Religionszwang in der Familie

Hallo an alle, vielleicht kennt sich da jemand aus.

Folgendes Problem - ein Mann heiratet eine Frau, diese ist aktives Mitglied einer Glaubensgemeinschaft (Zeugen Jehovas). Der Mann hat keine Religion und ist auch insgesamt negativ gegen die Zugehörigkeit seiner Frau eingestellt, hat sich aber damit abgefunden.
Jetzt bekommen die Beiden aber ein Kind und die Frau will dieses Kind unbedingt in ihrem Glauben erziehen, es muss mehrmals wöchentlich an Treffen und Bibelbesprechungen teilnehmen, soll keine Geburtstage, Weihnachten usw feiern. Dem Kind wird erzählt, dass nur dies der wahre Glaube sei und alle anderen keine Erlösung finden, und dem Teufel verfallen sind, usw.
Unterstützung und Druck erhält die Frau natürlich tatgräftig von den Mitgliedern ihrer Gemeinschaft. Der Mann ist aber dagegen und möchte nicht, dass sein Kind in diesen Glauben gezwungen wird, da diese Kinder seiner Meinung nach völlig weltfremd erzogen werden und jede Möglichkeit genommen wird, ein selbstständiges Denken zu entwickeln oder an einem normalen Sozialleben teilzunehmen.
Frage: Kann der Mann, der ja auch das Erziehungsrecht des Kindes hat verbieten, dass sein Kind an solchen Versammlungen und Gehirnwäschen teilnimmt.
Ein noch größeres Problem würde sich z.B. ergeben, wenn das Kind mal einen Unfall erleiden würde und dringend eine Bluttransfussion benötigt, oder eine Ersatzniere, Rückenmark o.ä. Nach dem Glauben der Zeugen Jehovas müßte man das Kind sterben lassen. Dieses Risiko will der Vater auf keinen Fall eingehen.
Was meint ihr dazu, welche Möglichkeiten hat der Mann???
Danke erstmal
Bommi

Was meint ihr dazu, welche Möglichkeiten hat der Mann???

  1. Mit der Frau reden. Es ist schließlich genauso sein Kind.

wenn das nix hilft:

  1. Von der Frau trennen und dann alleiniger Erziehungsberechtigter werden.

und wenn das nicht funktionieren sollte:

3.1 Sich damit abfinden oder
3.2 Mit dem Kind abhauen.

Hallo!

3.2 Mit dem Kind abhauen.

In Hinblick auf § 235 StGB keine so gute Idee.
Ich persönlich kann nur viel Glück und Geduld bei der Auseinandersetzung damit wünschen. In meinem eigenen Bekanntenkreis habe ich erlebt, wie sehr eine ganze Familie manchmal unter dem religiösen Fanatismus der Kindesmutter zu leiden hat. Das war nicht nur für das Kind und den Ehemann unschön, sondern auch für die Großeltern und den Rest der Verwandtschaft.
Im besagten Fall hat sich die ganze Überzeugung nach einiger Zeit etwas gelegt und relativiert - und jetzt wird auch Geburtstag gefeiert. Aber es ist schwer. Wenn man als Vater partout nicht will, dass das eigene Kind in diese Kreise hereingerät, was ich absolut verstehen kann, bleibt aber wie bereits erwähnt nur das Gespräch mit der Mutter um im Extrenfall, wenn die nicht einsehen will, dass Dinge, die nicht beide Eltern gemeinsam für das Kind wollen, halt nicht gehen, als letzte Konsequenz der Gang zum Rechtsanwalt.

Gruß,

Florian.

Hi Florian,

3.2 Mit dem Kind abhauen.

In Hinblick auf § 235 StGB keine so gute Idee.

ist das wirklich so? Ich hatte bislang im Kopf, daß ein Angehöriger durchaus mit Kind durchbrennen kann, sofern er nicht ins Ausland verschwindet.
Nach 235 StGB ist das doch nur dann strafbar, wenn es mit Gewalt, durch Drohung mit empfindlichen Übel oder durch List passiert. Wenn der Vater aber sein Kind nimmt und einfach verschwindet, ist doch keine der Vorraussetzungen erfüllt, oder sehe ich das falsch?

Gruß Stefan