zum Teil liegen diese Mailadressen oder deren Anfragen Jahre zurück und landeten irgendwann einfach in einer Liste möglicher Interessenten und die Anfrage selbst wurde gelöscht).

Das E-Mail-Mailing wird abgeschickt und als Antwort erhält Person A nun eine Mail die mit Paragraphen geschmückt ist, ellenlange Offenlegungs-Forderungen enthält und eine Frist, in der man zu reagieren hat, anderenfalls würde das Ganze einem Bundesdatenbeauftragten übergeben, und es wird mit Strafen und Klagen gedroht.

Jetzt meine Frage - ist sowas (per Mail) wirklich strafbar oder seit (Datum bitte einsetzten) illegal? Muss man Strafen, Klagen, Bußgelder, Gefängnisshaft und sonstiges fürchten? Und in welchen Fällen müssen diese Forderungen nach „Offenlegung“ der Herkunft der Mailadresse komplett und unverzüglich innerhalb der Frist erfüllt werden? Ist das jetzt Pflicht? Oder welche Regelung gibt es da?

Das unaufgeforderte Werbung (im Briefbereich) abmahnungswürdig ist, hatte ich mal gelesen. Inzwischen kann man diese Zusendung von „Informationen“, den direkten Kundenkontakt mit Beratung oder die Weitergabe der Adresse bei Verträgen extra ausschließen. Trotzdem kommt es vor, das man unaufgefordert Infos erhält. Ob man sich da extra an jemanden wenden kann, weiss ich nicht. Und ob es strafbar ist, weiss ich ebenfalls nicht.

Ist das denn bei Mailadressen (ich selbst erhalte täglich bis zu 100 merkwürdiger Mails die alle im Papierkorb landen dank der Filter) ebenfalls so geregelt? Oder gibt es da eine andere (schlimmere?) Regelung?

Sitze ich mit einem Bein im Gefängniss, wenn ich als „Zauberer“ oder „Verlag“ einfach Mailadressen „sammle“ und diese für meine Werbung benutze?

Ich dachte immer das man einmal jeden ansprechen, nur nach dessen Weigerung auf keinen Fall weiter Werbung schicken darf. Das damit alles okay ist und das eine Mal nicht „geahnded“ wird.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Danke und GRuß
Helena

Servus!

Das Problem ist: Wenn jeder so dächte, gäbe es keinen Schutz vor Spam, denn lustigerweise sind alle Werbemails „einmalig“. Daher ist Werbung per E-Mail grundsätzlich unzulässig, laut § 7 UWG eine „unzumutbare Belästigung“ und ein Eingriff in Eigentumsrechte, der als „unerlaubte Handlung“ auch Schadensersatzansprüche auslöst. Finger weg davon!

Hi,

danke für die schmerlose und kurze Feststellung, das wußte ich wirklich nicht!

Nur für die Akten - ich wollte hier keine allumfassende Beratung!!! Mir ist dieser Fall auch nicht passiert. Ich maile keine Leute an, mir droht keine Strafe.

Ich war nur verwundert als ich davon hörte sowas sei strafbar. Darum meine ganzen Fragen. Ich dachte wirklich das „erste Mal“ ist es oaky.

Kann mir aber dann vielleicht jemand erklären wieso man Adressen „mieten“ kann für solche Aktionen? Wieso erhalte ich Sendungen von Möbelhäusern? Obwohl ich da noch nie Kunde war und meine Adresse prinzipiell nicht weitergebe?

Haben die bessere Rechtsanwälte oder mehr „Spielraum“?

Gruß
Helena

Hallo Helena,

Kann mir aber dann vielleicht jemand erklären wieso man
Adressen „mieten“ kann für solche Aktionen? Wieso erhalte ich
Sendungen von Möbelhäusern? Obwohl ich da noch nie Kunde war
und meine Adresse prinzipiell nicht weitergebe?

In der Regel werde solche Adressen nicht gemietet sondern gekauft. Fr so etwas gibt es Adressenhändler. Deren Quelle? Teilnahme an Gewinnspielen, Gästebücher, Internetforen, Impressum einer Internetseite usw.

Haben die bessere Rechtsanwälte oder mehr „Spielraum“?

Mehr spielum dürften die wohl auch nicht haben. Ich persönlich glaube, dass § 7 Absatz 2 Nr. 3 UWG da relativ eindeutig ist. Da hier auch die Qualität des Anwaltes keine Rolle spielen sollte, gehe ich einfach einmal davon aus, dass versender solcher ungefragten Werbemails einfach frech sind. Die Logik dahinter hat sich für spamer seit Jahren bewährt. Eventuelle Strafen sind wesentlich niedriger als der daraus resultierende Gewinn…

Gruß Steffen B.

Hallo!

In der Regel werde solche Adressen nicht gemietet sondern
gekauft. Für so etwas gibt es Adressenhändler.

