Ganz einfache Kausalitätsfrage

Liebe Experten,

ich mag es gar nicht, wenn ich in einem Lehrbuch etwas finde, was ich ganz anders sehe; denn man kann sich ja immer schwer vorstellen, dass ein Lehrbuchautor so grobe Fehler einbaut. Darum bitte ich um Beurteilung:

T1 mischt O Gift ins Getränk; bevor es tödlich wirken kann, wird O von T2 erschlagen.

Mir ist schon klar, dass hier nur T2 kausal gehandelt hat, weil er einen völlig neuen Kausalverlauf in Gang setzt. Das Lehrbuch meint aber - und zwar ohne jede Begründung -, dasselbe Ergebnis gelte auch, wenn der Fall wie folgt abgewandelt wird:

Der tödliche Angriff des T2 war nur möglich, weil O wegen des Giftes schon so geschwächt war, dass er sich nicht mehr wehren konnte.

Damit wäre meines Erachtens die Giftbeibringung durch T1 ein klassischer Fall der c.s.q.n., und erst an der Zurechnung (spätestens aber am Vorsatzausschluss wegen wesentlichen Abweichens des Kausverlaufes) scheitert die Bestrafung wegen - vollendeten - Totschlags.

Meinungen…?

Levay

Meinungen…?

Hallo,

seh ich wie du. Abgebrochene Kausalität nur, wenn an 1. Bedingung nicht angeknüpft wird. Also kummulative K. und die objektive Zurechnung der 1. entfällt.

Mfg vom

showbee

merci (owT)