Hohe Tannen / Nachbarschaftsrecht

Hallo,

vor sechs Monaten hat Nachbar 1 ein Grundstück gekauft und ein Haus darauf bauen lassen. Nachbar 2 hat auf seinem Grundstück, ca 30 – 50 cm von der gemeinsamen Grenze ca 15m hohe Tannen stehen, die natürlich fast das gesamte Grundstück Nachbar 1beschatten. Da das Niedersächsische Nachbarschaftsrecht legt fest in welchem Abstand Baumhöhen zu sein haben, also sah Nachbar 1 kein Problem da Nachbar 2 ja danach die Tannen entsprechend kürzen müsste. Nachbar 2 ist aber nicht gewillt die Tannen zu kürzen und macht von seinem Gewohnheitsrecht gebrauch, da der Vorgänger von Nachbar 1 das ja geduldet hat.

Kann mir jemand verraten wie Nachbar 1 die Tannen los wird?

Hallo, womöglich gar nicht, denn neben dem Nachbarschaftsrecht gibts womöglich noch ne Baumschutzsatzung, die gerade bei Tannen eher von Höhen als von Baumstammdicken reden. Denn wenn der Tannenbesitzer die Tannen kappt muss er womöglich Strafe zahlen oder Ersatzpflanzungen vornehmen, …freiwillig tät ich das nicht machen, wenns nicht Not tut (Einsturzgefahr des eigenen Hauses durch Wurzelwucherung)
und wenn nur der Nachbar will, dass die Dinger verschwinden, dann sollte er auch ein enstprechendes Angebot machen.
Einfach oben abschneiden ist nicht, wie sieht das denn hinterher aus…die Spitze wächst nicht nach, da hast du dann hinterher Quadratische Tannen vorm Fenster…auch nicht schön…

Gruß Susanne

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Hallo!
Hier geht es scheinbar nicht um schöne Tannen, sondern um die Beeinträchtigung des einen Grundstückbesitzers.
In dem Niedersächsischen Nachbarschaftsrecht sind die Wachstumshöhen je nach Abstand zur Grenze genau geregelt. Was die Baumschutzsatzung genau regelt ist von Ort zu Ort unterschiedlich, das muss man natürlich prüfen. Aber ich glaube mal gehört zu haben, das Tannen in einer Stadt nicht unter die Baumschutzsatzung fallen, da sie ja reine Waldbäume sind. Nichts desto Trotz sollten sich die Grundstückseigentümer einigen, weil meiner Meinung nach ein Rechtsstreit gegen die Tannen entschieden werden würde.

LG Andreas

Hallo,

vor sechs Monaten hat Nachbar 1 ein Grundstück gekauft und ein
Haus darauf bauen lassen. Nachbar 2 hat auf seinem
Grundstück, ca 30 – 50 cm von der gemeinsamen Grenze ca 15m
hohe Tannen stehen, die natürlich fast das gesamte Grundstück
Nachbar 1beschatten.

„Recht“ ist so eine Sache. Gerade beim Nachbarschaftsrecht gibt es so viele Auslegungsmöglichkeiten, dass einem schon schwindelig werden kann.
Ich habe auch so einen Fall, 25m (!) hoche Tannen. Leider ist eine schmale Strasse dazwischen, so dass ich nicht mal direkt Nachbar bin. Mit den Leuten kann man überhaupt nicht reden. Bei der Gemeinde hat man sich zwar bemüht, das Nachbarschaftsrecht zu interpretieren, war aber schwierig. Bei der Beratung des Amtsgerichts hätte ich mich erkundigen können, dabei aber erstmal mit 300 Euro in Vorleistung gehen müssen. Eine Klage wäre selbst bei erfolgsversprechenden Voraussetzung problematisch, da der Beklagte rechtzeitig einen Vergleich hätte beantragen können … dann wäre ausser Spesen nichts gewesen, auf meinen Unkosten bliebe ich sitzen …
Nebenbei: Der „Hohe-Tannen-Nachbar“ ist Oberstaatsanwalt, dagegen zu prozessieren wäre bei einem auch noch erfolgreichen Prozess natürlich ein „innerer Vorbeimarsch“ für mich.
Die Strasse sieht nach nur ein bisschen mehr Wind saumäßig, übersäht mit kleinen Zweigen, Tannenzapfen usw. aus. Die Kehrmaschine muss regelmäßig 3 - 4 mal hin und her fahren. Ich habe dass schon mehrfach fotografiert und an die Gemeinde geschickt. Andere Nachbarn haben schon bei der Gemeinde angefragt, da sie Angst haben, dass ihnen die Bäume bei einem Sturm das Haus zerdeppern, aber … die sind so dickfällig …

