Kein TV-Empfang durch Bäume

Hi,

jemand hat keinen TV-Empfang mehr, weil vor der Sat-Schüssel Bäume stehen. Diese stehen auf dem angrenzenden Grundstück, das der Stadt/der Kommune gehört. Ein anderer Platz für die Sat-Schüssel steht technisch bedingt nicht zur Verfügung, Kabelanschluss gibt es nicht.
Muss eine Kommune in einem solchen Fall etwas unternehmen, also z.B. die Bäume kürzen?
Vielen Dank für eure Einschätzungen oder ggf. auch einen Link.

Viele Grüße
WoDi

Hallo Wodi,

das klingt irgendwie, als seien die Bäume mal so eben aus dem Boden geschossen. Da das wohl kaum so sein kann, sehe ich da eigentlich keinen grund für Ansprüche.

Umgekehrt frage ich mich, was passiert eigentlich, wenn man nun die Bäume zugunsten des Fernsehzuschauers umhaut und der sieht immer noch nix, weil die Ursache ganz woanders lag?

Gruß!

Horst

Hi,

das klingt irgendwie, als seien die Bäume mal so eben aus dem
Boden geschossen. Da das wohl kaum so sein kann, sehe ich da
eigentlich keinen grund für Ansprüche.

Die Bäume stehen natürlich schon länger da, aber sind halt gewachsen. Es war schon im letzten Jahr nicht so toll mit fernsehen. Im Winter ging’s noch halbwegs, weil kein Laub dran war, aber jetzt ist kein Empfang mehr möglich.

Umgekehrt frage ich mich, was passiert eigentlich, wenn man
nun die Bäume zugunsten des Fernsehzuschauers umhaut und der
sieht immer noch nix, weil die Ursache ganz woanders lag?

Na ja, umhauen muss ja nicht sein, kürzen ginge sicher auch. Die Schüssel wurde auch schon mal höher gesetzt, aber das geht jetzt nicht mehr. Ein anderer Aufstellort geht auch nicht. Wo die Bäume stehen, ist die einzige Lücke, um den Satelliten zu „sehen“. Und es liegt ganz klar an den Bäumen, das wurde von einer Fachfirma überprüft.

Kein Kabel, keine Sat-Schüssel, keine Dachantenne (wäre dasselbe Problem, wurde geprüft), kein DVB. Es kann doch nicht sein, dass jemand wegen zweier Bäume nicht mehr fernsehen kann.

Viele Grüße
WoDi

Hallo wodi,

ich tippe mal darauf, dass die Schüssel im Winter montiert wurde und die Bäume dann Laub bekommen haben.

Was die Rechtsfrage betrifft, muss man folgende Fragen stellen.
Gibt es einen Rechtsanspruch auf einen freien Blick zum Himmel Richtung Süden?
Was ist, wenn da keine Bäume stehen, sondern feste Bauten?
Und schließlich:
Gibt es wirklich keine Möglichkeit für einen Satellitenempfang oder ist er nur sehr aufwändig zu realisieren, z.B. mit einem Mast, oder einem Kabel welches zu einem anderen Gebäude führt.

Ich tippe mal auf Letzteres, denn technisch lässt sich immer was machen. In einem solchen Fall kann die Kommune darauf hinweisen, dass sie es nicht einsieht Bäume zu kürzen und Kosten zu haben, weil ein Nachbar eine billige 0815-Installation durchführen will.

Gruß
Carlos

Hi,

ich tippe mal darauf, dass die Schüssel im Winter montiert
wurde und die Bäume dann Laub bekommen haben.

Die Schüssel hängt da seit etlichen Jahren, die Bäume sind gewachsen.

Gibt es wirklich keine Möglichkeit für einen Satellitenempfang
oder ist er nur sehr aufwändig zu realisieren, z.B. mit einem
Mast, oder einem Kabel welches zu einem anderen Gebäude führt.

Doch: das nächste entsprechend hohe Haus steht auf der anderen Straßenseite. Der Preis für eine Antenne dort inkl. Kabelverlegung auf die andere Seite mit allen dazu gehörigen Baumaßnahmen liegt im nicht zu kleinen vierstelligen Eurobereich, ist also indiskutabel.

Ich tippe mal auf Letzteres, denn technisch lässt sich immer
was machen.

Klar, technisch immer, finanziell aber nicht.

In einem solchen Fall kann die Kommune darauf
hinweisen, dass sie es nicht einsieht Bäume zu kürzen und
Kosten zu haben, weil ein Nachbar eine billige
0815-Installation durchführen will.

Es geht nicht um eine billige Installation. Es geht darum, dass die Bäume immer weiter wachsen und man also immer höher bauen müsste. Allein das Aufstellen eines 10-15-Meter-Mastes ist dermaßen teuer und in diesem Fall extrem schwierig zu machen (Abspannen usw.), dass man’s gleich bleiben lassen kann.

Das hieße also letztlich, dass man umziehen muss, um überhaupt halbwegs bezahlbar fernsehen zu können.
Prima Aussichten…

Man müsste einfach mal nachhören, wie hoch die Strafe ist, wenn man die Bäume einfach selbst kürzt. Das ist mit Sicherheit billiger als alle dargestellten Baumassnahmen…

Viele Grüße
WoDi

Hallo wodi,

Die Schüssel hängt da seit etlichen Jahren, die Bäume sind
gewachsen.

