Häusliche Gewalt

Hallo Gemeinde!

Person X hat eine Schwester. Diese ist verheiratet und hat Kinder.
Die Schwester und die Kinder wird/werden von ihrem Mann/Vater geschlagen. Eine Anzeige durch die Schwester bei der Polizei wurde erstattet, aber später zurückgezogen. Die Schwester wird unter Druck gesetzt und darf jetzt keinen Kontakt zu ihrer Familie aufnehmen.

Allgemein würde mich mal das folgende Interessieren. Welche Möglichkeiten hätte ein Aussenstehender diese Situation zu beenden. Könnte Person X eine Anzeige erstatten, wenn diese die Misshandlungen als Augenzeuge selber miterlebt hätte? Gibt es überhaupt eine Möglichkeit zu handeln ohne das Person X oder ein Aussenstehender seine Beziehungen zur Russenmafia spielen lassen muss? ;o)

Gruß Wolfgang

Hallo Gemeinde!

Person X hat eine Schwester. Diese ist verheiratet und hat
Kinder.
Die Schwester und die Kinder wird/werden von ihrem Mann/Vater
geschlagen. Eine Anzeige durch die Schwester bei der Polizei
wurde erstattet, aber später zurückgezogen. Die Schwester wird
unter Druck gesetzt und darf jetzt keinen Kontakt zu ihrer
Familie aufnehmen.

Selbst, wenn eine Anzeige später zurückgezogen wird, liegt es im Ermessen der Staatsanwaltschaft, den Täter trotzdem vor Gericht zu bringen. Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich schwer damit tut, wenn die EINZIGE (?) Zeugin die Anzeige zurückgezogen hat. Wie soll sie ohne einen Beweis in die Verhandlung gehen?

Allgemein würde mich mal das folgende Interessieren. Welche
Möglichkeiten hätte ein Aussenstehender diese Situation zu
beenden.

Als Zeuge der Misshandlungen wäre ein Außenstehender ideal. Der geht zur Polizei und sagt aus. Er könnte auch das Jugendamt noch einschalten, wenn er von den Schlägen/Misshandlungen der Kinder auch was mitbekommen hat.

Könnte Person X Anzeige erstatten, wenn diese
die Misshandlungen als Augenzeuge selber miterlebt hätte?

Natürlich

Gruß Wolfgang

LG, IRIS

Hallo!

Allgemein würde mich mal das folgende Interessieren. Welche
Möglichkeiten hätte ein Aussenstehender diese Situation zu
beenden. Könnte Person X eine Anzeige erstatten, wenn diese
die Misshandlungen als Augenzeuge selber miterlebt hätte?

Das geht natürlich. Dann könnte es zu einem Strafverfahren gegen den Schläger kommen. Ich fände es aber besser und weitaus schneller und hilfreicher, wenn man versuchen würde, der Person klar zu machen, dass man sich von besagtem Schläger trennen sollte.
Wenn man soweit ist, spaziert die Dame zum Amtsgericht, dort zur Rechtsantragstelle und beantragt, eine einsweilige Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz zu erlassen. Das geht recht schnell, wie immer bei solchen einstweiligen Dingen. Dann kann der Schläger aus der Wohung entfernt werden und es kann ihm untersagt werden, sich der Antragstellerin und ihren Kindern zu nähern, Kontakt mit ihr aufzunehmen (auch telefonisch), Orte aufzusuchen, an denen sie anzutreffen ist (Arbeit) etc. Wenn der Mensch dann gegen diese Auflagen verstößt, macht er sich Strafbar. Aber wie gesagt, da ist der Antrag der verletzten Person erforderlich.

Hier findet sich übrigens das noch recht neue Gewaltschutzgesetz:
http://www.gesetze-im-internet.de/gewschg/index.html

Wenn aber keine dauerhafte und konsequente Trennung wahrscheinlich erscheint, muss man leider so lang warten, bis die betroffene Person selbst erkennt, dass es keinen Sinn macht, länger mit einem derartigen Menschen zusammenzuleben.

