Streik im öffentlichen Dienst - Kindergarten

Hallo zusammen,

letzte Woche wurden ja wegen des Streikes viele Kindergärten für einen Tag geschlossen. Stellt man der Kommune diesen einen Tag eigentlich in Rechnung - demnächst kommen ja evtl. noch mehr Streiktage dazu.

Wenn das nicht geht - wie ein Arbeitskollege meint, dann frage ich mich wo der Sinn dieses Streikes liegen soll.
Dem Land als Arbeitgeber ist es doch wohl egal ob der Müll einen Tag später abgeholt wird, oder einen Tag keine Kinder in den Kindergarten dürfen. Am Ende des Monats werden 200 Euro für Kindergarten und 20 Euro für Müllabfuhr abgebucht.
Den einzigen Schaden trägt die Bevölkerung.

Gruß
Thomas

Hi,

Den einzigen Schaden trägt die Bevölkerung.

die darüber verärgert ist und den Verantwortlichen bei der nächsten Wahl die lange Nase zeigt…
Sinn von solchen Streiks ist primär die Erzeugung öffentlichen Drucks, auf den Politiker meist doch sehr nervös reagieren.

Gruß Stefan

Hallo Stefan!

Sinn von solchen Streiks ist primär die Erzeugung öffentlichen
Drucks, auf den Politiker meist doch sehr nervös reagieren.

Hinterher zahlen wir alle dauerhaft die Zeche, weil der ÖD nicht von seinem riesigen Personalstand lassen will und meint, niedrigere Arbeitszeit als der Rest der Welt haben zu müssen. Aus meiner Sicht darf dem Druck nicht nachgegeben werden. Die Damen und Herren sollen streiken, bis sie schwarz werden. Bei ungefähr bekanntem verdi-Kassenstand ist leicht zu ermitteln, wann den Herrschaften die Puste ausgeht.

Gruß
Wolfgang

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Aus meiner Sicht darf dem Druck nicht nachgegeben werden. Die
Damen und Herren sollen streiken, bis sie schwarz werden. Bei
ungefähr bekanntem verdi-Kassenstand ist leicht zu ermitteln,
wann den Herrschaften die Puste ausgeht.

Hallo Wolfgang,

was sollen längere Arbeitszeiten denn bringen?
Ein viertel bis ein fünftel des Personals ist vermutlich überflüssig.
Bei 40 Stunden pro Woche sitzen die Leute noch länger untätig herum.
Damit ist niemandem gedient - sowas steigert nur den Frust.
Ich verspreche mir da nichts.
Abgesehen von ein paar Ausnahmen - z.B. Zulassungsstellen.
Da schleppen die Mitarbeiter teilweise mehrere hundert Überstunden mit sich herum.
Mir persönlich würde es auch stinken. Erst Rente ab 67 - und dann noch jedes Jahr 6 Tage Freizeit weniger - und das alles für lau.

Gruß
Thomas

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Hinterher zahlen wir alle dauerhaft die Zeche, weil der ÖD
nicht von seinem riesigen Personalstand lassen will und meint,

Stimmt, ich fände es auch viel besser, wenn 1 Kindergärtner sich um 50 Kinder kümmern muss…

niedrigere Arbeitszeit als der Rest der Welt haben zu müssen.
Aus meiner Sicht darf dem Druck nicht nachgegeben werden. Die
Damen und Herren sollen streiken, bis sie schwarz werden. Bei
ungefähr bekanntem verdi-Kassenstand ist leicht zu ermitteln,
wann den Herrschaften die Puste ausgeht.

Ist wirklich schade, dass Polizei und Feuerwehr nicht streiken dürfen. Wäre interessant, wem dann zuerst die Puste ausgeht. Ich schätze es würde keine stunde dauern…

ElC.

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Hallo Thomas,

woher hast Du denn Deine tollen Infos? Ich arbeite schon sehr lange im öD, und von einer 40-Stunden-Woche kann ich nur träumen. Und ich arbeite NICHT in einer Zulassungsstelle!!!

Weder bin ich pro ver.di noch befürworte ich in der jetzigen Zeit einen Streik. Aber ans Bein pinkeln lassen von mit billigen Vorurteilen befrachteten Nichtsahnern - dazu habe ich auch keine Bock mehr. Mennooooo.

Jana

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Hallo Thomas,

woher hast Du denn Deine tollen Infos? Ich arbeite schon sehr
lange im öD, und von einer 40-Stunden-Woche kann ich nur
träumen. Und ich arbeite NICHT in einer Zulassungsstelle!!!

Weder bin ich pro ver.di noch befürworte ich in der jetzigen
Zeit einen Streik. Aber ans Bein pinkeln lassen von mit
billigen Vorurteilen befrachteten Nichtsahnern - dazu habe ich
auch keine Bock mehr. Mennooooo.

