Kein Verkauf im Laden trotz Geld

Tag zusammen,

ich habe mal eine Frage zur folgenden Situation:

Eine Frau kommt in eine Apotheke und fragt, ob man Ihr 50 Euro wechseln kann. Die Verkäuferin verneint mir der Gegründung, dass so viele Kunden mit 50 Euro zahlen und sie deshalb nicht aufs Wechselgeld verzichten möchte.

Daraufhin entscheidet sich die Frau für eine Packung Kaugummi und will (mit dem 50-Euro Schein) bezahlen. Die Verkäuferin sagt nun, dass sie der Kundin nichts verkaufe, weil sie ja schliesslich nur das Wechselgeld haben will.

Ist das das Recht der Verkäuferin einfach zu entscheiden wem sie etwas verkauft? Gibts da irgendwelche Gesetze die soetwas regeln?

Für Antworten wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße

Lucutus

Hallo,

Ist das das Recht der Verkäuferin einfach zu entscheiden wem
sie etwas verkauft? Gibts da irgendwelche Gesetze die soetwas
regeln?

in Deutschland herrscht Vertragsfreiheit, d.h. außer in einigen Sonderfällen, die hier aber keine Rolle spielen, kann jeder noch selbst entscheiden, mit wem er einen Vertrag abschließt.

Gruß,
Christian

Ist das das Recht der Verkäuferin einfach zu entscheiden wem
sie etwas verkauft?

Eindeutig ja.

Hallo,

wenn du bei nächster Gelegenheit die Bank deines Vertrauens aufsuchst,
so schaue dir doch einmal die Gebühren für die Bereitstellung von Hartgeld an…speziell die Gebühren für „Gewerbliche“ Kunden…

Hallo,

Ist das das Recht der Verkäuferin einfach zu entscheiden wem
sie etwas verkauft?

Im Zweifelsfall könnte der Arbeitgeber etwas dagegen haben, was ich allerdings stark bezweifele.

Gibts da irgendwelche Gesetze die soetwas
regeln?

Ja klar, wie schon gesagt gibt es in Deutschland KEIN Gesetz, dass Dich zwingt etwas zu verkaufen. Wäre auch schön… „oh, netter Rock, den sie da anhaben, junge Dame, den würde ich gleich hier und jetzt kaufen“. *SCNR*

Grüße,

Anwar

wenn du bei nächster Gelegenheit die Bank deines Vertrauens
aufsuchst,
so schaue dir doch einmal die Gebühren für die Bereitstellung
von Hartgeld an…speziell die Gebühren für „Gewerbliche“
Kunden…

Wie jetzt? Was steht denn da und vor allem, wo?

Gruß,
Christian

Hallo,

auf der anderen Seite zwingt dich auch niemand jemals wieder einen Schritt in diesen Laden zu tun. Wenn das genügend tun, braucht der Laden irgendwann auch kein Wechselgeld mehr und wird durch einen freundlichen und kompetenten Dienstleister ersetzt.

Gruß

Peter

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Hallo,

auf der anderen Seite zwingt dich auch niemand jemals wieder
einen Schritt in diesen Laden zu tun. Wenn das genügend tun,
braucht der Laden irgendwann auch kein Wechselgeld mehr und
wird durch einen freundlichen und kompetenten Dienstleister
ersetzt.

ein Dienstleister leistet Dienste für seine Kunden. Ein Dienstleister wird es daher bevorzugen, für seine Kunden Wechselgeld bereitszuhalten und dies nicht für irgendwelche Nasen, die Apotheken mit Wechselstuben verwechseln.

Anders formuliert: Es ist für einen Dienstleister deutlich ärgerlicher, wenn er einem richtigen Kunden nicht rausgeben kann als einen Nichtkunden zu „verlieren“.

Gruß,
Christian

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Sehr guter Hinweis. Die Banken nehmen in der Tat Gebühren von den Gewerbetreibenden, diese werden je nach Bank pauschal oder per Rolle berechnet. Da kann im Laufe eines Jahres eine ganz schöne Summe zusammenkommen. So etwas weiß man als „Normalverbraucher“ halt nicht, und ich wusste es vor meiner eigenen Selbständigkeit auch nicht.

