Missbrauch der Email-Adresse

Hi!

Nehmen wir an, die Person Max Mustermann besitzt eine eigene Homepage, auf der für eine Kontaktaufnahme die Email-Adresse angegeben ist, also:

[email protected]

Eines Tages findes Max Mustermann in seinem Email-Postkorb eine Email vor, deren Absender „[email protected]“ ist. Diese Email stammt aber definitiv nicht von Max Mustermann. Offenbar hat jemand die Email-Adresse von Max Mustermann für den Versand von Spam-Mails missbraucht.

Frage:
Liegt hier ein Straftatbestand vor?
Soll Max Mustermann die Polizei / Staatsanwaltschaft einschalten?
Kann sich Max Mustermann gegen so einen Missbrauch seiner Email-Adresse schützen?

Grüße
Heinrich

Hallo Heinrich,

eine „Email-Adresse“ ist ohne weiteres zu „fälschen“…
Täglich „geistern“ zum B. Millionen von Emails durchs WEB,deren
„Angeblicher Absender“ Banken sind…

Erstens lag der Fall hier wohl anders; zweitens hast du dem Fragesteller nun gar nix erzählt, was ihm helfen könnte.

An den Fragesteller: Über die genaue rechtliche Situation weiß ich nicht Bescheid. Aber was würde denn dagegen sprechen, Anzeige zu erstatten? Es kostet nichts, und was die Ermittlungsbehörden daraus machen, siehst du ja dann. Wenn es eine Straftat war, werden die es schon wissen.

Levay

Mein Tip:
Hi Heinrich,


Offenbar hat jemand die Email-Adresse von Max Mustermann für
den Versand von Spam-Mails missbraucht.

Kommt jeden Tag millionenfach vor.

Liegt hier ein Straftatbestand vor?

Evtl. ja.

Soll Max Mustermann die Polizei / Staatsanwaltschaft
einschalten?

Da empfehle ich folgende Vorgehensweise:
Herr Mustermann analysiert den Header der Email: http://www.th-h.de/faq/headerfaq.php
Stellst er fest, daß die Mail irgendwo im „südaustralischen Busch“ oder in der Antarktis eingeliefert wurde, dann sollte er es einfach vergessen. Es gibt weltweit leider noch immer jede Menge offener Server, über die die Spammer ihre Mails einliefern.
Dagegen kann ihm IMHO niemand helfen.

Aber es gibt noch mehr Möglichkeiten:
Viele Würmer werden dazu benutzt, um auf PCs unbemerkt Mailserver einzurichten. http://www.it-news-world.de/?show=620&s=Das+Sober-Wu…
Sollte das der Fall sein und sich der User in einem gut erreichbaren Rechtsraum (z.B. Deutschland) befinden, dann kann er ihn anschreiben an, ihm den Sachverhalt schildern und um Abhilfe bitten. Vielleicht weiß er gar nicht, daß er eine Spamschleuder ist.
Wenn das nichts hilft, dann könnte die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Im ersten Fall ist das völlig sinnlos, weil es dagegen kein Kraut gibt.

Kann sich Max Mustermann gegen so einen Missbrauch seiner
Email-Adresse schützen?

Nein. Dagegen gibt es zur Zeit keinen Schutz.
http://www2.service.t-online.de/dyn/c/25/30/41/25304…

mfg Ulrich

Anmerkung zu Kosten
Hi Levay,

Es kostet nichts,

Es kostet unsere Steuergelder und verschwendet sinnlos die Ressourcen der Ermittlungsbehörden, wenn der SPAM aus dem weltweiten Netz zu uns reintrudelt.

mfg Ulrich

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Es kostet unsere Steuergelder und verschwendet sinnlos die
Ressourcen der Ermittlungsbehörden, wenn der SPAM aus dem
weltweiten Netz zu uns reintrudelt.

Hallo, Ulrich,
und doch nutzt es etwas.
Wenn massenweise Anzeigen bei den Behörden eingehen, wird sich der Gesetzgeber vielleicht endlich veranlasst sehen, entsprechende Regelungen zu treffen. Vielleicht und hoffentlich wird sich auch die Softwareindustrie endlich bereitfinden, das SMT-Protokoll dahingehend zu verändern, dass eine geschützte und sichere Absendererkennung möglich ist.
Gruß
Eckard

2 „Gefällt mir“

Auch hallo.

Nehmen wir an, die Person Max Mustermann besitzt eine eigene
Homepage, auf der für eine Kontaktaufnahme die Email-Adresse
angegeben ist, also:
[email protected]

Dieses Format ist übrigens besonders suchmaschinenfreundlich.

Kann sich Max Mustermann gegen so einen Missbrauch seiner
Email-Adresse schützen?

Ja: indem man die Mailadress in einem für eine Suchmaschine unlesbaren Format unterbringt. Z.B. einem Bild, Stückelung der Ausdrücke und Zusammensetzen via Software, redundaten Code reinbringt, das @ umschreibt,…
Z.B. so:
[email protected]
mr_testuser (ät) testadresse.org

Und mit SPAM Problemen steht man nicht alleine: http://www.aktiv-gegen-spam.de/

HTH
mfg M.L.

