Zug um Zug

Käufer A hat nen Monitor gekauft, der hat Mängel und der Händler verweigert die Briefannahme mit der Sachmangelanzeige. Somit hat A jetzt Klage beim AG eingereicht.

Daraufhin bekam A folgenden Brief von der zuständigen Richterin

Zitat
Der Antrag des Klägers, den Beklagten zur Wandlung zu verpflichten, ist nachdem das Gesetz seit 1.1.2002 den Begriff nicht mehr verwendet und statt dessen unter bestimmten Voraussetzungen ein Rücktrittsrecht vorsieht, wie folgt auszulegen:

Der Kläger beantragt,

den Beklagten zu verurteilen, an ihn EUR… zu zahlen, Zug um Zug gegen Herausgabe des beim Kläger befindlichen Monitors CRT INFOTRONIC C 8021 und

festzustellen, dass der Beklagte die Kosten für Rücktransport oder Entsorgung des Monitors trägt.

Der Kläger wird aufgefordert, sich alsbald zu erklären:

  • Kann Ihr Antrag so verstanden werden oder wollen Sie ihn anders formulieren ?

  • Welchen Betrag haben Sie gezahlt ? Was also soll der Beklagte insgesamt zahlen ?

Es wird darauf hingewiesen, dass zweifelhaft ist, ob die vom Kläger so gewollte Entscheidung den Sachverhalt im Interesse des Klägers befriedigend und endgültig löst, wenn der Beklagte in der Folge nicht freiwillig mitwirkt. Rechtsberatung darf von hier aus nicht geleistet werden. Es wird anheimgesteiit, anwaltiichen Beistand zuzuziehen.

Richter am Amtsgericht
Zitat Ende

Jetzt die Frage.
Warum ist es dass zweifelhaft ist, ob die vom Kläger so gewollte Entscheidung den Sachverhalt im Interesse des Klägers befriedigend und endgültig löst, wenn der Beklagte in der Folge nicht freiwillig mitwirkt.
Fehlt an der Formulierung der Klage noch etwas, um ein Urteil in vollstreckbarer Ausfertigung zu erhalten?

Hallo!

Rechtsberatung darf
von hier aus nicht geleistet werden. Es wird anheimgesteiit,
anwaltiichen Beistand zuzuziehen.

Das trifft’s doch ganz gut, oder?

Hallo,

Das trifft’s doch ganz gut, oder?

es ist in jedem Fall richtig, einen Anwalt zu befragen. Aber um dies nicht bei jedem kleinen Alltags-fällchen tun zu müssen, kann man doch mal jemand anderen fragen. Durchaus in so einem Forum, dafür ist es doch da.

Man kann über eigene Erfahrungen sprechen, Vermutungen anstellen und sich gegenseitig Tipps geben. Eine hieb- und stichfeste Rechtsberatung ist dies alles natürlich nicht. Dafür kostenlos und ohne großen Aufwand zu bewerkstelligen.

Also zum Monitor: mir würden die Zeilen als Klage völlig reichen. Der andere erhält gegen Zahlung den Monitor zurück. Vielleicht meint man von Seiten des Gerichts, dass der andere vor Rücktritt das Recht der Nachbesserung hätte.

§323/ Abs. 1

Aber das ist aus meiner Sicht nicht zumutbar.

§323/ Abs. 2

Der nimmt nicht mal den Brief mit der Mängelrüge an…
Möglicherweise ist es gut, darauf in der Klageschrift hinzuweisen, also warum man das Recht auf Nachbesserung für Verwirkt hält.

Alles Gute
T.

Servus!

es ist in jedem Fall richtig, einen Anwalt zu befragen. Aber
um dies nicht bei jedem kleinen Alltags-fällchen tun zu
müssen, kann man doch mal jemand anderen fragen.