Gruß,

Florian.

Hallo,

natürlich kann X eine Anzeige machen, die auch auf Wunsch VERTRAULICH behandelt wird.

Insbesondere wenn Kinder darunter leiden ist das auch angesagt.
Dann muss sich X auch nichts vorwerfen, wenn etwas passiert.

X kann sich in diesem Fall auch an das Jugendamt und an die Frauenbeauftragte (Stadt) wenden. Die haben reichlich Erfahrung damit. (Das geht hin bis zu Deeskalationsstrategien und Kursen für den Mann.)

Gruß

Peter

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo!

natürlich kann X eine Anzeige machen, die auch auf Wunsch
VERTRAULICH behandelt wird.

…bis man vor Gericht zwischen Staatsanwalt und Angeklagtem im Zeugenstand Platz nehmen darf. Nur dass nicht der Eindruck entsteht, am Ende würde niemand erfahren, wer’s gewesen ist.
Aber wenn jemand sich dermaßen daneben benimmt, dann darf man auch schonmal den Mut haben, aufzustehen und derartiges zur Anzeige zu bringen.

Florian.

Hallo,

so schlimm es auch klingt, aber zu solchen Geschichten gehören immer zwei. Ein Täter und ein Opfer das nicht sofort die notwenidigen Konsequenzen zieht und auch durchhält. Als außenstehender Dritter riskiert man höchstens als Lügner dargestellt zu werden und den Kontakt zum Opfer zu verlieren.

Selnstverständlich sollte man am Opfer „dranbleiben“ und es motivieren die Geschichte zu beenden und es dann unterstützen. Solange das Opfer aber mitspielt ist man als Außenstehender leider kaum in der Lage Entscheidendes zu tun.

Was soll denn ein Staatsanwalt oder Richter auch auf die korrekte Anzeige eines Dritten hin tun, wenn das Opfer die Sache negiert?

Gruß vom Wiz

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Hallo,

so schlimm es auch klingt, aber zu solchen Geschichten gehören
immer zwei. Ein Täter und ein Opfer das nicht sofort die
notwenidigen Konsequenzen zieht und auch durchhält.

welche Konsequenzen genau sollten die Kinder denn ziehen??

Als außenstehender Dritter riskiert man höchstens als Lügner
dargestellt zu werden und den Kontakt zum Opfer zu verlieren.

Selnstverständlich sollte man am Opfer „dranbleiben“ und es
motivieren die Geschichte zu beenden und es dann unterstützen.
Solange das Opfer aber mitspielt ist man als Außenstehender
leider kaum in der Lage Entscheidendes zu tun.

darüber mag man - sofern es sich um Erwachsene handelt - geteilter meinung sein…nicht aber, wenn Kinder mit im Spiel sind.

Was soll denn ein Staatsanwalt oder Richter auch auf die
korrekte Anzeige eines Dritten hin tun, wenn das Opfer die
Sache negiert?

Ich würde an dieser Stelle ganz klar das Jugendamt einschalten…die sind nämlich verpflichtet derartigen Hinweisen nachzugehen
Gruss
Suse

Hallo!

Allgemein würde mich mal das folgende Interessieren. Welche
Möglichkeiten hätte ein Aussenstehender diese Situation zu
beenden.

