Jemand veranstaltet an einem Sonnabend in einem Mehrfamilienhaus eine einmalige Party. Dazu hängt er im Hausflur einen deutlich sichtbaren Zettel aus, wo er sich für gegebene Unannehmlichkeiten im voraus entschuldigt. Weiterhin würde er vorher allen Hausnachbarn über diesen Umstand bescheid geben.
Abends würde trotzdem von einem Hausbewohner die Polizei gerufen werden. Diese käme vorbei und würde verlangen, die Musik leiser zu stellen.
Dies geschehe aber anscheinend nicht signifikant genug für den gestört gefühlten Hausbewohner. Er würde wiederum die Polizei rufen.
Nehmen wir einmal an, etwa zwanzig Polizisten würden darauf hin in die Wohnung stürmen und trotz mehrfacher Aufforderung des Mieters diese nicht wieder verlassen. Alle Partymitglieder wären sehr friedlich. Die Polizei würde sich weigern, die Wohnung wieder zu verlassen, solange nicht alle Gäste des Mieter aus der Wohnung gegangen seien. Zwangsläufig würden dann alle Gäste des Mieters die Wohnung verlassen.
Ein paar Wochen später würden der Mieter der Wohnung eine Anzeige von der Polizei und dem Hausbewohner, wegen absichtlicher Lärmbelästigung, vom Ordnungsamt erhalten.
Man hätte eine Woche Zeit, sich zu diesem Fall zu äußern.
Jemand veranstaltet an einem Sonnabend in einem
Mehrfamilienhaus eine einmalige Party. Dazu hängt er im
Hausflur einen deutlich sichtbaren Zettel aus, wo er sich für
gegebene Unannehmlichkeiten im voraus entschuldigt. Weiterhin
würde er vorher allen Hausnachbarn über diesen Umstand
bescheid geben.
Sorry, aber das ist doch wohl jetzt nicht dein Ernst. Nur weil man einen Entschuldigungszettel aufhängt und „Bescheid“ gibt, darf man doch noch lange nicht erwarten, dass man jetzt einen Anspruch darauf hätte, ungestraft Recht und Gesetz missachten zu dürfen.
„Hallo, ich wollte ihnen nur mitteilen, dass ich ihnen gleich eine auf die Zwölf verpassen werde. Hier mein Entschuldigungsschreiben.“ und los geht es, und dann den Empörten spielen, wenn es trotz freundlicher Mitteilung und Entschuldigungsschreiben eine Anzeige gibt???
Bei 20 Zeugen des zweiten Besuchs kann man hier wohl nur noch ganz kleine Brötchen backen, und auf Milde hoffen.
Was hast Du erwartet? Daß man Dir hier gleich Absolution erteilt und Dir - ohne den Sachverhalt auch nur im Ansatz zu kennen - bestätigt, dass das Verhalten der Polizei, der Ordnungsbehörde und des geschätzten Mietmieters nichts anderes als rechtswidrig gewesen sein kann? Vergiss’ es. Beurteilen kann man das Vorgehen der Beteiligten nur, wenn man die Fakten kennt oder sich diese zumindest von den Beteiligten (und zwar nicht nur einer Seite) hat berichten lassen.
Die Tatsache jedenfalls, dass die Polizei aufläuft und das Partyvolk auffordert, die Musik leiser zu stellen, ist nicht per se rechtswidrig - auch dann nicht, wenn das Partyvolk etwaige Kollateralschäden bereits weise vorhergesehen und den mutmaßlich betroffenen mitgeteilt hat (was eigentlich auch ohne größere Rechtskenntnis für jedermann einsichtig sein sollte). Und auch die Tatsache, dass die Polizei noch einmal wiedergekommen ist, und zwar mit massiver Verstärkung, und die Party aufgelöst hat, ist nicht als solches rechtswidrig - sagt aber einiges aus über die Party, die Qualität ihrer Besucher sowie die Wahrscheinlichkeit, dass die Behauptung, die Musik sei in vertretbarem Rahmen gewesen, richtig ist …
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Ja, da hast Du vollkommen Recht. Es ist ein Land, indem man sich an die von der Gemeinschaft aufgestellten Regeln halten muss, ob sie einem momentan gerade günstig erscheinen oder nicht. Rosinenpickerei ist nicht. Und daran ändern eben auch Entschuldigungszettel und Benachrichtigungen nichts. Damit kann man Verständnis einwerben, verlangen kann man dies nicht.
Leute wie Du sind genau die Klientel, die bei nächstbester Gelegenheit das Spiel anders rum ausfechten, und dann auf klare gesetzliche Regelungen verweisen, schwere Strafen und hohen Schadenersatz ohne Rücksicht auf persönliche Schuld verlangen wenn ihnen gegenüber mal etwas passiert ist.
Euch würde auch ein Rechtsbruch der Polizei als angemessen
erscheinen, sofern ihr nur Eure Ruhe vom Leben habt.
Ich sehe da bislang keinen Rechtsbruch. Es ist ein vollkommen normales Verhalten, dass Polizei sich Zutritt in solchen Situationen verschafft und eine Störung beseitigt, die einen klaren Rechtsbruch darstellt. Und wenn die erste freundliche Bitte nicht hilft, dann wird eben aufgelöst.
wie kommt es nur, daß ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, daß der Schreiber garselbst am lautesten losschreien würde, wenn ihm Unrecht in Form einer zu lauten Party in der Nachbarwohnung geschehen würde?
ist klar. An einem Samstag abend, d.h. bei entsprechend guter Grundauslastung, rückt die Polizei einer Großstadt mit 20 Leuten an, um eine Ruhestörung in einer Privatwohnung ohne weitere Gefahr für die Öffentlichkeit zu beseitigen. Entweder flogen zu der Zeit schon Möbelstücke und Haustiere aus dem Fenster oder Du hast gnadenlos übertrieben.
also ihr müßt es schon sehr weit getrieben haben, wenn 20 Polizisten bei Dir einfallen! Von einem normalen Partybetrieb kann doch wohl keine Rede mehr sein, anders kann ich mir das nicht vorstellen! Dann wäre auch die Anzeige gerechtfertigt.
Allerdings mag ich mich so ganz den Vorrednern nicht anschließen. Bei uns in der Nachbarschaft ist es auch üblich, daß eine Party vorher angekündigt wird. Ich kann jetzt so ohne weiteres nichts verwerfliches daran finden? Wenn ich weiß das es laut werden könnte (da manchmal auch eine Kirwagemeinschaft dabei ist kann es durchaus laut werden) schlaf ich halt bei geschlossenem Fenster und ende. Aber was will man von einer Gesellschaft erwarten, die sogar Kinder als Lärmbelästigung einstuft! Da ziehen manche Mitbürger aufs Land und beschweren sich weil der Hahn um Fünf Uhr morgens kräht…
Bei Dir scheint sich nur ein Nachbar beschwert zu haben. Frag doch mal die Anderen, ob die sich auch durch den Lärm so belästigt gefühlt haben. Wenn nicht würde ich sie bitten als Zeuge zur Verfügung zu stehen.