Hallo Rechtsinteressierte.
Man stelle sich folgende Situation vor:
Person A bekommt von einem Nachbarn mitgeteilt, dass das Nachbarhaus zum Verkauf steht, da der Nachbar weiß, das A ein Haus in der Gegend sucht.
Das Haus ist in diversen Immobilienportalen von Makler B angeboten. Auf den Bildern ist eindeutig das von Person A bewohnte Haus, sowie das Haus vis-a-vis in der Straße zu erkennen, womit davon ausgegangen werden kann, dass Person A anhand der Bilder das zu verkaufende Objekt identifizieren kann (Vor allem auch da Person A in der Straße aufgewachsen ist).
Da A mit dem Makler B wegen eines anderen Objektes vor mehreren Monaten in Kontakt war, bekommt er 2 Tage nach Kenntnisnahme ein e-Mail von B mit dem Expose des Nachbarhauses ohne vorher explizit Angebote verlangt zu haben. (Die Adresse des Objektes wird in dem Mail nicht genannt).
A reagiert selbstverständlich nicht auf die e-Mail und besichtigt nun das Nachbarhaus am nächsten Wochenende nach Absprache mit den Besitzern. Zu gleicher Zeit ist auch der Makler mit Interessenten anwesend. Ein persönlicher Kontakt zwischen Person A und Makler B kommt nicht zustande.
Kann der Makler B nun bei Kauf des Objektes durch A seine Courtage einfordern / einklagen, mit dem Argument die e-Mail versendet zu haben?
Oder kann A sich erstens auf den Nachbarn als Informant berufen
und ist es plausibel, dass er das Nachbarhaus seines Elternhauses auf Bildern erkennt
und kann A argumentieren , von Makler B keine Adresse sondern nur ein allgemeines Expose erhalten zu haben, womit eine Lokalisierung des Objektes nicht möglich ist.
Wie könnte ein Richter in so einem Falle entscheiden?
Besten Dank für aufschlussreiche Meinungen zu dem Sachverhalt.
Grüße,
Thomas P.