Da das Niedersächsische
Nachbarschaftsrecht legt fest in welchem Abstand Baumhöhen zu
sein haben, also sah Nachbar 1 kein Problem da Nachbar 2 ja
danach die Tannen entsprechend kürzen müsste. Nachbar 2 ist
aber nicht gewillt die Tannen zu kürzen und macht von seinem
Gewohnheitsrecht gebrauch, da der Vorgänger von Nachbar 1 das
ja geduldet hat.

Ein Anspruch auf Entfernung der Bäume, wenn sie dem Nachbarschaftsrecht widersprechen, verjährt zwar nach 5 Jahren, bei unserer Gemeinde sagte man mir aber, dass das Recht auf Einkürzung auf die zulässige Länge nicht verjährt. Vielleicht ist über diese Schiene was zu machen.
Und die oben genannte Gefahr bei Stürmen - die sollen ja zunehmen.
Einen Anspruch auf Sonne hat man wohl nicht. Zwar reden alle von Sonnenenergienutzung, und die Sonne bringt auch ohne Solaranlage in den Übergangsjahreszeiten einiges für die Wärme im Haus, aber das zählt nicht bei uns in deutschen Landen …

Gruss
Laika

Hi

Hier geht es scheinbar nicht um schöne Tannen, sondern um die
Beeinträchtigung des einen Grundstückbesitzers.

Wobei ich mich frage, ob die Bäume im letzten halben Jahr so in die Höhe geschossen sind oder ob sich der Käufer nicht schon vor dem Kauf erkundigen hätte sollen, wie es mit einer Kürzung der Tannen ausschaut, statt sich auf irgendwelche rechtliche Grundsätze zu verlassen.

Der neue Grundstückeigentümer will ja vielleicht in einer guten Nachbarschaft leben und nicht von vorneherein mit Streit beginnen, weil er die Tannen beim Kauf des Grundstückes „übersehen“ hat.

Gruß
Edith

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Moin

Was die Baumschutzsatzung genau regelt ist von Ort zu Ort
unterschiedlich, das muss man natürlich prüfen. Aber ich
glaube mal gehört zu haben, das Tannen in einer Stadt nicht
unter die Baumschutzsatzung fallen, da sie ja reine Waldbäume
sind.

Es soll ja Städte geben, zu deren bisschen Grün auch kleine Forstbereiche gehören und dennoch /oder deswegen haben sie auch Tannenregelungen in deren Baumschutzsatzungen.
Und selbst innerhalb der Stadt kann es manche Bereiche geben, wo es schwerer ist einen Baum loszuwerden als in anderen, sogar wenn er das Fundament eines Hauses angreift oder umzufallen droht, und auch wenn es noch genügend Bäume auf dem Grundstück gibt, die einen angemessenen Abstand zum Gebäude haben. aber manchmal hat ein Baumbesitzer es schwieriger, einen Baum loszuwerden, aber ein Nachbar, der sich belästigt fühlt, hat mehr Erfolg…wenn aus den kleinen Krüppelfichten denn dann doch überraschend innerhalb von 25 oder 50 Jahren Riesentannen wurden
Nur wenn wie hier die Bäume vor dem Nachbarn bzw. dem Häuslebauen da waren, kann das ganze ganz anders aussehen. Wer hat den Neuen NAchbarn gezwungen, sein Haus so dicht an die Bäume zu stellen???
Und auch große Bäume wachsen womöglich noch weiter, zumindest im Wurzelwerk.

Gruß Susanne
Kein Rechtsverdreher, sondern nur jemand der das Heckmeck um eine Tannenentfernung mitanschauen durfte (elterlicher „Wald“ von einstmals 21 Nadelgewächsen auf "Handtuch"grundstück ohne Platz für Ersatzpflanzungen)