Das kleine Alltagsfällchen kann sehr leicht zur teuren Falle werden, wenn man denn nicht weiß, wie man vorzugehen hat. Wenn der Beklagte einen Anwalt hat, nimmt dieser die Klage mal kurz auseinander und dann war’s das. Kosten bei einem 400-Euro-Monitor: EUR 105 fürs Gericht, EUR 153,70 für den gegnerischen Anwalt.

Man kann über eigene Erfahrungen sprechen, Vermutungen
anstellen und sich gegenseitig Tipps geben. Eine hieb- und
stichfeste Rechtsberatung ist dies alles natürlich nicht.

Das sehe ich anders. Man kann sich nicht „Person A“ nennen und dann seinen kompletten Fall schildern. Mir jedenfalls ist daszu heiß, ich werde deshalb nicht darauf antworten, und wohl auch kein anderer Profi, weil’s das einfach nicht wert ist. Der Fragesteller wird die Abmahnkosten garantiert nicht tragen wollen.

Und professioneller Rat ist gefragt. Der Hinweis der Richterin ist überdeutlich: Wer noch nicht mal das Gesetz kennt, wird wohl auch nicht in der Lage sein, einen Prozess zu führen. Richter am Amtsgericht können sowas gar nicht leiden, denn einerseits müssen Sie für jeden Mist Hinweise geben, andererseits dürfen sie nicht die Funktion des Anwalts für eine Partei übernehmen, da wacht die Gegenpartei wie die Schießhunde drüber.

Hallo,

nun geben Sie ja doch die wichtigen Hinweise, weshalb aus Ihrer Sicht der Anwalt notwendig ist.

Dieses Forum kann Laien/ Ratsuchenden helfen, einen Sachverhalt richtig einzuschätzen. Mich kot… es an, wenn dann Experten sagen „lies die Faq´s“ oder „geh zum Anwalt“. Das hilft doch keinem!

Viel zu oft gehen „Experten“ davon aus, dass der andere nur zu faul zum denken ist.

Sorry, das musste mal raus.

Gruss
T.

Ja sapperlot!

Mich kot… es an, wenn
dann Experten sagen „lies die Faq´s“ oder „geh zum Anwalt“.
Das hilft doch keinem!

Viel zu oft gehen „Experten“ davon aus, dass der andere nur zu
faul zum denken ist.

Mag insofern stimmen, als man sich wirklich oft fragt, wieso viele Leute nicht in der Lage zu sein scheinen, das abstrakte Rechtsproblem in ihrer geschilderten Lebensgeschichte zu erkennen.

Aber bei Jura geht’s doch weniger ums Denken denn ums Wissen. Man studiert nunmal einige Jahre daran und wundert sich doch immer wieder, dass sich offensichtlich jedermann zutraut, die gleiche Arbeit wie ein Jurist machen zu können. Einem Dachdecker oder Heizungsmonteur dürfte das nicht so oft passieren.

Dieses Forum kann Laien/ Ratsuchenden helfen, einen
Sachverhalt richtig einzuschätzen. Mich kot… es an, wenn
dann Experten sagen „lies die Faq´s“ oder „geh zum Anwalt“.
Das hilft doch keinem!

Ein Anwalt wird einen Klienten nicht allein aufgrund dessen Schilderung beraten. Er wird vielmehr eine ganze Reihe von klarstellenden und Detailfragen stellen, er wird Unterlagen sehen wollen und erst, wenn alle Umstände, soweit möglich, geklärt sind, einen Rat geben, wie weiter vorzugehen ist. Diese Fragen zu stellen aber ist schon Bestandteil der Rechtsberatung und damit im Rahmen von w-w-w nach dem Rechtsberatungsgesetz schlicht verboten. Ohne Details zu klären aber kann jeder Rat für den Ratsuchenden zum sehr teuren Schuss in den Ofen werden, daher ist die Expertenantwort „geh zum Anwalt“ sehr oft die einzig berechtigte.

