Schuldfrage Unfall
Von: , Frage gestellt am Do, 24. Aug 2006
Hallo,
rein interessehalber (aus Sicht eines Beobachters) würde ich gern die
Meinungen zu folgender Unfallkonstellation hören (Schade das man hier
nicht zeichnen kann, ich versuche das mal mit Worten zu beschreiben)
Auto 1 steht in der Zufahrt zu einem Parkplatz, mit dem Heck zur
Strasse, Rückwärtsgang eingelegt.
Auf der Strasse kommt ein Auto 2 an, das nach links in eben diese
Zufahrt einbiegen möchte (erkennbar daran, dass Auto 2 links blinkt).
Die Zufahrt ist jedoch durch Auto 1 "versperrt".
Der Fahrer von Auto 1 sieht, dass Auto 2 langsam wird und einbiegen
will und setzt nun, ganz langsam zurück auf die Strasse.
Auto 2 jedoch bleibt jedoch nicht etwa stehen, um Auto 1 rausfahren
zu lassen, sondern fährt langsam auf der Strasse weiter vor, direkt
hinter das zurücksetzende Auto 1. Möglicherweise um schneller in die
Zufahrt vom Parkplatz reinzukommen.
Nun setzt Auto 1, wie gesagt, ganz langsam immer weiter zurück bis es
direkt im vorderen Kotflügel des Autos 2 zu stehen kommt.
Der Fahrer des Autos 2 hat ob des im Schneckentempo auf ihn
zurollenden Unheils keine Reaktion wie z.b. Hupen, Versuch
zurückzusetzen, Motor aufheulen etc. gezeigt.
Allerdings muss dazu gesagt werden, dass auch ein gedachter
Beobachter, der aus der anderen Richtung die Straße entlangkam und
ebenfalls auf diesen Parkplatz wollte, bei dem extrem langsamen
Rollen des Autos 1 bis zum letzen Moment nicht glauben konnte, dass
Auto 1 tatsächlich in Auto 2 reinfahren würde.
Wie ist hier die Rechtslage?
Trägt Autofahrer 1 die Alleinschuld, da er sich während des gesamten
Rückfahrvorgangs versichern muss, dass keiner hinter ihm ist?
Oder würde man auch Autofahrer 2 eine Mitschuld geben, da er sich,
anstatt mal 30 Sekunden zu warten (Stichwort Rücksicht im Verkehr) so
hingestellt hat, das Auto 1 beim Raussetzen an ihm gar nicht
vorbeigekommen wäre.