Hallo Jana,

dann solltest Du Wolfgang aber auch gleich ans Bein pinkeln.
Natürlich gibt es außer den Zulassungsstellen auch noch andere Behörden, wo die Mitarbeiter einen ganzen Packen Überstunden mit sich rumschieben. Das würde ich nie bezweifeln.
Wäre mal ganz interessant gewesen wo Du arbeitest - kann ich aber verstehen wenn man sich hier nicht ausziehen will.
Ich will es nämlich auch nicht - aber ich kann Dir eines versichern:
Ich habe in dieser Sache keine Vorurteile und als „Nichtsahner“
kann ich auch nicht durchgehen. 4 Jahre Beamter und 15 Jahre ÖD,
da weiß man was man hat.

Aber mir ging es eigentlich um die Kindergärten - es wundert mich, daß
niemand anteilig seinen Monatsbeitrag von den Gemeinden zurückfordert.

Gruß
Thomas

Verstehe ich nicht!
Hi!

Stimmt, ich fände es auch viel besser, wenn 1 Kindergärtner
sich um 50 Kinder kümmern muss…

Wo ist da der Zusammenhang?
Momentan macht meiner Frau (Erzieherin) ca. 5 Überstunden pro Woche. Ca. 3 davon verfallen regelmäßig.
Da würde sich eigentlich nicht wirklich etwas ändern (ok, die Zahl der verfallenden Überstunden reduziert sich etwas)…

Ich sehe nicht wirklich den Zusammenhang zwischen Arbeitszeitverlängerung und Personalabbau - erklärst Du ihn mir?

Ist wirklich schade, dass Polizei und Feuerwehr nicht streiken
dürfen.

Das kann nicht wirklich Dein Ernst sein, oder?

LG
Guido

Hi!

Wo ist da der Zusammenhang?
Momentan macht meiner Frau (Erzieherin) ca. 5 Überstunden pro
Woche. Ca. 3 davon verfallen regelmäßig.
Da würde sich eigentlich nicht wirklich etwas ändern (ok, die
Zahl der verfallenden Überstunden reduziert sich etwas)…

Also bei Kindergruppen rechnet man z.B. in Hessen mit 1,5 Fachkraftstunden pro Stunde Öffnungszeit und pro Gruppe. Wenn also die Arbeitszeit erhöht wird, dann werden diese Fachkraftstunden von weniger pädagogischem Personal abgeleistet. Das wiederum bedeutet, dass entweder Mitarbeiter bei ihrer Stundenzahl bleiben und dann dementsprechend weniger Gehalt bekämen oder alle versuchen ihr Gehalt zu retten und eventuell einer Kollegin gekündigt werden muß.

Liebe Grüße,

Elke

P.S. ich arbeite auch in einer Kindertagesstätte und finde, das 38,5h pro Woche ausreichen, da die ARbeit wirklich nicht ohne ist und ich das Gehalt auch nicht ausreichend finde, vor allem wenn man bedenkt, was für eine große Verantwortung für die Entwicklung der uns anvertrauten Kinder wir tragen, aber das ist ein anderes Thema…

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Hallo Thomas,

dann solltest Du Wolfgang aber auch gleich ans Bein pinkeln.

Sowas mach ich nicht :wink:

Mich regt nur dieses Über-einen-Kamm-Geschere auf. Wenn Du selber so lange einschlägige Erfahrungen hast, kannst Du Dich sicher noch an die 80-er Jahre erinnern, wo man milde belächelt worden ist, wenn man sich für die gähnend langweilige Laufbahn im öD entschieden hat. Woanders war es doch viel karrieresteiler, und besser bezahlt sowieso.

Nun, wo es vielen schlechter geht, greifen Neid und Missgunst um sich.

Ich arbeite übrigens beim Bund. Da ist die reguläre 40-Stunden-Woche schon paar Tage länger gang und gäbe.

LG
Jana

P.S. ICH würde meine Kita-Kosten einfordern! Hundertprozentig!

Ja - und?
Hi!

Das wiederum bedeutet, dass entweder Mitarbeiter
bei ihrer Stundenzahl bleiben und dann dementsprechend weniger
Gehalt bekämen

Ja - und? Hast Du mal ausgerechnet, WIE unglaublich hoch diese Einbußen sind?
Zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen (und im öffentlichen Dienst WIRD man nicht so einfach betriebsbedingt gekündigt!) muss man schon mal Kompromisse eingehen!
Wäre der öffentliche Dienst ein privates Unternehmen, hätte es schon tausende betriebsbedingte Kündigungen gegeben! Wäre das wirklich besser als auf ein paar Euro zu verzichten?
Ich kenne eine Branche, die mal zwei Jahre lang auf volle 6% ihres Einkommens verzichtet hat um die Arbeitsplätze zu sichern! Das hat man WIRKLICH gemerkt (zumal es sich auf tarifliche Steigerungen bis heute auswirkt)!

oder alle versuchen ihr Gehalt zu retten und
eventuell einer Kollegin gekündigt werden muß.

Betriebsbedingte Kündigungen sind doch ausgeschlossen!

LG
Guido

P.S. Du hast Dir Deinen Job doch selbst ausgesucht, oder wurdest Du dazu gezwungen?
Das spiegelt NICHT meine persönliche Meinung zur angemessenen Bezahlung und Arbeitszeit von Euch wider, aber diesem „Gejammer“ kann ich nun wirklich so gar nichts abgewinnen!