Freunden Geld leihen

Einem Freund hilft man gerne. Lässt man ihn einen Schuldschein unterschreiben? Nehmen wir folgendes an: Es wird ein Betrag in Höhe von 1000 € verliehen. Die Rückzahlungsfrist von einem halben Jahr und die Zinsen vereinbart man mündlich. Nach eineinhalb Jahren schaut man immer noch in die Röhre.

Als Beweismittel würde lediglich der Überweisungsbeleg der Bank und eine E-Mail existieren, in der an die Rückzahlung erinnert wird. Vom Freund würde nichts schriftliches existieren.

Was könnte man tun?

Hallo Peter,
bei Geld hört bekanntlich die Freundschaft immer auf.
Ohne Schuldschein wird es vermutlich schwer nachzuweisen, dass das Geld wirklich nur an den „Freund“ geliehen und es ihm nicht GESCHENKT wurde.
Einzigster Rat an den Bekannten/Freund wäre : Alles mit F (Finanzen, Frauen, Fahrzeuge) verleiht man nicht.
Trotzdem schönen Tag noch wünscht BM

Tach…

gibt es denn Zeugen für den „Geldverleih“?

„Schuldschein“ ist eigentlich was andrees, nämlich ein abstraktes Schuldversprechen, einen bestimmten Geldbetrag zu schulden, aus welchem Grund auch immer…hier hätte einfach ein Vertrag genügt.

Sowas kommt in den besten Familien vor…ich hatte schon mal den Fall, dass verhätscheltes Töchterchen mit Proletenehemann den Eltern ein Darlehen nicht zurückzahlen wollte, trotz Vertrag…das ging dann wirklich vor Gericht, die Eltern waren fertig mit den Nerven

Hallo erstmal, Peter,

deine Musterfrage ist ein schönes Beispiel für das Verhalten von Menschen untereinander.
Bevor man da über Verfall der Sitten, Unehrlichkeit oder Betrug lästert, sollte aber noch differenziert werden:

Wurden Anfragen nach der Rückzahlung des geliehenen Geldes mit derzeitiger Zahlungsunfähigkeit abschlägig beantwortet,
oder wurde behauptet gar kein Geld geliehen bekommen zu haben?

Fragt
BT

Einem Freund hilft man gerne. Lässt man ihn einen Schuldschein
unterschreiben?

Schuldschein ist der falsche Begriff, aber „Hält man das schriftlich fest“? Ja, natürlich!

In der geschilderten Situation würde ich wie folgt vorgehen:

  1. Überlegen, ob mir die Freundschaft 1000€ wert ist. Ist sie dass, das Geld als Geschenk betrachten und Schwamm drüber. Ist sie es nicht, weiter bei 2.

  2. Überlegen, ob der Schuldner nicht zahlen will oder nicht zahlen kann. Nicht willig: weiter bei 3., nicht fähig weiter bei 4.

  3. Noch ein ernsthaftes Gespräch führen, dann Anwalt mit dem Eintreiben der Forderung beauftragen.

  4. Nochmal 1. prüfen. Ggf. Stundung anbieten, natürlich schriftlich festhalten! Hilft das alles nicht, weiter bei 3.

Viel Erfolg

Gruß
Ramona

PS: Freunden leiht man Geld nur in dem Umfang, in dem man es ihnen auch gerne schenken würde (just my 2ct).

Nur mal so am Rande: Die Beweismittel scheinen mir nicht ergiebig zu sein. Denn woraus genau ergibt sich denn hier, dass es sich um eine Leihe und nicht etwa um eine Schenkung handelte? Dies zu beweisen, würde im Zweifelsfall - d. h. vor Gericht - dem Kläger, also dem Darlehensgeber obliegen.

Levay

Falls Du bei der Geldüberweisung aber im Verwendungszweck „Kredit“ oder Schenkung stehen hast, je nachdem, könntest du bessere oder schlechtere Chancen haben. Was steht denn im Verwendungszweck?

