Hi Florian,
Mit dem gleichen Argument kann man zum Beispiel bei einem
Fahrraddiebstahl von einer Anzeige abraten, wenn man die nicht
grad für die Versicherung braucht.
Nein, wir reden hier über SPAM, nicht über Diebstahl.
Dass ein Fahrraddiebstahl aufgeklärt wird, ist absolut
seltenst - also insofern ist die Anzeige nach Deiner
Auffassung eine bloße Ressourcenverschwendung. Das ist genau
die Einstellung, die zusammen mit anderen Faktoren dazu führt,
dass im Bereich bestimmter Kleindelikte sämtliche
Kriminalitätsstatistiken unbrauchbar sind.
Wenn sie brauchbar wären, was genau würde sich dann konkret ändern/verbessern?
Abgsehen davon hast Du ein vollkommen falsches Bild davon, mit
wie viel Einsatz eine solche Anzeige bearbeitet werden würde.
Da kann ich generell nicht widersprechen. Ich bin kein Jurist.
Die Polizei wird sich wundern, ob das denn strafbar sein kann,
das wird sie unmittelbar zur StA geben, dort wird sich der
Staatsanwalt ärgern, der sich mit sowas noch nicht befasst
hat. Entweder er legt die Akte erst einmal zwei Wochen zum
Reifen auf die Fensterbank oder er hat gerade - und da findet
sich im Zweifel immer einer - einen Referendar, der sich für
einen Monatslohn, der jenseits von gute und böse liegt, damit
rumärgern darf.
Das nenne ich Kosten oder arbeiten alle Beteiligten ohne Lohn? Was genau kostet denn dann eine solche Bearbeitung?
Nun hat SPAM im Gegensatz zum Fahrraddiebstahl die Eigenschaft, gleich in 6 oder mehrstelliger Höhe aufzutreten, kann über sehr viele Wege ins Ziel kommen und kann oft keinem konkreten Absender (bitte nicht mit der realen IP Adresse verwechseln) zugeordnet werden. Zudem ist die Versendung ohne großen Aufwand möglich.
Dann haben wir da noch die vielen unbedarften User. Das wäre dann so, als ob sie noch nie davon gehört hätten, daß es Diebstahlsicherungen gibt und ihre Räder unabgeschlossen immer irgendwo abstellen.
Das ist zwar kein Freibrief fürs Klauen, aber wir haben doch unsere Gesetze, eben weil die Menschen nicht immer brav sind.
SPAM ist ein internationales Problem, bedingt durch ein weltweites Kommunikationsnetz ohne nennenswerte Schranken. Und nicht jedes politische System sieht darin ein Problem, oder irre ich mich jetzt?
Wir können es IMHO eindämmen aber nie ausrotten. Dazu sind viel zuviele Gruppen mit unterschiedlichen Vorstellungen daran beteiligt.
Ich sehe dann eine Chance, wenn nicht nur der Versender, sondern speziell das im SPAM werbende Unternehmen bestraft wird. Aber auch da, so es denn juristisch überhaupt möglich ist, sehe ich das Problem der Internationalität.
In China z.B herrscht IMHO ein deutlich anderes Verständnis für Produktpiraterie als bei uns. Wie genau würdest du dagegen vorgehen? Daß der Zoll da eingreift, ist mir schon klar. Aber es geht doch mehr darum, die Quellen anzugreifen.
mfg Ulrich (IANAL)