Nochmal eine allgemeine Info auf eine Telefonhotline, die sich speziell mit diesen Fragen beschäftigt (Link weiter unten). Ich denke, die haben auch langjährige Erfahrung. Das Angebot richtet sich zwar ausdrücklich an Opfer von häuslicher Gewalt, wenn man aber dort anruft und eine entsprechende Situation schildert, wird einem sicherlich auch dort genau erklärt, wie man vorgehen kann.
Weil hier immer nach dem Jugendamt gerufen wird: Das Jugendamt wird auch nicht einfach auf Verdacht einfreifen, es müssen sich schon konkrete Anhaltspunkte finden. Ich weiß ja nicht, in welcher Form die ausgeübte Gewalt nun zu Tage tritt, aber wenn Kind und Mutter eingeschüchtert sind und dem Jugendamt die Mitarbeit verweigern, wenn äußerlich keine Gewalteinwirkungen festgestellt werden können, wird nicht viel passieren können. Das Jugendamt ist an den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz gebunden und hat natürlich bei den möglichen Maßnahmen nach SGB VIII den Sachverhalt sorgfältig zu ermitteln. Es wird sicherlich nicht schaden, das Jugendamt einzuschalten, wenn man denn Bereit ist, diesen Schritt zu tun. Aber ob es den betroffenen in ihrer Situation hilft, so lang die Mutter nicht selbst einsieht, dass sie Hilfe braucht, steht auf einem anderen Blatt. Ich bin mir da jedenfalls nicht sicher. Ich denke, das war auch die Quintessenz des Beitrages von Wiz. Wenn man da als außenstehender vor eine Mauer des Schweigens rennt, kann man eigentlich einschalten wen man will. Am Ende steht man dann tatsächlich in einem recht schlechten Licht.
Daneben hätte man nach Eingreifen des Jugendamtes dann das Problem, dass die Mutter allein mit dem prügelnden Ehemann zu Hause bleibt und ihr in dieser Situation nicht im geringsten geholfen ist.
Deswegen nochmal meine Meinung: Um jeden Preis versuchen, die Ehefrau dazu zu bewegen, einen Schlussstrich zu ziehen, eine Verfügung nach dem Gewaltschutzgesetz zu erreichen und sich schleunigst einen Anwalt nehmen. Das geht allerdings nur, wenn sie selbst von der Richtigkeit dieses Vorgehens überzeugt ist. Vielleicht hilft auch ein Hinweis auf die von mir genannte Hotline. Dort wird garantiert anonym beraten wenn man das wünscht.

http://www.big-hotline.de/

Da ich aus der Vika nichts entnehmen konnte, habe ich mal aus der Mailadresse geschlussfolgert, dass folgender Link vielleicht auch helfen kann:

http://www.frauenberatungsstelle-dortmund.de/FBSt-DO…

Ach so: Vielleicht kann man die betroffene Person auch drauf aufmerksam machen, dass, sollte es wieder einmal zu einem Vorfall kommen, die Polizei nach dem Polizeigesetz NRW selbst befugt ist, den prügelnden Mann vor die Tür zu setzen, längstens zehn Tage glaube ich. Also wenn’s passiert, ist man mit der 110 auch immer gut beraten, dann hat man Luft um das weitere juristisch zu regeln, mit fachlicher Hilfe. Immer vorausgesetzt, man will auch.

Gruß,

Florian.

Hallo,

welche Konsequenzen genau sollten die Kinder denn ziehen??

Schwer zu sagen, kommt auf das Alter an, ob sie überhaupt dazu in der Lage sind. Deine Aussage klingt so als ob meine Antwort aus Gleichgültigkeit gegenüber den Opfern so ausgefallen wäre, wie sie es ist. Dem ist nicht so. Es spricht hieraus vielmehr die Erfahrung als Anwalt mit mehr als einer solchen Geschichte. Es ist schlimm und wirklich traurig, dass es so ist wie es ist, aber es hat auch keinen Zweck hier Traumwelten an Möglichkeiten aufzubauen, die alle nur nach hinten losgehen, wenn die Opfer nicht selbst dahinter stehen.

