Ich arbeite in einer kleinen gemeinützigen Gesellschaft die ursprünglich 2 Chefs bzw. Vorstände hatte. Der eine von beiden wurde vor 3 Monaten aus der Firma geschmissen und „bediente“ sich bei seinem Abschied mit 80.000 DM aus der Firmenkasse. Nun ist die gesellschaft nach Aussage des zurückgebliebenen Chefs nicht mehr in der Lage mein Gehalt i.H.v. monatlich ca. 4000 DM brutto zu bezahlen. Auch die anderen Mitarbeiter erhalten keinen Lohn mehr. Der Chef bat uns vor 3 Monaten in einer Zusammenkunft vorest auf unsere Gehälter zu verzichten da wir ansonsten unsere Jobs verlieren müssten da die Gesellschaft wegen der Unterschlagung bankrott ist. Da ich eine Familie zu ernähren habe stehe ich nun vor Existenzproblemen da ich seit 3 Monaten kein gehalt mehr gesehen habe (nicht einmal einen Teilbetrag!). Kann mir jemand einen Rat geben wie ich mich verhalten soll???
Kann mir jemand einen Rat geben wie ich mich verhalten soll???
Klaus, gehe schnellstmöglich zum Arbeitsamt und schildere die Situation. Das Arbeitsamt zahlt für bis zu 3 Monate Konkursausfallgeld (bin nicht ganz sicher, können auch 4 Monate sein. Aber nicht länger!). Dein Chef MUSS Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen, wenn die Gesellschaft zahlungsunfähig ist. Andernfalls macht er sich wegen Konkursverschleppung strafbar. Aber das soll nicht Deine Sorge sein. Dein Weg muß sofort zum Arbeitsamt führen, damit die rückständigen Gehälter bezahlt werden.
Gruß
Wolfgang
So ein Schwachsinn! Bin gleich zurück!!! (o.T.)
.
Moien Klaus!
Es hängt schon davon ab, was du überhaupt willst und wie deine Chancen sind nen neuen Arbeitsplatz zu bekommen!
Da es bei Deiner jetzigen Firma merkwürdig zuzugehen scheint ist allerdings ein Arbeitsplatzwechsel ratsam!
Daß dir Konkursausfallgeld zusteht ist vollkommen richtig, aber dazu muß die Firma auch Konkurs gemeldet sein, d. h. imho, daß entweder der Chef oder du Insolvenzantrag stellen müßt. zu beachten ist dabei vorallem, daß das Arbeitsamt nur begrenzt rückwirkend zahlt, d. h. du solltest dich auf jeden Fall SOFORT beim zuständigen Arbeitsamt informieren, wie die genauen Bedingungen für das Geld sind - kostet ja nichts ;o))
Wenn Du alle Info´s hast mußt du Dich halt für einen Weg entscheiden, aber da du Familie hast bleibt Dir vermutlich nichts anderes übrig als soviel Geld wie möglich „rauszuholen“ und einen anderen Job zu suchen!
Gruß
Bernd
P.S.: Das Konkursausfallgeld ist übrigens das volle Nettogehalt! (wars zumindest zu meiner Zeit ;o))
P.P.S.: Mit dem Konkursausfallgeld dauert es natürlich schon etwas bis du es bekommst, d. h. an Deiner Stelle würde ich mir ggf. eine Bestätigung des Arbeitsamtes auf den Anspruch besorgen und mit diesem Schrieb vorab zur Bank gehen bevors zu spät ist!
Hallo,
wenn eine Firma mit mehreren Mitarbeitern wegen 80.000DM in Schwierigkeiten kommt, dann stimmt irgendetwas nicht. Entweder ist die Finanzdecke wirklich hauchduenn, oder euch wird was vorgegaukelt.
Auf Lohnverzicht sollte man sich gar nicht einlassen. Dadurch ist noch keine Firma vorm Konkurs gerettet worden. Du musst davon ausgehen, dass die Firma es nicht mehr lange macht. (Verzichtet eigentlich der Chef auf Gehalt??)
Also: unternimm alle Schritte, um mit moeglichst wenig Schaden von der Firma loszukommen.
Gruss, Niels
Hi,
offensichtlich ist die Firma zahlungsunfähig. Mach dir nichts vor, es geht zu Ende damit. Du kannst deshalb nur die Flucht nach vorne antreten.
Verlange von deinem Chef, dass er dir innerhalb eines Tages die ausstehenden Gehälter vollständig auszahlt! Wenn er sagt, er kann nicht, kannst du Insolvenzantrag beim Amtsgericht stellen.
Dann ab zum Arbeitsamt, dort erhälst du 3 Monate rückwirkend Insolvenzausfallgeld. Vergiß das nicht! Ein Monat weiter, dann geht dir ein Monat verloren! Das zahlt dir keiner mehr.
Und melde dich arbeitslos und beantrage ganz normal Arbeitslosengeld. Such dir einen neuen Job, erfahrungsgemäß hat es keinen Zweck, ein untergehendes Schiff retten zu wollen.
Gruß,
Francesco
kleine Ergänzung ;o)
Dann ab zum Arbeitsamt, dort erhälst du 3 Monate rückwirkend
Insolvenzausfallgeld. Vergiß das nicht! Ein Monat weiter, dann
geht dir ein Monat verloren! Das zahlt dir keiner mehr.
Stimmt wohl, aber wenn du drei Monate schon kein Geld bekommen hast bist vermutlich eh schon einen Monat zu spät…also SCHNELL
Du kannst das Geld dann aber natürlich direkt vom Arbeitgeber noch einklagen und bei (was hier zu sein scheint) Konkursverschleppung auch von den Geschäftsführern direkt!
Denk aber hier dran, daß du in erster Instanz beim Gericht den Anwalt selbst zahlen mußt! (notfalls gehst du erst alleine hin und wenn du verleiren solltest, was unwahrscheinlich ist kannst dnan in zweiter Instanz nen Anwalt nehmen ;o)))
Gruß
Bernd