Allerdings finde ich das Verhalten der Verkäuferin trotzdem seltsam.

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Tag zusammen,

ich habe mal eine Frage zur folgenden Situation:

Eine Frau kommt in eine Apotheke und fragt, ob man Ihr 50 Euro
wechseln kann. Die Verkäuferin verneint mir der Gegründung,
dass so viele Kunden mit 50 Euro zahlen und sie deshalb nicht
aufs Wechselgeld verzichten möchte.

Daraufhin entscheidet sich die Frau für eine Packung Kaugummi
und will (mit dem 50-Euro Schein) bezahlen. Die Verkäuferin
sagt nun, dass sie der Kundin nichts verkaufe, weil sie ja
schliesslich nur das Wechselgeld haben will.

Hi Lucutus,
wie schon geschrieben wurde, MUSS man nicht verkaufen bzw. kaufen und es gibt wirklich Wechselgebühren bei Banken.

Sie es mal anders:
In der Regel hat ein kleines Geschäft, je nach Kundenfluktiuation, ca. 400 € Wechselgeld in der Kasse.
50€ sind da morgens schon recht happig. 8x und das Wechselgeld ist futsch.

Der „Service“, dass Wechselgeld vorhanden ist, ist ja eigentlich wirklich nur für Kunden gedacht, die nicht passend zahlen können.
Schonmal in ländlichen Gegenden mit dem Bus gefahren?
Kannst du nur, wenn du passendes Geld hast… sonst darfst du wieder aussteiegen… die haben slebst für Kunden nicht genug Wechselgeld an Bord.

Mir ists schonmal passiert, dass ein Kunde direkt bei Ladenöffnung ein Teil für 1 DM haben wollte und mit nem 1000er bezahlen wollte.
Der hatte wirklich kein Kleingeld… trotzdem musste ich ihn zur Bank schicken… ich kann ja sonst den Laden dicht machen um Wechselgeld zu holen… und dann verliere ich nicht nur Geld fürs Wechseln, sondern auch Kunden, die in der Zwischenzeit etwass kaufen wollen.

Sie es einfach von der menschlichen Seite:
Die wollen nicht mehrmals täglichzur Bank rennen, nur weil Passanten den Weg nicht machen möchten.
Sie haben nur mehr Aufwand and Geld und Zeit.

Geh doch beim nächsten Mal eben bei einer Bank vorbei oder frage in großen Handelsketten nach Wechselgeld. Die haben wirklöich genug vorrätig, dass sie kein Problem damit haben.

Gruß
BJ

Nun hast du schon so viele Antworten erhalten, allein die Frage nach der gesetzlichen Grundlage ist offen:

Da wäre erstens § 311 I BGB zu nennen, der die Vertragsfreiheit zwar nicht ausdrücklich festschreibt, sie aber voraussetzt. Da wäre zweitens Art. 2 I (hier i.V.m. 19 III GG) zu nennen.

Ein bisschen albern finde ich das Verhalten der Verkäuferin trotzdem; die hätte die Ware bestimmt verkauft, wenn sie von deinem Motiv nicht gewusst haben würde. Sie hat sich also ein bisschen als Strafrichterin aufgespielt, wenn du mich fragst.

Levay

Ersteinmal vielen Dank für die vielen Antworten!

Die rechtliche Dimension ist ja hier wirklich ausreichend geklärt worden.

Nochmal ich wollte nochmal ein paar von den Antworten aufgreifen:

Den Vergleich mit einem Einkauf für 1000 Euro halte ich ein wenig übertrieben - schliesslich sind 50 Euro wirklich noch ganz normales Einkaufsgeld. Ausserdem handelte es sich hierbei um eine Apotheke mitten in Berlin, also von ländlichem Raum mit wenigen Banken kann hier auch nicht die Rede sein.

Der Punkt, dass die Verkäuferin nicht wechseln wollte stört mich auch überhaupt nicht. Muss sie nicht - damit stimme ich vollends überein. Allerdings sobald die Frau (meine Freundin, schwanger und mit unserer 4-jährigen Tochter dabei, die Geld tatsächlich für den Bus brauchte) wäre ja mit dem Kaufwunsch zur Kundin geworden.