Gruss
Schorsch

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Aber bei Jura geht’s doch weniger ums Denken denn ums Wissen.
Man studiert nunmal einige Jahre daran und wundert sich doch
immer wieder, dass sich offensichtlich jedermann zutraut, die
gleiche Arbeit wie ein Jurist machen zu können. Einem
Dachdecker oder Heizungsmonteur dürfte das nicht so oft
passieren.

Aus Washington Irvings Geschichte der Stadt New York:

_Da Peter Stuyvesant eine besondere Neigung hatte, seine Provinz ohne den Beistand seiner Unterthanen zu regieren, ward er sehr zornig, als er die aufrührerische Gestalt der Dinge bei seiner Rückkehr wahrnahm. Sein erstes war daher, daß er die Ordnung wiederherstellte, indem er die angemaßte Würde des souverainen Volkes zu Boden warf.

Er ersah sich dazu eine gute Gelegenheit; eines Abends nämlich, als der Volkshaufe Versammlung hielt und andächtig der patriotischen Rede eines inspirirten Schuhflickers zuhörte, erschien plötzlich der unerschrockne Peter in ihrer Mitte, mit einem Gesicht, das einen Mühlstein hätte versteinern können. Die ganze Versammlung war consternirt – den Redner schien mitten in einer erhabenen Sentenz der Schlag getroffen zu haben, er stand wie verhagelt da, mit offnem Maul und schlotternden Knieen, während die Worte «Schauder! Tyrannei! Freiheit! Rechte! Besteuerung! Tod! Verderben!» und eine Fluth von ähnlichen patriotischen Ausrufungen, ihm aus der Kehle rasten, ehe er im Stande war, die Lippen zu schließen. Der schlaue Peter nahm keine Notiz von der Klique um ihn her, sondern ging gradesweges zu dem tobenden Maulmacher hin, zog eine große silberne Uhr heraus, die in damaliger Zeit hätte als Stadtuhr dienen können und noch jetzt als ein Familienstück aufbewahrt wird, und bat den Redner freundlich, sie ihm einzurichten, daß sie wieder gehe. Der Redner bekannte demüthiglich, daß dieß ganz außer seiner Fähigkeit liege, indem er mit dem Bau einer Uhr völlig unbekannt sey. «Ei was,» sagte Peter, «lieber Mann, vertraut doch nur auf euer gutes Naturell; ihr seht ja alle die Federn und Räder und wie leicht die plumpeste Hand sie einhalten und auch zerschlagen kann; sollte es schwerer seyn, sie zum Gehen zu bringen, als zum Nichtgehen?» Der Redner erklärte nochmals, seine Handthierung sey davon ganz verschieden, er sey ein armer Schuhflicker und habe in seinem ganzen Leben keine Uhr besessen – es gäbe dafür Leute, die es gut verständen, und deren Geschäft es sey; er selbst werde nur das Werk zerstören und alles in Verwirrung bringen. – «Nun denn, mein vortrefflicher Meister,» schrie Peter und sah ihm ins Gesicht, daß der arme Schuster in ein Mausloch hätte kriechen mögen – «du unterstehst dich, in Regierungssachen drein zu reden – eine künstliche Maschine reguliren, corrigiren, ausbessern, flicken zu wollen, deren Bau über deinen Horizont geht und deren einfachstes Wirken zu fein für deinen Verstand ist; und du kannst nicht einmal einen kleinen Fehler in einem bekannten Mechanismus verbessern, dessen ganzes Geheimniß offen vor Augen liegt? – Fort mit dir zum Leder und Leisten, die deinen Kopf ganz gut repräsentiren; flicke deine Schuhe und begnüge dich mit dem Amt, wozu dich der Himmel ausgerüstet hat. – Aber wofern ich,» hier erhob er die Stimme, daß die Stube dröhnte, «wofern ich dich oder einen deines Gelichters treffe, der sich wieder mit Regierungssachen zu thun macht, schinde ich den Bankart bei lebendigem Leibe und lasse Trommeln mit seinem Fell beziehen, daß er auch einmal einen nützlichen Lärm macht!»_

SCNR
Schorsch

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