Hallo!

Es kostet unsere Steuergelder und verschwendet sinnlos die
Ressourcen der Ermittlungsbehörden, wenn der SPAM aus dem
weltweiten Netz zu uns reintrudelt.

Mit dem gleichen Argument kann man zum Beispiel bei einem Fahrraddiebstahl von einer Anzeige abraten, wenn man die nicht grad für die Versicherung braucht.
Dass ein Fahrraddiebstahl aufgeklärt wird, ist absolut seltenst - also insofern ist die Anzeige nach Deiner Auffassung eine bloße Ressourcenverschwendung. Das ist genau die Einstellung, die zusammen mit anderen Faktoren dazu führt, dass im Bereich bestimmter Kleindelikte sämtliche Kriminalitätsstatistiken unbrauchbar sind.
Abgsehen davon hast Du ein vollkommen falsches Bild davon, mit wie viel Einsatz eine solche Anzeige bearbeitet werden würde. Die Polizei wird sich wundern, ob das denn strafbar sein kann, das wird sie unmittelbar zur StA geben, dort wird sich der Staatsanwalt ärgern, der sich mit sowas noch nicht befasst hat. Entweder er legt die Akte erst einmal zwei Wochen zum Reifen auf die Fensterbank oder er hat gerade - und da findet sich im Zweifel immer einer - einen Referendar, der sich für einen Monatslohn, der jenseits von gute und böse liegt, damit rumärgern darf.

Gruß,

Florian.

Hi Florian,

Mit dem gleichen Argument kann man zum Beispiel bei einem
Fahrraddiebstahl von einer Anzeige abraten, wenn man die nicht
grad für die Versicherung braucht.

Nein, wir reden hier über SPAM, nicht über Diebstahl.

Dass ein Fahrraddiebstahl aufgeklärt wird, ist absolut
seltenst - also insofern ist die Anzeige nach Deiner
Auffassung eine bloße Ressourcenverschwendung. Das ist genau
die Einstellung, die zusammen mit anderen Faktoren dazu führt,
dass im Bereich bestimmter Kleindelikte sämtliche
Kriminalitätsstatistiken unbrauchbar sind.

Wenn sie brauchbar wären, was genau würde sich dann konkret ändern/verbessern?

Abgsehen davon hast Du ein vollkommen falsches Bild davon, mit
wie viel Einsatz eine solche Anzeige bearbeitet werden würde.

Da kann ich generell nicht widersprechen. Ich bin kein Jurist.

Die Polizei wird sich wundern, ob das denn strafbar sein kann,
das wird sie unmittelbar zur StA geben, dort wird sich der
Staatsanwalt ärgern, der sich mit sowas noch nicht befasst
hat. Entweder er legt die Akte erst einmal zwei Wochen zum
Reifen auf die Fensterbank oder er hat gerade - und da findet
sich im Zweifel immer einer - einen Referendar, der sich für
einen Monatslohn, der jenseits von gute und böse liegt, damit
rumärgern darf.

Das nenne ich Kosten oder arbeiten alle Beteiligten ohne Lohn? Was genau kostet denn dann eine solche Bearbeitung?

Nun hat SPAM im Gegensatz zum Fahrraddiebstahl die Eigenschaft, gleich in 6 oder mehrstelliger Höhe aufzutreten, kann über sehr viele Wege ins Ziel kommen und kann oft keinem konkreten Absender (bitte nicht mit der realen IP Adresse verwechseln) zugeordnet werden. Zudem ist die Versendung ohne großen Aufwand möglich.
Dann haben wir da noch die vielen unbedarften User. Das wäre dann so, als ob sie noch nie davon gehört hätten, daß es Diebstahlsicherungen gibt und ihre Räder unabgeschlossen immer irgendwo abstellen.
Das ist zwar kein Freibrief fürs Klauen, aber wir haben doch unsere Gesetze, eben weil die Menschen nicht immer brav sind.

SPAM ist ein internationales Problem, bedingt durch ein weltweites Kommunikationsnetz ohne nennenswerte Schranken. Und nicht jedes politische System sieht darin ein Problem, oder irre ich mich jetzt?
Wir können es IMHO eindämmen aber nie ausrotten. Dazu sind viel zuviele Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen daran beteiligt.

Ich sehe dann eine Chance, wenn nicht nur der Versender, sondern speziell das im SPAM werbende Unternehmen bestraft wird. Aber auch da, so es denn juristisch überhaupt möglich ist, sehe ich das Problem der Internationalität.
In China z.B herrscht IMHO ein deutlich anderes Verständnis für Produktpiraterie als bei uns. Wie genau würdest du dagegen vorgehen? Daß der Zoll da eingreift, ist mir schon klar. Aber es geht doch mehr darum, die Quellen anzugreifen.

mfg Ulrich (IANAL)

Hallo Levay,

da kannst du auch gleich gegen „Gott“ oder „Allah“ usw. klagen…
hat genauso viel „Aussicht auf Erfolg“…

gegen SPAM hilft nur ein gutes Filter-Programm und sonst nichts…