Ich würde an dieser Stelle ganz klar das Jugendamt
einschalten…die sind nämlich verpflichtet derartigen
Hinweisen nachzugehen

Das Jugendamt ist grundsätzlich eine gute Einrichtung und ich arbeite oft, viel und üblicherweise auch gut und erfolgreich mit Jugendämtern zusammen. Allein auch dem Jugendamt sind die Hände gebunden, wenn die Mauer des Schweigens nicht von den Betroffenen selbst durchbrochen wird. Ältere Kinder wenden sich glücklicherweise oft von selbst an Vertrauenslehrer, Pfarrer, die Polizei oder das Jugendamt selbst. Dann ist Hilfe möglich. Wenn aber ein Dritter das Jugendamt losmarschieren lässt ohne sich sicher sein zu dürfen, dass auch die Betroffenen mitspielen verschießt man wertvolles Pulver ohne die geringste Aussicht auf Erfolg. Denn wenn dann die Betroffenen alles bestreiten, wird das Jugendamt so schnell keinen weiteren Hinweisen nachgehen.

Gruß vom Wiz, der leider schon mehr als einmal erleben musste, wie schwierig es ist betroffene Ehepartner und Kinder zur aktiven Rolle in so einer Situation zu bewegen

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Hallo Wolfgang,

ich möchte nochmal den Aspekt der Kindesmisshandlung aufgreifen.
Gesetzt dem Fall ein Fremder würde die Kinder schlagen wäre die Frage nach einer Anzeige hinfällig - jeder würde sofort nach der Polizei rufen.
Wenn Kinder von den Eltern geschlagen werden - und ich gehe davon aus dass es nicht um Einzelfälle geht - wägt man ab.
Bei Fällen von innerfamiliärer Gewalt ist die Mutter nicht in der Lage ihre Kinder zu schützen - wenn die Kinder älter sind und die Situation anhält kann es sein dass a) Kinder die Aufmerksamkeit des Schlägers auf sich ziehen um die Mutter zu schützen oder b) selber gewalttätig gegen die Mutter werden.
Dass aus geschlagenen Kindern häufig dann wieder selber prügelnde Eltern werden ist ja bekannt.

Die Kinder sind momentan der Situation schutzlos ausgeliefert - ohne Hilfe von aussen haben sie keine Chance. Darum ist meineserachtens der Gang zum Jugendamt das einzig richtige. Eventuell wird die Mutter durch einen Besuch des Jugendamtes aufgerüttelt und ändert etwas an der Situation.

Viele Grüße
Sue

Hallo,

so schlimm es auch klingt, aber zu solchen Geschichten gehören
immer zwei. Ein Täter und ein Opfer das nicht sofort die
notwenidigen Konsequenzen zieht und auch durchhält.

Sorry, aber da kennst du dich nicht aus: Es gibt genügend Männer, die es systematisch schaffen, eine Frau derart psychisch „zuzurichten“ (z.B ihr ihr Selbstbewusstsein zu nehmen - dazu gehören Sprüche wie: "was bist denn du, du kannst doch nix…um mal ein harmloseres Beispiel zu nehmen.) Nicht jeder ist in jedem Abschnitt seines Lebens so stark, wie er sein sollte. Aber man kann dem Opfer selten einen Vorwurf daraus machen. Frag doch mal jemand, der im Frauenhaus arbeitet - hab ich übrigens erst. Viele Frauen gehen zu ihren gewalttätigen Männern zurück.

Als

außenstehender Dritter riskiert man höchstens als Lügner
dargestellt zu werden

O.k, ein Risiko ist da. Aber so groß ist das meiner Erfahrung nach nicht. Gerade vor zwei Wochen ist hier bei uns wieder mal ein Täter verurteilt worden, der seine Freundin geschlagen und vergewaltigt hat. - Und das, obwohl das Opfer entgegen einer ersten Aussage bei der Polizei vor Gericht alles abgestritten hat. Dem Gericht reichten aber Aussagen von Freunden und der erfahrenen Polizeibeamtin, die das Gespräch mit dem Opfer damals geführt hatte.

und den Kontakt zum Opfer zu verlieren.

ICH könnte nicht gut schlafen, wenn meine Nichte/Neffe misshandelt wird. Da hab ich lieber ne Weile keinen Kontakt und weiß, den Kindern gehts gut!

