Hallo!
Nehmen wir an, einem fiktiven Deutschen würde ein fiktivber
Verkehrsverstzoß in Österreich zur Last gelegt und er hätte
eine „Aufforderung zur Lenkerbekanntgabe“ erhalten.
Was kann er tun?
Er kann unter Hinweis auf das Selbstbelastungsverbot die Angabe verweigern. Das ist allerdings nach österreichischem Kraftfahrrecht strafbar, wobei sich aber die deutschen Behörden weigern, diese Strafen zu vollstrecken. Wenn der Betroffene allerdings wieder nach Ö einreist, hat er möglicherweise ein Problem (oder aber ein Autoradio weniger wenn er kein Geld dabei hat). Das ist jetzt mein letzter Stand, der auch nicht so ganz aktuell ist, insb. die neue europarechtl. Regelung habe ich mir noch nicht angesehen.
Bisher hätte der fiktive Deutsche aus Österreich nur
Strafmandate erhalten, auf denen gleich Vergehen, Ort, Zeit
und Preis vermerkt waren.
Das werden Anonym- oder Organstrafverfügungen gewesen sein.
Nun wird nicht dergleichen angegeben.
Nehmen wir weiterhin an, dass der fiktive Deutsche dieses
Vergehen nicht begangen haben kann, da er sich zu dieser Zeit
belegbar an einem anderen Ort aufgehalten hätte.
Dann ist es ja ok, er kann das ja dann im Verfahren belegen.
Er kaönne
sich jedoch vorstellen, wer den Verstoß begangen haben könnte,
wolle denjenigen aber nicht „hinhängen“.
Was könnte er tun?
Das obige. Eines ist aber klar: wenn der Betroffene belegt hat, dass er es nicht war, etwa wenn das Verfahren eingestellt wurde, dann besteht keinesfalls Selbstbelastungsgefahr. D.h. die Behörde wird den Betroffenen als Zeugen vorladen und da besteht dann Wahrheitspflicht bei sonstiger Strafe. Grenzüberschreitend weiß ich jetzt nicht, ob das im Amtshilfeweg geht, aber Deutsche kommen ja öfters nach Österreich und eine falsche Zeugenaussage ist strafbar.
Wäre ein größeres Vergehen mit über ein niedriges Bußgeld
hinausgehenden Folgen zu erwarten, da es sich ja um eine
„Aufforderung zur Lenkerbekanntgabe“ handele, nicht um ein
einfaches Strafmandat?
Das ist zwar nicht zwingend, aber davon kann man mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgehen.
Gruß
Tom