So große Bäume neben meinem Haus, da würde ich mir Sorgen um meinen Keller und meinen Knanal machen.

Wahrscheinlich ist der juristische Weg nicht der effizienteste. Probier mal mit den Jungs in der entsprechenden Behörde zu reden. Biete ihnen an das Kürzen zu bezahlen und die Waldarbeiter bekommen Gegrilltes, wenn sie zum Kürzen vorbeikommen. Behördenmitarbeiter können sehr kooperativ sein, wenn man sie wie Menschen behandelt.

Gruß
Carlos

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Hallo,
eine Satschüssel hat schon einen ziemlich großen Winkel zwischen Empfangsrichtung und Horizontale (etwa 30°). Es ist deshalb meist günstiger, die Schüssel ein wenig vom Hindernis weg zu bewegen, als einen höheren Mast zu verwenden. Warum sollte die Schüssel nicht am dem Hindernis abgewandten Ende des Daches montiert werden?

Ein Recht auf Kürzen der Bäume oder deren Abholzung hast Du natürlich genauswenig wie andere ein Recht auf Abholzung eines Waldstücks oder Abtragung eines Hügels, weil sonst der Empfang, Sicht oder Beleuchtung eingeschränkt wären.

Btw., natürlich kannst Du im Zweifel einen Bauantrag für einen Mast stellen. Oder auf Kabelempfang umstellen. Oder auf terrestrischen Empfang.

Gruß
loderunner

Hi,

Ein Recht auf Kürzen der Bäume oder deren Abholzung hast Du
natürlich genauswenig wie andere ein Recht auf Abholzung eines
Waldstücks oder Abtragung eines Hügels, weil sonst der
Empfang, Sicht oder Beleuchtung eingeschränkt wären.

Ich habe mich zwischenzeitlich mal mit einem Rechtskundigen unterhalten. Angenommen, auf meinem Grundstück stünden zwei Bäume, die dem Nachbarn den TV-Empfang erschweren bis unmöglich machen, müsste ich die Bäume entfernen bzw. kürzen oder, falls möglich, umsetzen.
Dazu gibt es wohl auch ein Präzedenz-Urteil.
Ich denke, das sollte auch für kommunale Bäume gelten, oder?

Die anderen von dir genannten Möglichkeiten sind in dem beschriebenen Fall nur mit wirklich großem finanziellen Aufwand zu realisieren.

Viele Grüße
WoDi

Hallo,

Dazu gibt es wohl auch ein Präzedenz-Urteil.

Das würde mich wirklich mal interessieren. Gibt es da eine Quelle? Du solltest Dir das Urteil auch mal genau anschauen - jedes Urteil bezieht sich immer auf einen Einzelfall.

Ich denke, das sollte auch für kommunale Bäume gelten, oder?

Wer weiß?

Gruß
loderunner (ianal)

Hallo Wodi,

Die anderen von dir genannten Möglichkeiten sind in dem
beschriebenen Fall nur mit wirklich großem finanziellen
Aufwand zu realisieren.

Kommt natürlich darauf an, wo man wohnt. Ich kann mittlerweile mit einer Zimmerantenne 23 Programme digital empfangen und habe nicht viel mehr als 100 € dafür gezahlt.

Die Gemeinde soll also nun regelmäßig einen Gärtner vorbeischicken, der die Bäume kurz genug hält… Je nach Lebenserwartung des Fernsehzuschauers wäre das auch nicht gerade ein billiger Luxus.

Das Urteil würde mich von daher auch sehr interessieren…

Gruß!

Horst

Servus!

Die Frage lautet: Gibt es ein Recht auf Fernsehempfang? Ja, in gewisser Weise gibt es das. Deswegen hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk auch die Aufgabe der Grundversorgung in punkto Unterhaltung, Bildung und Information. Deswegen benötigt man zur Verwirklichung seines Grundrechts auf Informationsfreiheit nur ein Fernsehprogramm, nämlich das Erste. Das zeigt rund um die Uhr das, was das Bundesverfassungsgericht für notwendig erachtet.

Das Erste (und Zweite und Dritte) gibt’s entweder (noch) als analoges Signal über eine ganz normale Antenne oder digital durch die DVB-T-Technologie. Zumindest hier gehen die Signale locker durch Bäume hindurch und die Geräte, die man benötigt, sind recht erschwinglich.

Ein Grundrecht auf Satellitenfernsehen gibt es nicht. Was, wenn Astra mit einem Kometen kollidiert oder verglüht oä? Müssen die Betreiber dann einer Milliarde Menschen Schadensersatz zahlen?

Ich habe jahrelang Satelliten-TV gehabt - außer wenn es ordentlich geregnet hat. Als Schnee lag, habe ich mal tagelang keinen Empfang gehabt, weil ich nicht an die Schüssel rankam und mein Nachbar im Urlaub war. Nicht nur deswegen halte ich das System der Sta-Direktabnahme für ein Auslaufmodell, das in den Neunzigern auch städtebaulich für großen Schaden gesorgt hat.