Hallo,
Sorry, aber da kennst du dich nicht aus: Es gibt genügend
Männer, die es systematisch schaffen, eine Frau derart
psychisch „zuzurichten“ (z.B ihr ihr Selbstbewusstsein zu
nehmen - dazu gehören Sprüche wie: "was bist denn du, du
kannst doch nix…um mal ein harmloseres Beispiel zu nehmen.)
Nicht jeder ist in jedem Abschnitt seines Lebens so stark, wie
er sein sollte. Aber man kann dem Opfer selten einen Vorwurf
daraus machen. Frag doch mal jemand, der im Frauenhaus
arbeitet - hab ich übrigens erst. Viele Frauen gehen zu ihren
gewalttätigen Männern zurück.
Sorry, aber da vermischt Du zwei Dinge, die man für die Lösung eines solchen Falls trennen muss. Natürlich hast Du vollkommen Recht damit, dass es bestimmte Gründe gibt die dazu führen, dass sich das Opfer nicht wehrt. Dies ändert aber nichts daran, dass es - wenn es jetzt erst einmal soweit ist, dass diese Situation eingetreten ist - unverzichtbar ist, dass das Opfer selbst aus der Situation raus will und sich hieran aktiv beteiligt. Gegen den vorgeblichen Willen des Opfers erreicht man nichts.
O.k, ein Risiko ist da. Aber so groß ist das meiner Erfahrung
nach nicht. Gerade vor zwei Wochen ist hier bei uns wieder mal
ein Täter verurteilt worden, der seine Freundin geschlagen und
vergewaltigt hat. - Und das, obwohl das Opfer entgegen einer
ersten Aussage bei der Polizei vor Gericht alles abgestritten
hat. Dem Gericht reichten aber Aussagen von Freunden und der
erfahrenen Polizeibeamtin, die das Gespräch mit dem Opfer
damals geführt hatte.
Könntest Du mir zu dem Fall bitte mal eine Fundstelle nennen? Das sind nämlich die 1:1.000.000-Fälle die wirklich mehr als Ausnahmecharakter haben.
und den Kontakt zum Opfer zu verlieren.
ICH könnte nicht gut schlafen, wenn meine Nichte/Neffe
misshandelt wird. Da hab ich lieber ne Weile keinen Kontakt
und weiß, den Kindern gehts gut!
Es hat niemand behauptet, dass man damit gut schlafen kann. Es geht hier aber auch nicht um „ne Weile“, sonder oft um „auf Dauer“ und da heißt es einfach kühlen Kopf zu behalten und vorsichtig und überlegt zu handeln und nicht gleich alles Pulver in wildem Aktionismus zu verschießen und den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Ja, es ist schwer, es ist bitter und zum Verzweifen, sich solche Situationen ansehen zu müssen und ganz vorsichtig und abwartend vorzugehen um überhaupt „im Spiel“ bleiben zu können, aber noch schlimmer finde ich es, wenn man wild drauf los stürmt und dann verbrannte Erde hinterlässt und gar nichts mehr machen kann, wenn der richtige Zeitpunkt da wäre.
Ich denke da an einen Vater, der auch mit dem Kopf durch die Wand wollte, und sich daran über Jahre dicke Beulen geholt hatte, ohne für seine von der Mutter ganz offensichtlich vernachlässigten Kinder auch nur einen Deut erreicht zu haben. Es kostete mich ein Jahr, dass inzwischen in Abwehrhaltung befindliche Jugendamt wieder zur Mitarbeit zu motivieren um dann ganz problemlos die Sorgerechtsänderung durch zu bekommen. Das das Kind zwischenzeitlich stationär in der Psychiatrie landete hat mich überhaupt nicht gut schlafen lassen, und ich hätte es höchstpersönlich lieber heute als morgen aus seiner Situation herausgeholt. Die Realitäten sind aber nun mal anders, und es nützt nichts, diese zu ignorieren.
Gruß vom Wiz