Wohl eher nicht! Adressen werden vermietet und nicht verkauft!

Deren Quelle?
Teilnahme an Gewinnspielen, Gästebücher, Internetforen,
Impressum einer Internetseite usw.

Welche Qualität haben (eMail-)Adressen, die aus Internetforen, Gästebüchern, Impressen gesammelt wurden? Wohl keine! Hier scheint auch keine Differenzierung mit dem „eigenen unerlaubten Sammeln“ vorzuliegen. eMail-Adressen benötigen das unbedingte Einverstädnis des Inhabers zur Nutzung für Werbung. Dies muss dir der Anbieter nachweisen und er muss Regresspflichtig gemacht werden, solltest du mit gemieteten Adressen Probleme bekommen.

Gruß
Falke

Dein Studium und die Realität
Hallo Falke,

Wohl eher nicht! Adressen werden vermietet und nicht verkauft!

Das mag man Dir ja im Studium so als korrekten Weg beibringen. Mit der Realität hat das leider meist wenig zu tun!

Welche Qualität haben (eMail-)Adressen, die aus Internetforen,
Gästebüchern, Impressen gesammelt wurden? Wohl keine!

Da irrst Du ganz einfach. Das ist für die Käufer solcher Listen eine ganz einfache betriebswirtschaftliche Rechnung, die unter dem Strich leider aufgeht. Ich suche gerne mal für Dich die entspechenden Atikel raus.

Hier
scheint auch keine Differenzierung mit dem „eigenen
unerlaubten Sammeln“ vorzuliegen. eMail-Adressen benötigen das
unbedingte Einverstädnis des Inhabers zur Nutzung für Werbung.
Dies muss dir der Anbieter nachweisen und er muss
Regresspflichtig gemacht werden, solltest du mit gemieteten
Adressen Probleme bekommen.

Genau. Hierbei gehst Du aber vom legalen Weg der Adressenanmietung ist. Dies ist jedoch beim überwiegenden Prozentsatz der als uerwünschte Werbemails empfundenen Posteingänge nicht der Fall.

Gruß Steffen B.

Mein Studium + Praxiserfahrung und dein Traum
Hallo,

Wohl eher nicht! Adressen werden vermietet und nicht verkauft!

Das mag man Dir ja im Studium so als korrekten Weg beibringen.
Mit der Realität hat das leider meist wenig zu tun!

Und woher beziehst du deine Realität? Meine stammt (nach dem Studium) aus jahrelanger Erfahrung im Direktmarketing. Und deine?

Welche Qualität haben (eMail-)Adressen, die aus Internetforen,
Gästebüchern, Impressen gesammelt wurden? Wohl keine!

Da irrst Du ganz einfach. Das ist für die Käufer solcher
Listen eine ganz einfache betriebswirtschaftliche Rechnung,
die unter dem Strich leider aufgeht. Ich suche gerne mal für
Dich die entspechenden Atikel raus.

Es geht hier nicht um die Theorie, sondern um die Praxis! Kennst du die auch? Es geht hier auch nicht um die Relation von möglicher Strafe und Ertrag, sondern wie man es juristisch und aus Sicht des Direktmarketing korrekt löst. Und hier gehört dein Tipp nunmal nicht dazu.

Genau. Hierbei gehst Du aber vom legalen Weg der
Adressenanmietung ist. Dies ist jedoch beim überwiegenden
Prozentsatz der als uerwünschte Werbemails empfundenen
Posteingänge nicht der Fall.

Wohl richtig! Hier geht es aber nicht darum "Wie erhalte ich möglichst viele (eMail-)Adressen, sondern wie löse ich das Problem des Fragestellers juristisch und aus Sicht des Direktmarketing korrekt.

Und selbst dann wäre dein Tipp nicht sehr effektiv: Wer wirklich Spammen will, kauft sich lieber eine CD mit 10 Millionen eMail-Adressen in Russland, als diese selbst in Foren etc. zu sammeln. Darum geht es aber - nun zum dritten Mal - nunmal nicht!

Gruß
Falke

Dein Studium + Praxiserfahrung und mein Postfach
Hallo Falke,

anscheinend hast Du meinen Post nicht richtig gelesen, sondern Dich nur ob meiner anderen Meinung angegriffen gefühlt. Also dieses mal bitte genau lesen.

Und woher beziehst du deine Realität? Meine stammt (nach dem
Studium) aus jahrelanger Erfahrung im Direktmarketing. Und
deine?

Genau da liegt der Unterschied. Du beziehst Deine Erfahrungen aus Deiner legalen Arbeitsweise im Berufsleben. Meine Realität zeigt sich seit Jahren in meinen e-mail-Postfächern und das dadurch hervorgerufene Interesse am Thema Spam! dadurch wollte ich in keinster Weise so seriöse Direktmarketing-Mitarbeiter wie Dich in Verruf bringen.