Mich persönlich hat am meisten der Satz der Verkäuferin aufgeregt: „Kunden die nur aus Trotz einkaufen bedienen wir nicht“ - irgendwie hat mich das stark an das Stichwort „Servicewüste Deutschland“ erinnert.

Aber egal - meine Aufregung um den Vorfall hat sich einigermaßen gelegt und ich werde tatsächlich den Laden nicht mehr betreten - ausserdem kenne ich viele Leute in der Gegend die ich auch bitten werde lieber woanders ihre Rezepte einzulösen - so muss der Apotheker oder die Apothekerin halt die Zeche zahlen für die unfreundiche Verkäuferin… Diesen Vorfall weiter zu erzählen wird ja schliesslich genauso wenig verboten sein… :smile:

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die Geld :tatsächlich für den Bus brauchte)

Warum schimpfst du dann nicht auf das Busunternehmen?

wäre ja mit dem Kaufwunsch zur Kundin geworden.

Ist sie doch schon bei dem Busunternehmer, warum wechselt der nicht?

irgendwie hat mich das stark an das Stichwort
„Servicewüste Deutschland“ erinnert.

Du meinst, weil es im Bus gar kein Wechselgeld gibt?

Aber egal - meine Aufregung um den Vorfall hat sich
einigermaßen gelegt und ich werde tatsächlich den Laden nicht
mehr betreten

Du meinst weil die Apotheke nicht kostenlose Wechselstube für das
Busunternehmen ist, willst du sie boykotieren.

  • ausserdem kenne ich viele Leute in der Gegend
    die ich auch bitten werde lieber woanders ihre Rezepte
    einzulösen

Bitte sie doch lieber ein Taxi zu nehmen

  1. die können wechseln
  2. es träfe den Richtigen

Ich verstehe deine Logik nicht.

Gruß
Stefan

Ich verstehe deine Logik nicht.

Da gibt es auch keine. Es ist nur dieses allgemeine Gefühl, alles haben zu wollen, und wenn man es nicht bekommt, ist das „schlechter Service“ (gegenüber Nichtkunden!)

Levay

Aber wenn man dann schon bereit ist etwas zu kaufen ist man doch kein „Nichtkunde“ mehr?!? (wo wir schon bei Logik sind…)

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handelte es sich hierbei
um eine Apotheke mitten in Berlin,

meine Freundin, die Geld tatsächlich für den Bus brauchte

Hi,
ich glaube, das steht in jedem Reiseführer von Berlin, dass man für den Bus passendes Geld braucht. Das sollte man dann als Berliner eigentlich parat haben und nicht auf ein Geschäft schimpfen, das nicht die Wechselstube für die Verkehrsbetriebe sein will. Warum schimpfst du nicht auf die Verkehrsbetriebe?
Schließlich willst du dort auch Kunde sein, aber die wollen deinen 50-EUR-Schein auch nicht.

Gruß
Nelly

Aber wenn man dann schon bereit ist etwas zu kaufen ist man
doch kein „Nichtkunde“ mehr?!? (wo wir schon bei Logik
sind…)

Aber das war man doch gar nicht!

Nichtkunde: Ich möchte gerne die 50€ gewechselt haben
Apotheke: Nee wir sind keine Wechselstube
Nichtkunde: Dann nehm ich hier den Kaugummi und bezahl mit den 50€
Apotheke: Ähh, ich bin aber gar nicht blond

So, oder so ähnlich, wird es wohl abgelaufen sein und nun erzähle
mir noch, du hättest dem Nichtkunden die 50€ gewechselt.

Gruß
Stefan

Na, ob schon die Bereitschaft einen Kunden macht…? Darüber kann man trefflich streiten. Aber selbst wenn; es war ja offensichtlich, dass der Kunde nur kaufen wollte, um Geld zu wechseln. Sich nun über den schlechten Service zu echauffieren, halte ich für verfehlt. Wer weiß, vielleicht bietet gerade diese Apotheke gegenüber richtigen Kunden einen ganz tollen Service. Es macht sich die Sache zu leicht, wer immer nur meckert.

Levay

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