Falls Du bei der Geldüberweisung aber im Verwendungszweck
„Kredit“ oder Schenkung stehen hast, je nachdem, könntest du
bessere oder schlechtere Chancen haben. Was steht denn im
Verwendungszweck?

Nehmen wir an es wäre „bekannt“ vermerkt.

Hallo erstmal, Peter,

deine Musterfrage ist ein schönes Beispiel für das Verhalten
von Menschen untereinander.

da hast Du Recht!

Bevor man da über Verfall der Sitten, Unehrlichkeit oder
Betrug lästert, sollte aber noch differenziert werden:

das sollte man!

Wurden Anfragen nach der Rückzahlung des geliehenen Geldes mit
derzeitiger Zahlungsunfähigkeit abschlägig beantwortet,

ja, man habe derzeit kein Geld. Man würde aber das Geld bekommen und zurückzahlen. Ohne einen Zeitpunkt zu nennen!

Gruß
Peter

oder wurde behauptet gar kein Geld geliehen bekommen zu haben?

Fragt
BT

Nehmen wir an es wäre „bekannt“ vermerkt.

Das ist schlecht.
Es gibt keinerlei Beweise.

Hallo,

hat der „Darlehensnehmer“ die Bemerkung mit dem „ich habe gerade kein Geld, aber kommt noch“ schriftlich erhalten?
Wenn ja, alles klar.

Wenn nicht, dann dieses Gespräch (möglichst mit konkreten Daten) zu Papier bringen, Frist setzen, neutralen Zeugen gegenzeichnen lassen (z.B. Postbeamten bei Einreichung), und das ganze per Einschreiben / Rückschein zusenden.

Sollte innerhalb von 14 Tagen keine schriftliche Gegendarstellung vorliegen gilt dies als Zustimmung.
Damit liegt ein gültiges Dokument vor, mit dem man alle weiteren Schritte in die Wege leiten könnte (z.B. Rechtsanwalt, etc.)

Voraussetzung ist natürlich immer:
Was ist wichtiger? Freundschaft oder Geld?

Grüsse

Hallo,

wenn ich irgend jemandem Geld leihen soll, dann würde ich mir immer (!) als Sicherheit einen Wechsel geben lassen.

Wenn er das nicht will, dann ist die Sache faul.

Gruss

Andreas

Hallo,

wenn mich ein Freund/Bekannter um Geld bittet, weiß ich, daß ab diesem Zeitpunkt die Freundschaft ohnehin beendet ist. Gibt man ihm das Geld, sieht man ihn nie wieder, weil er Angst hat, man könnte ihn um Rückzahlung bitten. Gibt man es ihm nicht, sieht man ihn nie wieder, weil er sauer auf einen ist.

Traurig, aber wahr.

Gruß Ebi

Nur schriftlich
Hallo,

ich habe selbst vor ein paar Jahren die Erfahrung gemacht:

Einem wirklich guten und langjährigem Freund, der ganz klamm war und sonst niemanden hatte, Geld geliehen. Sicherheitshalber kurzes Schriftstück aufgesetzt, in dem Rückzahlungstermin etc. geregelt war. Geld wurde natürlich nicht zurück gezahlt, statt dessen die üblichen Lügengeschichten usw. Da ich keine andere Möglichkeit mehr sah, habe ich das Geld dann über einen Anwalt eintreiben lassen, was dank des Schiftstückes absolut problemlos möglich war. Hätte ich nichts schriftliches gehabt, würde ich wohl heute noch auf mein Geld warten.

Okay, der Typ hat sich seit dem nie wieder bei mir gemeldet, was als Beweis gelten sollte, dass bei Geld die Freundschaft aufhört. Oder besser gesagt: „Echte“ Freunde haben mir geliehenes Geld immer zurück gezahlt. Somit sollte man eher sagen: Bei Geld entscheidet sich wer echter Freund ist.

Gruß

S.J.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]