Es geht hier nicht um die Theorie, sondern um die Praxis!
Kennst du die auch? Es geht hier auch nicht um die Relation
von möglicher Strafe und Ertrag, sondern wie man es juristisch
und aus Sicht des Direktmarketing korrekt löst. Und hier
gehört dein Tipp nunmal nicht dazu.

Falsch. Es ging unter anderem darum, wieso man an eine email-Adresse Werbung von Unternehmen bekommt, mit denen man noch nie etwas zu tun hatte. Das ich nur nur den Weg dahin, sondern auch die Gründe erkläre, gehört für mich zum Service. :smile:

Wohl richtig! Hier geht es aber nicht darum "Wie erhalte ich
möglichst viele (eMail-)Adressen, sondern wie löse ich das
Problem des Fragestellers juristisch und aus Sicht des
Direktmarketing korrekt.

Siehe meine vorherige Antwort. Ein teil der Fragestellung bezog sich nun einmal auf die Beschaffung der email-Adresse. Das dies häufig auf dem von mir beschriebenen Weg geschieht, sollte doch wohl unbestritten sein.

Und selbst dann wäre dein Tipp nicht sehr effektiv: Wer
wirklich Spammen will, kauft sich lieber eine CD mit 10
Millionen eMail-Adressen in Russland, als diese selbst in
Foren etc. zu sammeln. Darum geht es aber - nun zum dritten
Mal - nunmal nicht!

Ich habe nie behauptet, dass der Spamer dieser Adressen selber sammelt! Ich habe von „kaufen“ geschrieben. Zudem zitiere ich an dieser Stelle mal für Dich die Frage auf die ich geantwortet habe: „Kann mir aber dann vielleicht jemand erklären wieso man Adressen „mieten“ kann für solche Aktionen? Wieso erhalte ich Sendungen von Möbelhäusern? Obwohl ich da noch nie Kunde war und meine Adresse prinzipiell nicht weitergebe?“

Jetzt alles klar? Ja, ich erhalte auch Werbemails von deutschen Unternehmen, die sie unmöglich auf legalen Weg erhalten haben können. Warum? Weil ich diese mail-adressen entweder ausschließlich privat nutze, oder nur für Forenanmeldungen (ohne Nutzung durch dritte) oder nur für Gästebücher.

Gruß Steffen B.

Ansonsten für jeden von Werbemails geplagten Mitmenschen:
http://www.bsi.bund.de/av/Spam.htm
http://www.bsi-fuer-buerger.de/abzocker/05_06.htm
http://www.shamrock.de/spam.htm
http://www.antispam.de/forum/

Hallo,

Wohl eher nicht! Adressen werden vermietet und nicht verkauft!

Das mag man Dir ja im Studium so als korrekten Weg beibringen.
Mit der Realität hat das leider meist wenig zu tun!

wie Du schon unten richtig schreibst, werden Adressen weder verkauft tnoch vermietet, sondern die Listen bzw. Datenbanken bzw. der Zugriff darauf. Was Euren Streit betrifft, würde ich gerne noch eine Alternative in den Raum werfen: Es wird sowohl verkauft als auch vermietet bzw. vorübergehend zur Nutzung überlassen.

Gruß,
Christian

Hallo,

Wieso erhalte ich Sendungen von Möbelhäusern? Obwohl ich da
noch nie Kunde war und meine Adresse prinzipiell nicht
weitergebe?"

och, Du hast noch nie irgendetwas bestellt, bist nirgendwo Kunde und hast auch sonst nirgendwo Informationen angefordert?

Gruß,
Christian

einverstanden :smile:
Hallo Christian,

wie Du schon unten richtig schreibst, werden Adressen weder
verkauft tnoch vermietet, sondern die Listen bzw. Datenbanken
bzw. der Zugriff darauf. Was Euren Streit betrifft, würde ich
gerne noch eine Alternative in den Raum werfen: Es wird sowohl
verkauft als auch vermietet bzw. vorübergehend zur Nutzung
überlassen.

Sorry wenn das hier in dem Punkt als Streit verstanden wird. Die meist auf legale Art verwendete Methode des vermietens habe ich ja nie angezweifelt. Mit Deinem Vorschlag bin ich also sofort einverstanden.

Gruß Steffen B.

nie bestellt.
Hallo Christian,

och, Du hast noch nie irgendetwas bestellt, bist nirgendwo
Kunde und hast auch sonst nirgendwo Informationen angefordert?

War das jetzt für mich oder für Helena? Wenn für mich: Ja, mit bestimmten von mir genutzten mail-Adressen habe ich nie etwas bestellt, war niergends Kunde und habe auch sonst keine Infos angefordert. Trotzdem bekomme ich an diese Adresse Werbemails.

Gruß Steffen B.