LG, IRIS

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,:Ich würde an dieser Stelle ganz klar das Jugendamt

einschalten…die sind nämlich verpflichtet derartigen
Hinweisen nachzugehen

Nachgehen vielleicht. Das heißt allerdings nicht, dass sie auch was tun…(bisschen off topic)

Gruss
Suse

LG, IRIS

Hallo Gemeinde!

Moin.
Ich machs kurz. Nimm die Mafia. Ist cooler.
MK

es überhaupt eine Möglichkeit zu handeln ohne das Person X
oder ein Aussenstehender seine Beziehungen zur Russenmafia
spielen lassen muss? ;o)

Gruß Wolfgang

Hallo,

Sorry, aber da kennst du dich nicht aus: Es gibt genügend
Männer, die es systematisch schaffen, eine Frau derart
psychisch „zuzurichten“ (z.B ihr ihr Selbstbewusstsein zu
nehmen - dazu gehören Sprüche wie: "was bist denn du, du
kannst doch nix…um mal ein harmloseres Beispiel zu nehmen.)
Nicht jeder ist in jedem Abschnitt seines Lebens so stark, wie
er sein sollte. Aber man kann dem Opfer selten einen Vorwurf
daraus machen. Frag doch mal jemand, der im Frauenhaus
arbeitet - hab ich übrigens erst. Viele Frauen gehen zu ihren
gewalttätigen Männern zurück.

Sorry, aber da vermischt Du zwei Dinge, die man für die Lösung eines solchen Falls trennen muss. Natürlich hast Du vollkommen Recht damit, dass es bestimmte Gründe gibt die dazu führen, dass sich das Opfer nicht wehrt. Dies ändert aber nichts daran, dass es - wenn es jetzt erst einmal soweit ist, dass diese Situation eingetreten ist - unverzichtbar ist, dass das Opfer selbst aus der Situation raus will und sich hieran aktiv beteiligt. Gegen den vorgeblichen Willen des Opfers erreicht man nichts.

O.k, ein Risiko ist da. Aber so groß ist das meiner Erfahrung
nach nicht. Gerade vor zwei Wochen ist hier bei uns wieder mal
ein Täter verurteilt worden, der seine Freundin geschlagen und
vergewaltigt hat. - Und das, obwohl das Opfer entgegen einer
ersten Aussage bei der Polizei vor Gericht alles abgestritten
hat. Dem Gericht reichten aber Aussagen von Freunden und der
erfahrenen Polizeibeamtin, die das Gespräch mit dem Opfer
damals geführt hatte.

Könntest Du mir zu dem Fall bitte mal eine Fundstelle nennen? Das sind nämlich die 1:1.000.000-Fälle die wirklich mehr als Ausnahmecharakter haben.

und den Kontakt zum Opfer zu verlieren.

ICH könnte nicht gut schlafen, wenn meine Nichte/Neffe
misshandelt wird. Da hab ich lieber ne Weile keinen Kontakt
und weiß, den Kindern gehts gut!

Es hat niemand behauptet, dass man damit gut schlafen kann. Es geht hier aber auch nicht um „ne Weile“, sonder oft um „auf Dauer“ und da heißt es einfach kühlen Kopf zu behalten und vorsichtig und überlegt zu handeln und nicht gleich alles Pulver in wildem Aktionismus zu verschießen und den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Ja, es ist schwer, es ist bitter und zum Verzweifen, sich solche Situationen ansehen zu müssen und ganz vorsichtig und abwartend vorzugehen um überhaupt „im Spiel“ bleiben zu können, aber noch schlimmer finde ich es, wenn man wild drauf los stürmt und dann verbrannte Erde hinterlässt und gar nichts mehr machen kann, wenn der richtige Zeitpunkt da wäre.

