Freiland / Käfig / Bodenhaltung bei Tieren

Hallo Leute,
Person A nimmt an einem Marktgeschehen teil. Die Ware x (konkret: verpackte Nachwuchseinheiten eines Vogels) ist manchmal als „Käfighaltung“, „Freilandhaltung“ und „Bodenhaltung“ deklariert.
Person A macht sich nun Gedanken mit welchem Recht diese Deklarationen erfolgen. Wer schreibt in welchem Rahmen vor was die einzelnen Bezeichnungen unterscheidet?

Hoffe damit nicht gegen irgendwelche Netiquetten verstoßen zu haben. Anwalt ist nicht in Sicht und ich bin mit Person A weder verwandt noch verschwägert! Ein Hinweis auf ein passenderes Brett würde mich… -äh… Person A natürlich- schon zufriedenstellen.
Kurz: Wie geht’s den Hühnern, die die verschiedenen Eier gelegt haben?

So long
jartul

Hallo Jartul,

in der Agrar- und Lebensmittelwirtschaft ist Europas Einheit schon ziemlich weit gediehen. Die wesentlichen Normen zum Thema Eier findet man hier:

http://www.vis-ernaehrung.bayern.de/de/left/fachinfo…

(Unten auf „Quellen“ weiterklicken)

und fürs Archiv, falls der Link mal sterben sollte:

Die Grundlage ist die Verordnung (EWG) Nr. 1907/90 des Rates über bestimmte Vermarktungsnormen für Eier und die
Verordnung (EWG) Nr. 1274/91 der Kommission mit Durchführungsvorschriften hierzu.

Aus technischer Sicht sei off topic der Hinweis im Zusammenhang Tierschutz gestattet: Die simple Vorschrift, dass die Legehennen für „Eier aus Freilandhaltung“ eine Mindestfläche Auslauf haben müssen, hat vielerorts zu einer ziemlichen Quälerei geführt: Noch billiger als Sandboden ist etwa im süddeutschen Raum Moorboden. Und für einen Scharrvogel aus der Steppe ist kaum etwas ärger, als auf Moorboden leben zu müssen.

Schöne Grüße

MM

guter link!
thx

Nöö, kein guter Link da einseitig beschrieben. Käfighaltung hat nun mal auch Ihre Vorteile !!!

  1. geringere Mortalität der LEgehennen
  2. geringere Belastung der Eier mit Krankheitskeimen und Schwermetallen
    und 3. grad aktuell: besserer Quarantänemöglichkeit…

Ich ess immer noch Eier aus Käfighaltung und das mit reinem Gewissen

So, jetzt dürft Ihr über mich herfallen

Uli

thx

Servus Uli,

Du hast noch einen vergessen:

Im bäuerlichen Familienbetrieb westdeutschen Formates ist in der Regel viel zu viel verwertbare Arbeitskraft für die beschränkte Fläche da, die bloß zu immensen Pachten vergrößerbar ist.

Es liegt also nahe, einigermaßen arbeitsintensive Nutzungen zu suchen, die wenig Fläche brauchen.

Und weil halt nicht überall Spargel und Erdbeeren wachsen mögen, bietet sich da Käfig-Legehennenhaltung einigermaßen an.

Kurioserweise also eine Haltungsform, die für bäuerliche Familienbetriebe typisch ist - solang diese nicht durch irgendeinen Hühnerbaron aus dem Markt gedrückt werden, der keine Schmerzen damit hat, seinen Übergangsregelungsstall mit 360.000 Hennen halt mal eben in die Tschechei zu verlegen, wenns ihm in Coesfeld nicht mehr so angenehm ist: Da kommen seine bäuerlichen Mitbewerber nicht mehr mit.

Wieder ein paar hundert mehr, die die Grätsche machen. Wenn die Sonntagsreden nicht wären, ließe sich das leichter ertragen.

Schöne Grüße

MM
der sich immer freut, wenn die Eier auf seinem Tisch nicht nach Fisch schmecken - mit oder ohne Käfigbatterie

Nöö, kein guter Link da einseitig beschrieben. Käfighaltung
hat nun mal auch Ihre Vorteile !!!

  1. geringere Mortalität der LEgehennen
  2. geringere Belastung der Eier mit Krankheitskeimen und
    Schwermetallen
    und 3. grad aktuell: besserer Quarantänemöglichkeit…

Aua… und sowas nennt sich Krone der Schöpfung.
Punkt 1 erhöht die Produktivität auf Kosten der Hühner
Punkt 2 ist unsere eigene Schuld, die Schwermetalle sind nicht einfach so im Boden, bzw. Krankheitskeime in Eiern sind so alt wie Hühner
Punkt 3 rechtfertigt für mich auch nicht die Quälerei.

Pelztiere geben auch die besten Ergebnisse, wenn man ihnen das Fell lebend über die Ohren zieht, dennoch befürworte ich sowas nicht!
Dein Gewissen in Ehren, aber selbst Bush scheint noch einen guten Schlaf zu haben :smile:

gruß
jartul