Hi Experten und solche die es werden wollen. Hier ist m.E. auch der gesunde Menschenverstand gefragt.
Folgende Situation:
Im Unternehmen existiert ein 7-köpfiger BR. Aufgrund der Tatsache, daß Unternehmen (ca. 200 Mitarbeiter) vom Inhaber persönlich und streng geführt wird gibt es immer wieder Probleme (bis hin zur Einigungsstelle)da BR beständig übergangen wird. Situation hatte sich sehr verschärft, z.T. war BR auch nicht ganz unschuldig.
Unternehmen wird verkauft. Mit neuem Geschäftsführer wird vereinbart, daß Neuanfang gewagt werden soll. Nach anfänglichen Schwierigkeiten (Umdenken von beiden Seiten) klappt dies auch.
Aufgrund von Eigenkündigung durch 2 Mitglieder Neuwahl erforderlich. Es stellen sich weiterhin 4 „ALTE“ zur Wahl. Dem alten BR nicht besonders freundlich gesonnene Kollegen (teils durch Unwissenheit und Aufwiegeln alter GF) meinen, neue GF, jetzt brauchen wir auch neuen BR. von den 4 übriggebliebenen werden 3 in Ihrem Amt bestätigt, 1 wird Ersatz. Neuer BR tritt mit 8 Ersatzmitliedern an. Aus verschiedenen Gründen treten sehr schnell 3 wieder aus. Einer davon wollte sich gegenüber der neuen GF nur profilieren. Nach 12 Monaten tritt ein Vollmitglied, hat sehr oft durch Abwesenheit in der Sitzung geglänzt, aus. Nun nach weiteren 3 Monaten ein weiteres Vollmitglied aus Frust darüber daß beschlossene Maßnahmen nicht schnell genug umgesetzt werden. Damit rückt das 4. ehemalige „ALTE-BR-MITGLIED“ nach und BR besteht somit wieder aus 4 alten. Nun meint ein Ersatzmitglied, da soviele Mitglieder zurückgetreten sind, sollte der gesamte BR ein Zeichen setzen und zurücktreten, da ja jetzt die „ALTE GARDE“ wieder dran wäre und der BR nicht mehr die volle Unterstützung der Belegschaft habe. Man halte fest, jedes „alte Mitglied“ ist von 50 % der Belegschaft gewählt worden
Wie sehen Sie/Ihr die Angelenheit: Besteht Grund für den Rücktritt??? Was können die „Alten“ dafür, daß die „Jungen“ kein Durchhaltevermögen haben bzw. ihren Aufgaben nicht gewachsen sind.
Das ganze ist etwas lang geworden. Ich hoffe trotzdem auf viele Antworten
Wenn die Alten den „Mumm“ hatten sich mit dem alten Chef anzulegen sind sie imho genau die Richtigen (auch wenn sie dabei mal was falsch gemacht haben!)! Sie werden schon daraus gelernt haben und es beim neuen besser machen!
Ich denke wie überall auch ist Erfahrung wichtig und die haben sie ja nunmehr eindeutig ;o)))
Sie können sich durchsetzen und geben net auf - die anderen haben alle aufgehört…
Ein Betriebsrat kann mit Mehrheit seiner Mitglieder seinen Rücktritt beschließen, § 13 II Nr. 3 BetrVG.
Ich halte den Rücktritt nicht für sinnvoll.
a) Betriebsratstätigkeit läuft auf das Abschließen von Betriebsvereinbarungen (§ 77 BetrVG) sowie auf Rechtsaufsicht (§§ 80 I Nr. 1, 99 II BetrVG) hinaus. Ob der aktuelle Betriebsrat das weiß und tut, entzieht sich meiner Kenntnis. Ob ein evtl. zu wählender neuer Betriebsrat besser wäre, ist noch unsicherer. Was soll die Neuwahl also?
b) Mir scheint, daß der aktuelle Betriebsrat in sich verzankt ist und daß Parteiungen bestehen („alte“ gegen „neue“). Sind Kandidaten in Sicht, durch welche diese Spaltung überwunden würde?
zunächst vielen Dank für die Antwort. Die rechtliche Sache ist uns klar. (immerhin ist und war der alte BR ja gut ). Ich sehe nur keine moralische Verpflichtung zurückzutreten, wie man uns einreden will. Sie haben recht mit Ihrer Vermutung, daß innerhalb des Gremiums Spannungen vorherrschen. Die „neuen“ wollten anfangs die erfahrenen Mitglieder förmlich an die Wand drängen, haben es aber bis heute z.T. nicht nötig gehabt auch nur ein Seminar zu besuchen um Ihre Aufgaben erfüllen zu können und müssen immer wieder gesagt bekommen, daß sie eine Arbeitnehmervertretung sind. Kandidaten müßten erst noch gesucht werden, denn nicht jeder ist bekanntlich dafür geeignet, sich evtl. zwischen zwei Stühle zu setzen.
Gruß
Rosamunde
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ich antworte mit einem Sprichwort: „Was Du tust, das tue gut und bedenke das Ende!“
Was wäre denn am Ende gewonnen. wenn Ihr alle zurücktretet? Da blickt doch zu Schluß keine „normaler“ Mitarbeiter mehr durch. Die, die Euch den Rücktritt einreden wollen, verfolgen durchaus (mind.) ein Ziel, das hat aber mit BR-arbeit geschweige denn Mitbestimmung oder gar Demokratie nichts, aber rein gar nichts zu tun. Die wollen ihr eigenes Süppchen kochen. Mich würde überhaupt nicht wundern, wenn der „Druck“ von Leuten käme, die selbst „niemals“ zum Betriebsrat kandidieren würden. Laßt Euch da nichts vormachen. Steht diese Legsilatur durch und 2002 können dann alle kandidieren, die jetzt die Grundordnung in Gefahr sehen (oder reden).