Ich denke da an einen Vater, der auch mit dem Kopf durch die Wand wollte, und sich daran über Jahre dicke Beulen geholt hatte, ohne für seine von der Mutter ganz offensichtlich vernachlässigten Kinder auch nur einen Deut erreicht zu haben. Es kostete mich ein Jahr, dass inzwischen in Abwehrhaltung befindliche Jugendamt wieder zur Mitarbeit zu motivieren um dann ganz problemlos die Sorgerechtsänderung durch zu bekommen. Das das Kind zwischenzeitlich stationär in der Psychiatrie landete hat mich überhaupt nicht gut schlafen lassen, und ich hätte es höchstpersönlich lieber heute als morgen aus seiner Situation herausgeholt. Die Realitäten sind aber nun mal anders, und es nützt nichts, diese zu ignorieren.

Gruß vom Wiz

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Hallo!

Sorry, aber da kennst du dich nicht aus: Es gibt genügend
Männer, die es systematisch schaffen, eine Frau derart
psychisch „zuzurichten“ (z.B ihr ihr Selbstbewusstsein zu
nehmen - dazu gehören Sprüche wie: "was bist denn du, du
kannst doch nix…um mal ein harmloseres Beispiel zu nehmen.)
Nicht jeder ist in jedem Abschnitt seines Lebens so stark, wie
er sein sollte. Aber man kann dem Opfer selten einen Vorwurf
daraus machen. Frag doch mal jemand, der im Frauenhaus
arbeitet - hab ich übrigens erst. Viele Frauen gehen zu ihren
gewalttätigen Männern zurück.

Ist mir durchaus auch bekannt, trotzdem gebe ich Wiz recht. Ich kenne auch zwei ehemalige Studienkolleginnen, die in der Frauenberatung bzw. Frauenhaus arbeiten. Abgesehen davon, dass ich auch schon mal berufsbedingt mit solchen Dingen zu tun habe. Es ist nunmal so, dass grundsätzlich die Entscheidung des Opfers notwendig ist, etwas zu tun. Du kannst nur versuchen, das Opfer bei dieser Entscheidungsfindung zu unterstützen, nicht aber die Sache des Opfers zu deiner eigenen machen. Das ist im Übrigen ein wichtiger Grundsatz, eines jeden helfenden Berufes, egal ob das juristische Hilfe durch Anwälte ist oder psychische durch entsprechende Spezialisten.

Wenn du eine Anzeige machst und es möglicherweise zu einer Verurteilung kommt, ohne Entschluss des Opfers, wird dir das Opfer vorhalten, du hättest die Beziehung endgültig zerstört. Vielleicht diskutierst du das mal im Psychologiebrett, ich bin da ja kein Spezialist, es ist aber meine (vielleicht auch nur kurze) Erfahrung.

Als

außenstehender Dritter riskiert man höchstens als Lügner
dargestellt zu werden

O.k, ein Risiko ist da. Aber so groß ist das meiner Erfahrung
nach nicht. Gerade vor zwei Wochen ist hier bei uns wieder mal
ein Täter verurteilt worden, der seine Freundin geschlagen und
vergewaltigt hat. - Und das, obwohl das Opfer entgegen einer
ersten Aussage bei der Polizei vor Gericht alles abgestritten
hat. Dem Gericht reichten aber Aussagen von Freunden und der
erfahrenen Polizeibeamtin, die das Gespräch mit dem Opfer
damals geführt hatte.

Das sagt aber noch nichts - außer dass ein Beschuldigter auf etwas fragwürdige Weise verurteilt wurde (ich kenne natürlich das Verfahren nicht, gehe aber von deiner Schilderung aus). Nicht jeder, der wegen irgendetwas beschuldigt wird, ist auch schuldig. Mir ist schon klar, dass das leider in der Praxis von Strafgerichten so gehandhabt wird frei nach dem Grundsatz: „in dubio contra reum“.

Ich meine, das betrifft natürlich jetzt nicht dich, ich möchte aber darstellen, dass es nicht immer nur schwarz und weiß gibt und nicht immer alles so einfach ist, wie es zunächst aussieht.

Gruß
Tom